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Alessandro Ballans großer Tag in den Pyrenäen – Sieg in Andorra und Goldtrikot!
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06.09.2008

Alessandro Ballans großer Tag in den Pyrenäen – Sieg in Andorra und Goldtrikot!

Info: VUELTA A ESPAÑA
Autor: Felix Griep (Werfel)
Ranking zu: Gesamtweltrangliste



Andorra, 06.09.2008 - Als hervorragenden Klassikerfahrer kennt man Alessandro Ballan, den Sieger der Flandern-Rundfahrt 2007. Aber dass der Italiener von Lampre die erste Bergankunft der Vuelta gewinnen und sich somit das Goldene Leadertrikot überstreifen würde, damit hatte wohl niemand gerechnet. Mehr als zweieinhalb Minuten Vorsprung brachte Ballan vor den Favoriten ins Ziel und übernahm damit eine Minute vor Levi Leipheimer (Astana) die Gesamtführung.


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Lang, bergig und nass
Mit 223,2 Kilometern war das 7. Teilstück der Vuelta von Barbastro in der Provinz Huesca nach Andorra das längste der diesjährigen Spanien-Rundfahrt. Versüßt wurde die ohnehin schon harte Distanz noch durch 4150 zu kletternde Höhenmeter. Und als ob dies nicht genug gewesen wäre, zeigte sich auch das Wetter von einer sehr unangenehmen Seite mit Temperaturen von teilweise unter zehn Grad auf den Pässen und dauerhaftem Regen. Kein guter Tag zum Radfahren.

Fünf Fahrer auf der Flucht
Aber sind die Bedingungen auch noch so schlecht, ein paar Wagemutige finden sich immer. Heute waren es die Spanier Iñigo Landaluze (Euskaltel) und Xabier Zandio (Caisse d’Epargne), der Niederländer Gianni Meersman (Française des Jeux), der Belgier Marc De Maar (Rabobank) und eben Alessandro Ballan (Lampre), die sich aus dem Feld davon machten, das Glück zu suchen. Wobei Ihre Chancen auf ein Durchkommen wegen Ballans guter Position im Gesamtklassement, Platz 13 mit zweineinhalb Minuten Rückstand auf Leader Sylvain Chavanel (Cofidis), doch eher gering erschienen. Chavanels Teamkollege David Moncoutié befand sich anfangs auch in der Gruppe entschied sich dann aber, das miese Wetter lieber im Feld zu ertragen.

Gruppe läuft gut bis Ballan davon zieht
Bis zum zweiten Berg des Tages, dem Collado de Faidella (Kategorie 3) bei km 112,2, den De Maar als Erster bewältigte, stieg der Vorsprung des Spitzenquintetts dank eines nicht gerade hoch motivierten Feldes aber auf über zehn Minuten an. Zuvor hatte sich Landaluze die meisten Punkte am Port de Montllobat (Kategorie 2) beim km 64,5 geholt. Am dritten Berg, dem Alto de la Rabassa (Kategorie 1), dessen Gipfel relativ genau die 30-km-Marke vor dem Ziel markierte, begann sich die Spitzengruppe langsam aufzulösen. Zuerst waren die Spanier in Schwierigkeiten, Zandio fiel zurück und auch Landaluze kam mit geringem Rückstand über die Bergwertung, die erneut De Maar für sich entschied. Das Hauptfeld aus noch ca. 40 bis 50 Fahrern kam 6:27 Minuten nach der Spitze oben an. Im Schlussanstieg nach Andorra konnte Ballan auch Meersman und zuletzt De Maar abhängen und seinem ersten Etappensieg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt entgegenstreben. Als bester ehemaliger Begleiter Ballans platzierte sich am Ende De Maar auf Rang 24 mit mehr als vier Minuten Rückstand-

Kleine Zeitabstände unter den Favoriten – guter Zaugg!
Aus dem Feld versuchten noch einige Fahrer nach vorne zu kommen. Erst waren es im vorletzten Ansiteg Patrice Halgand (Crédit Agricole), Egoi Martinez (Euskaltel) und Carlos Castaño (Xacobeo Galicia). Dann in der Abfahrt Paolo Bettini (Quick Step) und David Garcia (Xacobeo Galicia). Im Schlussanstieg waren es aber die vermeintlichen Gesamtwertungsfavoriten, die hinter Ballan um die nächsten Plätze kämpften. Ezequiel Mosquera (Xacobeo Galicia) erreichte 2:42 Minuten nach Sieger Ballan als Zweiter das Ziel. Der Fünfte der Vuelta 2007 konterte erfolgreich den Schlussspurt des Giro-Siegers Alberto Contador (Astana). Wenige Sekunden dahinter kamen unter anderem Contadors Teamkollege Levi Leipheimer und Toursieger Carlos Sastre (Team CSC) über die Ziellinie. Davide Rebellin verlor als Zehnter eine knappe halbe Minute auf Mosquera. Für eine gute Leistung sorgte auch dessen Schweizer Gerolsteiner-Kamerad Oliver Zaugg, der als 13. zeigte, dass sein 15. Gesamtrang aus dem Vorjahr nichts Einmaliges war. Sylvain Chavanel verlor als 15. der Etappe 39 Sekunden auf Mosquera und zudem das Goldtrikot, Alejandro Valverde (Caisse d’Epargne) musste als 19. bereits fast eine ganze Minute Rückstand verkraften, aber immer noch eine gute halbe Minute weniger als Andreas Klöden (Astana), der als bester Deutscher auf Rang 23 kam.

Ballan, Ballan, Ballan, Ballan
Ein wenig einseitig war die Siegerehrung am Ende des harten Tages, den der Sieger mit 35,6 km/h in gut sechseinviertel Stunden absolvierte. Gleich vier Mal durfte Alessandro Ballan das Podium betreten. Zum einen natürlich für seinen grandiosen Sieg – seinen ersten seit den Vattenfall Cyclassics vor fast einem Jahr. Auch das Goldene Trikot des Gesamtführenden durfte sich der Italiener überreichen lassen. In der Gesamtwertung liegt er nun eine Minute vor Leipheimer, 1:21 vor Chavanel, 1:34 vor Contador, 2:06 vor Valverde und 2:27 vor Sastre. Zudem holte er sich mit dem Sieg am Schlussanstieg und somit 51 Punkten die Führung der Bergwertung vor De Maar (27 Punkte), sowie Platz eins in der Kombinationswertung, welche die Platzierungen aus Gesamt-, Berg- und Punktewertung addiert. In Letzterer ist Ballan, nur noch sieben Punkte hinter Daniele Bennati (Liquigas), auch schon Zweiter.

Morgen nächste Bergankunft...
Wenn Alessandro Ballan das Goldtrikot länger als einen Tag tragen möchte, dann müsste er morgen auf der 8. Etappe nochmals über sich hinauswachsen. Die zwar angenehm kurzen 151 Kilometer aufs Pla de Beret halten nämlich wieder einen Berg der 2. und drei der 1. Kategorie bereit. Die Chancen stehen höher, dass Daniele Bennati der vorerst einzige Fahrer dieser Vuelta bleibt, der ein Goldtrikot, nämlich auf Etappe 4, verteidigen konnte.

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Nach seinem Überraschungssieg in Andorra übernimmt Alessandro Ballan das Goldtrikot als neuer Führender der Vuelta (Foto: www.lauvelta.com)
Nach seinem Überraschungssieg in Andorra übernimmt Alessandro Ballan das Goldtrikot als neuer Führender der Vuelta (Foto: www.lauvelta.com)

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