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Van der Poel dominiert Radcross-Weltcup-Finale in Hoogerheide - Van Aert wird Zweiter, Pauwels Gesamtsieger
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25.01.2015

Van der Poel dominiert Radcross-Weltcup-Finale in Hoogerheide - Van Aert wird Zweiter, Pauwels Gesamtsieger

Info: Radcross: WELTCUP HOOGERHEIDE 2015
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Hoogerheide, 25.01.2015 - Wenige Tage nach seinem 20. Geburtstag hat Mathieu van der Poel (BKCP-Powerplus) erstmals einen Elite-Weltcup für sich entschieden, und zwar den GP Adrie van der Poel in Hoogerheide, der nach seinem eigenen Vater benannt ist und in diesem Jahr wieder den Abschluss des UCI Weltcups bildete. Der amtierende niederländische Meister dominierte das Rennen fast von Anfang an und brachte gut eine Minute zwischen sich den zweitbesten Fahrer, den ebenfalls erst 20-jährigen Wout van Aert (Vastgoedservice-Golden Palace). Abgesehen davon, dass ihm Nachwuchsathleten im Zieleinlauf weit voraus waren, gab der Weltcup-Führende Kevin Pauwels (Sunweb-Napoleon Games) sich keine Blöße und brachte als Tagesvierter den Gesamtsieg unter Dach und Fach. Platz drei ging, mit freundlicher Zustimmung von Pauwels, an dessen jungen Teamkollegen Gianni Vermeersch, welcher sich durch eine absolut starke Leistung nachdrücklich für die belgische WM-Auswahl empfahl.


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Niederländisches Weltcup-Finale mit ausschließlich belgischen Gesamtsiegern
Im letzten Jahr war Hoogerheide Schauplatz der Weltmeisterschaft gewesen, doch heute wurden auf dem 2855 Meter langen, zwar nicht trockenen, aber auch nicht außergewöhnlich matschigen Parcours wieder einmal das Weltcup-Finale ausgetragen. Dass am Ende des Tages ausgerechnet auf niederländischem Boden alle Weltpokale an belgische Fahrer gehen sollten - was so noch nie der Fall war - ist ein kleiner Schönheitfehler am Rande, für den die enthusiastischen Gastgeber aber mit einer One Man Show ihres neuen Landemeisters üppig entschädigt wurden. Zwar war es Tom Meeusen (Telenet Fidea), der den schnellsten Start hinlegte, aber später sah man vom belgischen Vizemeisters nichts mehr, was umso bedauerlicher war, als dass Meeusen sich sein Startrecht erst vor dem nationalen Sportschiedsgericht BAS hatte erkämpfen müssen. Zusammen mit Bart Wellens (Telenet Fidea) und U23-Meister Laurens Sweeck hatte der Verband ihn vom letzten Weltcup und von der WM ausschließen wollen, weil er bei einem Sportmediziner namens Chris Mertens in Behandlung war, der wiederum die verbotenen Ozontherapie an seinen Patienten durchgeführt haben soll. Meeusens Wut über die ganze Angelegenheit brachte ihn letztlich nur auf den 18. Platz; Wellens wurde gar nur 22ter und verspielte damit jede Aussicht auf eine WM-Nominierung.

Lokalmatador dominiert von Anfang an
Jetzt aber zu dem eigentlichen Helden des Tages. Schon nach einer von neun Runden verzeichnete Mathieu van der Poel 15 Sekunden Vorsprung - nach der zweiten Runden waren es deren 24, und zwar auf Gianni Vermeersch, der sich aus einer größeren Gruppe abgesetzt hatte. Der 22-Jährige, der dank konstanter hervorragender Leistungen im LiVE-Radsport Cross Form Ranking derzeit als Sechster geführt wird, wollte sich genauso für den letzten Platz in der belgischen WM-Auswahl empfehlen wie sein Teamkollege Tim Merlier. Im Gegensatz zu Vermeersch musste jedoch Merlier nach vielversprechendem Beginn Federn lassen und wurde am Ende Achter. Mathieu van der Poel, der natürlich jeden Winkel des Parcours gut kennt, baute seinen Vorsprung beständig weiter aus. Nach vier Runden waren es 43 Sekunden auf Vermeersch und noch einige mehr auf Wout van Aert, Kevin Pauwels, Sven Nys (Crelan-AA Drink), Lars van der Haar (Giant-Alpecin) sowie Francis Mourey (FDJ.fr), die in eben dieser Reihenfolge hinterherfuhren.

Zwei 20-Jährige fahren als Titelanwärter nach Tabór
Es war klar, dass nur noch ein Defekt den niederländischen Meister, der vor sechs Tagen seinen 20. Geburtstag feierte, würde stoppen können. Und zwar nur ein gravierender Defekt, denn zwei Runden vor Schluss fiel Van der Poel tatsächlich die Kette herunter, sein Abstand war aber schon so groß, dass er sie in Ruhe wieder auflegen konnte. Derweil tat sich bei den Verfolgern so einiges. Wout van Aert kam immer näher an Gianni Vermeersch heran und auch Kevin Pauwels gelang es, die Lücke zu seinem Teamkameraden zu schließen. Das Trio ging mit 1:26 Minuten Rückstand auf den Spitzenreiter in die allerletzte Runde, wo Van Aert sich absetzen konnte. Tatsächlich waren es also zwei Zwanzigjährige, welche die ersten beiden Plätze belegten: der stolze Lokalmatador, der mit der Nationalflagge in Händen finishte, und 64 Sekunden später das "schmächtige Kerlchen" ("flauw ventje") - genauso hatte Ex-Weltmeister und Wettkampforganisator Adrie van der Poel den U23-Weltmeister gestern im Interview mit sporza.be genannt. Aber nicht um Van Aert abzuqualifizieren, sondern um seine Tiefstapelei im Hinblick auf die WM zu kritisieren. Es sei keinesfalls so, dass Van Aert - wie er selbst glauben machen wolle - als Underdog nach Tabór fahre. Er sei genauso zu den Titelanwärtern zu zählen wie sein eigener Sohn Mathieu. Offenbar gibt der Ausgang des Weltcup-Finals Vater Van der Poel recht.

Pauwels Weltcup-Gesamtsieger mit fast makelloser Bilanz
Circa zwanzig Sekunden nach Van Aert erreichten Kevin Pauwels und Gianni Vermeersch die Ziellinie, wo der 30-jährige Pauwels dem Jüngeren galant den Vortritt ließ. Ihm reichte der vierte Platz allemal, um zum zweiten Mal nach 2011/2012 den Gesamtweltcup nach Hause zu tragen. Damit war Hoogerheide auch die einzige Weltcup-Station, bei der er nicht aufs Podium kam. In Milton Keynes und in Namur hatte er gewonnen, in Valkenburg, Koksijde und Zolder war er Zweiter geworden - eine strahlende Bilanz, die zu recht mit dem Weißen Trikot belohnt wird. Einzig Lars van der Haar hätte noch sehr theoretische Chancen gehabt, Pauwels den Triumph streitig zu machen, doch der Titelverteidiger, der gestern praktisch konkurrenzlos das Internationale Cyclocross Rucphen gewann, wurde letztlich nur Fünfter. Mit 345 Punkten fehlen ihm 85 zur Spitze. Sein niederländischer Landsmann Corné van Kessel (Telenet Fidea) bewahrte mit 307 Zählern den dritten Gesamtrang, obwohl er heute nur 27ter wurde. Ein einziger Punkt fehlte dem Deutschen Philipp Walsleben (BKCP-Powerplus) somit, um auf das Weltcup-Podest zu gelangen. Der vierzehnte Platz in Hoogerheide war nicht gut genug dafür.

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Frauen: Sanne Cant erste belgische Weltcup-Gesamtsiegerin
Sanne Cant (Enertherm-BKCP) konnte in Hoogerheide Geschichte schreiben. Sie ist die erste Belgierin, die jemals den Weltcup für Frauen gewann und schließt damit eine schmerzhafte Lücke in den Verdiensten der so Radcross-verrückten Nation. Der 24-jährigen Landes- und Europameisterin, die in Koksijde und in Milton Keynes gewonnen hatte, reichte zum Abschluss ein vierter Platz, um mit insgesamt 246 Punkten den Gesamtsieg davonzutragen. Der Tagessieg ging an die italienische Meisterin Eva Lechner, welche sich gut zwei Runden vor Schluss aus einer fünfköpfigen Gruppe absetzte. Cant sowie Pauline Ferrand-Prévot (Rabo Liv Women) und Katerina Nash (Luna Pro) fuhren hinterher, konnten Lechner aber nicht am Durchmarsch zu ihrem ersten Weltcup-Sieg hindern. Letztlich belegte die tschechische Meisterin mit 18 Sekunden Rückstand den zweiten und ihre französische Amtskollegin mit 27 Sekunden Rückstand den dritten Platz. U23-Europameisterin Sabrina Stultiens (Liv Plantur), einst ebenfalls Mitglied der Spitzengruppe, wurde Fünfte. Ihre niederländische Landsfrau Marianne Vos (Rabo Liv), die gestern wegen muskulärer Probleme auf Rucphen verzichtet hatte, zeigte sich auch heute in denkbar schlechter Verfassung. Die Weltmeisterin wurde lediglich Zwölfte - eine Woche bevor sie ihren Titel verteidigen möchte. Zweite in der Gesamtwertung ist die Belgierin Ellen van Loy (Young Telenet Fidea), im Tagesresultat Siebte, mit 204 Punkten. US-Meisterin Katherine Compton (Trek) fiel auf den dritten Rang (187 Punkte), da sie noch weit hinter Vos, nämlich auf Platz 21, finishte.

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U23: Vanthourenhout reicht ein zweiter Platz hinter Sweeck
Wie Tom Meeusen und Bart Wellens so war auch Laurens Sweecks Name im Zusammenhang mit dem umstrittenen Mediziner Chris Mertens aufgetaucht und wie die beiden hatte der aktuelle belgische U23-Meister sich sein Startrecht beim Weltcup-Finale erst durch den Schiedsspruch des BAS erworben. Sichtlich gerührt war der 21-Jährige denn auch, als er die Ziellinie als Sieger überfuhr. Für das Weiße Trikot reichte es freilich nicht - Weltcup-Champion 2014/15 ist der gleichaltrige Michael Vanthourenhout, der in Valkenburg gewonnen hatte, und heute Zweiter wurde (+0:28). Vanthourenhout und Laurens Sweeck hatten sich in der vierten Runde von den beiden Franzosen Clément Venturini und Fabien Doubey abgesetzt. Der französische U23-Meister sollte dann den dritten Platz belegen (+0:52), während Venturini noch Laurens' Zwillingsbruder Diether Sweeck passieren lassen musste. Der niederländische Meister Stan Godrie kam am besten ins Rennen, fiel aber noch bis auf den 15. Platz, unmittelbar hinter den deutschen Meister Felix Drumm, zurück. Vanthourenhouts Gesamtsieg wurde erleichtert durch die Tatsache, dass der nach Heusden-Zolder noch führende Wout van Aert sich für einen vorzeitigen Wechsel in die Elite-Klasse entschieden hatte. Er belegt am Ende den dritten Gesamtrang mit 160 Punkten gegenüber den 185 und 190, die Sweeck bzw. Vanthourenhout auf dem Konto haben.

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Junioren: Iserbyt erwartungsgemäß Tages- und Gesamtsieger
Eli Iserbyt war der erste Gewinner im Rahmen des Radcross-Weltcup-Finals von Hoogerheide. Wie nicht anders zu erwarten war, setzte der 17-jährige belgische und europäische Meister sich mit großer Souveränität durch und verbuchte so seinen 12. Saisonerfolg, seinen dritten im zu Ende gegangenen Weltcup. Nur eine der vier Runden konnte Iserbyt nicht für sich entscheiden, nämlich Namur, wo der Schweizer Johan Jacobs erfolgreich war, der tatsächlich auch im Abschlussranking mit 145 zu 230 Punkten die zweite Position hinter einnimmt. Der Niederländer Max Gulickx wird mit 141 Punkten Gesamtdritter. Doch weder Jacobs noch Gulickx standen heute mit auf dem Podium. Diese Ehre wurde Roel van der Stegen, ebenfalls Niederländer, und US-Meister Gage Hecht zuteil, der Eli Iserbyt noch am längsten Widerstand leistete. Sie kamen mit 48 bzw. 53 Sekunden Rückstand ins Ziel. Jappe Jaspers, der den besten Start von allen hingelegt hatte, wurde letztlich Vierter (+1:00).

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