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Vincenzo Nibali gewinnt Abfahrtsrennen vom Monte Grappa auf 14. Etappe des Giro, Arroyo nimmt Porte Rosa ab
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22.05.2010

Vincenzo Nibali gewinnt Abfahrtsrennen vom Monte Grappa auf 14. Etappe des Giro, Arroyo nimmt Porte Rosa ab

Info: GIRO D´ITALIA 2010
Autor: Felix Griep (Werfel)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Vorschau: Erste Bewährungsprobe für Porte und Co. auf 14. Etappe über den Monte Grappa



Asolo, 22.05.2010 - Am Monte Grappa kam es erstmals seit vergangenem Wochenende wieder zu einem Kräftemessen der Topfahrer im Hochgebirge. Aus einer vierköpfigen Spitzengruppe setzte sich Vincenzo Nibali (Liquigas) gleich zu Beginn der Abfahrt ab und gewann nach einem 40-Kilometer-Solo vor seinem Teamkollegen Ivan Basso sowie Michele Scarponi (Androni Giocattoli) und Cadel Evans (BMC Racing Team). Richie Porte (Saxo Bank) konnte das Rosa Trikot nicht verteidigen, liegt jetzt 39 Sekunden hinter dem neuen Führenden David Arroyo (Caisse d'Epargne).

Porte und Co. am Monte Grappa gefordert
Der Giro d’Italia 2010 war bisher so spektakulär, obwohl es erst eine Etappe im Hochgebirge gab, bei der sich die Topfavoriten trotz Bergankunft aber gar nicht so sehr attackierten. Das sollte sich heute ändern, obwohl der Gipfel des einzigen Berges schon 40 Kilometer vor dem Ziel erreicht wurde. Der Monte Grappa (18,9 km à 7,9%) war aber eine schwere Prüfung, die zu großen Abständen führen sollte. Für die 11 Fahrer, die nach der 11. Etappe in der Gesamtwertung überraschend an die Spitze zogen, war es der erste Prüfstein, ob sie sich dort halten könnten. So hart wie an seinem dritten Tag im Rosa Trikot war für Richie Porte (Saxo Bank) wohl noch kein Rennen in seiner ersten Profi-Saison.

Bisolti attackiert aus Gruppe um Pozzato und Eibegger
Die ersten 125 Kilometer der Etappe von Ferrara nach Asolo hatten mit einer Bergetappe rein gar nichts zu tun, der Berg kam erst auf der 80 Kilometer langen Schlussrunde um den Zielort. Der Rennbeginn war attackenreich, aber es dauerte bis Kilometer 37, ehe sich eine Gruppe absetzen konnte. Mit dabei war zwei Tage nach seinem Etappensieg Filippo Pozzato (Katusha), der der auffälligste Fahrer in der Anfangsphase und immer wieder vorne dabei war. In der Gruppe, die schließlich wegkam, begleiteten ihn Steven Cummings (Team Sky), Alessandro Bisolti (Colnago-CSF), William Bonnet (Bouygues Telecom), Damien Monier (Cofidis) und der Österreicher Markus Eibegger (Footon-Servetto). Bis zu acht Minuten entfernte sich das Sextett vom Hauptfeld, ehe dort Lampre die Verfolgung startete. Bis nach Asolo, wo Pozzato die Sprintwertung gewann, war ein Viertel des Vorsprungs schon weg, am Fuße des Monte Grappa blieben nur noch vier Minuten übrig. Sofort als sich die Straße anhob, griff Bisolti an und wurde von seinen einstigen Begleitern nicht mehr gesehen.

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Liquigas dominiert am Monte Grappa und attackiert mit Doppelspitze
Als das Feld den Anstieg erreichte übernahm Liquigas das Kommando und demonstrierte seine Stärke, die in der Breite kein anderes Team beim Giro aufweist. Robert Kiserlovski und Sylvester Szmyd trieben das Tempo so in die Höhe, dass schnell nur noch eine Gruppe der stärksten Bergfahrer übrig blieb, in der Porte schon Probleme hatte, zu folgen. Bradley Wiggins (Team Sky) griff als Erster an, bekam Hilfe von seinem aus der Spitzengruppe zurückgefallenen Teamkollegen Cummings, wurde aber zur Mitte des langen Anstiegs wieder eingeholt. Dann spielte Liquigas sechs Kilometer unterhalb des Gipfels seine Karten aus, ein Antritt von Vincenzo Nibali riss das ganze Favoritenfeld auseinander. Michele Scarponi (Androni Giocattoli) konnte scheinbar leicht hinterhergehen, während sich Cadel Evans (BMC) nur sehr langsam herankämpfte. An seinem Hinterrad brachte der Weltmeister noch Nibalis Teamkollegen Ivan Basso mit. Alexandre Vinokourov (Astana) war der nächste Verfolger, der das Quartett aber nicht mehr erreichen konnte. Bisolti wurde eingeholt und Basso führt die Vierergruppe über die Bergwertung, wo Vinokourov und der hinzugekommene Carlos Sastre (Cervélo TestTeam) schon eine Minute Verlust hatten.

Nibali 40 Kilometer solo zum Sieg, Arroyo und Porte kämpfen um Rosa
Plötzlich einsetzender Regen erschwerte die lange und schnelle Abfahrt, was Nibali nicht schreckte. Der stürzte sich in die Serpentinen und war rasch alleine vorne. Wieder im Flachen und Trockenen angekommen nahm der Italiener 45 Sekunden Vorsprung zu seinen drei Verfolgern, von denen natürlich nur zwei richtig arbeiteten, mit auf die letzten 15 Kilometer. Nibali, der erst wegen der Suspendierung von Franco Pellizotti ins Giro-Aufgebot von Liquigas gerutscht war, hielt sein grandioses Solo bis ins Ziel durch und feierte dort den größten Sieg seiner Karriere. Nur 23 Sekunden musste er warten, dann konnte er sogar einen Doppelsieg bejubeln, denn der ausgeruhte Basso gewann den Sprint um Platz zwei gegen Scarponi und den platten Evans. Vinokourov, der sich in der Abfahrt wieder von Sastre gelöst hatte, beendete das Rennen mit 1:34 Minute Rückstand. 2:25 Minuten dauerte es, bis eine Gruppe kam, die sich um Sastre gebildet hatte. Darin war erfreulicherweise auch Linus Gerdemann (Team Milram), der Etappenneunter wurde. Der Gesamtzweite David Arroyo (Caisse d’Epargne) war ebenfalls dabei und voller Hoffnung, dass das Rosa Trikot weit zurückliegen würde. Porte kam mit der letzten Gruppe, die weniger als zehn Minuten Rückstand hatte an, verlor 4:46 Minuten auf den Tagessieger und 2:21 auf Arroyo. Zu viel für den Australier.


Weiterer Bericht: Linus Gerdemann klettert auf Gesamtrang fünf

Gerdemann Fünfter, Nibali, Vinokourov und Evans unter den Top10
Mit 39 Sekunden Vorsprung übernahm Arroyo, der Zehnte der Italien-Rundfahrten 2007 und 2009, die Führung von Richie Porte und somit dessen Rosa Trikot. Xavier Tondo (Cervélo TestTeam) und Robert Kiserlovski (Liquigas) folgen mit je gut zwei Minuten Rückstand, Gerdemann als mit Abstand bester deutschsprachiger Fahrer mit 3:52 Minuten Rückstand auf Platz fünf. Dahinter schleichen sich die eigentlichen Favoriten an: Sastre, Wiggins, Nibali, Vinokourov und Evans vervollständigen nun die Top10. Von Arroyo bis zum Elften Basso sind es nicht mehr ganz acht Minuten. Porte durfte am 14. Tag des Giro aber doch zum zwölften Mal an der Siegehrung teilnehmen, bleibt vor Kiserlovski bester Nachwuchsfahrer und tauscht Rosa gegen Weiß. Vinokourov bekam das Rote Trikot als Führender der Punktewertung übergestreift, was ihn aber kaum über die verlorene Zeit hinwegtröstete. Die beeindruckende Leistung von Liquigas belegt nochmals ein Blick auf die Mannschaftswertung, die auf der Etappe mit über vier Minuten Vorsprung auf Sky gewonnen wurde und die Liquigas gesamt nun schon neun Minuten vor Rabobank anführt. Morgen auf der noch deutlich schwereren Etappe zum Monte Zoncolan muss diese Leistung nun bestätigt werden.

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