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Jetzt im Rosa Trikot: Kittel gewinnt auch den zweiten Sprint des Giro d’Italia mit deutlicher Überlegenheit
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08.05.2016

Jetzt im Rosa Trikot: Kittel gewinnt auch den zweiten Sprint des Giro d’Italia mit deutlicher Überlegenheit

Info: GIRO D’ITALIA 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Arnhem, 08.05.2016 – Und wieder fand niemand ein Mittel gegen Kittel. Elia Viviani, Giacomo Nizzolo und André Greipel machten auf der 3. Etappe des Giro d’Italia zwar ihre enttäuschenden Platzierungen vom Vortag vergessen; als Zweiter, Dritter und Vierter hatten sie aber dennoch nicht den Hauch einer Chance gegen Marcel Kittel, der mit seinem zweiten Etappensieg in Folge Tom Dumoulin die Maglia Rosa entriss und als erster Deutscher seit zehn Jahren das Leadertrikot der Italien-Rundfahrt tragen darf. Am letzten Tag in den Niederlanden stand dennoch auch ein heimischer Fahrer im Rampenlicht, denn Maarten Tjallingii eroberte bei einer weiteren Flucht neben der Führung in der Sprintwertung nun auch noch das Bergtrikot. Ein recht aufgeregtes Rennen mit einigen Stürzen forderte allerdings auch erste Opfer: Jean-Christophe Péraud und Silvan Dillier sind ausgeschieden.

Tjallingi holt sich nach Führung in der Sprintwertung auch das Bergtrikot
Am letzten Tag, den der 99. Giro d’Italia in den Niederlanden verbrachte, begab man sich auf den Rückweg von Nijmegen nach Arnhem – der Zielort und der Startort der 2. Etappe hatten beim 3. Teilstück die Rollen getauscht. Obwohl es erneut eine Distanz von exakt 190 Kilometern zu absolvieren gab, führte die Strecke über komplett andere Wege. Eine Parallele zum Vortag gab es dennoch: gleich der erste Fluchtversuch war von Erfolg gekrönt. Vier Fahrer schafften es diesmal in die Gruppe, wobei es neben Julen Amezqueta (Wilier Triestina-Southeast) und Johann Van Zyl (Dimension Data) zwei Ausreißer gab, die man bereits kannte: Giacomo Berlato (Nippo-Vini Fantini) und Maarten Tjallingii (LottoNL-Jumbo) verbrachten schon den zweiten Tag in Folge vor dem Peloton. Das zahlte sich vor allem für Tjallingii aus, der wieder die beiden Zwischensprints gewann, die ihm seine Mitstreiter gerne überließen, sich danach aber auch die einzige Bergwertung unter den Nagel riss, wo die anderen sich zwar sichtlich bemühten, aber chancenlos blieben. Da er an der gestrigen Bergwertung bereits Zweiter gewesen war, nahm Tjallingii Omar Fraile (Dimension Data das Bergtrikot ab, welches er zu Beginn des Giro 2014 bereits einmal für vier Tage getragen hatte.

Unruhe im Peloton führt zu vielen Stürzen und einer Teilung im Finale
Im Peloton war es ein wesentlich aufregenderer Tag als auf der vorangegangenen Etappe, wobei alles ganz normal begonnen hatte. Die Ausreißer ließ man zunächst gut neun Minuten davonziehen, ehe man ihren Vorsprung auf gut fünf Minuten reduzierten und diese Situation für längere Zeit verwaltete. Etwa zur Mitte der Etappe nahm der Wind etwas mehr Einfluss und spaltete vorübergehend eine Gruppe mit unter anderem Sprinter Arnaud Démare (FDJ), Domenico Pozzovivo (AG2R La Mondiale) und dem Zeitfahr-Dritten Andrey Amador (Movistar) vom Hauptfeld ab. Vermehrt kam es nun auch zu Stürzen und Jean-Christophe Péraud, ein Teamkollege von Pozzovivo, wurde zum ersten Fahrer, der bei diesem Giro aufgeben musste. Kurz vor dem Etappenende erwischte es auch noch den Schweizer Silvan Dillier (BMC Racing), dem mit seinem zehnten Platz im Auftaktzeitfahren noch ein so guter Start in die Rundfahrt gelungen war. Die allgemeine Hektik, die Stürze und das am Ende sehr hohe Tempo, weil die Jagd auf die Ausreißer fast schiefgegangen wäre, sorgten im Finale dann doch noch für eine Halbierung des Umfangs des Hauptfeldes, wobei die Topsprinter und die wichtigsten Klassementfahrer alle ohne Zeitverluste blieben. Eine prominente Ausnahme bildete der junge Deutsche Nikias Arndt (Giant-Alpecin), der auf der 2. Etappe Zwölfter war, heute aber wenige Kilometer vor Schluss stürzte.

Kittel gewinnt so überlegen wie auch schon auf der vorherigen Etappe
Das Schicksal der Ausreißer schien eigentlich schon besiegelt, als sie 50 Kilometer vor dem Rennende nach der Bergwertung nur noch zwei Minuten Vorsprung aufwiesen. Bei der ersten Zielpassage, auf welche noch zwei 14 Kilometer lange Runden folgten, sah die Situation mit einem Guthaben von 2:27 Minuten für sie schon wieder bedeutend besser aus. Als dann Etixx-Quick Step aufs Gaspedal drückte, waren nach der ersten Runde nur noch 1:11 Minute übrig. Van Zyl witterte trotzdem die Gelegenheit für einen Überraschung, attackierte aus der Spitzengruppe und machte es dem Feld nicht einfach, ihn einzuholen. Kurz hinter der Zwei-Kilometer-Marke wurde der Südafrikaner aber doch gestellt. Was folgte, war vorhersehbar: Matteo Trentin hielt den Etixx-Quick Step-Zug auf dem letzten Kilometer an der Spitze, anschließend übernahm Fabio Sabatini und machte bis 150 Meter vor Schluss Tempo, dann trat Marcel Kittel an und sprintete scheinbar mühelos zu seinem zweiten Etappensieg. Elia Viviani (Sky), Giacomo Nizzolo (Trek-Segafredo) und André Greipel (Lotto Soudal) – 24 Stunden zuvor nur Dreizehnter, Zehnter und Fünfzehnter – wurden Zweiter, Dritter und Vierter, aber klar geschlagen. Kittel baute damit nicht nur den Vorsprung in der Punktewertung deutlich aus, er tauschte auch das Rote gegen das Rosa Trikot, liegt dank weiteren zehn Sekunden Zeitgutschrift jetzt neun Sekunden vor Tom Dumoulin (Giant-Alpecin). Die letzten Deutschen im Leadertrikot des Giro waren Stefan Schumacher und Olaf Pollack im Jahr 2006.

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Das Rosa Trikot wird Kittel erstmals übermorgen im Rennen tragen dürfen, denn es steht nun zunächst ein Ruhetag auf dem Programm, weil der Giro d’Italia von den Niederlanden in seine italienische Heimat reist. Dort geht es am Dienstag mit der 4. Etappe weiter, die um einiges hügeliger ist als die bisherigen Teilstücke, Sprinter wie Kittel aber keinesfalls von vornherein als Sieger ausschließt.





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