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Sprintsieg gegen Kreuziger lässt Barredo bei Clasica San Sebastian im regnerischen Baskenland erstrahlen
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01.08.2009

Sprintsieg gegen Kreuziger lässt Barredo bei Clasica San Sebastian im regnerischen Baskenland erstrahlen

Info: CLASICA CICLISTA SAN SEBASTIAN
Autor: Henning Witteborg (Cycling-report.de)



San Sebastián, 01.08.2009 - Der Spanier Carlos Barredo ist bei der Clásica San Sebastián für seine im Finale sehr aktive Fahrweise mit dem Sieg beim wichtigsten baskischen Eintagesrennen belohnt worden, den er im Spurt gegen den Tschechen und Begleiter Roman Kreuziger errang. Wenige Sekunden später gewann der Franzose Mickael Delage vom Team Silence-Lotto den Sprint aus der geschlagenen ersten großen Gruppe und belegte den dritten Rang bei der 29. Austragung des Rennens.

Schwere Clasica San Sebastian als Beginn des letzten Saisondrittels
In seiner Bedeutung als seit der Verlegung des deutschen ProTour-Events in Hamburg auf einen späteren Zeitpunkt erstes großes Rennen nach der sechs Tage zuvor in Paris zu ende gegangenen Frankreichrundfahrt war die 29. Clasica San Sebastian, in der baskischen Regionalsprache auch als Donostia bezeichnet, der Übergangspunkt zum letzten Saisondrittel. Als 1981 ins Leben gerufenen Rennen, das 2005 zur Einführung der ProTour in der höchsten Rennserie Beachtung fand, erwarb sich die Clasica San Sebastian durch die anspruchsvolle Streckenführung mit dem schweren Jaizkibel als Höhepunkt den Ruf als schweres Eintagesrennen, den auch die diesjährige Austragung mit einer Länge von 237 Kilometern gerecht werden sollte. Für eine solche Charakteristik zeigten sich im Profil des nach der Baskenlandrundfahrt wichtigsten Event in der radsportbegeisterten Region 13 Anstiege verantwortlich, von denen sechs als Bergwertungen ausgeschriebene Berge herausstachen und unter denen sich als einzige Schwierigkeit der ersten Kategorie der acht Kilometer lange Jaizkibel befand. Mit seiner Position knapp 40 Kilometer vor dem Ziel und einer weiteren nachfolgenden Erhebung kam dem Jaizkibel die Rolle als Scharfrichter und möglicherweise entscheidendem Punkt im Rennen zu, den zu nutzen die Topfavoriten, allen voran der Vorjahressieger Alejandro Valverde von Caisse d’Epargne für den entscheidenden Antritt gewillt war.

Rohregger und Martens in 18-köpfiger Spitzengruppe
Neben den Topmannschaften Caisse d’Epargne, Astana, Liquigas mit dem Tourbergkönig Franco Pellizotti, Saxo Bank mit den besten Tour-Jungprofi Andy Schleck, Rabobank mit Oscar Freire, Lampre-NGC mit Damiano Cunego, Katusha mit dem Filippo Pozzato und Serguei Ivanov und Euskaltel-Euskadi mit dem Olympiasieger Samuel Sanchez so wie weiteren internationalen Topmannschaften, darunter auch Milram, hatten es mit Fuji-Servetto und Contentpolis-AMPO zwei spanische Pro Continental-Teams in das Fahrerfeld geschafft und rechtfertigen die Wild Card-Vergabe mit frühen Angriffen. Hinauf zum ersten als Prämie ausgeschriebenen Berg, dem Alto de Orio, hatte Gorka Izagirre von Contentpolis-AMPO diese Aufgabe für seine Mannschaft übernommen und bald Begleitung von Héctor Gonzales vom zweiten eingeladenen Team Fuji-Servetto erhalten, mit dem er in Kooperation den Gipfel erklomm, zwei Kilometer nach dessen Bewältigung jedoch ebenso wie sein Begleiter vom Feld geschluckt wurde. Der bald darauf anstehende Alto de Garate brachte ebenfalls keine Gruppe hervor, wenngleich sich vor allem der Kletterspezialist Manuel Vazquez von Contentpolis-AMPO vorne zeigte und den Gipfel als Erster passierte. Das nachfolgende etwas leichtere Terrain gereichte dagegen 18 Fahrern zur Flucht, die sich bei Kilometer 45 zusammengefunden hatten und unter denen sich zahlreiche Teams ausreichend vertreten waren, sodass man sie vorerst ziehen ließ. Neben dem Deutschen Paul Martens von Rabobank und dem Österreicher Thomas Rohregger vom Team Milram umfasste die Fluchtgemeinschaft García Acosta und Mathieu Perget von Caisse d'Epargne, Gert Dockx und Morris Posoni von Columbia-HTC, Gorazd Stangelj von Liquigas, Jérôme Pineau von Quick Step, Evgeni Petrov und Joan Horrach von Katusha, Chris Anker Sörensen von Saxo Bank, Marco Marzano von Lampre, Timothy Duggan, Svein Tuft und Danny Pate von Garmin-Slipstream, Christophe Riblon von Ag2r-La Mondiale, Jérémy Roy von Fdjeux so wie Gorka Izagirre von Contentpolis-AMPO,die über den Alto Azkate bei Kilometer 61 sich einen Vorsprung von knapp fünfeinhalb Minuten aufbauten.

Jaizkibel bringt keine Entscheidung, Favoriten verharren in Lauerstellung
Mit diesem Abstand regte sich im Feld erstmals Unbehagen, sodass man begann, den Vorsprung etwas zu verringern. Die gleiche Tendenz setzte sich am Alto de Udana fort, der nach 104 gefahrenen Kilometern von Ausreißer mit einem gegen vier Minuten tendierenden Vorsprung auf ein von Quick Step, Astana und Bouygues Telecom angeführtes Hauptfeld passierten, zu dem inzwischen unter anderem Andy Schleck nicht mehr gehörte, der das Rennen verlassen hatte. Bis zum Fuße des Jaizkibel setzte man im Feld die konsequente Tempoarbeit fort, sodass das Guthaben nunmehr eine Minute betrug. Diese Abstandsentwicklung sorgte an der Spitze für erste Auflösungserscheinungen, die Jérôme Pineau mit einer Attacke begann, während bald die ersten ehemaligen Mitglieder der Spitzengruppe gestellt wurden. Sich diesem Schicksal ergeben wollte sich der Franzose vom Team Quick Step nicht und setzte den Aufstieg zum vier Kilometer entfernten Gipfel des Jaizkibel als Solist fort. Bei der Mannschaft Lampre entschloss man sich unterdessen einen ersten Angriff aus dem Feld zu lancieren und schickte Simon Spilak in die Attacke, die wenig später außerdem David Millar von Garmin-Slipstream beherzigte. Vor ihm hatten inzwischen mehrere Fahrer wieder zu Pineau aufgeschlossen, konnten aber mit ihrer wieder gefunden Einigkeit eine weitere Reduzierung ihres Vorsprungs bis zur Kuppe auf 31 Sekunden nicht verhindern. Auf der durch den Regen gefährlichen Abfahrt ging am Kopf des Rennen der Russe Evgeni Petrov das größte Wagnis ein, sodass er sich plötzlich allein in Front liegend und ohne Mitstreiter wiederfand. In der Favoritengruppe hatte mittlerweile Caisse d’Epargne das Heft des Handelns an sich gerissen und in Vorarbeit für Alejandro Valverde vereitelte kleine Tempoverschärfungen und stellte weitere Ausreißer.

Arkale führt zur vorentscheidender Selektion
Am letzten Anstieg des Tages, dem Alto de Arkale, fiel Petrov nach seiner kräftezehrenden Alleinfahrt 17 Kilometer vor dem Ende wieder ins Feld zurück, aus dem heraus, noch bevor sich Petrov endgültig wieder in den Reihen des Pelotons befand, Carlos Barredo von Quick Step so wie Pierrick Fédrigo von Bouygues Telecom lösten und bis zum höchsten Punkt des Anstieges, von dem es noch 15 Kilometer bis ins Ziel waren, einen kleinen Vorsprung herausfuhren. Über die Kuppe hinweg waren Luis Leon Sanchez von Caisse d’Epargne, Kim Kirchen von Columbia-HTC und Roman Kreuziger von Liquigas mit kräftigen Antritten den Spitzenreiter sehr nahe gekommen und stellten den Zusammenschluss zu Fédrigo her, der einige Sekunden auf Barredo verloren hatte. Die vom Quick Step-Profi ausgehende Gefahr erkannte Luis Leon Sanchez und forcierte umgehend einen Konterangriff, mit dem er Barredo erreichte. Gemeinsam mit seinem Landsmann teilte sich Sanchez die Führungsarbeit auf, spürte jedoch stets den Atem der Verfolger Kreuziger, Kirchen und Fédrigo, die sich auf den letzten zehn Kilometern im Sekundenabstand hinter ihnen befanden. Die Verfolgertrio erhielt dreieinhalb Kilometer vor dem Ende noch Verstärkung durch den italienischen Meister Filippo Pozzato und schaffte es innerhalb der letzten zwei Kilometer den Anschluss an Barredo und Sanchez herzustellen.

Kreuziger und Barredo duellieren sich um Sieg
Die Gunst der Stunde zu nutzen versuchte Roman Kreuziger mit einem Angriff, dem lediglich Barredo nachsetzte und den Tschechen vor der Ein-Kilometer-Marke erreichte. Unter dem Druck der Verfolger und einer sich immer weiter nähernden ersten großen Gruppe mit allen Favoriten besannen sich die beiden Spitzenreiter auf Zusammenarbeit und nahmen schließlich ausreichend Vorsprung mit auf die breite Zielgerade, um den Sieg unter sich auszufechten. Sich der Explosivität Garates bewusst, versuchte Kreuziger mit einem hohen Tempo von der Spitze aus seinen Kontrahenten zu ermüden. Der 28-jährige Asturier hatte sich trotz der Flucht gemeinsam mit Sanchez ein paar Reserven bewahrt und zog mit einem unwiderstehlichen Antritt vorbei, was eine Parierung seitens Kreuzigers unmöglich machte. Während das Feld ihre Verfolger geschluckt hatte und hinter den beiden Ausreißern den Sprint eröffnete, konnte sich Barredo früh seines Sieges gewiss sein und die Ziellinie in einer Jubelpose überqueren. Für den aus Oviedo stammenden Fahrer vom Team Quick Step war nicht nur der bisher wohl größte Erfolg in seiner Karriere, sondern zudem der erste Sieg in einem Eintagesrennen. Im vergangenen Jahr hatte Barredo mit einem Tagessieg bei Paris-Nizza und einem gegen Marcus Burghardt knapp verpassten Tourerfolg seine bisher besten Leistungen in seiner seit 2004 andauerenden Laufbahn abrufen können, denen nun ein wichtiges Spitzenresultat folgte. Dem Gesamtsieger der Tour de Romandie, Roman Kreuziger, blieb am Ende Rang zwei und somit der zweite Saisonerfolg verwehrt, wenngleich er so nach seinen Leistungen bei der Tour de France, die auf der Rang acht beendet hatte, einen weiteren Beweis seiner Klasse erbrachte. Seinen ersten Podestplatz der Saison erreichten indes der Franzose Mickaël Delage von Silence-Lotto, der sich im Sprint der 28 Fahrer umfassenden ersten großen Gruppe gegen Martin Velits vom Team Milram durchsetzte. Den fünften Platz okkupierte der Kanadier Ryder Hejsedal vom Team Garmin-Slipstream vor dem Katusha-Profi Filippo Pozzato, dem hinter dem siebtplatzierten Christophe Riblon mit dem russischen Meister ein weiterer Fahrer des Katusha-Rennstalls folgte. Als Bester seines Teams belegte ruben perez von Euskaltel-Euskadi Rang neun, vor Marco Pinotti von Columbia-HTC.

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