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Van Aert unterliegt Van der Poel in Hoogstraten, hält aber Kurs auf Superprestige
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07.02.2016

Van Aert unterliegt Van der Poel in Hoogstraten, hält aber Kurs auf Superprestige

Info: Radcross: Hansgrohe Superprestige - Hoogstraten 2016
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Hoogstraten, 07.02.2016 - Beim Superprestige Hoogstraten hat Wout van Aert (Vastgoedservice-Crelan) einen großen Schritt in Richtung Gesamtsieg gemacht - und das obwohl der Weltmeister das Rennen nicht gewinnen konnte, sondern sich Mathieu van der Poel (BKCP-Corendon) um 16 Sekunden geschlagen geben musste. Der niederländische Meister hatte sich von seinem Tief gestern in Sint-Niklaas gut erholt und hielt den Druck auf Van Aert konstant hoch. Von den anderen Fahrern konnte keiner in den Zweikampf eingreifen, Tom Meeusen (Telenet-Fidea) schlug sich immerhin tapfer und wurde 53 zurück Dritter. Sven Nys kam als Vierter an, etliche Positionen vor Kevin Pauwels (Marlux-Napoleon Games), und verbesserte so auf den zweiten Platz in der Gesamtwertung. Er hat aber sieben Punkte Rückstand zum Spitzenreiter.


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Meeusen auf verlorenem Posten
Freundliche Sonnenstrahlen fielen auf den feuchten, aufgewühlten Parcours von Hoogstraten, als die Teilnehmer zum vorletzten Superprestige-Event antraten. Daneben drohte ein düsterer Himmel, der gegen Ende des Rennens tatsächlich ein paar Regentropfen schicken sollte. Gute Vorzeichen also für den Mann im Regenbogentrikot, den Superprestige-Führenden Wout van Aert, der zwar genau wie gestern in Sint-Niklaas eher verhalten startete, aber schnell Anschluss an die Spitzengruppe um Mathieu van der Poel fand. Dass auch Toon Aerts, Tom Meeusen (beide Telenet) und David van der Poel dazugehörten, muss eigentlich kaum erwähnt werden. Denn schon nach zwei von insgesamt neun Runden kristallisierten sich Van Aert und der jüngere Van der Poel als Hauptprotagonisten des Wettkampfs heraus. Meeusen behielt die beiden zwar lange im Blick und kam in der Anfangsphase sogar ein-, zweimal zu ihnen zurück, aber auf die Dauer gab es für den Hoogstraten-Sieger von 2012 nicht mehr zu gewinnen als den dritten Platz.

Van der Poels Zermürbungstaktik
Mathieu van der Poel hatte gestern in Sint-Niklaas mit akuten Rückenschmerzen zu kämpfen gehabt und eigener Aussage zufolge abends noch einen Osteopathen aufgesucht. Der leistete offenbar ganze Arbeit, denn sein Patient fühlte sich fit genug, um schon in der fünften Runde den Druck auf Van Aert zu erhöhen. Er wagte gar einen Sprung über den ersten Hindernisbalken - was ihm beinahe zum Verhängnis geworden wäre, denn vor dem zweiten musste er unwillkürlich absteigen und nur eine spektakuläre Drehung um die eigene Achse verhinderte einen Sturz. Der Abstand zum Weltmeister war wieder perdu, aber Van der Poels Angriffslust ungebrochen. Sein nächster Vorstoß schien zu fruchten, aber ein Strauchler beim Abspringen ließ Van Aert wieder herankommen. Dessen ungeachtet fuhr der Vorjahressieger das Rennen weiter von vorn, ließ seinem Gegner keine Zeit zum Verschnaufen. Die Methode "steter Tropfen höhlt den Stein" zahlte sich aus: Auf der letzten Runde sah ein jeder, dass Van Aert die Lücke zum niederländischen Meister nicht mehr würde zufahren können.

Nys ehrgeizig bis zuletzt
Hinter dem einsamen Tom Meeusen erwiesen sich Laurens Sweeck, gestern Sieger in Sint-Niklaas, und Sven Nys als die stärksten Verfolger. Im vorletzten Superprestige-Rennen seiner Karriere war der 39-jährige noch ehrgeizig genug, Sweeck hinter sich zu lassen und sich den vierten Platz zu sichern (+1:22). Er hatte erkannt, dass Kevin Pauwels schwächelte und er dessen zweiten Gesamtrang würde einnehmen können. Pauwels, der seit der WM über Rückenprobleme klagte, wurde sogar vom eigenen Teamkollegen Klaas Vantornout im Stich gelassen und musste mit einem miserablen elften Platz vorliebnehmen. Sein Punktestand beträgt daher jetzt 82, Nys hat 87 Zähler gesammelt und Wout van Aert 94. Bei einem Sieg von Nys in Middelkerke dürfte der Weltmeister also nicht außerhalb der Top8 finishen, sonst wäre Nys zum 14. Mal Superprestige-Champion. Ein extrem unwahrscheinliches Szenario, aber wie sagte der Altmeister im Interview nach dem Rennen: "Solange ich eine Startnummer auf dem Rücken trage, fahre ich, um zu gewinnen."

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U23: Iserbyt oder Hermans
Noch mehr Spannung wird Middelkerke im Hinblick auf den Gesamtsieger der U23-Klasse bereithalten. Eli Iserbyt (VZW Young Telenet-Fidea) feierte in Hoogstraten seinen ersten Sieg im Regenbogentrikot und schuf sich eine perfekte Ausgangsposition fürs Finale. Quinten Hermans (Telenet-Fidea), der heute hinter Teamkollege und Waaslandcross-Sieger Daan Soete Dritter wurde, hat zwar augenscheinlich mehr Punkte auf dem Konto, aber da bei den "beloften" nur die besten sieben Resultate zählen, liegt er virtuell einen Zähler hinter Iserbyt zurück. "Heute hieß es den Schaden in Grenzen halten", so der Europameister im Anschluss. "Weil ich mit Rückenschmerzen zu kämpfen hatte, beschloss ich es ruhig angehen zu lassen. Gestern startete ich sehr schnell, aber dafür musste ich büßen. Heute ging ich es anders an und schaffte es doch auf den dritten Platz. Ja, nun wird es in Middelkerke noch spannend. Eli oder ich. Wer dort am besten abschneidet, der holt wohl den Gesamtsieg."

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Frauen: Cant ist erster Superprestige nicht mehr zu nehmen
Obwohl sie eine Atmenwegsinfektion durchmacht und unter dem Einfluss von Antibiotika stand, konnte Sanne Cant (Enertherm-BKCP) mit einem Spitzenresultat in Hoogstraten die Superprestige Ladies Trophy - die erste ihrer Art - unter Dach und Fach bringen. Ihr ärgste Konkurrentin Jolien Verschueren (VZW Telenet-Fidea) belegte heute hinter Sophie de Boer (Kalas-Nnof) und Nikki Harris nur den vierten Platz. Cants Vorsprung auf Verschueren beträgt 13 Punkte, es zählen bei den Frauen aber nur die besten sechs (!) Resultate und hier hat die Europameisterin mit sage und schreibe fünf Siegen, einem zweiten Platz und einem "Nuller" unter allen Umständen die besseren Karten. Weltcup, bpost bank trofee und jetzt auch noch der Superprestige - Cant, die ihre Träume vom WM-Titel auch diesmal wieder begraben musste, erweist sich erneut als konstanteste Fahrerin der Saison.

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Junioren: Dekker mit geprelltem Oberschenkel zum Sieg
Auch bei Junioren steht der Superprestige-Gesamtsieger vorzeitig fest. Es handelt sich um Jens Dekker, den niederländischen Meister, Europameister, Weltmeister und Weltcup-Gesamtsieger, der also in dieser Saison alles abgeräumt hat, was es für ihn nur zu gewinnen gab. Der Neffe von Ex-Radprofi Eric Dekker siegte in Hoogstraten nach einem langen Solo mit 15 Sekunden Vorsprung auf Florian Vermeersch und 22 Sekunden Vorsprung auf Seppe Rombouts. Dabei hätte er sich noch weiter absetzen können, wenn ihm nicht ein Missgeschick passiert wäre. "Gut dass ich den Gesamtsieg jetzt schon sicher habe, denn ich weiß momentan nicht, ob ich nächste Woche überhaupt konkurrenzfähig wäre", erklärte der gut gelaunte 17-jährige anschließend. "Ungefähr nach der Hälfte des Rennens bin ich gegen einen Pfahl geknallt. Mein rechter Oberschenkel ist stark geprellt, ich hatte echt Schwierigkeiten, noch Kraft auszuüben. Mal schauen, wie sich das in den nächsten Tagen entwickelt." Bei den Junioren zählen auch nur die besten sieben Resultate. So kann der belgische Meister Jappe Jaspers, der heute Platz sechs belegte, im besten Fall noch mit Dekker gleichziehen, was aber auch nicht genug wäre, da jener einen Sieg mehr aufzuweisen hätte.

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