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Degenkolb holt 5. Etappen- und Contador 2. Vuelta-Gesamtsieg - Valverde mit Coup zum Abschluss
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09.09.2012

Degenkolb holt 5. Etappen- und Contador 2. Vuelta-Gesamtsieg - Valverde mit Coup zum Abschluss

Info: VUELTA A ESPAÑA 2012
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Madrid, 09.09.2012 - Zum zweiten Mal nach 2008 hat Alberto Contador (Saxo Bank-Tinkoff Bank) die Gesamtwertung der Vuelta a Espana gewonnen. In der Endabrechnung trennen den 29-Jährigen 1:16 bzw. 1:37 Minuten von seinen spanischen Landsleuten Alejandro Valverde (Movistar) und Joaquin Rodriguez (Katusha). Für Aufregung zum Abschluss der 67. Austragung sorgte einerseits John Degenkolb (Argos-Shimano), der in Madrid vor Elia Viviani (Liquigas-Cannondale) und Daniele Bennati (Radioshack-Nissan) seinen fünften Etappensieg feierte, und andererseits der Gesamtzweite Valverde. Als Etappensechster nahm er Rodriguez sowohl das Punkte- wie das Kombinationstrikot im allerletzten Moment noch ab.

Alberto Contador: fünffacher GT-Champion mit gefühlten sieben Siegen
Der Gesamtsieg bei der Vuelta a Espana 2012 ist Alberto Contadors fünfter Grand Tour-Erfolg: Abgesehen von der Spanienrundfahrt vor vier Jahren gewann er 2007 und 2009 die Tour de France sowie 2008 den Giro d'Italia. Die Tour 2010 und der Giro 2011 wurden ihm aufgrund einer auffälligen Doping-Probe vom Internationalen Sportgerichtshof aberkannt - eben jene beiden Erfolge meinte Contador, als er heute in seiner Heimatstadt Madrid trimphierend die magische Zahl sieben anzeigte. Sein Triumph ist umso bemerkenswerter, wenn man bedenkt, dass er erst Anfang August aus der vom CAS verhängten Sperre zurückkehrte. Auch die Art und Weise, wie Contador sich des Roten Trikots bemächtigte, wird so schnell nicht vergessen werden. Auf der 17. Etappe sorgten er und seine Mannschaft für eine der spektakulären, unvorhersehbaren "Revolutionen", wie sie im modernen Radsport eher selten geworden sind. Den Ansprüchen von Saxo Bank-Tinkoff Bank-Chef Bjarne Riis ist Contador also vollauf gerecht geworden. "Er muss die Vuelta gewinnen", hatte der Däne im Vorfeld von seinem Superstar unverblümt gefordert. Auf dem Podest der 67. Austragung stehen neben dem 29-jährigen "Pistolero" mit Alejandro Valverde (Movistar) und Joaquin Rodriguez (Katusha) zwei weitere Spanier. Das hat es immerhin seit 2004 nicht mehr gegeben. 1:16 und 1:37 beträgt der Rückstand der beiden auf ihren Landsmann. Dahinter tun sich gewaltige Abstände auf. Der Gesamtvierte Christopher Froome (Sky) hat 10:16 Minuten Rückstand. Es folgen Rodriguez' Teamkollege Daniel Moreno mit 11:29 und Robert Gesink (Rabobank) mit 12:23 Minuten. Der US-Amerikaner Andrew Talansky (Garmin-Sharp) wäre als Gesamtsiebter mit 13:28 Minuten Rückstand Sieger in einer fiktiven Nachwuchswertung. Laurens Ten Dam (Rabobank, +13:41), Igor Anton (Euskaltel, +14:01) und Benat Intxausti (Movistar, +16:13) runden die Top10 ab. Bester deutsprachiger Fahrer ist der Schweizer Steve Morabito (BMC) als 35ter.

John Degenkolb für frühe Sprinteröffnung mit fünftem Etappensieg belohnt
Da sich in der Gesamtwertung auf den 115 Kilometern des 21. Abschnitts beim besten Willen nichts mehr tun konnte, konzentrierten sich die Spannungsmomente auf andere Themen. Auf den Etappensieg natürlich - aber auch auf den Sieg in der Punkte- und der Kombinationswertung, als deren Spitzenreiter Joaquin Rodriguez in Cercedilla an den Start ging. Zweidreiviertel Stunden später war er auch diese beiden Trikots los. Zwar tat sich an den beiden Zwischensprints - bei der ersten und bei der vierten Zieldurchfahrt in Madrid - nichts Weltbewegendes. Bei km 58 hatten Grischa Niermann (Rabobank) und David Moncoutié (Cofidis), die nach der Vuelta ihre Karriere beenden, noch einmal einen kleinen großen Auftritt, fuhren als Erste über den Wertungsstrich. Bei km 75 lag dann eine Fluchtgruppe in Front, bestehend aus dem usbekischen Meister Sergei Lagutin (Vacansoleil), dem Belgier Kevin Seeldraeyers (Astana) sowie den Spaniern Javier Chacon, Sergio Carrasco (beide Andalucia), Mikel Astarloza (Euskaltel) und Javier Aramendia (Caja Rural). Beim Ertönen der Glocke für die letzte von zehn 5,7km-Runden wurden die tapfer kämpfenden Ausreißer wieder eingefangen; sowohl Argos-Shimano für den mehrfachen Etappensieger John Degenkolb wie auch Movistar machten das Tempo - ein klares Anzeichen, dass man mit Valverde etwas vorhatte. In die eigentliche Sprintvorbereitung schaltete sich dann Liquigas-Cannondale noch mit ein. Degenkolb war der erste der Sprintkapitäne, der die Nase in den Wind steckte, und so mancher hätte mit einem Einbruch des Deutschen gerechnet. Doch der 23-Jährige hatte sich keineswegs überschätzt, realisierte seinen sage und schreibe fünften Etappenerfolg und verwies Elia Viviani (Liquigas) sowie Daniele Bennati (Radioshack), Sieger in Madrid im Jahr 2007, ganz klar auf die Plätze. "Dege" ist also ein würdiger Nachfolger seiner Landsleute Erik Zabel und André Greipel, die 2006 bzw. 2009 in der spanischen Hauptstadt unschlagbar waren.

Alejandro Valverde: Verwegener Schlussspurt bringt zwei Sondertrikots ein
Ebenso bemerkenswert wie der Etappensieger war aber der Etappensechste. Hinter den Sprintern Allan Davis (Orica-GreenEdge) und Koldo Fernandez (Euskaltel) hatte sich tatsächlich Alejandro Valverde ins Ziel katapultiert. Die damit verbundenen 10 Punkte reichten, um an Joaquin Rodriguez, der nur 21ter wurde und nicht punkten konnte, in der Wertung des Grünen Trikots vorbeizuziehen. Auch in der Kombinationswertung (Weißes Trikot) setzte Valverde sich knapp an die Spitze, da bei Gleichstand die bessere Platzierung im Gesamtklassement zählt. Ganz davon abgesehen brachte seine Mannschaft Movistar heute die Teamwertung unter Dach und Fach, in der man 9:40 Minuten vor Euskaltel abschneidet. Nicht einmal mit den vier Etappensiegen von Katusha kann der mehrfach düpierte Rodriguez sich noch trösten: Diese stattliche Zahl, zu der er selber drei und Denis Menchov auf der Bola del Mundo einen Sieg besteuerte, hat Argos-Shimano - Degenkolb sei dank - heute getoppt. Das Bergklassement, in dem der Gesamtdritte bis gestern ebenfalls aussichtsreich platziert war, hatte sich vorzeitig Simon Clarke (Orica) gesichert. Der Etappensieger des vierten Abschnitts wird Nachfolger des vierfachen Berg-Champions und Neo-Pensionära Moncoutié und darf sich erster australischer Bergwertungssieger der Vuelta nennen. Von den 198 gestarteten Fahrern haben 175 das Ziel erreicht. Gesamtwertungsletzter ist Chen Ji (Argos), der allerdings als erster Chinese bei einer Grand Tour Geschichte genug schrieb.

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Degenkolb holt 5. Etappen- und Contador 2. Vuelta-Gesamtsieg - Valverde mit Coup zum Abschluss
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Foto: Sabine Jacob

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