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Sixdays Bremen: Das größte 6-Tage-Rennen steht vor finanziellen Problemen
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28.12.2009

Sixdays Bremen: Das größte 6-Tage-Rennen steht vor finanziellen Problemen

Info: Sixdays: 6-Tage-Rennen Bremen | Rückblick 6-Tage-Bremen 2009
Autor: Patrick Schröder (PS)



Dass es um den Radsport in Deutschland nicht gut steht, wissen wir schon länger. Nach der Absage der 6 Days in Stuttgart im Jahr 2009, der Deutschlandtour für das Jahr 2009 und der Absage für die Veranstaltungen in Dortmund wurde die Veranstaltungsdecke doch deutlich ausgedünnt. Übrig geblieben sind, neben einigen Eintagesrennen, die Bayernrundfahrt, als größtes deutsches Etappenrennen (mit 5 Tagen) und noch drei 6-Tage-Rennen: Berlin, Bremen und München. Nachdem dieses Jahr in München ein neuer Besuchernegativrekord erzielt wurde, steht nun auch dieses Rennen vor dem Aus. Da kommt die folgende Meldung vielleicht doch nicht so überraschend: Das Bremer 6-Tage-Rennen hat finanzielle Sorgen.

Veranstalter Frank Minder musste diese bedenkliche Nachricht bei der Eröffnungspressekonferenz zum 47. Bremer 6-Tage-Rennen mitteilen. „Die wirtschaftliche Lage sei derzeit „relativ kritisch“, so Minder, nachdem im Laufe des Jahres bekannt wurde, dass mit der Sparkasse Bremen und AWD zwei wichtige Sponsoren abspringen. Damit gehen Minder nun 200.000 Euro verloren, die selbst für das größte 6-Tage-Rennen der Welt, mit ca. 120.000 Besuchern jedes Jahr, schwer zu verkraften sind. Trotz ca. 20.000 Besuchern pro Tag, die manch andere Veranstaltung gerade einmal mit allen sechs Tagen überbieten kann, sind die daraus erzielten über 5 Millionen Euro nicht genug, um sich sicher zu sein, dass die Veranstaltung am Ende in den schwarzen Zahlen steht. Daher gab es von Minder nicht einmal ein klares Ja für die Austragung 2011.

Umso überraschender war diese Aussage, nachdem der Veranstalter einige Wochen früher noch ein Interview gab, in dem er sagte, dass die Veranstaltung in Bremen finanziell viel breiter abgesichert sei als andere 6-Tage-Rennen. Dies war vor allem auf die Veranstaltung in Dortmund bezogen, die für 2008 abgesagt werden musste, weil REWE als Hauptsponsor abgesprungen war. Und nun das. Zwar sagte Minder im gleichen Interview, dass er bis zum Ende kämpfen werde, wie ein Löwe, die Veranstaltung aber nicht mit seinem Privathaus absichern werde. Daher forderte Minder nun auch finanzielle Unterstützung aus der Politik, um das größte 6-Tage-Rennen der Welt in Bremen erhalten zu können, was auch ein wichtiger wirtschaftlicher Faktor für die Stadt ist, aber es ist kein Geheimnis, dass Bremen die höchste Verschuldung von allen Bundesländern hat, aber Hoffnung besteht, denn am Anfang eines Jahres sind die Töpfe noch voll mit Geld und bald beginnt ein neues Jahr.

Der Veranstalter tut jedenfalls alles dafür, um das 6-Tage-Rennen zu erhalten und weiterhin attraktiv zu gestalten. So gibt es auch 2010 einige Neuerungen. Neben einer Neuordnung des Rahmenprogramms in den Hallen 2-4 gibt es dieses Jahr neue Angebote in Sachen Eintrittskarten, um die Hallen noch voller zu bekommen, was in Zeiten der Finanzkrise nicht einfach werden wird. Nicht nur für das Showprogramm in Sachen Musik und Party hat Minder dieses Jahr nach eigenen Angaben noch tiefer in die Tasche gegriffen, auch die beiden Damen für die Eröffnung der 6 Days werden nicht billig sein. Mit Sonya Kraus und Barbara Schöneberger hat Minder zwei bekannte TV-Moderatorinnen verpflichtet, die nach Ina Menzer und Felix Sturm 2009 bei der 47. Ausgabe, dem 100-jährigen Jubiläum, den Startschuss geben werden.

Aber auch sportlich wird es im Jahr 2010 wieder hochklassig zugehen. 12 Teams a 2 Fahrer auf dem kürzesten Oval Deutschlands. Die 166 m bieten Chance für schnelle Rundengewinne, sind aber auch mit bis zu 58° Bahnneigung eine große Herausforderung. Einer kennt diese Bahn aber schon in- und auswendig. Bruno Risi, Sieger des Cycle Awards 2009, der dieses Jahr zum 19. Mal an den Start gehen wird und das Rennen mit seinem Schweizer Kollegen Franco Marvulli zum 6. Mal gewinnen will. Er ist die Ikone bei den 6-Tage-Rennen und der Publikumsliebling in Bremen, deshalb verspricht Minder auch einen Abschied, den „es so noch nie gegeben hat und den es so möglicherweise auch nie mehr geben wird.“ Weitere Informationen über das Fahrerfeld gibt es noch nicht viele, Minder macht darum bisher ein Geheimnis. Bekannt ist, dass nach seiner Dopingsperre, die Iljo Keisse im letzten Jahr in Bremen nicht starten ließ, der Belgier wieder dabei sein wird. Außerdem sind auch Leif Lampater, jüngst Zweiter in Zürich mit Christian Grasmann, und Robert Bartko (Sieger von Apeldoorn mit Léon van Bon sowie Pim Ligthart) wieder in Bremen dabei. Minder konnte außerdem schon verraten, dass Roger Kluge leider nicht dabei sein wird, da er mit Milram schon im Trainingslager sein wird.

Zu guter Letzt noch eine sehr erfreuliche Nachricht für alle Bahnradsportfans, die in Bremen nicht live dabei sein können: In diesem Jahr gibt es eine Weltpremiere, denn es wird es eine kostenlose und komplette Übertragung der gesamten Bremer 6 Days geben, die es in dieser Form noch nie gab. Bei www.web-dome.com kann man auch die letzte sportlich sehr interessante Neuerung verfolgen: Das Handikaprennen, in dem die Teams in Form von Rundenrückständen auf die Bahn geschickt werden, und das Rennen ist erst beendet, wenn ein Team das Handikap wettgemacht hat. Dies wird am Montagabend sicher auch für viel Spannung vor der Finalnacht sorgen.





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