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Bronze zum WM-Auftakt in London für deutsche Teamsprinter/innen und den Schweizer Claudio Imhof
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02.03.2016

Bronze zum WM-Auftakt in London für deutsche Teamsprinter/innen und den Schweizer Claudio Imhof

Info: BAHNRADSPORT-WELTMEISTERSCHAFT 2016 IN LONDON
Autor: Feix Griep (Werfel)



London, 02.03.2016 – Ohne Edelmetall für die Gastgeber, aber mit zwei Medaillen für Deutschland und einer für die Schweiz begann am Mittwoch die Bahnradsport-Weltmeisterschaft im olympischen Velodrom von London. Die Teamsprint-Gespanne des BDR gewannen jeweils die kleinen Finals, während in den Gold-Läufen die Neuseeländer und Russinnen siegten, wobei die Chinesinnen wieder einmal die tragischen Heldinnen waren. Bronze gab es auch für den Schweizer Claudio Imhof im Scratch-Rennen, das nach ungewöhnlich vielen Rundengewinnen vom Spanier Sebastian Mora durch eine späte Attacke entschieden wurde. Der Australierin Rebecca Wiasak gelang in der Einzelverfolgung eine überaus souveräne Titelverteidigung.


Bahn-WM 2015: Übersicht | Medaillenspiegel | Zeitplan


Teamsprint Frauen:
Chinesischer Wechselfehler führt zu russischem Sieg, Welte/Vogel holen Bronze

Rückblende auf den 2. August 2012: Nach zwei Weltrekord-Fahrten in den Vorrunden setzten sich Jinjie Gong und Shuang Guo im Teamsprint-Finale der Olympischen Spiele knapp gegen das deutsche Duo Kristina Vogel/Miriam Welte durch und bejubelten ihren vermeintlichen Triumph, den ihnen die Jury wegen eines Wechselfehlers aber wieder entriss. Und nun zur Gegenwart: Genau drei Jahre und sieben Monate später wiederholte sich an selber Stelle das Unglück für die chinesischen Teamsprinterinnen. Im WM-Finale im Olympia-Velodrom von London waren Gong und ihre heutige Partnerin Tianshi Zhong 0,104 Sekunden schneller als ihre Gegnerinnen, doch erneut kostete sie eine wenige Zentimeter zu früh ausgeführte Ablösung im exakt vorgegebenen Wechselkorridor die Goldmedaille. Nutznießerinnen waren diesmal die Europameisterinnen Daria Shmeleva und Anastasiia Voinova aus Russland, denen durch diese Entscheidung der Kommissäre doch noch die Revanche für 2015 gelang, als sie Gong und Zhong schon einmal in einem WM-Finale unterlegen waren. Eine Revanche glückte ebenfalls Welte und Vogel, die nach ihren drei WM-Titeln von 2012 bis 2014 im vorigen Jahr als Vierte eine Medaille verpasst hatten. Gegnerinnen im kleinen Finale waren damals Kaarle McCulloch und Anna Meares aus Australien. Meares stand ihnen nun erneut im Kampf um Bronze gegenüber, gemeinsam mit Stephanie Morton. Anders als 2015 behielten die Deutschen die Oberhand und sicherten sich mit einer guten Zehntelsekunde Vorsprung den Platz auf dem Podium.

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Teamsprint Männer:
Neuseeland holt zweiten Titel nach 2014, Deutschland wie im Vorjahr Bronze

Während bei den Frauen Shmeleva/Voinova zum ersten Mal Teamsprint-Weltmeisterinnen wurden, gelang dies Ethan Mitchell, Sam Webster und Edward Dawkins bereits zum zweiten Mal. Das neuseeländische Trio
war 2014 in Cali erfolgreich und verpasste 2015 die Titelverteidigung nur durch einen Wechselfehler im Finale. Diesmal gab es an ihrer Fahrt nichts zu beanstanden, nach einem souveränen Sieg in der Qualifikation setzten die Neuseeländer sich auch im Rennen um Gold klar gegen Europameister Niederlande durch. Nils van 't Hoenderdaal, Jeffrey Hoogland und Matthijs Buchli (sowie der nur in der Quali eingesetzte Hugo Haak) holten mit Silber die erste Teamsprint-Medaille seit 2008. Ein starkes Auftaktergebnis bei dieser Weltmeisterschaft für die Niederlande, die als Nation an ihre hervorragende Europameisterschaft vom letzten Oktober anknüpfen wollen, als es fünf Titel und insgesamt neun Medaillen gab. Die deutschen Teamsprinter René Enders, Joachim Eilers und Max Niederlag, der im Vergleich zu 2015 den Platz von Robert Förstemann übernommen hatte, wiederholten den Gewinn der Bronzemedaille aus dem Vorjahr und sorgten dafür, dass die letztjährigen Weltmeister Grégory Baugé, Kévin Sireau und Michaël D'Almeida aus Frankreich es nicht auf das Podium schafften. Dabei hätte das BDR-Team den Sprung in das kleine Finale fast verpasst: In der Qualifikation hatte es nämlich nur zu Rang vier gereicht – 0,001 Sekunden vor den fünftplatzierten Australierin!

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Einzelverfolgung Frauen:
Wiasak fährt noch überlegener als 2015 zu ihrem zweiten Weltmeistertitel

Bei den Frauen stand neben dem Teamsprint die Einzelverfolgung auf dem Programm, die jedoch weitaus weniger nervenaufreibend verlief, zumindest was die Entscheidung um Gold anbetraf. Die
2015 in Saint-Quentin-en-Yvelines siegreiche Australierin Rebecca Wiasak war auch in diesem Jahr in London nicht zu schlagen. In der Qualifikation war sie bereits gut drei Sekunden schneller als die Polin Malgorzata Wojtyra, die im Finale noch deutlicher, um fast acht Sekunden, geschlagen wurde. Den dritten Platz holte sich die Kanadierin Annie Foreman-Mackey im Duell mit der US-Amerikanerin Ruth Winder. Überraschend, dass aus dem Lager der Gastgeberinnen keine einzige Starterin zu diesem Wettkampf angetreten ist. Ja, Europameisterin Katie Archibald musste wegen einer Verletzung für die WM absagen, aber mit Joanna Rowsell steht immerhin die Weltmeisterin des Jahres 2014 im britischen Aufgebot. Möglich, dass sie im Hinblick auf die am folgenden Tag anstehende Qualifikation der Mannschaftsverfolgung auf die Einzelverfolgung verzichtet hat, weil diese Disziplin nicht zum olympischen Programm gehört.

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Scratch Männer:
Mora siegt in einem Rennen vieler Rundengewinne, Schweizer Imhof auf dem Podium

Das einzige „richtige Rennen“ des ersten WM-Tages, bei dem die Teilnehmer nicht nacheinander, sondern alle gemeinsam die Bahn befuhren, war das Scratch der Männer, das einen sehr intensiven Verlauf nahm. Der erste ernsthafte Angriff, initiiert vom Briten Christopher Latham und dem Ukrainer Roman Gladysh, denen sich der Belgier Moreno De Pauw und
Vorjahressieger Lucas Liß aus Deutschland anschlossen, führte noch vor Halbzeit des 60 Runden langen Rennens zu den ersten Rundengewinnen. 2015 hatte es keinen einzigen gegeben. In einer wilden Phase zahlreicher Gegenangriffe zogen aber in kürzester Zeit sieben weitere Teams nach. Es ereignete sich dann etwa zwischen Runde 20 und 10 vor dem Ziel ein längerer Angriff eines Quintetts, dem mit kleinem Abstand fünf weitere Fahrer folgten. In der ersten Gruppe befanden sich mit Ignacio Prado, Sebastian Mora, Raman Ramanu und King Lok Cheung vier Fahrer, in der zweiten Gruppe mit Claudio Imhof und Vojtech Hacecky zwei, die vorher schon zu den Teams mit einem Rundengewinn gehört hatten. Als sie das Feld schließlich ein zweites Mal umrundet hatten, war klar, dass zwischen diesen sechs Fahrern die Entscheidung um die Medaillen fallen würde. Latham und Liß versuchten es zwar nochmals mit einem Gegenangriff, aber der Zug war längst abgefahren. In der sechstletzten Runde ging der Spanier Mora, amtierender Europameister in Scratch und Madison, in die Offensive und holte sich mit diesem langen Endspurt letztlich ganz klar die Goldmedaille. Im Sprint der übrigen fünf Medaillenanwärter kam hinter dem Mexikaner Prado der Eidgenosse Imhof auf den dritten Platz, holte Bronze wie im Punkterennen der EM von Grenchen.

-> Zum Resultat Scratch Männer

Mannschaftsverfolgung Männer:
Briten siegen in der Qualifikation, Deutschland kommt weiter, die Schweiz scheidet aus

Für die Männer begann am Mittwoch auch schon der auf zwei Tage verteilte Wettkampf in der Mannschaftsverfolgung. Und hier konnten sich die heimischen Fans, die am ersten Tag der Weltmeisterschaft keine Medaille ihrer Landsleute feiern durften, über eine gute Vorstellung des britischen Vierers freuen. Jonathan Dibben, Steven Burke, Owain Doull und Bradley Wiggins, die nach vier Jahren den WM-Titel nach Großbritannien zurückholen wollen und im Vorfeld als große Favoriten galten, fuhren mit 3:55,664 Minuten die Qualifikations-Bestzeit. Nur zwei Zehntel langsamer waren die Australier, Weltmeister von 2013 und 2014, knapp eineinhalb Sekunden fehlten den Vorjahressiegern aus Neuseeland. Großbritannien gegen Italien und Australien gegen Neuseeland heißen die Duelle, in denen am Donnerstag die beiden Finalteilnehmer ermittelt werden. Das deutsche Team aus Leif Lampater, Nils Schomber, Kersten Thiele und Domenic Weinstein erreichte mit einer Zeit von 4:00,127 Minuten den sechsten Platz, was ihnen Chancen auf den Einzug ins Rennen um Bronze lässt, wofür aber wohl eine deutliche Steigerung um mindestens zwei Sekunden nötig sein dürfte. Die Schweizer spürten das Fehlen ihres Zugpferdes Stefan Küng, der nach einer Erkrankung am Pfeifferschen Drüsenfieber noch regeneriert. Die
Vize-Europameister, angetreten in der Besetzung Olivier Beer, Silvan Dillier, Frank Pasche und Théry Schir, verpassten mit der nur neuntbesten Quali-Zeit den Einzug in die nächste Runde.

-> Zum Resultat Mannschaftsverfolgung Männer (Stand nach Qualifikation)





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