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Wieder Bouhanni vor Nizzolo - Massensprint auf 10. Etappe des Giro mit gewohntem Ergebnis
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20.05.2014

Wieder Bouhanni vor Nizzolo - Massensprint auf 10. Etappe des Giro mit gewohntem Ergebnis

Info: GIRO D´ITALIA 2014
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Salsomaggiore Terme, 20.05.2014 – Nacer Bouhanni (FDJ.fr) surft weiter auf einer Erfolgswelle durch den Giro d’Italia. Auf der 10. Etappe feierte der Franzose bereits seinen dritten Sieg und wird für Giacomo Nizzolo (Trek Factory Racing) immer mehr zum Albtraum. Bei allen Erfolgen Bouhannis musste sich der Italiener mit dem zweiten Platz begnügen, so auch heute. Das Finale war aufregender als der Großteil dieser Flachetappe, weil an einer kleinen Steigung ein horrendes Tempo angeschlagen wurde und später auf dem letzten Kilometer Tyler Farrar (Garmin-Sharp) einen Massensturz auslöste. Von diesem war unter anderem Elia Viviani (Cannondale) betroffen, der dadurch in der Punktewertung massiv an Boden verliert.

Zwei wahre Fluchtexperten gemeinsam auf Ausfahrt
Es war wie vor einer Woche, nach dem Ruhetag stand bei der Italien-Rundfahrt zunächst einmal eine äußerst flache Etappe auf dem Programm. Die 173 Kilometer durch die Emilia-Romagna von Modena nach Salsomaggiore Terme waren bergwertungs-, ja fast komplett anstiegslos. Nur eine kleine Welle auf den letzten zehn Kilometern war im Profil auszumachen. Einen Zwischensprint gab es natürlich auf diesem 10. Giro-Teilstück und er spielte wieder einmal in zweierlei Hinsicht eine wichtige Rolle. Zum einen für die Sprinter, die um den Sieg in der Punktewertung kämpfen, aber auch für Marco Bandiera (Androni Giocattoli) und Andrea Fedi (Neri Sottoli), die ein gemeinsames Ziel verbindet: Sie haben es auf die wesentlich weniger populäre Sprintwertung abgesehen. Fedi, der auf den Etappen 2 und 6 in Ausreißergruppen unterwegs war, hatte dieses Klassement einige Tage angeführt, bevor am Sonntag Bandiera an ihm vorbeizog. Der war einmal mit Fedi auf der 6. Etappe gemeinsam in einer Gruppe und ging dann auf den Etappen 9 und 10 gleich zweimal in Folge auf die Flucht. Heute verabschiedeten sie sich gemeinsam aus dem Feld, um bei Kilometer 60,9 ungestört ihre Kräfte im direkten Duell messen zu können. Bandiera war der Sieger dieses Zweikampfes und vergrößerte den Vorsprung zu Fedi von zwei auf sechs Punkte.

Hohes Tempo im Finale zerreißt beinahe das Peloton
Das Hauptfeld kam fünf Minuten später zum Zwischensprint. Elia Viviani (Cannondale) schnappte sich das verbliebene Maximum von zwölf Zählern für die Punktewertung und rückte ein wenig näher an den Führenden Nacer Bouhanni (FDJ.fr) und Giacomo Nizzolo (Trek Factory Racing) heran, die es auf vier bzw. sechs Punkte brachten. Der Rückstand auf die beiden Ausreißer hatte vorher einmal 8:35 Minuten betragen und stieg nach dem Zwischensprint wieder auf fast sieben Minuten an. Ähnliche Schwankungen gab es später wieder, als Bandiera und Fedi ihren Vorsprung zwischenzeitlich von drei auf vier Minuten erhöhen konnten, was 30 Kilometer vor dem Ziel gar nicht so übel war. Doch als Trek Factory Racing in Person von Riccardo Zoidl und andere Teams wie FDJ.fr und Giant-Shimano in der Verfolgung richtig Ernst machten, fiel der Abstand unaufhaltsam, bis neun Kilometer vor dem Etappenende der Zusammenschluss erfolgte. 164 Punkte kamen für die Ausreißerwertung zusammen, in welcher Fedi (608 Kilometer als Ausreißer) vor Bandiera (504) Erster bleibt. Nun führte das Rennen über die bereits erwähnte kleine Steigung, die bei Weitem nicht schwer genug war, um erfolgreiche Angriffe zu fahren. Nicolas Roche (Tinkoff-Saxo) probierte es zwar, das in diesem Abschnitt dominante Team Sky holte ihn aber sofort wieder zurück und sorgte in der Abfahrt sogar dafür, dass es Risse im Peloton gab. Für einen Augenblick sah es so aus, als wären Bouhanni und Viviani Opfer des enorm hohen Tempos geworden, doch beide kamen wieder vorne heran und hatten noch alle Chancen, als es in den Zielort hineinging.

Massensturz sorgt auf dem letzten Kilometer für Chaos
Auf kurvigen Wegen wurde das Rennen durch den Kurort Salsomaggiore Terme geführt. Bouhanni hatte mit Sébastien Chavanel einen Teamkollegen bei sich, der den Träger des Roten Trikots perfekt durch dieses schwierige Finale lotste. Ihm hatte es der Franzose zu verdanken, dass er 700 Meter vor dem Ziel ganz vorne war, denn an siebter Position fahrend verursachte Tyler Farrar (Garmin-Sharp) einen Massensturz und räumte unter anderem Viviani ab. Nur noch zehn Mann, zu denen auch der aufmerksame Giro-Leader Cadel Evans (BMC Racing Team) zählte, blieben in der ersten Gruppe übrig. Nizzolo war dabei und lancierte auf den letzten 200 Metern seinen Spurt, kam als Erster durch die letzte Straßenbiegung und wurde doch auf der 75 Meter kurzen Zielgeraden von Bouhanni überspurtet. Bouhanni vor Nizzolo – seit Marcel Kittels (Giant-Shimano) Aus endete jeder der drei Massensprints mit diesem Ergebnis. Michael Matthews (Orica-GreenEdge) wurde Dritter und Roberto Ferrari (Lampre-Merida) Vierter. In der Punktewertung setzen sich Bouhanni (220 Punkte) und Nizzolo (196) immer deutlicher ab, Ferrari (156) und Viviani (151) verlieren langsam, aber sicher den Anschluss. Durch den Massensturz entstandene Zeitdifferenzen wurden dem Reglement entsprechend nicht gewertet, so dass er keinen Einfluss auf die Gesamtwertung nahm, die Evans unverändert 57 Sekunden vor Rigoberto Uran (Omega Pharma-Quick Step) anführt. Der Mann in Rosa erlebte trotzdem einen kleinen Rückschlag, verlor mit Yannick Eijssen einer seiner Helfer bei einem anderen Sturz.

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Morgen gibt es wieder einen der längsten Giro-Tage, die 11. Etappe erstreckt sich über 249 Kilometer. Sie bietet gute Aussichten für Ausreißer; ob nun eine frühe Gruppe oder Angreifer am Anstieg Naso di Gatto (7,2 km à 8,0%). Von der Bergwertung der 2. Kategorie bleiben nur noch 28,2 Kilometer Abfahrt bis ins Ziel.





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