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Die perfekte Party: Kittel auch an seinem Geburtstag Etappensieger beim Giro d´Italia
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11.05.2014

Die perfekte Party: Kittel auch an seinem Geburtstag Etappensieger beim Giro d´Italia

Info: GIRO D´ITALIA 2014
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Dublin, 11.05.2014 – Und der Giro hat wieder einen Übersprinter. Im vorigen Jahr gab es kein Vorbeikommen an Mark Cavendish, der fünf Massensprints gewann. In diesem Jahr scheint Marcel Kittel (Giant-Shimano) allen anderen um mindestens eine Klasse überlegen zu sein. Der Sieger von gestern demonstrierte dies auf der 3. Etappe erneut und gewann auch an seinem 26. Geburtstag unangefochten, obwohl er auf der Zielgeraden aus schlechter Position früh antreten und einen sehr langen Sprint fahren musste. Trotz guter Taktik des Teams Sky reichte es für Ben Swift daher nur zum zweiten Platz in der irischen Hauptstadt Dublin. Michael Matthews (Orica-GreenEdge) bleibt in Rosa und der Ausgang der Etappe hatte sogar kleine Folgen für die Anwärter auf den Gesamtsieg.

Tjallingii zum zweiten Mal in Folge auf der Flucht
Gestartet in Armagh, einer südwestlich Belfasts gelegenen Stadt, führte die 3. Etappe den Giro d’Italia nach 78 Kilometern aus Nordirland heraus. Die letzten 109 Kilometer des Tages ging es dann durch Irland, in dessen Hauptstadt Dublin das Etappenziel wartete. Vor der Grenzüberquerung war die Strecke noch ziemlich hügelig und der Regen stets präsent – danach wurde das Profil fast tellerflach und das Wetter besserte sich nach und nach, bis es am Ende sogar trocken war. Auf nordirischem Gebiet lagen bei Kilometer 32,1 und 51,0 zwei Bergwertungen der 4. Kategorie, die derselbe Fahrer gewann, der am Vortag schon das Blaue Trikot erobert hatte. Maarten Tjallingii (Belkin) war erneut auf die Flucht gegangen und hatte abermals einen Kolumbianer aus dem Team Colombia, einen Belgier von Lotto Belisol und einen Italiener von Neri Sottoli an seiner Seite. Nur waren es diesmal Miguel Angel Rubiano, Gert Dockx und Giorgio Cecchinel statt Jeffry Romero, Sander Armée und Andrea Fedi. Außerdem zeigten sich durch Yonder Godoy auch Venezuela und Androni Giocattoli erstmals in einer Ausreißergruppe, welche wie die gestrige gut sechs Minuten Maximalvorsprung erzielte.

Cannondale und Sky dominieren bei der Sprintvorbereitung
Die erste irische Stadt, die man durchquerte, war Dundalk. Dort wurde der Zwischensprint ausgetragen, den sich ebenfalls Tjallingi schnappte. Da der Niederländer auf der 2. Etappe schon gepunktet hatte, übernahm er auch noch die Führung in der Sprintwertung. Weil das „traguardo volante“ darüber hinaus ebenfalls Zählbares für die Punktewertung abwarf, wurde aus dem Feld sogar um Platz sechs gesprintet. Elia Viviani (Cannondale) setzte sich gegen Roberto Ferrari (Lampre-Merida) und Ben Swift (Team Sky) durch. Marcel Kittel (Giant-Shimano) kümmerte sich nicht um die wenigen Pünktchen und sparte seine Kräfte lieber komplett für das Finale auf. Die Mannschaftskollegen des Vortagessiegers halfen dabei, die Ausreißer unter Kontrolle zu halten, deren Vorsprung bereits 26 Kilometer vor dem Ziel unter eine Minute sank. An der Zehn-Kilometer-Marke war Rubiano der Erste, der die Beine hochnahm und kurz darauf kämpfte nur noch Cecchinel gegen das Feld an, bis auch er drei Kilometer später gestellt war. Cannondale, Giant-Shimano und Sky stritten fortan darum, wer seinen Zug an der Spitze des Pelotons durchsetzen konnte. Die Italiener gingen aus diesem Scharmützel als vorläufige Sieger hervor und führten Viviani optimal vorbereitet auf den letzten Kilometer. Doch eine enge Kurvenkombination wenige hundert Meter vor Schluss mischte die Karten neu. Edvald Boasson Hagen (Team Sky) schob sich an den Cannondale-Fahrern vorbei an die Spitze und führte das langgezogene Feld auf die Zielgerade.

Kittel aus schlechter Position mit höchstem Tempo zum Sieg
An seinem Hinterrad hatte der Norweger Viviani und an dritter Position folgte der eigene Teamkollege Swift, den Boasson Hagen eigentlich lancieren wollte. Erst etwa 100 Meter vor der Ziellinie startete Swift seinen Endspurt und kam rasch auf gleiche Höhe mit Viviani. Während Swift weiter vorbeizog und dieses Duell für sich entschied, kam von weit hinten Kittel herangestürmt, der in der letzten Kurve den Kontakt zu seinem Anfahrer Tom Veelers verloren hatte und aus circa achter Position einen sehr langen Sprint fahren musste. Es reichte für das Geburtstagskind, der mit der eindeutig höchsten Endgeschwindigkeit nicht aufzuhalten war. So wurde es für Swift nur der zweite und für Viviani der dritte Platz, danach folgten Davide Appollonio (AG2R La Mondiale), Nacer Bouhanni (FDJ.fr), Boasson Hagen und Roberto Ferrari (Lampre-Merida). Michael Matthews gehörte als 16. zu nur 32 zeitgleichen Fahrern; der Rest kassierte elf Sekunden Rückstand, was Einfluss auf die aktuelle und vielleicht auch die „zukünftige“ Gesamtwertung nahm. Matthews ist nun der einzige verbliebene Orica-Fahrer ganz oben im Klassement, Alessandro Petacchi (Omega Pharma-Quick Step), dem acht Sekunden zum Leader fehlen, rückte auf Rang zwei vor. Rafal Majka (Tinkoff-Saxo) und Michele Scarponi (Astana), zwei Mitfavoriten auf den Giro-Sieg, verbuchten elf Sekunden unerwarteten Zeitgewinn auf alle ihre Rivalen. Nicht besonders viel, aber vielleicht irgendwann einmal wichtiger als gedacht.

-> Zum Resultat

Nach nur drei Renntagen steht nun schon der erste Ruhetag bevor, denn der Giro-Tross muss nach Italien verfrachtet werden, wo das Rennen am Dienstag mit der 4. Etappe fortgesetzt wird. Das 112 Kilometer kurze Teilstück weist keine einzige Bergwertung auf und könnte die Siegesserie Kittels weiter verlängern.





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