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Rückblick Tour de France 2008: Sastre der eine, Vansevenant der andere Gewinner der Gesamtwertung
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05.08.2008

Rückblick Tour de France 2008: Sastre der eine, Vansevenant der andere Gewinner der Gesamtwertung

Info: TOUR DE FRANCE



Es war ein spannender Kampf um den Gesamtsieg der Tour de France 2008, den schlussendlich Carlos Sastre vom dominierenden Team CSC für sich entscheiden konnte. Fast ebenso im Fokus des Interesses standen aber auch die Geschehnisse am Ende des Klassements. Dort sicherte sich Wim Vansevenant von Silence-Lotto seinen dritten Gewinn der Roten Laterne in Folge.


In der Zeit nach der Tour de France blickt LiVE-Radsport noch einmal auf die einzelnen Wertungen und ihre Sieger zurück. Dabei wird jedes Mal ein anderer der Tourgewinner in Augenschein genommen und sein Weg bei der Großen Schleife resümiert.
Chavanel | Freire | Kohl | Schleck | CSC | Sastre


Das Gelbe Trikot im steten Wechsel

Gleich auf der 1. Etappe konnte sich einer der Topfavoriten auf den Sieg der Tour de France das Gelbe Trikot erobern und es schien, als würde es bei dieser Tour wohl nicht all zu oft den Besitzer wechseln. Doch weit gefehlt. Alejandro Valverde konnte es nur zwei Tage tragen, dann nahm es ihm Romain Feillu ab, nachdem dieser auf der 3. Etappe mit einer Ausreißergruppe durch kam. Feillu wiederum musste nach nur einem Tag in Gelb das Trikot an Stefan Schumacher weiter reichen, der nach seinem ersten Zeitfahrsieg die Gesamtwertung anführte. Nachdem der Deutsche es zwei Tage getragen hatte, konnte es ihm aber bereits der Luxemburger Kim Kirchen wieder abluchsen. Der konnte dann immerhin gleich vier Tage in Gelb fahren, verlor es erst auf der 10. Etappe vor dem ersten Ruhetag an Cadel Evans, der da nur eine Sekunde vor Frank Schleck lag.

Cadel Evans konnte den Rekord an Tagen im Gelben Trikot bei dieser Tour de France aufstellen. Leider betrug dieser für den Australier nur fünf, womit er es also nach der 15. Etappe, erneut direkt vor dem Ruhetag, wieder abgeben musste. Mit Frank Schleck gab es dann bereits den zweiten Luxemburger in Gelb. Doch auch der war nur zwei Tage in Gelb unterwegs, ehe er es nach der 17. Etappe hinauf nach Alpe d’Huez an seinen Teamkollegen Carlos Sastre abtrat. Der Spanier trug das Gelbe Trikot vier Tage lang und als Letzter der insgesamt sieben Gesamtführenden dieser Tour auch bis nach Paris.

-> Endstand der Gesamtwertung


Vansevenant und seine Rote Laterne

Sollte sich die Tour-Direktion dazu entscheiden, einen Preis für den letzten Platz der Tour de France zu vergeben – es gäbe nur einen Namen für diesen: Prix Wim Vansevenant. Zum dritten Mal in Folge beendete der Belgier die Tour de France auf dem letzten Platz und hat es damit endgültig in die Geschichtsbücher geschafft. Die 1. Etappe verlief für Vansevenant dahingehend richtig schlecht, nur Viertletzter wurde er und musste die Schlussposition Aleksandr Kuchynski überlassen. Aber schon am zweiten Tour-Tag kam er seinem Ziel näher, nur noch der durch Stürze gezeichnete Juan Mauricio Soler lag hinter ihm. Ab der 3. Etappe hatte er aber auch diesen ... sagt man unterflügelt? Erst auf der 15. Etappe wurde ihm die Rote Laterne wieder abgenommen, als Sébastien Chavanel einbrach und mehr als zehn Minuten auf das Gruppetto verlor. Dieser Gefahr entschärfte sich aber dann auf der 16. Etappe von allein, Chavanel gab das Rennen auf.

Ernster wurde es für Vansevenant, als auf der 19. Etappe der Österreicher Bernhard Eisel in einer kleinen Gruppe ebenfalls viel zeit einbüßte und Plötzlich 42 Sekunden hinter ihm lag. Am Ende siegte aber doch der mit der meisten Erfahrung, im folgenden Zeitfahren holte sich Vansevenant seinen letzten Platz mit knapp einer Minute Rückstand wieder zurück. Der dritte letzte Platz in Folge bei der Tour war ihm sicher.

Die Top10 im Kampf um die Rote Laterne
145 Wim Vansevenant (Bel) Silence - Lotto 91.08.37
144 Bernhard Eisel (Aut) Team Columbia -0.53
143 Sven Krauss (Ger) Gerolsteiner -3.50
142 Matthieu Sprick (Fra) Bouygues Telecom -7.27
141 José Vicente Garcia Acosta (Esp) Caisse d'Epargne -15.57
140 Massimiliano Mori (Ita) Lampre -18.23
139 Stéphane Augé (Fra) Cofidis - Le Crédit par Téléphone -19.53
138 Jimmy Engoulvent (Fra) Crédit Agricole -20.15
137 Christophe Riblon (Fra) AG2R La Mondiale -20.21
136 Niki Terpstra (Ned) Team Milram -22.05


Statistisches & Historisches zum Maillot jaune

* Zum ersten Mal wurde 1919 der Sieger der seit 1903 ausgetragenen Tour de France mit einem Gelben Trikot ausgezeichnet. Erster Träger war Jean Rossius, erster Toursieger im Gelben Firmin Lambot.

* Sieben verschiedene Fahrer durften sich bei dieser Tour das Gelbe Trikot überstreifen. So viele gab es zuletzt vor zwei Jahren und davor im Jahr 1998. Nur zwei Mal in der Geschichte waren es mehr Gelb-Träger, nämlich jeweils acht in den Jahren 1958 und 1987.

* Wie auch Alberto Contador 2007 und Floyd Landis 2006 (unabhängig von seiner späteren Disqualifikation) fuhr Sastre als Toursieger nur vier Tage im Gelben Trikot, so wenige wie seit 1990 nicht mehr. Damals war Greg LeMond nur am Schlusstag in Gelb unterwegs, nachdem er zuvor Claudio Chiappucci im Zeitfahren von Platz eins verdrängte.

* Drei Spanische Toursiege in Folge (nachdem Oscar Pereiro nachträglich zum Sieger 2006 erklärt wurde) gab es noch nie bei der Tour, sieht man mal von den fünf Siegen in Folge von Miguel Indurain ab.


Statistisches & Historisches zur Roten Laterne

* Mit drei letzten Plätzen ist Vansevenant alleiniger Rekordhalter. Noch fünf weitere Fahrer waren je zwei Mal das Schlusslicht der Tour: Die Franzosen Henri Leclerc (1914, 1918) und Daniel Masson (1922, 1923), der Österreicher Gerhard Schonbacher (1979, 1980), der Niederländer Mathieu Hermans (1987, 1989) und zuletzt der Franzose Jimmy Casper (2001, 2004). Erwähnung sollten hier auch die Flores-Brüder finden, Igor war 2002, Iker 2005 Letzter.

* Neben dem Österreicher Schonbacher kamen noch weitere Fahrer aus deutschsprachigen Ländern auf den letzten Platz: Die Deutschen Rudolf Risch (1932) und Willi Kutschbach (1935) sowie die Schweizer Pietro Tarchini (1947), Fritz Zbinden (1950), Walter Favre (1958) und Gilbert Glaus (1984).

* 52 von 96 letzten Plätzen der Tourgeschichte belegten Franzosen. Die längste Durststrecke der Gastgeber dauerte aber immerhin 16 Jahre an (1979 bis 1994). Zuletzt vier Jahre in Folge ohne französischen Letzten wurden sonst auch nur noch 1947 bis 1950 erreicht.


Weitere Statistiken zur Gesamtwertung der Tour 2008

Beste Fahrer pro Team
1 Team CSC – Saxo Bank (Carlos Sastre)
2 Silence – Lotto (Cadel Evans)
3 Gerolsteiner (Bernhard Kohl)
4 Rabobank (Denis Menchov)
5 Team Garmin-Chipotle p/b H30 (Christian Vandevelde)
7 Euskaltel – Euskadi (Samuel Sanchez)
8 Team Columbia (Kim Kirchen)
9 Caisse d’Epargne (Alejandro Valverde)
10 AG2R La Mondiale (Tadej Valjavec)
13 Liquigas (Roman Kreuziger)
14 Française des Jeux (Sandy Casar)
15 Cofidis - Le Crédit par Téléphone (Amaël Moinard)
18 Crédit Agricole (Alexandre Botcharov)
26 Lampre (Sylvester Szmyd)
29 Team Milram (Christian Knees)
32 Bouygues Telecom (Pierrick Fédrigo)
36 Quick Step (Matteo Carrara)
39 Agritubel (Eduardo Gonzalo)
48 Barloworld (John-Lee Augustyn)

Beste Fahrer pro Land
1 Spanien – Carlos Sastre (Csc)
2 Australien – Cadel Evans (Sil)
3 Östererich – Bernhard Kohkl (Gst)
4 Russland – Denis Menchov (Rab)
5 USA – Christian Vandevelde (Tsl)
6 Luxemburg – Frank Schleck (Csc)
10 Slowenien – Tadej Valjavec (A2r)
13 Tschechien – Roman Kreuziger (Liq)
14 Frankreich – Sandy Casar (Fdj)
17 Weißrussland – Kanstantin Siutsou (Thr)
19 Kasachstan – Dmitriy Fofonov (C.a)
20 Italien – Vincenzo Nibali (Liq)
22 Niederlande – Laurens Ten Dam (Rab)
24 Ukraine – Yaroslav Popovych (Sil)
25 Deutschland – Stefan Schumacher (Gst)
26 Polen – Sylvester Szmyd (Lam)
31 Belgien – Mario Aerts (Sil)
41 Schweden – Thomas Lövkvist (Thr)
47 Kanada – Ryder Hesjedal (Tsl)
48 Südafrika – John.-Lee Augustyn (Bar)
53 Kolumbien – Leonardo Duque (Cof)
54 Schweiz – Johann Tschopp (Btl)
57 Norwegen – Kurt-Asle Arvesen (Csc)
58 Slowakei – Peter Velits (Mrm)
68 Großbritannien – David Millar (Tsl)
76 Brasilien – Murilo Antonio Fischer (Liq)
84 Kenia – Christopher Froome (Bar)
110 Neuseeland – Julian Dean (Tsl)
118 Dänemark – Nicki Sörensen (Csc)





Carlos Sastre vom Team CSC gewinnt die Tour de France 2008 (Foto: www.letour.fr)
Carlos Sastre vom Team CSC gewinnt die Tour de France 2008 (Foto: www.letour.fr)



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Danke für Tour-Rückblick
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