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Starker Wochenabschluss von Astana mit Tiralongo-Sieg und Aru-Attacke – Geschke schnappt sich Bergtrikot
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17.05.2015

Starker Wochenabschluss von Astana mit Tiralongo-Sieg und Aru-Attacke – Geschke schnappt sich Bergtrikot

Info: GIRO D’ITALIA 2015
Autor: Felix Griep (Werfel)



San Giorgio del Sannio, 17.05.2015 – Drei Fahrer in den Top5 der Gesamtwertung sind eine Auszeichnung für die Klasse der Astana-Mannschaft bei diesem Giro d’Italia. Doch ein Erfolg wie die Eroberung des Rosa Trikots oder ein Etappensieg waren bisher noch ausgeblieben. Auf der letzten Etappe vor dem ersten Ruhetag konnte immerhin eines dieser Ziele verwirklicht werden. Paolo Tiralongo mischte sich unter die Ausreißer und holte sich den Tagessieg; sehr zum Leidwesen von Tom-Jelte Slagter, der bis kurz vor Schluss und mehr als 60 Kilometer lang alleine an der Spitze des Rennens gelegen hatte. Zu den Ausreißern gehörte auch der Deutsche Simon Geschke, dessen Bilanz mit Platz drei und dem Bergtrikot sich sehen lassen kann. Fabio Aru und Mikel Landa konnten im Finale der Favoriten bis auf Alberto Contador und Richie Porte wieder einmal alle Gegner distanzieren.

Geschke erobert aus elfköpfiger Gruppe das Bergtrikot
Noch 215 Kilometer lagen zwischen dem Giro-Peloton und dem ersten Ruhetag, zwischen Benevento und San Giorgio del Sannio, den beiden südlichsten Orten, welche die Italien-Rundfahrt in diesem Jahr besucht. Nach der Bergankunft vom Vortag gab es auf der 9. Etappe zwar kein weiteres ansteigendes Finale, aber dennoch die bisher höhenmeterreichste Strecke. Gut 50 Kilometer dauerte es bis zur Entstehung einer Fluchtgruppe, die sich gute Chancen ausrechnen durfte, hatte es doch an den fünf Tagen zuvor schon dreimal mit Ausreißersiegen geklappt. Die bereits am Vortag aktiven Carlos Betancur (AG2R La Mondiale) und Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo) sowie neun weitere Fahrer gingen gemeinsam den schwersten Teil der Etappe an. Erst ging es den langen Anstieg zum Monte Terminio (20,0 km à 4,2%) hinauf, dann folgte der steilere Colle Molella (9,5 km à 6,3%). Beide Bergwertungen der 2. und 1. Kategorie gewann Simon Geschke (Giant-Alpecin), der damit nach 127 gefahrenen Kilometern schon als erster deutscher Träger des Giro-Bergtrikots seit Sebastian Lang 2011 feststand. Weil kurz vor dem Ziel noch ein Berg der 2. Kategorie wartete, hätte Beñat Intxausti (Movistar) rein theoretisch noch einmal zurückschlagen können, aber der gestrige Sieger spielte heute überhaupt keine Rolle.

Slagter bei langem Solo mit fast zwei Minuten Vorsprung
Der Vorsprung der Ausreißer hatte auf dem Terminio bereits sechs Minuten betragen, auf dem Molella blieben nur noch zwei. In der Abfahrt zwischen den beiden Bergen hatte es im Feld einen Angriff von Sergio Paulinho (Tinkoff-Saxo) gegeben, im zweiten Anstieg dann einen von Dario Cataldo (Astana). Die Mannschaften der beiden Topfahrer Alberto Contador und Fabio Aru pushten sich in dieser Phase gegenseitig, ließen dann aber wieder locker, woraufhin der Abstand zu den Führenden aufs Neue anwuchs. Betancur und Kruijswijk, dazu Geschke, desweiteren Paolo Tiralongo (Astana), Amaël Moinard (BMC Racing), Kenny Elissonde (FDJ), Jesus Herrada (Movistar), Maxim Belkov (Katusha) sowie Ryder Hesjedal und Tom-Jelte Slagter (beide Cannondale-Garmin), die einzigen Teamkollegen in der Gruppe – zehn Mann waren jetzt noch vorne. Geburtstagskind Sonny Colbrelli (Bardinia-CSF), seit heute 25 Jahre alt, hatte den Colle Molella nicht an der Spitze überstanden. Nach der Abfahrt von diesem zweiten großen Berg waren wieder einige Minuten Vorsprung hinzugekommen und Slagter fühlte sich zu einem verwegenen Angriff hingerissen. Er setzte sich von seinen Mitausreißern ab – 73 Kilometer vor dem Ziel. Schnell fuhr der Niederländer alleine 1:45 Minute voraus – eine Situation, die bis 20 Kilometer vor Schluss Bestand hatte.

Tiralongo: 37 Jahre, elfter Giro d’Italia, dritter Etappensieg
Was für einen fulminanten Sieg dieses lange Solo doch gegeben hätte. Doch leider wartete 11,6 Kilometer vor dem Ziel noch eine Bergwertung auf Slagter, eine 2. Kategorie auf dem Passo Serra. Auf den durchschnittlichen acht Prozent schweren 3,6 Kilometern dieses Anstiegs schrumpfte sein Polster auf wenige Sekunden. Aus der Verfolgergruppe gab es so lange Attacken, bis sich Tiralongo als erster Jäger etabliert hatte. Acht Kilometer vor dem Ziel holte der 37-jährige Italiener Slagter ein, kurz darauf fuhr er ihm davon. Schon in der Vorbereitung war Tiralongo ein Ausreißersieg beim Giro del Trentino gelungen, jetzt holte er sich seinen dritten Giro-Erfolg nach Macugnaga 2011 und Rocca di Cambio 2012. Gut zwanzig Sekunden betrug schlussendlich sein Vorsprung auf die Geschlagenen, von denen Krujswijk Platz zwei und Geschke Platz drei belegten. Rund eine Minute verging, bis Tiralongos Teamkollegen Fabio Aru und Mikel Landa gemeinsam mit Alberto Contador (Tinkoff-Saxo) und Richie Porte (Sky) die Etappe beendete. Wieder einmal waren diese Vier die Stärksten unter den Favoriten gewesen, distanzierten eine Gruppe mit Rigoberto Uran (Etixx-Quick Step) und 33 weiteren Fahrer um eine Dreiviertelminute.

Aru kämpft verbissen um Rosa, Contador lässt sich nicht kleinkriegen
Als das Hauptfeld zum Passo Serra kam, zeigte sich ein Bild wie man es von diesem Giro mittlerweile nur allzu gut kennt: Astana machte Tempo, Aru attackierte, Contador und Porte folgten, Landa ebenfalls. Im Vergleich zum Rest scheint dieses Quartett in einer anderen Liga zu fahren. Aru hätte den Ruhetag nur zu gerne im Rosa Trikot verbracht, doch konnte er dessen Träger Contador nicht abschütteln. Er versuchte es sogar noch auf der Zielgeraden, wo er eine Sekunde herausholen konnte. Das reichte nicht, verkürzte seinen Rückstand nur auf drei Sekunden. Porte bleibt in der Gesamtwertung 22 Sekunden hinter Contador auf dem dritten Platz, Landa (+0:46) verdrängte Dario Cataldo (+1:16), den dritten Astana-Fahrer in den Top5, vom vierten Rang. Als Sechster folgt Contadors Helfer Kreuziger (+1:46) und erst danach mit jetzt schon mehr als zwei Minuten Rückstand die nächsten Fahrer aus anderen Teams: Giovanni Visconti (Movistar), Uran und Damiano Caruso (BMC Racing). Platz 188, den letzten des Klassements, belegt Matteo Pelucchi (IAM Cycling), der Sprintzweite der 6. Etappe. Er erbte die Rote Laterne vom Japaner Manabu Ishibashi (Nippo-Vini Fantini), der die heutige Etappe nicht beendete.

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Nach dem Ruhetag stehen am Dienstag auf der 10. Etappe exakt 200 Kilometer an, ganz im Gegenteil zu den letzten Tagen ist es dann total flach. Die Sprinter dürfen sich als auf eine Siegchance freuen.





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