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Van Avermaets Überlegenheit im Finale der 13. Etappe verlängert Sagans Serie zweiter Tour-Plätze
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17.07.2015

Van Avermaets Überlegenheit im Finale der 13. Etappe verlängert Sagans Serie zweiter Tour-Plätze

Info: TOUR DE FRANCE 2015
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Rodez, 17.07.2015 – Nach einem ständigen Hin und Her im Kampf um das Grüne Trikot während der Tage in den Pyrenäen hat Peter Sagan heute einen größeren Abstand zwischen sich und André Greipel legen können. 24 Punkte mehr weist der Slowake nach der 14. Etappe auf, an deren Ende ihm trotzdem nicht zum Jubeln zumute war. Denn an der kurzen Schlusssteigung wurde er wieder einmal nur Zweiter, zum vierten Mal bei dieser Tour und zum 15. Mal bei seinen vier Teilnahmen an der Frankreich-Rundfahrt. Dem stehen „nur“ vier Etappensiege gegenüber, von denen der letzte schon zwei Jahre her ist. Sagans Misere wurde verlängert durch Greg Van Avermaet, der mit einem starken Bergsprint die Topkletterer der Rundfahrt hinter sich ließ und kurz vor dem Ziel drei Ausreißer aus ihren Träumen riss.


Der LiVE-Radsport Blog: Tines Tour Talk (13) – Presse

Geniez steuert in Spitzengruppe seinen Geburtsort an
Die Pyrenäen liegen hinter den Fahrern und die Alpen lassen noch bis Mittwoch nächster Woche auf sich warten. Das 14. Teilstück der Tour de France war die erste von vier sogenannten „Überführungsetappen“, die aber auch alle ihren Tücken aufweisen. Heute waren es die letzten 570 Meter der insgesamt 198,5 Kilometer, die Sprintern einen Strich durch die Rechnung machten. Heftige 9,6% Steigung wies das Finale im Zielort Rodez auf. Der dort geborene Alexandre Geniez (FDJ) ließ seiner vor dem Start getätigten forschen Ansage – „dies ist meine Etappe“ – Taten folgen und attackierte sofort. So schaffte es der Franzose in eine Gruppe mit Thomas De Gendt (Lotto Soudal), Wilco Kelderman (LottoNL-Jumbo) und Nathan Haas (Cannondale-Garmin), zu der kurz darauf noch Cyril Gautier (Europcar) und Pierre-Luc Périchon (Bretagne-Séché Environnement) aufschlossen. Andriy Grivko (Astana) und Perrig Quéméneur (Europcar) entschieden sich dagegen zu spät für eine Verfolgung und kamen nicht mehr an die Gruppe heran, ehe diese ihren Vorsprung deutlich ausgebaut hatte. Als dieser 4:30 Minute erreichte, zog Giant-Alpecin, das auf den hügelfesten John Degenkolb baute, im Feld das Tempo an und stabilisierte den Abstand in einem Bereich von dreieinhalb bis vier Minuten.

Greipel punktet gut am Zwischensprint, aber eben nur dort
Nach 92,5 Kilometern nahmen die Ausreißer am Zwischensprint die fetten Punkte mit, aber bei dem engen Stand in der Punktewertung zwischen Peter Sagan (Tinkoff-Saxo) und André Greipel „macht auch Kleinvieh Mist“ wie schon die Pyrenäen mit mehreren Führungswechseln zeigten. Greipel gewann den Sprint des Feldes vor Degenkolb und Mark Cavendish (Etixx-Quick Step). Sagan, auf seiner Straßenseite hinter den beiden Deutschen ausweglos eingeklemmt, landete drei Plätze hinter seinem ärgsten Rivalen, so dass Greipel mit einem Punkt Vorsprung die Führung im virtuellen Punkteklassement übernahm. Dass sich dies mit der Zielankunft wieder ändern würde, war aber abzusehen, weil diese vielmehr den Fähigkeiten Sagans als Greipels entgegenkam. Greipel fiel sogar schon gut 60 Kilometer vor dem Ziel ein erstes Mal aus dem Feld zurück. Schuld waren die Côte de Saint-Cirgue und Tinkoff-Saxo. Sagans Team hatte an dieser ersten von drei Bergwertungen (3. Kategorie) das Tempo erhöht. Eine größere Gruppe um Greipel schaffte zwar wieder den Anschluss, als durch einen Defekt Vincenzo Nibali zu ihnen kam und Astana daraufhin für den Zusammenschluss sorgte. Aber nach den weiteren Bergwertungen, den 4. Kategorien Côte de la Pomparie und Côte de la Selve, war es dann endgültig um Greipel geschehen.

Letzte drei Ausreißer erst an der Zielsteigung gestellt
Nach und nach stellten auch andere Mannschaften wie Orica-GreenEdge, MTN-Qhubeka oder BMC Racing Fahrer für die Verfolgung der Ausreißer zur Verfügung. Haas war der Erste, der es alleine versuchen wollte, raste seinen Mitstreitern davon, als noch 24 Kilometer zu fahren waren. Kurz hinter der 20-Kilometer-Marke, wo das Feld 1:45 Minute Rückstand aufwies, wurde er aber bereits wieder eingeholt. Es folgte noch eine nicht kategorisierte längere Steigung mit dem Kulminationspunkt etwa zehn Kilometer vor dem Ziel, wo sich die Gruppe dann endgültig auflöste. De Gendt attackierte und Kelderman setzte nochmals einen drauf, wonach nur noch diese beiden plus Gautier verblieben. In die Abfahrt zum Zielort starteten sie 45 Sekunden vor dem Feld, an der Flamme Rouge waren noch acht Sekunden übrig. Marco Haller und Alexander Kristoff (beide Katusha) führten jetzt das Feld an, spielten in der Steigung dann aber überhaupt keine Rolle mehr. Sie lagen am Ende ebenso eine Dreiviertelminute hinter dem Sieger wie Arnaud Démare (FDJ), dessen früher Antritt als Katapult für Greg Van Avermaet (BMC Racing) wirkte, durch dessen Angriff dann die Ausreißer von der Spitze verschwanden. Auf die Plätze 20, 28 und 29 wurden Kelderman, Gautier und De Gendt noch durchgereicht.

Bärenstarker Van Avermaet lässt Sagan nicht mehr vorbei
Das powervolle Vorpreschen Van Avermaets konnte einzig Sagan kontern, für den es aber auch das Maximum bleiben sollte, sich am Hinterrad des Belgiers festzuklammern. Zwar versuchte Sagan auf den letzten Metern, als es ein wenig flacher wurde, noch vorbeizugehen, aber Van Avermaet, der schon bei den schweren Finishs in Le Havre und Mûr-de-Bretagne als Fünfter und Sechster gut abgeschnitten hatte, hatte dem Aufbäumen seines Hintermannes genug entgegenzusetzen. Der Rest war klar geschlagen. Der drei Sekunden zurückliegende Jan Bakelants (AG2R La Mondiale) wurde Dritter, mit sieben Sekunden Rückstand folgten Degenkolb und Paul Martens (LottoNL-Jumbo). Zeitgleich mit den beiden Deutschen waren neun weitere Fahrer: die Top9 der Gesamtwertung. Der Gesamtzehnte Bauke Mollema (Trek Factory Racing) kam zwar mit fast vier Minuten Rückstand ins Ziel, wurde aber in derselben Zeit wie Leader Chris Froome (Sky) und die anderen Favoriten gewertet, weil ein Defekt auf den letzten drei Kilometern sein Zurückfallen verschuldet hatte. Bedeutende Änderungen in der Gesamtwertung blieben also aus, dafür gibt es in der Punktewertung nun den größten Abstand zwischen Rang eins und zwei seit der 5. Etappe. Damals lag Greipel noch 32 Punkte vor Sagan, jetzt hat er 24 Punkte Rückstand. Degenkolb liegt 33 Punkte hinter Greipel und 57 hinter Sagan und Cavendish, der heute 37. wurde, ist jetzt 93 Punkte vom Grünen Trikot entfernt.

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Heute war es schon nicht ohne, aber die Ankunft der 14. Etappe ist nochmal ein ganz anderes Kaliber. Das Ziel in Mende befindet sich nur 1,5 Kilometer hinter der Côte de la Croix Neuve (3,0 km à 10,1%). Der Kampf um den Sieg wird aber sicherlich schon gut 40 Kilometer mit der Einfahrt in den Aufstieg zur Côte de Sauveterre (9,0 km à 6,0%) eingeläutet.





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