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IAM-Fahrer Pantano triumphiert auf der Jura-Etappe der Tour, Majka kleidet sich wieder ins Bergtrikot
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17.07.2016

IAM-Fahrer Pantano triumphiert auf der Jura-Etappe der Tour, Majka kleidet sich wieder ins Bergtrikot

Info: TOUR DE FRANCE 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Culoz, 17.07.2016 – Während die Favoriten sich zurückhielten und es unter ihnen nur wenig kleine, weitestgehend folgenlose Angriffe gab, machten 30 Ausreißer die 15. Etappe der Tour de France durch das Jura-Gebirge zu ihrer Bühne. Rafal Majka holte sich das Bergtrikot zurück, welches nach der 8. Etappe schon einmal für einen Tag in seinem Besitz war, und holte an den sechs Bergwertungen einen Vorsprung von 37 Punkten auf Thomas De Gendt heraus. Der Pole war sogar seinem vierten Tour-Etappensieg in nur drei Jahren nahe, verlor am Ende aber das Duell gegen den Kolumbianer Jarlinson Pantano, der IAM Cycling den ersten Tour-Etappensieg der Teamgeschichte bescherte. Neben der Schweizer Mannschaft trumpfte auch der Schweizer Fahrer Sébastien Reichenbach auf, der sich als Etappenvierter in der Gesamtwertung um drei Positionen auf Rang 14 vorschob.


Das Profil der 15. Tour-Etappe

De Gendt nicht unter den Ausreißern und verliert das Bergtrikot
Berge gibt es in Frankreich nicht nur in den Pyrenäen und Alpen. Die Tour de France war in diesem Juli schon in den Ausläufern des Zentralmassivs und vor wenigen Tagen in der Provence am Mont Ventoux, nun schickte sie die Fahrer auf der 15. Etappe von Bourg-en-Bresse nach Culoz quer durch den Jura; auf 160 Kilometern kamen rund 4000 Höhenmeter zusammen. Nicht an allen Steigungen gab es auch Punkte, aber immerhin deren sechs waren mit Bergwertungen versehen. Thomas De Gendt (Lotto Soudal) mischte daher von Anfang an bei allen Fluchtversuchen mit, um sein Bergtrikot verteidigen zu können. Doch als sich nach ungefähr zwanzig Kilometern am Col du Berthiand (1. Kategorie) die Ausreißergruppe des Tages bildete, war der Belgier plötzlich von der Bildfläche verschwunden. Stattdessen fuhr einer von De Gendts größten Konkurrenten, Rafal Majka (Tinkoff), gemeinsam mit Ilnur Zakarin (Katusha) voran. Das Duo überquerte die erste Bergwertung der Etappe vor 28 weiteren Fahrern, die kurz darauf in der Abfahrt zu ihnen aufschlossen. Majka, der das Bergtrikot 2014 schon einmal gewonnen hatte, punktete auch an allen weiteren Bergwertungen und liegt nun 37 Zähler vor De Gendt.

Majka und Zakarin am Grand Colombier wieder zu zweit an der Spitze
Über Col du Sappel (2. Kategorie), Col de Pisseloup und Col de la Rochette (beide 3. Kategorie) hinweg vergrößerte die riesige Fluchtgruppe (vollständige Liste siehe LiVE-Ticker, Eintrag von 14:05 Uhr) ihren Vorsprung bereits auf sieben Minuten, womit Sébastien Reichenbach (FDJ) als bestplatzierter Ausreißer sich von Rang 17 in die Top10 der Gesamtwertung verbessert hätte. Anschließend gab es einen nicht-kategorisierten Anstieg, in dem erst der Niederländer Dylan van Baarle (Cannondale-Drapac) attackierte, dann aber von seinem wesentlich stärkeren Landsmann Tom Dumoulin (Giant-Alpecin) überflügelt wurde. In der nächsten Abfahrt kamen Vincenzo Nibali (Astana), Jarlinson Pantano (IAM Cycling) und Domenico Pozzovivo (AG2R La Mondiale) an den bereits zweifachen Etappensieger heran, doch das Quartett wurde im Anstieg der Hors Catégorie zum Grand Colombier (12,8 km à 6,8%) bald schon wieder von den anderen Ausreißern eingeholt. Am schwersten Berg der Etappe fiel rasch gut die Hälfte der 30 Ausreißer zurück. Aus einer verkleinerten Gruppe von noch 13 Fahrern attackierte knapp fünf Kilometer vor dem Gipfel Zakarin, der sich daraufhin gemeinsam mit Majka absetzte. So war das Duo wieder vereint, welches am Col du Berthiand die Flucht initiiert hatte.


Tines Tour Talk zur 15. Etappe: Jura

Großer Kampf der Ausreißer an den Hängen des Grand Colombier
Majka und Zakarin überquerten die noch 47 Kilometer vom Etappenende entfernte Bergwertung des Grand Colombier eine halbe Minute vor Julian Alaphilippe (Etixx-Quick Step), dem mit geringem Abstand Pantano, Reichenbach und Alexis Vuillermoz (AG2R La Mondiale) folgten. In der Abfahrt änderte sich die Rennsituation unter anderem auch durch einen Defekt von Alaphilippe, der zunächst noch zusammen mit Pantano an Majka und Zakarin herangekommen war. Im Tal angekommen, lagen dann aber nur noch Majka und Pantano gemeinsam an der Spitze des Rennens, gefolgt von einer Gruppe aus Zakarin, Vuillermoz, Reichenbach und Serge Pauwels (Dimension Data), die bei einer Zielpassage in Culoz 24 Kilometer vor dem Ende 55 Sekunden Rückstand aufwies. Es folgte zum Abschluss noch der Kategorie-1-Aufstieg Lacets du Grand Colombier (8,4 km à 7,6%), der eine serpentinenreiche Strecke am Grand Colombier hinaufführte, wo Majka Pantano abschüttelte, der die Bergwertung gemeinsam mit Reichenbach 22 Sekunden nach dem Solisten erreichte; nochmal rund zwanzig Sekunden später folgte Vuillermoz. In der Abfahrt, die sich von etwa 14 bis sieben Kilometer vor dem Ziel erstreckte, verschob sich die Rennsituation erneut: Pantano bretterte zu Majka vor, während Vuillermoz Reichenbach einholte.

Ein weiteres bedeutendes „erstes Mal“ in der letzten Saison von IAM
Die letzten sieben Kilometer bis ins Ziel verliefen flach und waren geprägt vom Fernduell der Pärchen Majka/Pantano und Vuillermoz/Reichenbach. Der Abstand von einer halben Minute schrumpfte zusehends, doch am Ende blieben sechs Sekunden übrig. Pantano setzte sich im Sprint gegen Majka durch und bescherte IAM Cycling nach dem ersten Etappensieg beim Giro d’Italia durch Roger Kluge und dem ersten Etappensieg bei der Tour de Suisse, für den er selbst gesorgt hatte, auch den ersten Etappensieg bei der Tour de France. Vuillermoz holte Platz drei vor Reichenbach. Alaphilippe, der nach seinem Sturz aufopferungsvoll, aber vergeblich kämpfte, folgte 22 Sekunden nach dem Sieger als fünfter von zwölf Ausreißern, die es vor den Favoriten ins Ziel schafften. In der 16-köpfigen Gruppe um Leader Chris Froome (Sky) fehlte von den Top10 der Gesamtwertung nur Tejay Van Garderen, der rund eineinhalb Minuten später ankam und hinter Romain Bardet (AG2R La Mondiale) sowie seinen eigenen Teamkollegen Richie Porte auf Rang acht abrutschte. Reichenbach verbesserte sich um drei Positionen und ist mit 8:40 Minuten Rückstand auf das Gelbe Trikot nun 14. des Klassements.


Unsere Etappen-Vorschau zum Nachlesen:
Kletter-Festival im Jura mit doppeltem Grand Colombier


Sky hat die Konkurrenz bei deren wenigen Attacken gut im Griff
Die Klassementfahrer hatten an den Jura-Bergen weit weniger Spektakel geboten als die Ausreißer. Sky gab sich mit der Kontrolle des Geschehens zufrieden und Angriffe von den Gegnern gab es überhaupt erst an den Lacets du Grand Colombier, wo die verbliebenen Froome-Helfer Wout Poels und Mikel Nieve aber nichts anbrennen ließen. Der Gesamtzehnte Fabio Aru, dessen Astana-Mannschaft seit dem Grand Colombier Tempoarbeit verrichtet hatte, attackierte, kam aber ebenso nicht weit weg wie wenig später Bardet bei seinem Angriff. Der Franzose versuchte es dann noch einmal in der Abfahrt, ebenfalls ohne Erfolg. Der Gesamtvierte Nairo Quintana und der Fünfte Alejandro Valverde traten kaum in Erscheinung. Valverde konterte zwar bei Arus Angriff und als Bardet bergab in die Offensive ging, drückten auch die beiden Movistar-Teamkollegen aufs Tempo. Doch Sky und Froome konnten sie damit überhaupt nicht beeindrucken. So blieb, mit Ausnahme des Zurückfallens von Van Garderen um zwei Plätze, in den Top10 der Gesamtwertung alles beim Alten. Froome führt noch immer 1:47 Minute vor Bauke Mollema (Trek-Segafredo) und 2:45 vor Adam Yates (Orica-BikeExchange), dem man eine kleine Schwäche anzusehen meinte, der sich aber zu keinem Zeitpunkt abhängen ließ. Movistar schob sich in der Mannschaftswertung mit 7:08 Minuten Vorsprung auf Sky und 9:40 Minuten auf BMC an die Spitze.

-> Zum Resultat

Ruhetage fallen bei Grand Tours meist auf Montage, doch morgen gibt es die berühmte Ausnahme der Regel. Da findet nämlich die 16. Etappe statt, welche von Frankreich in die Schweiz führt. Im Zielort Bern gibt es zwar einen flachen letzten Kilometer, direkt vor der Flamme Rouge aber auch eine Steigung (600 m à 6,5%), die förmlich um Angriffe bettelt.





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