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Voeckler räumt in den Pyrenäen ab - Spitzentrio der Gesamtwertung vergrößert seinen Vorsprung
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18.07.2012

Voeckler räumt in den Pyrenäen ab - Spitzentrio der Gesamtwertung vergrößert seinen Vorsprung

Info: TOUR DE FRANCE 2012
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Bagnères-de-Luchon, 18.07.2012 – Aubisque, Tourmalet, Aspin und Peyresourde wurden zur Beute von Thomas Voeckler (Europcar), der auf den vier mythischen Pyrenäen-Pässen das Bergtrikot übernahm und sich auch seinen zweiten Tagessieg von keinem der anderen 37 (!) Ausreißer streitig machen ließ. Zwischen den Favoriten ging es auf der 16. Etappe der Frankreich-Rundfahrt erst am letzten Anstieg zur Sache. Vincenzo Nibali (Liquigas) konnte alle abhängen bis auf Bradley Wiggins und Chris Froome (Sky ProCycling), festigte damit immerhin seinen dritten Platz im Ranking hinter den beiden scheinbar unantastbaren Briten. Das Podium rückte für Cadel Evans (BMC Racing Team) dagegen in ganz weite Ferne, der Vorjahressieger verlor an einem schwachen Tag fast fünf Minuten.

Voeckler zerlegt am Tourmalet ein „Ausreißerfeld“

Aus Pau startete die Tour de France nach dem Ruhetag – ohne Fränk Schleck – zu einer 197 Kilometer langen Pyrenäen-Durchquerung, die mit gleich vier Pässen aufwartete: Zuerst waren Col d’Aubisque (km 53,5) und Col du Tourmalet (km 120,5), die beiden schwereren HC-Anstiege, zu bezwingen, bevor mit Col d’Aspin (km 150,5) und Col de Peyresourde (km 181,5) zwei Kategorie-1-Berge folgten. Noch vor der ersten Kletterpartie war der Zwischensprint ausgeschrieben, der von einer riesigen Spitzengruppe passiert wurde, die für ein komplett irrelevantes Ergebnis sorgte. Sage und schreibe 38 Ausreißer befanden sich darin! Da keiner besonders nah am Gelben Trikot lag, konnte Sky ProCycling die Flucht von einem Viertel des Pelotons problemlos dulden und kam mit 3:40 Minuten Rückstand über den Aubisque. Dort begann der Kampf um das Bergtrikot, in dem Thomas Voeckler (Europcar) ein erster Sieg gegen dessen Träger Fredrik Kessiakoff (Astana) gelang. Der Franzose fühlte sich heute so stark, dass es ihn an einem sehr warmen Tag mit Temperaturen bis zu 30 Grad nach mehr dürstete. Am Tourmalet begannen die Attacken in der großen Gruppe, die schließlich zu einem Duo führten, in dem Voeckler klar den Ton angab. Brice Feillu (Saur-Sojasun) konnte bis zur zweiten Bergwertung keinen Meter führen, aber Voecklers Hinterrad halten. Daniel Martin (Garmin-Sharp) hatte als Dritter auf dem höchsten Punkt der Tour de France 2012 bereits mehr als eine Minute Rückstand, Kessiakoff führte das nächste Grüppchen an und wahrte sich noch eine kleine Chance, das maillot à pois rouge zu verteidigen. Das Hauptfeld lag mittlerweile zehn Minuten zurück und es war klar, dass der Tagessieg wieder einmal an einen Ausreißer gehen würde.

The winner takes it all: Bergtrikot und zweiter Etappensieg


Voeckler und Feillu (Foto: letour.fr)
Die Situation änderte sich für Voeckler und Feillu bis zum Aspin nicht, ihr Vorsprung betrug weiterhin gut eine Minute. Ihre ersten Verfolger waren jetzt aber Alexandre Vinokourov (Astana), Chris Anker Sörensen (Saxo Bank-Tinkoff Bank) und Jens Voigt (RadioShack-Nissan). Kessiakoff hatte längst den Anschluss zu dieser Gruppe verloren und war doch nicht mehr in der Lage, das Bergtrikot gegen Voeckler zu verteidigen, der es auf vier Punkte mehr bringt, weil er auf dem Peyresourde auch noch die vierte Bergwertung gewann. Im Verlauf des letzten Anstieges waren Vinokourov und Sörensen auf 35 Sekunden herangekommen, weshalb Voeckler wieder deutlich beschleunigte; Feillu war dem Tempo nicht mehr gewachsen. Auf den letzten gut 20 Kilometern der Etappe ließ Voeckler nichts mehr anbrennen und erreichte das Ziel in Bagnères-de-Luchon 1:40 Minute vor Sörensen. Neben dem Bergtrikot, das er nach seinem Erfolg auf der 10. Etappe vor genau einer Woche schon einmal trug, konnte er seinen insgesamt vierten Tour-Etappensieg bejubeln. Die Enttäuschung darüber, dass sich für ihn schon früh alle Chancen auf eine Topplatzierung in der Gesamtwertung in Luft auflösten, dürfte längst purer Freude gewichen sein. Eine ganz passable Rolle im Zeitklassement spielt wieder Sörensen, für den es eine Verbesserung von Rang 20 auf 14 gab. Der dritte Etappenplatz ging 3:22 Minuten nach Voecklers Ankunft an Gorka Izagirre (Euskaltel), der im Sprint gegen Vinokourov den Vorteil hatte, dass der Kasache aus seinem Pedal rutschte. Es folgten als Solisten Feillu (+3:58) und Voigt (4:18) und nach gut sechs Minuten ein Quartett mit Martin, Simone Stortoni (Lampre), Giampaolo Caruso (Katusha) und Laurens Ten Dam (Rabobank). Der Rest der vielen Ausreißer war früher oder später eingeholt worden.


BMC Racing Team: Van Garderen verbessert sich, Evans fällt zurück

Sky-Duo widersteht Nibalis Attacken – Evans bricht ein

Hinter den Ausreißern blieb das Rennen lange Zeit ohne wirkliche Ereignisse. Weil es niemand wagte, Sky frühzeitig unter Druck zu setzen, erinnerten Aubisque und Tourmalet an die Anstiege der 14. Etappe, an denen auch nichts passierte. Erst als es den Aspin hinaufging zeigte sich Liquigas, Ivan Basso stellte sich ganz in den Dienst von Vincenzo Nibali. Ein Angriff auf die Sky-Armada blieb zwar noch aus, aber Cadel Evans (BMC Racing Team), als Gesamtvierter die größte Bedrohung für Nibalis Podiumsplatz, wurde Opfer dieser Tempoverschärfung. Es gelang dem Tour-Sieger des Vorjahres mithilfe einiger Teamkollegen 45 Sekunden Rückstand in der Abfahrt aufzuholen, doch als man in den Peyresourde einfuhr, fiel er schnell erneut zurück. Nibali wollte sich mit diesem Teilerfolg nicht abfinden und attackierte als nächstes, womit er die Gruppe der Favoriten auflöste. Gänzlich unaufgeregt spannte sich Chris Froome vor seinen Teamkollegen Bradley Wiggins und das Pärchen rollte in konstanter Geschwindigkeit dem Italiener hinterher, bis der Anschluss wieder hergestellt war. Als Nibali auf dem letzten Kilometer des Anstieges nochmals antrat, setzte Wiggins sofort nach und machte deutlich, dass an der Sky-Doppelführung nicht zu rütteln war. Nach der Abfahrt erreichten die Top3 der Gesamtwertung das Ziel gemeinsam 7:09 Minuten nach Voeckler. Die nächste Gruppe, welche rund eine Minute zurücklag, setzte sich zusammen aus Chris Horner und Haimar Zubeldia (beide RadioShack-Nissan), Alejandro Valverde und Juan José Cobo (beide Movistar), Jurgen Van Den Broeck (Lotto Belisol), Nicolas Roche (Ag2r La Mondiale) und Tejay Van Garderen (BMC Racing Team), der nicht auf Evans warten musste und das Weiße Trikot verteidigen durfte. Für seinen Kapitän endete ein schwarzer Tag mit 4:47 Minuten Verlust auf Gelb.

Gefestigtes Podium – Evans rutscht auf Platz sieben ab

Da die ersten drei Fahrer der Gesamtwertung die Etappe gemeinsam beendeten, bleiben die Abstände unter ihnen unverändert. Wiggins führt souverän vor Froome (+2:05) und Nibali (+2:23). Eine Reihenfolge, die mit hoher Wahrscheinlichkeit bis Paris Bestand haben dürfte, sollte nicht einer der beiden Briten morgen überraschend einen schlechten Tag erleben. Von hinten droht so gut wie kaum Gefahr, der auf Platz vier vorgerückte Van Den Broeck (+5:46) liegt über drei Minuten vom Podium entfernt. Evans (+8:06) fiel sogar hinter Zubeldia (+7:13) und Van Garderen (+7:55) zurück, ist nur noch Siebter.

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Morgen geht es ein letztes Mal bei der Tour 2012 durch die Berge. Die 17. Etappe führt am Ende von nur 143,5 Kilometern über Port de Balès und Col de Peyresourde zur dritten Bergankunft in Peyragudes.

Video-Zusammenfassung vom Veranstalter







Thomas Voeckler, hier noch mit Brice Feillu, gewinnt als Solist die 16. Etappe der Tour de France 2012 (Foto: letour.fr)
Thomas Voeckler, hier noch mit Brice Feillu, gewinnt als Solist die 16. Etappe der Tour de France 2012 (Foto: letour.fr)

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