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Mark Cavendish gelingt mit beeindruckendem Finish zweiter Etappensieg bei der Tour 2012
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20.07.2012

Mark Cavendish gelingt mit beeindruckendem Finish zweiter Etappensieg bei der Tour 2012

Info: TOUR DE FRANCE 2012
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Brive-la-Gaillarde, 20.07.2012 – Nach 20 Tour-Etappensiegen in den vergangenen vier Jahren musste Mark Cavendish in diesem Jahr etwas genügsamer sein, bei Sky ProCycling lag der Fokus mehr auf dem Gesamtsieg, der dem Team so gut wie sicher ist. Heute zeigte der Weltmeister aber auf der 18. Etappe, dass seine Form kurz vor den Olympischen Spielen stimmt. Mit einem beeindruckend schnellen Endspurt holte er seinen zweiten Sieg bei dieser Frankreich-Rundfahrt, überholte auf der Zielgeraden die verdutzten Ausreißer Luis Leon Sanchez (Rabobank) und Nicolas Roche (Ag2r La Mondiale) und ließ Matthew Goss (Orica-GreenEdge) und Peter Sagan (Liquigas) keine Chance, ihn noch einzufangen. Der Slowake hat das Grüne Trikot nun rechnerisch sicher.

Ein letzter Kampf der Ausreißer auf langer, schneller Etappe


Die große Ausreißergruppe (Foto: letour.fr)
Die Woche bei der Tour de France endete wie sie begann – mit einer Etappe, bei der man im Vorfeld nicht wissen konnte, ob es einen Massensprint oder doch einen Ausreißersieg geben würde. Diese Frage wurde heute auch erst auf dem letzten von 222,5 Kilometern beantwortet, denn anders als auf der 15. Etappe am Montag gab sich das Peloton nicht so schnell geschlagen. Für die ersten 48,2 Kilometer der zweitlängsten Tour-Etappe wurde nur eine Stunde benötigt und auch am Ende lag der Schnitt mit gut 45 km/h immer noch sehr hoch. Mit dieser schnellen ersten Rennstunde endete ein Fluchtversuch von sechs Fahrern, der bei Kilometer 21 begonnen hatte. Neben Ruben Perez (Euskaltel), Julien Simon (Saur-Sojasun), Cédric Pineau (FDJ-BigMat), Dmitriy Fofonov (Astana) und Matthieu Sprick (Argos-Shimano) war auch Michael Mørkøv (Saxo Bank-Tinkoff Bank) einmal mehr dabei. Im Bereich der Côte de Saint-Georges, der ersten von vier kleinen Bergwertungen, der danach durchgängig hügeligen Etappe, bildete sich eine neue Gruppe, die in ihrer finalen Form 16 Fahrer aus 14 Mannschaften umfasste; Lotto Belisol (Adam Hansen, Jelle Vanendert) und Saxo Bank-Tinkoff Bank (Karsten Kroon, Nick Nuyens) waren als einzige doppelt vertreten. An der Spitze fanden sich zudem der Deutsche Patrick Gretsch (Argos-Shimano), Michael Albasini (Orica-GreenEdge) aus der Schweiz, Edvald Boasson Hagen (Sky ProCycling), der vermeintlich sprintstärkste Fahrer der Gruppe, die nicht viel langsameren Luca Paolini (Katusha) und Kris Boeckmans (Vacansoleil-DCM), der bereits auf einer Etappe erfolgreiche David Millar (Garmin-Sharp), sowie Yukiya Arashiro (Europcar), Julien Fouchard (Cofidis), Jérémy Roy (FDJ-BigMat), Rui Costa (Movistar), Alexandre Vinokourov (Astana) und Yaroslav Popovych, der RadioShacks Vorsprung in der Mannschaftswertung gegen Sky absichern sollte.

Sechs Angreifer bleiben bis zur Flamme Rouge an der Spitze


Angriff von Hansen und Roy (Foto: letour.fr)
Der schnell ansteigende Vorsprung wurde bei gut drei Minuten gestoppt, weil Omega Pharma-Quick Step, die schon an der Einholung der ersten Gruppe maßgeblich beteiligt waren, sich nicht damit abfinden wollten, den Sprung nach vorne erneut verpasst zu haben. Das BMC Racing Team und Ag2r La Mondiale spannten sich bald mit ein, später halfen auch Saur-Sojasun, Euskaltel und Rabobank. 30 Kilometer vor dem Ziel fiel der Abstand unter eine Minute. Die Spitzengruppe wurde unruhiger und hängte mit Boeckmans und Fouchard die ersten Fahrer ab. Wirklich ernst wurde es mit einem Angriff von Hansen und Roy an der 20-Kilometer-Marke. Der Australier und der kämpferischste Fahrer der Tour 2011 setzten sich etwas ab, während hinter ihnen das Feld die zerbröselnde Gruppe nach und nach einsammelte. Vinokourov, Nuyens und Paolini konnten sich diesem Schicksal entziehen und schlossen kurz vor der Côte de Lissac-sur-Couze wieder zum Führungsduo auf. An dieser Steigung waren nur Hansen und Paolini in der Lage, dem Tempo Vinokourovs zu folgen. Der Kasache, der als kämpferischster Fahrer des Tages ausgezeichnet wurde, führte das Trio mit einem geringen Sekundenvorsprung auf die letzten zehn Kilometer. Dort wurden sie von Nicolas Roche (Ag2r La Mondiale), Andreas Klöden (RadioShack-Nissan) und Luis Leon Sanchez (Rabobank) eingeholt, die an der Steigung aus dem Feld angegriffen hatten. Auch Omegas Dries Devenyns hatte dies versucht, allerdings ohne Erfolg. Die Verfolgung des Sextetts unternahmen in der finalen Phase des Rennens erst Orica-GreenEdge, dann Liquigas und schließlich Sky, für die sich selbst Bradley Wiggins im Gelben Trikot nicht zu schade war, bis zur Flamme Rouge Führungsarbeit zu leisten.


BMC Racing Team: Blick voraus auf das Zeitfahren

Cavendish beendet mit Klasse-Sprint seine lange Durstrecke


Cavendishs zweiter Etappensieg (Foto: letour.fr)
Unter dem „Teufelslappen“ konnte Hansen mit einem Antritt seine Begleiter nicht abschütteln. Dann forcierte Roche und strebte mit Sanchez am Hinterrad dem Ziel entgegen. Hinter ihnen erfüllte Boasson Hagen nach langer Flucht die Rolle des letzten Anfahrers von Weltmeister Mark Cavendish, der die letzten beiden Ausreißer schließlich selbst erledigte. Gegen den explosiven Antritt des Weltmeisters waren nicht nur Sanchez und Roche, die sich als Vierter und Fünfter ins Ziel retteten, machtlos. Auch Matthew Goss (Orica-GreenEdge) und Peter Sagan (Liquigas), die Zweiter und Dritter wurden, sahen angesichts der Beschleunigung des Briten alt aus. Es war erst Cavendishs zweiter Erfolg bei dieser Frankreich-Rundfahrt, der erste war ihm auf der 2. Etappe gelungen. Eine höhere Ausbeute verhinderte möglicherweise auch das Fehlen eines auf ihn ausgerichteten Sprintzuges, weil Sky sich viel stärker auf den Gesamtsieg konzentrierte, den Wiggins morgen im Zeitfahren perfekt machen kann. Obwohl das Feld sich schon halbiert hatte und es im Ziel nochmals kleinere Zeitabstände gab, blieben die Top10 des Klassements unverändert. Der Elfte Roche und Zwölfte Klöden kamen vier Sekunden näher heran. Klöden wurde 14. der Etappe, lag drei Positionen hinter André Greipel (Lotto Belisol). Der dreifache Etappensieger verlor heute auch mathematisch die Chance auf das Grüne Trikot, das Sagan bei 122 Punkten Vorsprung nun endgültig nicht mehr zu nehmen ist. Wie gestern erreichten 153 Fahrer das Ziel, was besonders bei Chris Anker Sörensen (Saxo Bank-Trinkoff Bank) fraglich war. Der Däne hatte sich gestern in der Spitzengruppe fahrend beim Versuch, eine Zeitung aus seinem Laufrad zu entfernen, an zwei Fingern schwer verletzt, hielt aber provisorisch „zusammengeflickt“ weiter durch.

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Die zu großen Teilen vermeintlich schon nicht mehr verrückbare Gesamtwertung wird morgen endgültig entschieden. Auf der 19. Etappe gibt es das mit 53,5 Kilometer längste Einzelzeitfahren dieser Tour de France.

Video-Zusammenfassung vom Veranstalter







Mark Cavendish gelingt auf der 18. Etappe ein überzeugender zweiter Sieg bei der Tour de France 2012 (Foto: letour.fr)
Mark Cavendish gelingt auf der 18. Etappe ein überzeugender zweiter Sieg bei der Tour de France 2012 (Foto: letour.fr)

Die große Ausreißergruppe angeführt von Alexandre Vinokourov (Foto: letour.fr)
Die große Ausreißergruppe angeführt von Alexandre Vinokourov (Foto: letour.fr)

Adam Hansen und Jérémy Roy bei ihrem Angriff 20 Kilometer vor dem Ziel (Foto: letour.fr)
Adam Hansen und Jérémy Roy bei ihrem Angriff 20 Kilometer vor dem Ziel (Foto: letour.fr)

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