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97. Giro d´Italia endet mit Sprintsieg von Mezgec - Quintana gewinnt die „trofeo senza fine“
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01.06.2014

97. Giro d´Italia endet mit Sprintsieg von Mezgec - Quintana gewinnt die „trofeo senza fine“

Info: GIRO D´ITALIA 2014
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Triest, 01.06.2014 – Die letzte Etappe der Italien-Rundfahrt begann als gemütliche Bummelfahrt und endete mit einer wilden Hatz durch Triest auf einem Rundkurs, der, obwohl es am Ende doch zu einer Sprintentscheidung kam, für beste Unterhaltung sorgte. Den letzten Tagessieg holte keiner aus der ersten Reihe der Favoriten, sondern Luka Mezgec (Giant-Shimano), der Giacomo Nizzolo (Trek Factory Racing) wieder einen zweiten Platz bescherte. Nacer Bouhanni (FDJ.fr) wurde Vierter und sicherte sich das Rote Trikot des Punktbesten. An den Ständen in der Gesamtwertung war nicht mehr zu rütteln: Nairo Quintana (Movistar) durfte als jüngster Giro-Gewinner seit Damiano Cunego 2004 die Siegertrophäe „trofeo senza fine“ entgegennehmen und hält als erster kolumbianischer Sieger Einzug in die Annalen des Giro d’Italia.

Lange Schlussetappe nach Triest
Nachdem viele Jahre lang am letzten Tag des Giro d’Italia ein Zeitfahren ausgetragen wurde, endete er nun zum zweiten Mal in Folge mit einem Abschnitt im Stile einer „tour d’honneur“. Während solche Etappen bei Tour de France oder Vuelta a España für gewöhnlich eher kurz ausfallen, wurden die 156 Giro-Teilnehmer, die aus dem 198 Fahrer großen Starterfeld übriggeblieben waren, auf eine 172 Kilometer lange Strecke geschickt. Natürlich geschah gut drei Stunden lang nicht viel, bevor man den abschließenden Rundkurs erreichte. Für etwas Abwechslung sorgten nur Svein Tuft, einer von nur zwei Orica-GreenEdge-Fahrer, die es bis ans Ende der Rundfahrt geschafft haben, und Maarten Tjallingii (Belkin), der zum Beginn des Giro als Ausreißer sehr aktiv war und sechs Tage lang das Bergtrikot trug. Sie fuhren nach rund 20 Kilometern im Anstieg zum Passo di Monte Croce, einem kleinen Hügel der 4. Kategorie, aus dem Peloton heraus und waren für 39 Kilometer mit maximal etwas mehr als einer Minute Vorsprung als Pärchen unterwegs, bevor das Feld sie wieder einsammelte und von Movistar in gemäßigter Geschwindigkeit Richtung Adriaküste geführt wurde. Geschlossen erreichte man das an der Grenze zu Slowenien gelegene Triest, dessen Wahl als Zielort einen historischen Hintergrund hatte: Das 60-jährige Jubiläum des Londoner Abkommens vom 5. Oktober 1954, welches die Grenze zum damaligen Jugoslawien klärte und die Stadt Triest unter italienische Verwaltung stellte.

Viele Angriffe auf schwierigem Rundkurs
In Triest ging es auf einen 7,2 Kilometer langen Rundkurs, in dessen Mitte sich eine nicht zu unterschätzende Steigung fand. 500 Meter ging es bei durchschnittlich 6,2% bergauf, danach kurz etwas weniger steil weiter, bevor eine ebenfalls 500 Meter lange Abfahrt folgte. Während der ersten von acht Runden inspizierte das Feld die Gegebenheiten in aller Ruhe, ehe auf der zweiten Runde Tuft noch einmal in Erscheinung trat. Der Kanadier setzte sich mit dem Dänen Lars Ytting Bak (Lotto Belisol) mehr als eine halbe Minute ab. Bei der 5. Zielpassage fuhren die beiden immer noch voraus und nahmen den Sprintern somit die dicksten Punktprämien am Zwischensprint weg. Giacomo Nizzolo (Trek Factory Racing) hatte den Kampf um das Rote Trikot aber offenbar sowieso schon aufgegeben und versuchte gar nicht erst, seinen Rückstand von 26 Zählern auf Nacer Bouhanni (FDJ.fr) zu verringern, der seinerseits den dritten Platz am Sprint belegte. In Runde sechs führte der Anstieg zu neuen Angriffen, in deren Folge Stefani Pirazzi (Bardiani-CSF), Valerio Agnoli (Astana) und Carlos Quintero (Colombia) zu Tuft und Bak aufschlossen. Die Verfolgungsarbeit machten Sky, Trek und Cannondale – all jene Teams, deren Sprinter nach dem fieberbedingten Ausfall des auf Etappe 2 und 3 überlegenen Marcel Kittel (Giant-Shimano) gehofft hatten, Siege einfahren zu können, aber danach in allen drei weiteren Massensprints gegen Bouhanni den Kürzeren zogen.

Nizzolo wieder Zweiter, diesmal hinter Mezgec
Zur Einholung der Ausreißer kam es in der vorletzten Runde, wo Sky Mühe hatte, es aber schaffte, neue Attacken im Keim zu ersticken. Dario Cataldo ließ Leonardo Duque (Colombia) und Francesco Bongiorno (Bardiani-CSF) nicht entkommen. Bei der letzten Fahrt über den Anstieg ging das Spielchen von Neuem los. Adam Hansen (Lotto Belisol) und einige andere Fahrer trieben das Tempo in die Höhe und in der Abfahrt konnte sich einer etwas lösen. Daniel Oss (BMC Racing Team) bekam einen kleinen Vorsprung, doch die Verfolgungsmaschine im Feld kam rechtzeitig wieder auf Touren, um sich den Italiener kurz vor der Flamme Rouge zu schnappen. Daraufhin kam es also zum Massensprint, den aber keiner der Favoriten gewann. Ben Swift (Team Sky) und Elia Viviani (Cannondale) kamen sogar nur auf die Plätze 16 und 20. Luka Mezgec (Giant-Shimano) gelang als Kittel-Vertreter der bisher größte Sieg seiner Karriere. Der 25-jährige Slowene, im März bereits Gewinner des Handzame Classic und dreier Etappen der Katalonien-Rundfahrt, feierte nach vier dritten Giro-Etappenplätzen – einer davon in diesem, drei im letzten Jahr – seinen ersten Sieg an einer Grand Tour. Auf einen solchen muss Nizzolo weiter warten, wurde nämlich zum vierten Mal bei dieser Italien-Rundfahrt nur Zweiter. Auf Platz drei folgte Tyler Farrar (Garmin-Sharp) und dahinter Bouhanni, dem Platz vier locker reichte, um den Sieg in der Punktewertung unter Dach und Fach zu bringen. 26 Punkte Vorsprung auf Nizzolo stehen am Ende zu Buche.

Battaglin sorgt für Führungswechsel in einer Sonderwertung
Damit war auch die letzte Trikot-Entscheidung gefallen, denn die anderen Gewinner standen schon spätestens 24 Stunden zuvor nach der Ankunft auf dem Zoncolan fest. Durch eine Lücke im Peloton verringerte sich der Vorsprung von Nairo Quintana (Movistar) zwar noch, aber nur um völlig irrelevante neun Sekunden. Sein Landsmann Rigoberto Uran (Omega Pharma-Quick Step), der 2013 ebenfalls schon Zweiter war und als erster Kolumbianer überhaupt auf dem Podium des Giro d’Italia stand, hat letztendlich 2:58 Minuten Rückstand. 4:04 Minuten sind es für den Dritten Fabio Aru (Astana), dessen Durchbruch unerwarteter kam als die Leistungen der beiden Fahrer vor ihm. Der 23-jährige Italiener trug auf der letzten Etappe noch einmal das Weiße Trikot und durfte auf den üblichen Siegerfotos mit dem Träger des Rosa Trikots, Bouhanni und Bergkönig Julian Arredondo (Trek Factory Racing) posieren – Erster in der Nachwuchswertung ist aber ebenfalls der nur ein Jahr ältere Quintana. Zu den Siegern in den diversen Spezialwertungen gehören auch noch einmal Nacer Bouhanni, der die meisten Podiumsplätze belegte, und Arredondo, der „kämpferischster Fahrer“ wurde. Die Sprintwertung gewinnt Marco Bandiera (Androni Giocattoli) vor Andrea Fedi (Neri Sottoli), der dafür im Ausreißerranking die Nase vorne hat. Zu einem Führungswechsel kam es noch im Kampf um die neu eingeführte „Premio Energy“, für die jeweils diejenigen Fahrer Punkte erhielten, welche die letzten drei Kilometer einer Etappe am schnellsten zurücklegten. Enrico Battaglin (Bardiani-CSF) überflügelte hier im letzten Moment Bouhanni. Bei den Mannschaften gewann AG2R La Mondiale die Wertung nach Zeit, Omega Pharma-Quick Step nach Punken und Cannondale den Fair-Play-Preis.

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