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Sein 2. Streich: Ulissi schlägt die angriffslustigen Jungels und Amador auf der 11. Etappe des Giro d’Italia
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18.05.2016

Sein 2. Streich: Ulissi schlägt die angriffslustigen Jungels und Amador auf der 11. Etappe des Giro d’Italia

Info: GIRO D’ITALIA 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Asolo, 18.05.2016 – Bob Jungels und Andrey Amador, die nach der gestrigen Bergankunft in Sestola die Plätze eins und zwei der Gesamtwertung des Giro d’Italia belegten, zeigten sich auch im Finale der 11. Etappe angriffslustig und kämpferisch, konnten so ihren Konkurrenten einige Sekunden abnehmen. Pech für die beide war aber, dass wenige Kilometer vor dem Ziel Diego Ulissi zu ihnen aufschließen konnte, der im Sprint des Spitzentrios wenig überraschend nicht zu schlagen war und seinen bereits zweiten Etappensieg bei diesem Giro feierte. Enttäuscht waren einige Sprinter unter den Verfolgern wie Giacomo Nizzolo, der nur noch den vierten Platz holen konnte. Jakob Fuglsang und Domenico Pozzovivo verloren als Folge eines Massensturzes wertvolle Zeit, Tom Doumulin stieg aufgrund anderer Probleme sogar komplett aus dem Rennen aus.

Ulissis Mannschaft lässt nur eine kleine Fluchtgruppe zu
Mit bereits 219 harten Kilometern vom Vortag in den Beinen mussten auf der 11. Etappe der Italien-Rundfahrt zwischen Modena und Asolo sogar 227 Kilometer absolviert werden. Wenigstens gab es diesmal statt 3391 nur 541 Höhenmeter, die sich aber äußerst ungleichmäßig verteilten. Die ersten gut 200 Kilometer waren praktisch topfeben. Schnell bildete sich eine Ausreißergruppe mit Anton Vorobyev (Katusha), Manuel Quinziato (BMC Racing), Moreno Moser (Cannondale), Giacomo Berlato (Nippo-Vini Fantini), Manuele Boaro (Tinkoff) sowie den Pärchen Leigh Howard, Roger Kluge (IAM Cycling) und Filippo Pozzato, Eugert Zhupa (Wilier Triestina-Southeast). Doch diese Flucht endete bei Kilometer 44 bereits wieder, weil Lampre-Merida die Verfolgung aufgenommen hatte und das Hauptfeld, unterstützt durch günstige Windverhältnisse, einen 51er Schnitt hinlegen konnte. Bei Kilometer 72 griff Vorobyev noch einmal an und fand Begleiter in Vegard Stake Laengen (IAM Cycling) und Liam Bertazzo (Wilier Triestina-Southeast), also Fahrern aus den Teams, die in der ersten Gruppe doppelt vertreten waren. Mit nur drei Ausreißern war auch Lampre-Merida zufrieden, das eine Gruppe wollte, die es problemlos kontrollieren kann, weil dieses Teilstück ihrem schon auf der 4. Etappe siegreichen Diego Ulissi sehr entgegenkam.

Wilder Kampf der besten Klassementfahrer im Finale
Denn die Höhenmeter des Tages befanden sich fast ausschließlich auf den letzten 22 Kilometern der Etappe. Alles begann mit dem Anstieg zur einzigen Bergwertung, einer 2900 Meter langen Kletterpartie mit durchschnittlich fast acht Prozent Steigung. Den drei Ausreißern, die im Verlauf der Etappe bis zu 10:45 Minuten Vorsprung aufgewiesen hatten, blieb davon nicht einmal mehr eine Minute, so dass sie alle vor der Bergwertung eingeholt wurde. Als Letzter der Norweger Laengen. Angeführt von Steven Kruijswijk (LottoNL-Jumbo) sprinteten die Top-Kletterer über den kleinen Berg hinweg und stürzten sich in die Abfahrt, in der Nibali ein solches Höllentempo anschlug, dass nur Alejandro Valverde (Movistar) und Johan Esteban Chaves (Orica-GreenEdge) Kontakt zu ihm halten konnten. Chaves übernahm in diesem Trio dann auch Führungsarbeit; Valverde aber nicht, weil sich in einer Gruppe hinter ihnen sein in der Gesamtwertung besser platzierter Teamkollege Andrey Amador befand – neben Kruijswijk, Ilnur Zakarin (Katusha), Rafal Majka (Tinkoff), Rigoberto Uran, Davide Formolo (beide Cannondale) und Giro-Leader Bob Jungels (Etixx-Quick Step). 13 Kilometer vor dem Ziel schlossen sich die beiden Gruppe zusammen, doch Amador startete sofort einen neuen Angriff. Jungels zögerte nicht lange und setzte zum Konter an.

Nur Ulissi kommt noch an Jungels und Amador heran
Jungels holte Amador zügig ein, womit sich die Erst- und Zweitplatzierten der Gesamtwertung an der Spitze des Rennens befanden. Kruijswijk wollte auch noch nachsetzen, konnte die Lücke zu den beiden aber nicht zufahren, welche sich fortan bei gut zehn Sekunden einpendelte. Auf weiterhin sehr hügeliger Strecke fuhr Amador zwar auch immer wieder Ablösungen, die meiste Zeit hatte aber Jungels die Nase im Wind, der an seinem ersten Tag im Rosa Trikot viel Eindruck machte. Die Verfolgergruppe um Nibali und Co. wuchs durch zurückkommende Fahrer auf 28 Mann an und umfasste nun auch wieder einige Sprinter, denen aber die Helfer fehlten. Ulissi sah angesichts solcher Konkurrenten wie Giacomo Nizzolo (Trek-Segafredo) oder Sonny Colbrelli (Bardiani-CSF) und angesichts der Ungewissheit, ob Jungels und Amador überhaupt noch einzuholen waren, nur eine Möglichkeit: der Italiener attackierte in der letzten Steigung etwas mehr als vier Kilometer vor dem Ziel. Es war genau die richtige Entscheidung, denn schnell kam er an die beiden Vorausfahrenden heran, ließ sich vom unbändigen Jungels, der vor Energie fast überzulaufen drohte, bis auf die Zielgerade ziehen, wo er dann locker zum Sieg sprinten konnte.

Fuglsang und Pozzovivo verlieren viel Zeit durch Sturz
Amador wurde Zweiter vor Jungels, was ihm zwei Sekunden mehr Zeitgutschrift einbrachte, aber nicht die angestrebte Führung in der Gesamtwertung, der er 24 Stunden zuvor schon erfolglos nachgejagt war. 24 Sekunden liegen jetzt noch zwischen Jungels und seinem ersten Verfolger. 1:07 Minute sind es auf Valverde und Kruiswijk, 1:09 auf Nibali und gut zwei Minuten auf Majka, Zakarin und Chaves, die alle mit 13 Sekunden Rückstand das Ziel erreichten. Den Sprint um Platz vier entschied Nizzolo vor Colbrelli, Matteo Trentin (Etixx-Quick Step) und Sacha Modolo (Lampre-Merida) für sich. Es gab unter den Favoriten aber noch größere Verlierer, namentlich Jakob Fuglsang (Astana) und Domenico Pozzovivo (AG2R La Mondiale). Sie hatten durch einen Massensturz, welcher sich etwa 30 Kilometer vor dem Ziel ereignete, den Anschluss verloren und nie wieder gefunden. Nibalis Teamkollege Fuglsang rutschte dadurch von Gesamtrang acht auf zwölf ab, Pozzovivo verschlechterte sich von elf auf vierzehn. Ganz raus aus dem Giro ist Tom Dumoulin (Giant-Alpecin), der sich schon am Vortag mit einem Zeitverlust von elf Minuten auf die Topfahrer aus dem Rennen um die Gesamtwertung verabschiedet hatte. Wegen Sitzbeschwerden stieg der Gewinner des Auftaktzeitfahrens und sechsmalige Träger des Rosa Trikots in der Verpflegungszone vom Rad.

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Heute waren einige Sprinter nahe dran an einem möglichen Sieg. Die morgige 12. Etappe ist die einzige in dieser Woche, die wirklich auf ihren Fahrertyp zugeschnitten ist. Auf 182 Kilometern gibt es keine einzige nennenswerte Steigung, die höchste Erhebung befindet sich nur 38 Meter über dem Meeresspiegel.





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