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LiVE-Radsport.com Statistik-Spezial: Cross-Weltrangliste – Gewinner und Verlierer der Saison 2014/15
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25.02.2015

LiVE-Radsport.com Statistik-Spezial: Cross-Weltrangliste – Gewinner und Verlierer der Saison 2014/15

Autor: Felix Griep (Werfel)



25.02.2015 – Über die Saison hinweg hatten wir mit unserem Cross From Ranking regelmäßig die Leistungen der Fahrer über einen begrenzten Zeitraum von vier Wochen analysiert. Zum Abschluss der Radcross-Zeit, die offiziell am Sonntag mit dem Sluitingsprijs Oostmalle zu Ende ging, inoffiziell aber erst heute Abend mit dem Cyclocross Masters Waregem, wollen wir den Rahmen einer abschließenden Auswertung deutlich weiter fassen. Wir betrachten die UCI-Weltrangliste, die Summe der Ergebnisse aller Rennen von Ende August bis Februar, und vergleichen sie mit der Weltrangliste der vorangegangenen Saison 2013/14. Wer hat sich am meisten gesteigert? Und wer stürzte am weitesten ab?



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Pauwels knapp vor Van Aert der Beste der Saison

Im Dezember, kurz vor Weihnachten, hatte Lars van der Haar, der zum Ende der Saison 2013/14 ganz oben stand, seine Führung in der Weltrangliste an Kevin Pauwels abtreten müssen, aber auch Wout Van Aert war schon auf dem Vormarsch. Er erklomm am 3. Februar einmalig die Spitze des Rankings, das erst wieder am 24. Februar, also nach den letzten Saisonrennen, aktualisiert wurde. Dann stand der 30-jährige Kevin Pauwels wieder auf Position eins, der nach Klaas Vantornout und Jeremy Powers der älteste Fahrer in den Top10 ist.

Van Aert, mit 20 Jahren zusammen mit Weltmeister Mathieu van der Poel der Jüngste in der Weltspitze, hätte möglicherweise mehr Punkte geholt, wäre er nicht in vielen Rennen nur bei der U23 gestartet, die deutlich weniger Punkte bekommen als die Elite – für den Nachwuchs gibt es als Siegprämie bspw. im Weltcup nur 100 statt 200 Punkte und bei C1- sowie C2-Rennen jeweils 30 anstatt 80 respektive 40 bei den „Großen“. Zu denen wird er nächste Saison immer gehören, denn mit seinem WM-Start im Kreise der Profis hat er sich bei der Elite „festgefahren“ und darf künftig nicht mehr bei der U23 antreten. Nimmt man die dominanten Belgier und Niederländer heraus, in deren Heimat der Cross-Sport die größte Popularität genießt, ist der Deutsche Philipp Walsleben wie im Vorjahr der beste Fahrer aller anderen Nationen.


Die Top10 der Weltrangliste 2014/15
1   Kevin PAUWELS           BEL  1905
2   Wout VAN AERT           BEL  1840
3   Lars VAN DER HAAR       NED  1640
4   Mathieu VAN DER POEL    NED  1520
5   Tom MEEUSEN             BEL  1254
6   Laurens SWEECK          BEL  1234
7   Klaas VANTORNOUT        BEL  1121
8   Philipp WALSLEBEN       GER  1091
9   Jeremy POWERS           USA  1063
10  Michael VANTHOURENHOUT  BEL   893


Die Weltranglisten:
UCI Radcross-Ranking 2013/14 | UCI Radcross-Ranking 2014/15


Laurens Sweeck beinahe so stark verbessert wie Van Aert

Wout Van Aerts Saison 2014/15 war herausragend, er feierte 11 Siege bei den Profis – die meisten aller Fahrer! Hinzu kommen fünf weitere Erfolge in der U23-Klasse. Während er in Weltcup und Superprestige noch mehrfach nur mit dem Nachwuchs startete, war er in der bpost bank trofee immer bei der Elite dabei und schnappte sich prompt den Gesamtsieg. In der Weltrangliste kletterte der junge Belgier von Rang zehn auf zwei, sammelte gut 700 Punkte mehr als in der vorangegangenen Saison. Eine ähnliche absolute Steigerung legte sonst nur Laurens Sweeck hin. Der ist mit 21 Jahren kaum älter als sein Landsmann Van Aert und wenn er auch (noch) nicht in der absoluten Weltspitze angekommen ist – sein Sprung von Rang 24 auf sechs zeugt von Konstanz auf recht hohem Niveau und ist es wert, erwähnt zu werden.

Auf Rang drei der Fahrer, die sich nach Punkten am meisten verbesserten, steht Kevin Pauwels, der die Saison 2013/14 als Vierter abgeschlossen hatte, jetzt als Weltcup-Gesamtsieger aber wie schon nach der Saison 2011/12 in der Weltrangliste ganz oben thront. Die fünftgrößte Steigerung erreichte ein Vertreter der Familie Van der Poel, allerdings nicht der neue Elite-Weltmeister Mathieu, sondern sein Bruder David. Mathieu van der Poel selbst hatte seinen Durchbruch schon in der vorherigen Saison geschafft, vergrößerte seine Ausbeute nun um 194 Punkte von 1326 auf 1520 und verbesserte sich vom achten auf den vierten Platz der Weltrangliste.


Die Top15 der Weltranglisten-Gewinner
                                  2013/14    Diff.    2014/15  
Wout VAN AERT              BEL  1134 ( 10.)  + 706  1840 (  2.)
Laurens SWEECK             BEL   550 ( 24.)  + 684  1234 (  6.)
Kevin PAUWELS              BEL  1462 (  4.)  + 443  1905 (  1.)
Gianni VERMEERSCH          BEL   433 ( 32.)  + 381   814 ( 14.)
David VAN DER POEL         NED   368 ( 38.)  + 368   736 ( 15.)
Jeremy POWERS              USA   728 ( 15.)  + 335  1063 (  9.)
Diether SWEECK             BEL    71 (152.)  + 323   394 ( 38.)
Vincent BAESTAENS          BEL     8 (423.)  + 315   323 ( 50.)
Michael BOROS              CZE   279 ( 55.)  + 314   593 ( 20.)
Michael VANTHOURENHOUT     BEL   582 ( 22.)  + 311   893 ( 10.)
Clément VENTURINI          FRA   300 ( 52.)  + 302   602 ( 19.)
Stan GODRIE                NED   166 ( 85.)  + 300   466 ( 29.)
Jakub SKALA                CZE   112 (111.)  + 291   403 ( 36.)
Sascha WEBER               GER   416 ( 33.)  + 270   686 ( 16.)
Marco Aurelio FONTANA      ITA   150 ( 89.)  + 270   420 ( 31.)



Nys mit katastrophaler Saison, Walsleben baut leicht ab

Wo es Gewinner gibt, sind im Sport naturgemäß die Verlierer nicht weit. 2014/15 gab es natürlich auch Fahrer, deren Trend deutlich abwärts zeigte. Ganz oben in dieser Liste steht die lebende Cyclocross-Legende Sven Nys, der nach gutem Saisonstart aus scheinbar unerfindlichen Gründen in ein tiefes Loch fiel und nach Mitte November nicht nur kein Rennen mehr gewann, sondern überhaupt nur noch ein Podiumsergebnis erreichte. Der seit der Saison 1998/99(!) zu den besten Radcrossern gehörende Belgier meinte Ende Januar, der dramatische Einbruch könnte auf eine Übermotivation zu Saisonbeginn zurückzuführen sein, vielleicht habe er nach der Trennung von seiner Frau im Sommer vergangenen Jahres zu viel gewollt und sich mit übertriebenem Training seine „Krise“ selbst eingebrockt. Ob er den Weltranglisten-Sturz von Rang zwei auf zehn mit einem Minus von beinahe 800 Punkten noch einmal umkehren kann? Er will es zumindest versuchen, auch 2015/16, im Alter von dann 39 Jahren, noch nicht vom Sattel steigen.

Große Punktverluste haben ebenfalls die beiden Tschechen Zdenek Stybar und Martin Bina zu verzeichnen, was beim Weltmeister von 2014 aber daran liegt, dass er 2014/15 nur ein einziges Crossrennen beendete, im Oktober in Ronse auf Platz acht, und vier Tage später in Ardooie stürzte. Die daraus resultierende Schulterverletzung war auch dafür verantwortlich, dass für Stybar die WM-Titelverteidigung unmöglich war. Mit 363 Punkten ist auch der Unterschied zwischen Philipp Walslebens Saison 2013/14 und 2014/15 deutlich. Statt sechs gab es diesmal nur noch zwei Top3-Ergebnisse bei Rennen der drei bedeutendsten Rennserien für den zudem als Deutscher Meister entthronten 27-Jährigen. Anders als Nys und der Franzose Francis Mourey, fiel er aber nicht aus den Weltranglisten-Top10 heraus.


Die Top15 der Weltranglisten-Verlierer
                                  2013/14    Diff.    2014/15  
Sven NYS                   BEL  1638 (  2.)  - 798   840 ( 11.)
Zdenek STYBAR              CZE   710 ( 18.)  - 695    15 (394.)
Martin BINA                CZE   717 ( 17.)  - 633    84 (142.)
Enrico FRANZOI             ITA   780 ( 13.)  - 573   207 ( 69.)
Francis MOUREY             FRA  1388 (  7.)  - 559   829 ( 13.)
Wietse BOSMANS             BEL   606 ( 19.)  - 547    59 (188.)
Rob PEETERS                BEL  1048 ( 11.)  - 462   586 ( 22.)
Bart AERNOUTS              BEL   738 ( 14.)  - 424   314 ( 52.)
Thijs VAN AMERONGEN        NED   884 ( 12.)  - 414   470 ( 28.)
Ondrej BAMBULA             CZE   409 ( 35.)  - 394    15 (398.)
Ryan TREBON                USA   503 ( 26.)  - 384   119 (103.)
Thijs AL                   NED   455 ( 29.)  - 375    80 (148.)
Timothy JOHNSON            USA   586 ( 21.)  - 373   213 ( 67.)
Philipp WALSLEBEN          GER  1454 (  5.)  - 363  1091 (  8.)
Nicolas BAZIN              FRA   273 ( 57.)  - 262    11 (415.)


Rückblick:
Cross-Weltrangliste - Gewinner und Verlierer der Saison 2013/14


Kein absoluter Überflieger unter den Neueinsteigern

In der Saison 2013/14 legte Mathieu van der Poel einen rasanten Aufstieg hin. Frisch von den Junioren zur U23 gewechselt, dominierte er in seiner neuen Altersklasse so stark, dass er es bis auf Platz acht schaffte. Einen solch extremen „Newcomer“ gab es in der Weltranglisten 2014/15 nicht. Von den Fahrern, die 2013/14 noch nicht gelistet wurden, kommen der französische Meister Clément Lhotellerie und der tschechische Meister Adam Toupalik auf die höchste Punktzahl. Der 28-jährige Lhotellerie hatte seine letzten Crossrennen vor neun Jahren bestritten, konzentrierte sich seitdem auf den Straßenradsport. Der 18-jährige Toupalik dagegen war in der Vorsaison zweitbester Junior und brachte nun ein ordentliches Premierenjahr als U23-Fahrer hinter sich.


Die Top5 der Neueinsteiger
                                  2013/14    Diff.    2014/15  
Clément LHOTELLERIE        FRA     0 (  -.)  + 254   254 ( 61.)
Adam TOUPALIK              CZE     0 (  -.)  + 251   251 ( 62.)
Joris NIEUWENHUIS          NED     0 (  -.)  + 224   224 ( 65.)
Sebastian CARSTENSEN FINI  DEN     0 (  -.)  + 112   112 (109.)
Liam KILLEEN               GBR     0 (  -.)  + 105   105 (117.)




Unfreiwilliges Karriereende für den drittbesten Fahrer der Vorsaison

Bedeutsame Abgänge hatte der Cross-Sport am Ende der Saison 2013/14 nicht zu verzeichnen. Die Stars waren entweder alle noch relativ jung oder wie Oldie Sven Nys des Wettkampfes noch längst nicht überdrüssig. Doch ausgerechnet Niels Albert, der mit dem Sluitingsprijs Oostmalle das letzte Rennen gewonnen hatte, sollte zur nächsten Saison 2014/15 nicht mehr antreten können. Im Mai gab er wegen schwerer Herzprobleme sein Karriereende bekannt und bestätigte im Dezember, dass er nie wieder Rennen fahren werde. So verschwand der vorherigen Weltrangliste-Dritte komplett von der Bildfläche.


Die Top5 der „Verschwundenen“
                                  2013/14    Diff.    2014/15  
Niels ALBERT               BEL  1488 (  3.)  -1488     0 (  -.)
Mike TEUNISSEN             NED   292 ( 53.)  - 292     0 (  -.)
Robert GAVENDA             SVK   282 ( 54.)  - 282     0 (  -.)
Egoitz MURGOITIO REKALDE   ESP   245 ( 61.)  - 245     0 (  -.)
Raphael GAGNE              CAN   220 ( 67.)  - 220     0 (  -.)





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