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Wout van Aert schlägt Nys in Essen – Mathieu van der Poel Pechvogel des Tages
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05.12.2015

Wout van Aert schlägt Nys in Essen – Mathieu van der Poel Pechvogel des Tages

Info: Radcross: bpost bank trofee - Noordvlees Van Gool Essen 2015
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Essen, 05.12.2015 – Wout van Aert (Vastgoedservice-Golden Palace) hat zum vierten Mal in Folge ein Rennen der bpost bank trofee 2015/16 für sich entschieden. Diesmal war der 21-jährige Weltranglistenerste in Essen erfolgreich, wo er Sven Nys (Crelan-AA Drink) im Schlusssprint schlug. U23-Weltmeister Michael Vanthourenhout (Sunweb-Napoleon Games) kam vor zwei Teamkollegen auf den dritten Platz (+0:29). Dabei hätte der Wettkampf ganz anders ausgehen können: Mathieu van der Poel (BKCP-Corendon) lag allein in Führung, als ein Defekt zur Unzeit den wiedererstarkten Mann im Regenbogentrikot stoppte. Seine Gesamtführung baute Wout van Aert natürlich ein weiteres Mal aus, auf jetzt über drei Minuten.


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Rennen in Zeichen der Trauer und eines Blitzbesuchs
Das Noordvlees Van Gool Essen, die vierte Station der bpost bank trofee stand im Zeichen der Trauer: Gestern war der an Alzheimer erkrankte, siebenfache Radcross-Weltmeister Eric de Vlaeminck im Alter von 70 Jahren verstorben und es gab keinen Zuschauer und keinen Aktiven, der den Verlust dieser Sportlerlegende heute nicht im Hinterkopf gehabt hätte. Aber noch ein weiterer Umstand drückte dem Rennen seinen Stempel auf: Nach langem Hin und Her hatte der dreifache Weltmeister Zdenek Stybar (Etixx-Quick Step), seit Längerem hauptberuflich auf der Straße aktiv, sich dazu entschieden, Essen zu seinem einzigen Auftritt im Querfeldein-Zirkus diesen Winter zu machen. Der Spaß – und der Wunsch, sich nicht zu verletzten – stand für Stybar allerdings klar im Vordergrund. Er landete unter ferner liefen, genoss aber sichtlich das Wiedersehen mit seinen Fans. Fürs sportliche Geschehen sorgten andere, z. B. ein junger Niederländer, dessen Talent wir zwar kennen, der aber in dieser Saison noch keine Akzente setzen konnte: Corné van Kessel (Telenet-Fidea). Er führte das Feld kurz nach dem Start allein an, erhielt dann aber Gesellschaft von Sven Nys und Wout van Aert und musste wenig später seinem Landsmann Mathieu van der Poel Platz machen. Van der Poel war es auch, der auf der zweiten Runde am Zwischensprint die maximale Bonussekundenzahl abgriff, vor Nys und Van Aert. Zusammen mit Nys setzte der Weltmeister sich ein wenig ab, aber noch ehe die Lücke zu groß wurde, stellte Van Aert den Anschluss wieder her. Auch Gianni Vermeersch (Sunweb) gesellte sich zu den Spitzenreitern, konnte sich aber nicht lange vorne halten.

Wout van Aert nimmt Kurs auf zweiten Gesamtsieg
Nach und nach erhöhte Van der Poel nun das Tempo, und auf der drittletzten Runde war es so weit: Der Mann im Regenbogentrikot, der seine Knieprobleme anscheinend gänzlich überwunden hat, zog auf und davon. Auf einmal schien der Sieg – sein erster Saisonsieg, der erste nach der langen Verletzungspause – in greifbare Nähe gerückt. Doch dem 20-Jährigen wurde der nasse, schlammige Parcours, welcher Fahrer und Material mit einer braunen Schicht überzog, zum Verhängnis. Sein Schaltwerk blockierte ausgerechnet an einer Stelle, an der keine Wechselzone in Sicht war. Das Rad geschultert musste Van der Poel mit ansehen, wie seine beiden Verfolger und dann noch einige weitere Fahrer an ihm vorbeizogen. Am Ende wurde er bitter enttäuschter Achter. Aber sei's drum, in dieser Form dürfte der Weltmeister noch für viele Top-Resultate gut sein. Apropos: Die besten Aussichten auf den Sieg hatten nun natürlich wieder Van Aert und Nys, der jenem bereits in Koksijde eine seiner raren Niederlagen zugefügt hatte. Die beiden ließen einander nicht aus den Augen und blieben bis auf die letzten Meter zusammen. Zwischenzeitlich hätte man den Eindruck haben können, dass Van Aert etwas schwächer aufgestellt sei als Nys. Dem war aber nicht so. Ein Überholmanöver des 39-Jährigen in der letzten Kurve wusste Van Aert geschickt auszuhebeln, um dann mit Vorsprung auf die Zielgerade zu gehen. Nys beteiligte sich praktisch nicht mehr am Sprint – 7 Sekunden hinter dem Mann mit der goldenen Rückennummer rollte er über die Linie. In der Gesamtwertung verbesserte der Altmeister sich auf den dritten Rang (da Lars van der Haar auf einen Start in Essen verzichtete), er hat aber fast sieben Minuten Rückstand. Und auch der Abstand des Gesamtzweiten zu Van Aert ist unter normalen Umständen kaum noch aufzuholen: Kevin Pauwels (Sunweb) wurde hinter Teamkamerad Vanthourenhout und vor Teamkamerad Vermeersch mit 35 Sekunden Rückstand Vierter; es fehlen ihm daher jetzt 3:19 Minuten auf den Spitzenreiter der bpost bank trofee.

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Frauen: Cants erster Erfolg in der bpbt 2015/16
Bei den Damen beendete Sanne Cant (Enertherm-BKCP) endlich ihre bpost bank trofee-Flaute. Achtmal war die belgische und europäische Meisterin in dieser Saison schon erfolgreich gewesen, aber noch nie in der drittwichtigsten Rennserie. Die 25-Jährige feierte einen Start-Ziel-Sieg vor der Niederländerin Thalita de Jong (Rabo-Liv), die morgen 23 wird, und Jolien Verschueren (VZW Young Telenet-Fidea). "Es ging mir heute vor allem darum, mich selbst zu bestätigen", so Sanne Cant. "Ich habe im vergangenen Sommer hart gearbeitet, um auf einem Rundkurs dieser Art gewinnen zu können. Ich wollte hier eine tolle Leistung zeigen und das ist geglückt." In der Gesamtwertung rückt Cant bis auf 20 Sekunden an die Führende Verschueren heran.

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U23: Europameister Hermans setzt sich früh ab
Bei den Männern U23 feierte Quinten Hermans (Telenet-Fidea) seinen ersten Sieg im Europameistertrikot, und zwar als Solist, da er sich bereits in der zweiten Runde absetzten konnte. "Es war wirklich nicht mein Ziel, so früh allein in Führung zu gehen", sagte der 20-jährige Belgier hinterher. "Aber weil noch so viele Fahrer zusammen waren, wollte ich für eine Vorentscheidung sorgen. Ich beschleunigte und hatte plötzlich einen Vorsprung von 10 Sekunden. Von da an kamen mir keine Zweifel mehr." Teamkollege Nicolas Cleppe wurde Zweiter (+0:13), Yorben van Tichelt (Sunweb) Dritter (+0:27). In der Gesamtwertung liegt aber weiter der heute Sechstplatzierte Jonas Degroote (Lares-Doltcini) vorne. Er hat noch 70 Sekunden Vorsprung auf den Tagesvierten Daan Hoeyberghs (BKCP-Corendon).

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Das Rennen der Debütanten ("nieuwelingen") gewann Niels Vandeputte vor Bart Hazekamp und Arno van den Broeck. Es zählte nicht mit zur Gesamtwertung, in der also weiterhin der Niederländer Tomas Kopecky die Nase vorne hat. Der Schweizer Luca Schatti wurde in Essen guter Fünfter.

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Bei den Junioren, für die es keine bpost bank trofee gibt, war Thijs Wolsink aus den Niederlanden erfolgreich. Die Belgier Jari de Clercq und Toon Vandenbosch komplettierten das Podest.

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Die nächste bpost bank trofee findet am 19.12. beim Scheldecross in Antwerpen statt, welcher erstmals zu dieser Serie gehört.





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