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Valverde dank Sky-Stallorder Sieger in Peyragudes – Voeckler gewinnt Kampf um das Bergtrikot
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19.07.2012

Valverde dank Sky-Stallorder Sieger in Peyragudes – Voeckler gewinnt Kampf um das Bergtrikot

Info: TOUR DE FRANCE 2012
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Peyragudes, 19.07.2012 – Auf der letzten Bergetappe der Tour de France ist das Team Sky seinem Ziel, dem Gesamtsieg durch Bradley Wiggins, wieder ein großes Stück näher gekommen, opferte dafür möglicherweise sogar einen zweiten Etappensieg von Chris Froome. Der gebürtige Kenianer hängte an der Schlusssteigung in Peyragudes alle Gegner ab, musste sich aber im Zaum halten, damit es Wiggins nicht genauso erging. Weil der wohl beste Bergfahrer dieser Frankreich-Rundfahrt keine freie Fahrt bekam, konnte Ausreißer Alejandro Valverde (Movistar) mit 19 Sekunden Vorsprung den Sieg auf der 17. Etappe einfahren. Auf dieser fiel im Duell zwischen Thomas Voeckler (Europcar) und Fredrik Kessiakoff (Astana) auch die Entscheidung um das Bergtrikot, welches der Franzose nach Paris tragen wird.

Voeckler gegen Kessiakoff: Der Sprintstärkere gewinnt das maillot à pois rouges


Kessiakoff und Voeckler (Foto: letour.fr)
Auf der letzten Pyrenäen-Etappe der Tour de France ging es nach 27,5 von 143,5 Kilometern erstmals um Punkte für das Bergtrikot, welches Thomas Voeckler (Europcar) nach seinem gestrigen zweiten Etappensieg trug. Nur vier Punkte hinter ihm lag Fredrik Kessiakoff (Astana), dem es nicht an Einsatz, jedoch an Spritzigkeit mangelte. Auf dem Col de Menté, einem Anstieg der 1. Kategorie, war er Voeckler im Sprintduell klar unterlegen. Die beiden hatten sich in an dem rund neun Kilometer langen und neun Prozent steilen Berg einer Flucht von zwanzig Fahrern angeschlossen, die kaum Vorsprung bekam, weil der Gesamtneunte Pierre Rolland (Europcar) Sky ProCycling ein Dorn im Auge war. Aus dieser Bewegung heraus entwickelte sich in der Abfahrt, die anfänglich durch dichten Nebel erschwert wurde, eine siebenköpfige Spitzengruppe, für deren Bildung Alejandro Valverde (Movistar) und Sandy Casar (FDJ-BigMat) maßgeblich verantwortlich waren. Voeckler und Kessiakoff hatten sich ebenfalls in der Spitze festgesetzt, die durch Egoi Martinez (Euskaltel), Jean-Christophe Péraud (Ag2r La Mondiale) und Valverdes Teamkollegen Rui Costa komplettiert wurde. Für kurze Zeit fuhr sogar Vincenzo Nibali (Liquigas), den seine Abfahrtskünste nach vorne gespült hatten, in dieser Gruppe. Da er als einziger verbliebener Konkurrent von Bradley Wiggins und Chris Froome nur ein Bremsklotz war, ließ sich der Italiener jedoch zum Wohle der anderen Angreifer zurückfallen. Der nächste Anstieg gehörte nur in die 2. Kategorie, mit einem erneuten Sieg über Kessiakoff konnte Voeckler auf dem Col des Ares aber seinen Vorsprung auf acht Punkte ausbauen. Auf diesem zweiten Berg lag das Hauptfeld eineinhalb Minuten zurück und im Zwischenraum schwebte eine elfköpfige Verfolgergruppe langsam nach vorne heran.

Movistar und Euskaltel: Auf der verzweifelten Jagd nach einem Erfolgserlebnis


Panorama der letzten Bergetappe (Foto: letour.fr)
Als die Verfolger 75 Kilometer vor dem Ziel aufschlossen, hatten die bisher ziemlich erfolglosen Teams Movistar und Euskaltel mit je drei Fahrern eine hervorragende Ausgangsposition für einen befreienden Etappensieg. Valverde und Costa bekamen weitere Unterstützung durch Ruben Plaza; Jorge Azanza und Gorka Izagirre trafen auf ihren Teamkollegen Martinez. Simone Stortoni (Lampre), Blel Kadri (Ag2r La Mondiale), Johnny Hoogerland (Vacansoleil-DCM), Laurens Ten Dam (Rabobank), Alexandre Vinokourov (Astana), Levi Leipheimer (Omega Pharma-Quick Step), Pieter Weening (Orica-GreenEdge) und Chris Anker Sörensen (Saxo Bank-Tinkoff Bank) hatten sich ebenfalls ins Spiel gebracht. Der Däne blieb aber nicht lange dabei, weil ihn ein Sturz zurückwarf. Die angewachsene Gruppe kam mit drei Minuten Vorsprung über die Côte de Burs (3. Kategorie), wo es einen weiteren Sieg von Voeckler über Kessiakoff gab. Kurz darauf stritten sich am Zwischensprint zwei Franzosen um einen kleinen Prestigeerfolg: Kadri konnte Casar in die Schranken weisen. Das Feld war wieder näher herangekommen, weil sich Liquigas in kompletter Mannschaftsstärke im Peloton um Tempoarbeit bemühte. Nun fingen Movistar und Euskaltel an, ihre Karten gegeneinander auszuspielen. Izagirre und Azanza sorgten gleich für einen baskischen Doppelangriff, bei dem Movistar Plaza mitschickte, um ihn wenig später zurück zu beordern. Lieber gingen sie am Port de Balès, dem letzten Hors-Catégorie-Pass, zu dritt die Verfolgung an. Es formierte sich daraufhin eine neue sechs Mann starke Gruppe, aus der sich sogleich Costa absetzte. Valverde konnte eine abwartende Haltung einnehmen, während Izagirre und Martinez dem Portugiesen nachfuhren, und griff dann gut drei Kilometer vor dem Gipfel selbst an. Oben angekommen hatte er bereits 50 Sekunden Vorsprung auf Martinez und Costa.


BMC Racing Team: Van Garderen und Evans verbessern sich in Gesamtwertung

Sky lässt Froome nicht von der Leine – Valverde ist der Nutznießer


Valverde siegt in Peyragudes (Foto: letour.fr)
Voeckler wurde vor Kessiakoff Sechster auf dem Port de Balès und als sie in der folgenden Steigung auf den Col de Peyresourde vom Feld der Favoriten überholt wurden war klar, dass er neben seinen zwei Etappensiegen auch das Bergtrikot sicher hatte. Elf Punkte Rückstand sind für Kessiakoff auf den letzten Etappen nicht mehr aufzuholen. Auf den zehn Kilometern zu dem Berg, den man am Tag zuvor von der anderen Seite befuhr, wurden bis auf Valverde alle Ausreißer eingeholt und die Favoriten sortierten nach und nach ein paar schwächere Fahrer aus. Zu diesen gehörte Haimar Zubeldia (RadioShack-Nissan), der schon zu Beginn der Etappe nach dem Col de Menté einmal eine Minute Rückstand aufholen musste, und nun wieder früh abreißen ließ. Janez Brajkovic (Astana) und Cadel Evans (BMC Racing Team) waren die nächsten Top10-Vertreter, die an ihre Grenzen kamen, als Jelle Vanendert (Lotto Belisol) mit einem Antritt für mehr Schwung sorgte. Er bereitete einen Angriff Jurgen Van Den Broecks vor, an dem auch Rolland und Thibaut Pinot (FDJ-Big Mat) partizipierten. Auf dem 6,5 Kilometer vor dem Ziel gelegenen Kulminationspunkt des Peyresourde hatte Valverde aber immer noch eineinhalb Minuten Vorsprung. Nach kurzer Abfahrt ging es erneut hinauf nach Peyragudes und bei einem weiteren Antritt von Van Den Broeck erwischte es Tejay Van Garderen (BMC Racing Team) und Nibali. Nun hätte Froomes großer Auftritt kommen können, er verschärfte das Tempo und outete sich zum wiederholten Male als stärkster Bergfahrer im Rennen. Wiggins konnte seinem britischen Landsmann gerade noch folgen und Froome musste, im Sinne der Mannschaftstaktik, ein klein wenig Tempo rausnehmen, um den Mann in Gelb bis ins Ziel nicht abzuhängen. Dort kamen sie 19 Sekunden nach Valverde an.

Podium in Stein gemeißelt – Zubeldia und Brajkovic verlieren Positionen

Hätte Froome auf eigene Rechnung fahren und keine Rücksicht auf Wiggins nehmen müssen – mutmaßlich hätte er nach La Planche des Belles Filles seinen zweiten Etappensieg erringen können. So verschaffte er sich und seinem Teamkollegen wenigstens etwas Vorsprung gegenüber Pinot (+0:03 auf das Duo), Rolland, Van Den Broeck (beide +0:07) und – besonders wichtig – Nibali (+0:18). Der hat jetzt 36 Sekunden Rückstand auf den Zweitplatzierten Froome und gar 2:41 Minuten auf Wiggins. Sofern das Zeitfahrergebnis am Samstag den Erwartungen entspricht, steht das finale Podium der Tour 2012 bereits fest. Einige Veränderungen gab es in den Top10 aber doch: Zubeldia rutschte auf Rang sieben ab, Van Garderen und Evans zogen am Spanier vorbei. Vierter ist nach wie vor Van Den Broeck. Rolland übernahm den achten Platz von Brajkovic. Der Zehnte Pinot konnte in der Nachwuchswertung 32 Sekunden aufholen, Van Garderen bleibt trotzdem ein Vorsprung von 3:16 Minuten. Kleiner wurde auch der Rückstand von Sky in der Mannschaftswertung, wo RadioShack mit vierzehn Minuten aber ebenfalls noch immer einen komfortablen Vorsprung hat.

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Morgen steht mit der 18. Etappe das zweitlängste Teilstück der Frankreich-Rundfahrt an. Die 222,5 Kilometer sind durchaus hügelig genug, dass Ausreißer oder späte Angreifer eine Massenankunft verhindern können.

Video-Zusammenfassung vom Veranstalter







Alejandro Valverde feiert den Sieg bei der Bergankunft in Peyragudes auf der 17. Etappe der Tour de France 2012 (Foto: letour.fr)
Alejandro Valverde feiert den Sieg bei der Bergankunft in Peyragudes auf der 17. Etappe der Tour de France 2012 (Foto: letour.fr)

Thomas Voeckler gewinnt das Bergtrikot im Zweikampf gegen Fredrik Kessiakoff (Foto: letour.fr)
Thomas Voeckler gewinnt das Bergtrikot im Zweikampf gegen Fredrik Kessiakoff (Foto: letour.fr)

Das Pyrenäen-Panorama der letzten Bergetappe der Frankreich-Rundfahrt 2012 (Foto: letour.fr)
Das Pyrenäen-Panorama der letzten Bergetappe der Frankreich-Rundfahrt 2012 (Foto: letour.fr)

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