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Ein Fazit: 6. Risi-Sieg bei den 6 Days in Bremen nach 6 spannenden Nächten
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21.01.2010

Ein Fazit: 6. Risi-Sieg bei den 6 Days in Bremen nach 6 spannenden Nächten

Info: Sixdays: 6-Tage-Rennen Bremen
Autor: Patrick Schröder (PS)



Bremen, 21.01.2010 - Am Ende war es ein Sprint, der entscheiden musste über Sieg und Niederlage beim 46. Bremer 6-Tage-Rennen. Ein Sprint nach ca. 750 km auf dem Rad, nach 2498 vergebenen Punkten und 6 spannenden Tagen. Vier Punkte trennten die beiden Topteams voneinander. Im finalen Sprint war es dann wohl die letzte Ablösung, die Risi/Marvulli besser abstimmten, die die Entscheidung brachte, denn Bartko konnte nach dem Wechsel in der letzten Kurve nicht mehr reagieren. So wurde es nach einem Gänsehautabschied auch noch ein würdiger sportlicher Abschied für Bruno Risi aus Deutschlands 6-Tage-Hallen.


Patrick Schröder berichtet für LiVE-Radsport von den Sixdays Bremen. Habt auch Ihr Informationen von Rennen oder wollt bei LiVE-Radsport mitmachen? Dann meldet Euch bei uns: Mach mit!


Hätten Bartko/Keisse den Sprint nämlich gewonnen, wären sie punktgleich mit Risi/Marvulli gewesen und hätten als Sieger festgestanden, aufgrund des letzten gewonnenen Sprints. Die Spannung war zum Zerreißen gespannt, nicht nur in der Halle, sondern wahrscheinlich auch an den PC’s zu Hause, wo die Fans die finale Jagd über Webdome verfolgen konnten. Doch letztlich gewann Franco Marvulli den Sprint und die Mehrheit der Zuschauer, das konnte man hören, als der Hallensprecher Christian Stoll die Fanlager aufforderte für ihre favorisierten Teams zu klatschen, war mit diesem Ergebnis überglücklich. Der Publikumsliebling in Bremen konnte in seinem 19. Start damit den 6. Sieg in Bremen feiern.

Dass er ein großer des Bahnradsports ist und war und wahrscheinlich für immer sein wird, das wurde gerade bei seiner Verabschiedung klar, als die großen Erfolge bei WM’s, EM’s und Olympischen Spielen auf Schildern an ihm vorbeigetragen wurden. Die Schlange war lang, sie war sehr lang und in ihr fehlte eigentlich kein Titel, außer ein Olympiasieg, aber wer 61 (vielleicht kommt in Kopenhagen ein 62. dazu) 6-Tage-Siege feiern konnte, davon 37 mit seinem Stammpartner Kurt Betschart, was Weltrekord ist, ist ein ganz, ganz großer der Bahnradsportszene. Er wird vermisst werden und das nicht nur von seinen unzähligen Fans, sondern auch von den Veranstaltern und den Fahrerkollegen, was gerade die bewegende Verabschiedung gestern Abend gezeigt hat, in der selbst der 41-jährige Schweizer das ein oder andere Tränchen verdrücken musste, und das, obwohl er vorher noch gesagt hatte, er würde nicht weinen. Auch Frank Minder heulte wie ein Schlosshund und auch viele andere in der Halle waren zutiefst gerührt. Mit Bruno Risi musste Deutschland nun einen großen Sportler des 6-Tage-Sports verabschieden, der auch für die Fahrerkollegen sehr wichtig war, als Chef der Fahrer. Er geht in den wohl verdienten Ruhestand, vorstellen kann sich aber noch keiner ein 6-Tage-Rennen ohne Bruno Risi, aber wie das so ist: Die Zeit kommt und die Zeit geht, es werden neue Gesichter kommen.


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Undichtes Dach als negativer Höhepunkt
Aber das 46. Bremer 6-Tage-Rennen bestand nicht nur aus der letzten Nacht, es gab viele Highlights, positive, aber auch einige wenige negative. So z. B. in der 3. Nacht. Es war Punkt Mitternacht, als Bruno Risi der sportlichen Leitung meldete, es ist Wasser auf der Bahn. Was sich so unglaublich in einer hochmodernen, fünf Jahre alten Halle anhört, war Realität. Das Dach ist undicht! Keiner konnte es so richtig fassen, so erging es zumindest den meisten Radsportfans. Die für Bremer Verhältnisse überproportional dicke Schneedecke auf dem Dach der Bremen Arena begann am Freitag bzw. Samstag zu schmelzen. „Wir wussten ja um die Probleme mit dem Dach“, sagte Minder anschließend, denn schon am Dienstag war eine Plane unterm Dach angebracht worden, die das Wasser in ein Gefäß ableiten sollte. Leider verrutschte das Gefäß und zwang den Veranstalter und seinen sportlichen Leiter zum Abbruch des Abends. Immerhin verursachte dieser Zwischenfall auch eine lustige Nebenwirkung, denn am Sonntagnachmittag bekamen die Fahrer quasi ein Zieltor als Plane, die ca. 4 m über der Bahn an der besagten Stelle gespannt wurde. „Das Schlimmste“, sagte Christian Stoll im Nachhinein, „wäre ein Sturz gewesen – verbunden vielleicht noch mit dem Vorwurf an uns, nicht aufmerksam gewesen zu sein. Und in zweifacher Hinsicht haben wir dann auch noch Glück gehabt: Erstens, dass wir nicht viel früher am Abend abbrechen mussten, und zweitens, dass wir es überhaupt noch vor dem Zubettgehen gemerkt haben.“

Keine Stürze auf der engen Bremer Bahn
So aber hatte Bremen Glück und es konnte weitergehen mit hochklassigem Sport und vor allem die sturzfreie Phase hielt bis zum Ende, sogar bis zum Ende der abschließenden Jagd. Balsam für die Seele und die Knochen der Radprofis, nachdem z. B. Léon van Bon sogar zugegeben hatte, dass er beim sturzreichen Rennen in Rotterdam extra weit vorne im Feld gefahren sei. Allerdings ist auch bemerkenswert, dass es gerade einmal zwei brenzlige Situationen gab, die allerdings auch beide gut ausgingen. Einmal als einer der Russen in der Musical-Kurve eine sehr merkwürdige Linie an den Tag legte. Er fuhr in der Mitte der Bahn, sah die Ausreißer Keisse und Stam anrauschen und wollte ausweichen, was aber Keisse schon getan hatte, letztlich ging alles gut, dank der Steuerkünste Keisses. Außerdem hatte das Team3 Glück, welches im Rundenrekordfahren sogar etwas kollidierte mit einem sich einrollenden Team. Ein Bremer Rennen ohne Sturz auf dieser engen Bahn, das ist sehr selten. Gerade auf der engen Bremer Bahn kracht es öfters, aber diese enge Bremer Bahn hat gerade im sportlichen Sinne sehr viele Vorteile.

Spannende Rennen sorgen für Spektakel
Die Rennen sind spektakulär, wie z. B. die 1. Jagd am Samstagabend, bei der selbst Veranstalter Minder beeindruckt war: „Ich bin ja nun schon einige Jahre dabei, aber da ging so dermaßen die Post ab, das habe ich ganz selten gesehen." Auch das Finale oder die Handicap-Jagd boten spannende Duelle vor allem zwischen Risi/Marvulli und Bartko/Keisse, die sogar zwei Doubletten erfolgreich abschlossen, eine am Montag, die andere am Dienstag in der Finaljagd. Doch nicht nur die Jagden sorgten für viel Spannung und großes Aufsehen. Gleich am ersten Tag schon zeigte Erik Mohs, wer der Herr im Haus beim Rundenrekordfahren ist. Er stellte einen neuen Bahnrekord auf, der bis zum Ende des Rennens bestand hatte und gewann wie im letzten Jahr alle 7 Rundenrekordfahren. Rekordverdächtig!

Bremen gut besucht und für 2011 gesichert
Aber nicht nur das sportliche Programm hat dazu beigetragen, dass auch in diesem Jahr sehr viele Zuschauer in die Bremen Arena geströmt sind. Vor allem die Mischung aus Party und Sport stimmt in Bremen, darüber sind sich nicht nur die Veranstalter und Zuschauer einig, sondern auch die Fahrer. Somit konnte Frank Minder gestern stolz verkünden, „wir liegen ca. bei den gleichen Zuschauerzahlen wie im letzten Jahr (ca. 120.000 bis 125.000) und sind damit voll gegen den Trend in Deutschland". In München musste gerade während der 6 Days in Bremen die Nachricht verkündet werden, dass es vorerst keine 6 Days mehr in München geben wird. Minder konnte dagegen gestern Abend stolz verkünden, dass es auch im nächsten Jahr wieder ein 6-Tage-Rennen geben wird und zwar in Bremen und vielleicht auch mit einem neuen Großsponsor, wie er gestern verriet. Im Februar sollen die weit gediehenen Gespräche fortgesetzt werden und vielleicht können wir uns dann wieder einmal mit einer positiven Nachricht aus dem 6-Tage-Zirkus melden.

Bis dahin stehen noch zwei weitere Rennen auf dem Programm. Die 6 Days in Berlin, die gestern das Fahrerfeld vorgestellt haben, und die 6 Days in Kopenhagen, bei denen Bruno Risi endgültig seinen Abschied geben wird.





6. Risi-Sieg bei den 6 Days in Bremen nach 6 spannenden Nächten



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