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Cataldo bezwingt de Gendt auf Königsetappe der Vuelta - Rodriguez gewinnt Sekunden im Duell um Rot
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03.09.2012

Cataldo bezwingt de Gendt auf Königsetappe der Vuelta - Rodriguez gewinnt Sekunden im Duell um Rot

Info: VUELTA A ESPAÑA 2012
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Valgrande-Pajares, 03.09.2012 – Im Zweikampf um den Gesamtsieg bei der 67. Spanien-Rundfahrt hat Joaquin Rodriguez (Katusha) auf der 16. Etappe einmal mehr alle Angriffe von Alberto Contador (Saxo Bank-Tinkoff Bank) abgewehrt und seinem Kontrahenten inklusive Bonifikationen sogar sechs Sekunden abgenommen. Die beiden erreichten das Ziel der „Königsetappe“ in Cuitu Negru gut zweieinhalb Minuten hinter zwei Ausreißern, die sich nach ihrer langen gemeinsamen Flucht ein ebenso faszinierenden Kampf an den steilen Rampen des Schlussberges lieferten. Dario Cataldo (Omega Pharma-Quick Step) setzte sich nach sichtlich großem Leiden gegen Thomas de Gendt (Vacansoleil-DCM) durch.

Ein Duo zieht aus, die Königsetappe zu gewinnen
Zwar erwartet die Fahrer auf der 20. Etappe ein weiteres unbarmherziges Teilstück, doch die 16. Etappe wurde vom Veranstalter zur „etapa reina“ auserkoren, der Königsetappe. Die erste Hälfte der 183,5 Kilometer waren wenig royal, mehr als eine kleine Bergwertung der niedrigsten Kategorie hatte die Strecke noch nicht zu bieten. Für die 45,6 Kilometer bis zu der Alto de la Cabruñana benannten Erhebung benötigte das Feld nicht einmal ganz eine Stunde; durch das hohe Tempo war jeglicher Angriffsversuch zum zügigen Scheitern verurteil. David Moncoutié (Cofidis) nutzte das und holte sich drei Punkte, um seine bislang sehr bescheidende Ausbeute zu erhöhen, während Simon Clarke (Orica-GreenEdge), der Träger des Bergtrikots, sich diese Gelegenheit entgehen ließ. Wenig später hatten sich in Dario Cataldo (Omega Pharma-Quick Step) und Thomas de Gendt (Vacansoleil-DCM) zwei Gleichgesinnte gefunden, die die Gleichgültigkeit des Feldes ausnutzten und bei Kilometer 91 einen Vorsprung von nicht weniger als einer Viertelstunde vorweisen konnten. Perfekte Voraussetzungen für den Zwölften und Dritten des Giro d’Italia. De Gendt hatte sich mit einem sensationellen Sieg auf der Königsetappe der Italien-Rundfahrt überhaupt erst den Platz auf dem Podest ermöglicht und wollte nun auch in Spanien glänzen – wobei beide in der Gesamtwertung überhaupt keine Rolle mehr spielten. Das italienisch-belgische Pärchen stand nun vor der Aufgabe, Puerto de San Lorenzo und Alto de la Cobertoria (beide Kategorie 1) sowie die Especial-Bergankunft in Cuitu Negru vor den Favoriten zu meistern.

Kurzer Auftritt mit Mini-Flucht vom Mann im Bergtrikot
Am ersten Berg büßten die Spitzenreiter nicht einmal zwei Minuten auf das von Euskaltel und Saxo Bank-Tinkoff Bank angeführte Feld ein. Für drei Fahrer blieben Punkte auf dem San Lorenzo übrig und diesmal schlug Clarke zu. Gemeinsam mit seinem Teamkollegen Pieter Weening konnte er Moncoutié in die Schranken weisen. Während sich der Franzose danach zurückfallen ließ, warteten die beiden Orica-Fahrer nicht auf das Feld und wurden nach bis zu einer Minute Vorsprung in der Abfahrt erst am Anstieg zum Cobertoria gestellt. Dort machte Saxo Bank so zielgerichtet Tempo, dass die Teamkollegen Alberto Contadors alle restlichen Bergpunkte im Vorbeifahren kassierten. Auf diesem vorletzten Gipfel des Tages hatte sich der Rückstand zu Cataldo und de Gendt bereits halbiert, die Vorausfahrenden waren nur gut sieben Minuten eher dort herübergekommen. Für weitere 40 Kilometer längst kein sicheres Polster. Zumal der Schlussanstieg allein fast die Hälfte dieser Distanz ausmachte, 19,4 Kilometer lang war die Kletterpartie zum Puerto de Pajares und über diesen hinaus nach Cuitu Negru. Einige Fahrer wie Linus Gerdemann (RadioShack-Nissan) wollten noch ausreißen, dieser Versuch kam aber viel zu spät. Wieder sah man Euskaltel in der Führung, doch bald riss Saxo Bank das Rennen gänzlich an sich. Contadors Helfer, in letzter Instanz Rafal Majka und Jesus Hernandez, leisteten ganze Arbeit und sorgten dafür, dass die Gruppe der Favoriten zusehends kleiner wurde. Sieben Kilometer vor dem Ende war ihr Kapitän an der Reihe und führte mit einer ersten Tempoverschärfung ein bekanntes Bild herbei.

Cataldo bezwingt de Gendt, Rodriguez hat Contador im Griff
Contador befand sich sofort nur noch in Begleitung von Joaquin Rodriguez (Katusha), Alejandro Valverde und Nairo Quintana (Movistar) – genau dieses Quartett hatte schon tags zuvor an den Lagos de Covadonga dominiert. Contador mühte sich bei der dritten Bergetappe in Folge erneut vergeblich ab, Rodriguez wich nie von seinem Hinterrad, bot ihm keinerlei Angriffsfläche. Auf den besonders extremen letzten drei Kilometern hängten sie die beiden Movistar-Fahrer ab, klebten aber aneinander wie die Kletten. Während die beiden stärksten Kletterer der Vuelta bei Steigungen im Bereich von durchgängig 16 bis 25 Prozent verhältnismäßig agil wirkten, spielte sich etwas weiter vorne ein Überlebenskampf ab. De Gendt verlor den Kontakt zu Cataldo, dessen 15-Sekunden-Vorsprung auf dem Schlusskilometer wieder geringer wurde. Cataldo kam zurück ins Blickfeld von de Gendt, dem allerdings ebenso die Kräfte schwanden. So war Cataldo am Ende der Qual doch sieben Sekunden schneller und wurde mit dem Etappensieg für seine Mühen belohnt. Die Plätze eins und zwei waren durch die Ausreißer belegt, aber für den dritten gab es noch vier Sekunden Zeitgutschrift, welche für die Entscheidung um das Rote Trikot durchaus entscheidend sein könnten. Daher wagte sich Rodriguez dann auch aus seiner defensiven, abwartenden und kontrollierenden Position und ließ Contador im Sprint hinter sich, nahm ihm sogar neben der Bonifikation zwei weitere Sekunden ab. Cataldo war 2:39 Minuten eher auf Zielhöhe von 1850 Metern angekommen

Platz drei wohl entschieden, Gesamtsieg aber noch nicht
Valverde verlor nur 19 Sekunden auf Rodriguez, Quintana fast eine Minute. Die nächsten im Ziel waren Igor Anton (Euskaltel), Andrew Talansky (Garmin-Sharp), Laurens ten Dam und Robert Gesink (beide Rabobank). Sie alle kamen einzeln an, ebenso wie Chris Froome (Sky ProCycling), der als 14. über zwei Minuten hinter dem für ihn relevanten Valverde landete. Der Spanier (+2:04) hat den dritten Rang in der Gesamtwertung vor dem Briten (+4:52) nun wohl so gut wie sicher. Wesentlich knapper geht es zwischen Platz eins und zwei zu, Rodriguez vergrößerte zwar seinen Vorsprung, ist 28 Sekunden vor Contador aber noch nicht auf der sicheren Seite. Seine Stärke in den Zielsprints am Berg erwies sich für den Leader nicht nur heute als äußerst wertvoll, er holte in der Summe schon 42 Sekunden mehr an Zeitgutschriften als Contador. Verrechnet man dazu dessen Vorteil von genau einer Minute aus Mannschafts- und Einzelzeitfahren, war Rodriguez auf allen „normalen“ Etappen, gemessen an reiner Fahrzeit, aber sogar 46 Sekunden schneller. Die Reihenfolge auf den Plätzen fünf bis acht – Daniel Moreno (Katusha), Gesink, Talansky, ten Dam – blieb bestehen, Anton verdrängte Nicolas Roche (Ag2r La Mondiale), der vor zwei Tagen noch Siebter war, von Rang neun. Der Schweizer Steve Morabito (BMC Racing Team) wurde heute gar auf Platz 32 durchgereicht und verlor seine Chance auf das Erreichen der Top20. Clarke konnte froh sein, dass die beiden Ausreißer durchkamen, denn so bleibt der Australier zwei Punkte vor Rodriguez, der neben Gesamt- auch in Punkte- und Kombinationswertung Spitze ist, Erster im Bergklassement.

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Verdienter Lohn für alle 181 Fahrer, die drei Bergetappen in Folge überstanden, gibt es nun den zweiten Ruhetag. Am Mittwoch folgt auf der 17. Etappe schon die nächste Bergankunft, doch der 17,3 Kilometer lange Anstieg nach Fuente Dé weist kaum vier Porzent mittlere Steigung auf.





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Foto: Sabine Jacob

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