<< älterer Bericht  | zurück zur News |  neuerer Bericht >>
Start > 4 Jours de Dunkerque
Martin Elmiger wird erster Schweizer Gesamtsieger bei den 4 Jours de Dunkerque
Suchen 4 Jours de Dunkerque Forum  4 Jours de Dunkerque Forum  4 Jours de Dunkerque
09.05.2010

Martin Elmiger wird erster Schweizer Gesamtsieger bei den 4 Jours de Dunkerque

Info: 4 Jours de Dunkerque (2.HC)
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Dunkerque, 09.05.10 - Martin Elmiger (Ag2r - La Mondiale) hat den ersten Schweizer Gesamterfolg bei den Vier Tagen von Dünkirchen perfekt gemacht. Zwar geriet sein Rosa Trikot noch einmal in Gefahr durch eine letztlich erfolgreiche Ausreißergruppe, in der sich auch der weit vorne platzierte Jose Joaquin Rojas (Caisse d'Epargne) befand, doch reichte es für den Spanier in der Endabrechnung nur zu Gesamtrang drei, 17 Sekunden hinter Elmiger, 4 Sekunden hinter seinem portugiesischen Teamgefährten Rui da Costa. Den Tagessieg sicherte sich der Franzose Benoit Vaugrenard (Francaise des Jeux), der seine Fluchtbegleiter kurz vor dem Ziel mit einem Angriff überraschte und als Solist mit zwei Sekunden Vorsprung die Linie passierte.

56. Austragung geht mit erstem eidgenössischen Gesamtsieg zu Ende
Während in Italien der Kampf um das Rosa Trikot gerade erst in die Gänge kommt, ist in Frankreich heute ein anderes, natürlich weniger bedeutendes Rosa Trikot schon vergeben worden. Auf den letzten 179,5 Kilometern der Quatre Jours de Dunkerque, die nicht vier, sondern fünf Tage umfassten, ließ der 31-jährige Schweizer Martin Elmiger nichts mehr anbrennen, auch wenn es scheinbar knapp wurde. Er überquerte beim Etappensieg von Benoit Vaugrenard als mit unbeschadet die Ziellinie und bescherte den Eidgenossen somit den ersten Gesamterfolg bei dieser Rundfahrt. Nur einem einzigen Deutschsprachigen war Platz 1 vor ihm vergönnt gewesen: Olaf Ludwig im Jahr 1992. Für Elmiger, der seit der Auflösung von Phonak dem Protour-Team Ag2r die Treue hält, war es der zweite Gesamtsieg bei einem Mehretappenrennen, nachdem er 2007 die Tour Down Under für sich entschied.

14-köpfige Fluchtgruppe mit bekannten Namen. Vanmarcke macht Bergtrikot sicher
Der Startschuss fiel in Ardres; Ziel war die namengebende Stadt Dünkirchen, wo heute vor genau 65 Jahren der Zweite Weltkrieg mit der Eroberung der letzten Atlantikfestung durch die alliierten Streitkräfte zu Ende ging. Ein scharfer Wind und ein bedrohlich bewölkter Himmel hielten den Franzosen Mickael Delage (Omega Pharma) nicht davon ab, schon nach acht Kilometern eine Fluchtgruppe zu initiieren, der sich 13 weitere Fahrer anschlossen. Mit dabei waren sein Teamkollege Jonas Ljungblad, Jose Rojas Gil, Mathieu Drujon (beide Caisse d'Epargne), Stephane Augé (Cofidis), Jimmy Engoulvent (Saur-Sojasun) und Lilian Jegou (Bretagne Schuller) - außerdem Benoit Vaugrenard (Francaise des Jeux), die Katusha-Profis Nicolay Trussov und Maxime Vantomme, Alexandre Pichot (Bbox) und Jens Mouris (Vacansoleil). Wim de Vocht hielt die blau-weißen Farben des Team Milram hoch und auch Bergtrikot-Träger Sep Vanmarcke (Topsport) durfte nicht fehlen. Wie sich bald zeigte, war der Belgier jedoch nur als Aufpasser mitgekommen; weder am Mont de Fiennes nach 12 Kilometern noch am Vigneau de Licques (km 30) noch am Montagne de Watten, der letzten Bergwertung, nach 64 Kilometern beteiligte er sich am Kampf um die Sonderpunkte. Gleichwohl durfte er sich vorzeitig zum Gewinn des Prix-de-Montagne-Klassements beglückwünschen.

Rojas setzt Elmiger unter Druck. Vaugrenard Erfolgreichster der erfolgreichen Ausreißer
Ihre gute Zusammenarbeit garantierte den 14 Männern einen Vorsprung von maximal 2:20 Minuten auf das Hauptfeld, in dem Ag2r La Mondiale - das Team des seit gestern Gesamtführenden Martin Elmiger - und später auch Roubaix Lille Metropole fürs Tempo sorgten. Die letzten 70 Kilometer bestanden aus einem zehnmal zu befahrenden Rundkurs; deutlich knabberten die Verfolger nun am Guthaben der Spitzengruppe. Immerhin handelte es sich beim Flüchtling Rojas Gil um den Gesamtfünften, der an den Zwischensprints zudem schon ein paar Sekunden auf den Mann in Rosa gutgemacht hatte. Mit 44 Stundenkilometern jagte das Feld dahin, doch zäh hielten der Spanier und seine Begleiter sich an der Spitze. Als an der 5000-Meter-Marke noch 17 Sekunden zu Buche standen, griff Elmiger höchstpersönlich in die Nachführarbeit ein. Wenig später setzte Benoit Vaugrenard alles auf eine Karte und wurde für seinen Mut belohnt: Zwei Sekunden vor dem Russen Nicolay Trussov und vier Sekunden vor dem Niederländer Jens Mouris, der den Sprint um Rang drei gewann, holte der 28-jährige Franzose sich seinen zweiten Saisonerfolg. Zuvor hatte er sich eine Etappe bei der Algarve-Rundfahrt auf die Fahnen schreiben können.


Weiterer Bericht: Gerald Ciolek beendet 4 Jours de Dunkerque auf Rang fünf

Caisse d'Epargne entscheidet drei Sonder-Wertungen für sich
Rojas Gil fuhr als Zehnter ins Ziel und war Elmiger insgesamt noch bis auf 17 Sekunden nahegekommen, doch reichte das nur zu Gesamtrang drei. Die beiden Podestplätze rechts und links vom Schweizer gehen also an die in der Mannschaftswertung siegreiche Equipe Caisse d'Epargne, denn gleichzeitig verteidigte Rui da Costa Position zwei mit 4 Sekunden Rückstand. Rojas gewinnt außerdem die Punktewertung und der Portugiese die Nachwuchswertung. Gerald Ciolek wird als Gesamtfünfter letztlich bester Deutscher (+ 0:27); sein Milram-Kollege De Vocht holte im Finale heute Platz 12, sieben Sekunden hinter Vaugrenard und zeitgleich mit den ersten aus dem Feld heranstürmenden Fahrern, darunter Andreas Stauff (Quick Step) auf Rang 16.

-> Zum Resultat und allen Endständen





Elmiger wird erster Schweizer Gesamtsieger bei den 4 Jours de Dunkerque
Elmiger wird erster Schweizer Gesamtsieger bei den 4 Jours de Dunkerque (Foto: Veranstalter)

Zum Seitenanfang von für Martin Elmiger wird erster Schweizer Gesamtsieger bei den 4 Jours de Dunkerque



Radsportnews auf Twitter - Radsport, Cycling, Radrennen live