<< älterer Bericht  | zurück zur News |  neuerer Bericht >>
Start > Tour Down Under
Richie Porte schafft Hattrick auf dem Willunga Hill, aber wieder nicht den Gesamtsieg bei der Tour Down Under
Suchen Tour Down Under Forum  Tour Down Under Forum  Tour Down Under
23.01.2016

Richie Porte schafft Hattrick auf dem Willunga Hill, aber wieder nicht den Gesamtsieg bei der Tour Down Under

Info: TOUR DOWN UNDER 2016
Autor: Felix Griep (Werfel)



Willunga Hill, 23.01.2016 – Mit einem enorm starken, ununterbrochenen Sprint auf den letzten 1100 Meter des Willunga Hill hat Richie Porte seine Vormachtstellung am wichtigsten Berg der Tour Down Under behauptet. Schon zum dritten mal in Folge holte er sich den Sieg auf der Königsetappe, aber für den Gesamtsieg war das wieder einmal nicht ausreichend. 2014 fehlten ihm nach seinem Etappenerfolg noch 10 Sekunden auf Simon Gerrans, 2015 gar nur 2 Sekunden auf Rohan Dennis und diesmal sind es 9 Sekunden, die ihn von Rang eins trennen, den damit wohl zum vierten Mal in der Geschichte der australischen WorldTour-Rundfahrt Gerrans belegen wird.

Ausreißerquartett macht es dem Feld nicht leicht
Die traditionelle Königsetappe der Tour Down Under führte auch in diesem Jahr wieder zum Willunga Hill, einem dreieinhalb Kilometer langen Anstieg in der Nähe der kleinen Stadt Willunga, rund 50 Kilometer südlich von Adelaide gelegen. Ehe man diesen zweimal empor kletterte, legte man den Großteil der 151,5 Kilometer, welche auf diesem 5. Teilstück zu absolvieren waren, auf einem Rundkurs durch das Weinanbaugebiet McLaren Vale zurück. Lars Boom (Astana) unternahm sofort nach dem Start den ersten Ausreißversuch, danach probierten es auch Alexis Gougeard (AG2R La Mondiale) und Adam Hansen (Lotto Soudal), die beide in den letzten Tagen schon als Ausreißer in Erscheinung getreten waren. Aber erst nach gut 15 Kilometern kam eine Gruppe weg, in die es Boom geschafft hatte. Der Niederländer wurde begleitet von seinem Landsmann Pim Ligthart (Lotto Soudal), dem Portugiesne Nelson Oliveira (Movistar) und dem Südafrikaner Reinardt Janse Van Rensburg (Dimension Data). Sie setzten sich bis zu sechs Minuten vom Peloton ab und gaben von diesem Vorsprung nichts kampflos ab. Als man 31,8 Kilometer vor dem Rennende ein letztes Mal den Startort passierte und sich erstmals Richtung Willunga Hill begab, fuhr das Quartett noch immer mehr als vier Minuten voraus.

Sky-Dominanz am Schlussanstieg hält nicht lange an
Bei der ersten Passage des Willunga Hill knapp zehn Kilometer später waren es immerhin noch zweieinhalb Minuten zwischen Janse Van Rensburg und dem Hauptfeld. Er hatte sich im Anstieg mit einer kraftvollen Attacke von den anderen Ausreißern gelöst, die ihn aber in der Abfahrt schnell wieder einholten. Aus dem Feld hatten Lieuwe Westra (Astana) und Jarlinson Pantano (IAM Cycling) attackiert und erreichten die Bergwertung etwa zwanzig Sekunden vor den Favoriten, aber auch sie fielen rasch wieder zurück. Die Teams BMC Racing und Sky arbeiteten fortan gemeinsam daran, den Rückstand auf die Fluchtgruppe zu reduzieren, was ihnen auch bestens gelang: 3,7 Kilometer vor dem Ziel erfolgte der Zusammenschluss, 200 Meter vor dem Beginn des Schlussanstiegs. Dort nahm Sky nun alleine das Heft des Handelns in die Hand, wollte das Feld auf einen Angriff von Sergio Henao vorbereiten – sprich: mit möglichst hohem Tempo die Kraftreserven seiner Gegner anzapfen. Luke Rowe leistete die ersten 700 Meter des Berges die Führungsarbeit, dann übernahm der britische Meister Peter Kennaugh mit so viel Elan, dass es fast wie ein Angriff aussah. Doch Kennaugh „verglühte“ ebenso schnell wie anschließend Geraint Thomas, so dass es mit der Sky-Dominanz schon 2,2 Kilometer vor dem Ziel wieder vorbei war.

Henao und Woods können Portes Tempo nicht ewig folgen
Als die Sky-Helfer ihr Pulver verschossen hatten, begannen umgehend die Attacken. Simon Clarke (Cannondale) war der erste Angreifer, direkt gefolgt von Rohan Dennis (BMC Racing). Beide konnten sich aber nicht absetzen und Dennis hatte sich so sehr übernommen, dass der Gesamtsieger des Vorjahres sofort das immer kleiner werdende Feld ziehen lassen musste. Der nächste Angriff ließ nicht lange auf sich warten, Lucas Hamilton (UniSA) fuhr ein paar Meter Vorsprung heraus. Nach kurzer Zeit schloss George Bennett (LottoNL-Jumbo) zu ihm auf und Chris Hamilton (UniSA) setzte nach – dann zeigte ihnen Richie Porte (BMC Racing) wie es richtig geht: 1100 Meter vor dem Ende griff der Willunga Hill-Sieger von 2014 und 2015 mit einem wuchtigen Antritt an und ließ bis ins Ziel nicht mehr nach. Nur Michael Woods (Cannondale) und Sergio Henao (Sky) konnten ihm anfangs noch folgen. Beim Kanadier Woods dauerte es aber nicht lange, bis er Meter um Meter zurückfiel und auch der Kolumbianer Henao konnte Portes Bergsprinttempo irgendwann nicht mehr mitgehen. Überlegen fuhr Porte somit zum dritten Mal in Folge den Sieg auf dem Willunga Hill ein, während Henao sechs Sekunden hinter ihm und drei Sekunden vor Woods als Etappenzweiter sich den Gewinn des Bergtrikots endgültig sicherte.

Gerrans bleibt ruhig und hält Zeitverlust in Grenzen
Mit den sechs Sekunden Vorsprung und vier weiteren Sekunden Gewinn durch die Zeitgutschriften hatte Porte gegenüber Henao die acht Sekunden wettgemacht, welche er bei der Zielankunft am Vortag verlor, als direkt vor ihm eine Lücke im Hauptfeld entstanden war. Es stand aber noch der Vergleich mit Simon Gerrans (Orica-GreenEdge) aus, der Porte neben diesen acht Sekunden in den letzten Tagen 28 weitere ausschließlich durch Zeitgutschriften abgenommen hatte. Gerrans, der den Großteil des Schlussanstiegs gut behütet von seinem Teamkollegen Michael Albasini und Daryl Impey zurückgelegt hatte, ließ sich von Portes Angriff nicht in Panik versetzen und blieb in der Hauptgruppe zurück, welche am Ende noch neun Fahrer umfasste und 17 Sekunden Rückstand aufwies. Das reichte Gerrans locker zum Erhalt seiner Führung – neun Sekunden vor Porte und elf vor Henao. Jay McCarthy (Tinkoff) konnte seine vorherige Podiumsplatzierung nicht verteidigen, rutschte mit nunmehr 20 Sekunden Gesamtrückstand von Rang zwei auf vier ab, liegt damit direkt vor dem zeitgleichen Woods. Er bleibt aber bester Nachwuchsfahrer und hat mit nur fünf Punkten Rückstand auf Gerrans gute Chancen auf den Gewinn der Punktewertung. Für Dennis ging es gar von Positon drei auf 16 hinab, nachdem er das Ziel erst fast eine Minute nach seinem Teamkollegen Porte erreichte.

-> Zum Resultat

Neun Sekunden Vorsprung sollten Simon Gerrans bei der 6. Etappe normalerweise reichen, um seinen vierten Gesamtsieg nach 2006, 2012 und 2014 unter Dach und Fach zu bringen. Es handelt sich um ein Kriterium in Adelaide, bei dem entsprechend die Sprinter und nicht die Kletterer den Ton angeben werden.





Richie Porte schafft Hattrick auf dem Willunga Hill, aber wieder nicht den Gesamtsieg bei der Tour Down Under
Richie Porte schafft Hattrick auf dem Willunga Hill, aber wieder nicht den Gesamtsieg bei der Tour Down Under

Zum Seitenanfang von für Richie Porte schafft Hattrick auf dem Willunga Hill, aber wieder nicht den Gesamtsieg bei der Tour Down Under



Radsportnews auf Twitter - Radsport, Cycling, Radrennen live