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Quintana fährt bei den Lagos de Covadonga wieder ins Rote Trikot – Froome beeindruckt auf seine Art
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29.08.2016

Quintana fährt bei den Lagos de Covadonga wieder ins Rote Trikot – Froome beeindruckt auf seine Art

Info: VUELTA A ESPAÑA 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Lagos de Covadonga, 29.08.2016 – Zweimal hatte Nairo Quintana mit Movistar schon ein Mannschaftszeitfahren der Vuelta a España gewonnen. Bei seiner vierten Teilnahme an der Spanien-Rundfahrt gelang dem Kolumbianer nun aber bei der Bergankunft an den Lagos de Covadonga sein erster „richtiger“ Sieg. Der Gesamtvierte des Vorjahres war allen Konkurrenten klar überlegen und holte sich auch das Rote Trikot zurück, führt in der Gesamtwertung zudem nun schon fast eine Minute vor Teamkollege Alejandro Valverde und Chris Froome. Der am Schlussanstieg früh recht weit zurückgefallene Froome zeigte eine fast ebenso beeindruckende Leistung wie Quintana, indem er sich auf den letzten Kilometern noch weit nach vorne kämpfte und u.a. auch Alberto Contador überflügelte, der jetzt schon fast drei Minuten Rückstand zu Quintana aufweist.


Das Profil der 10. Vuelta-Etappe

Zahlreiche Stürze und drei Aufgaben zu Etappenbeginn
Die 188,7 Kilometer lange 10. Etappe von Lugones zu den Lagos de Covadonga, das letzte Teilstück der Spanien-Rundfahrt vor ihrem ersten Ruhetag, begann auf unschöne Art mit einer Vielzahl von Stürzen, die bereits früh zum Ausscheiden von Kévin Réza (FDJ), Markel Irizar (Trek-Segafredo) und Bartosz Huzarski (Bora-Argon 18) führten. Wenig später waren auch der Gesamtneunte Gianluca Brambilla und der zweifache Etappensieger Gianni Meersman (beide Etixx-Quick Step) in einen Sturz verwickelt, woraufhin sie längere Zeit in einer großen Gruppe um den Anschluss an das Hauptfeld kämpfen musste. Erst nach gut 60 Kilometern zog dann eine Ausreißergruppe alle Aufmerksamkeit auf sich. Gleich 16 Fahrer waren gemeinsam ausgerissen (vollständige Liste siehe LiVE-Ticker, Eintrag von 14:15 Uhr), darunter mit Victor Campenaerts und Robert Gesink ein Duo von LottoNL-Jumbo und mit Joe Dombrowski, Moreno Moser und Pierre Rolland gar ein Trio aus den Reihen von Cannondale-Drapac. Es war aber Ben Hermans (BMC), der bei einem zwischenzeitlichen Maximalvorsprung von fünfeinhalb Minuten virtueller Gesamtführender war. Movistar sorgte jedoch, mit etwas Unterstützung von Etixx-Quick Step, dafür, dass der Rückstand des Feldes bis zum ersten der beiden Berge dieser Etappe wieder deutlich sank.

Gesink ist am Schlussanstieg der Stärkste der Ausreißer
Mit nur noch drei Minuten Vorsprung kam die Spitzengruppe an den Fuß des Anstiegs zum Alto del Mirador del Fito (1. Kategorie), auf dessen Gipfel sie 40 Kilometer vor dem Ziel allerdings erneut zwei zusätzliche Minuten herausgefahren hatte. Die Abfahrt und ein folgendes Flachstück kamen hingegen wieder dem Peloton entgegen, das erneut nur knapp drei Minuten zurücklag, als der entscheidende Anstieg begann, jener zum Ziel bei den Lagos de Covadonga (12,2 km à 7,2%), der erste Berg der Especial-Kategorie bei dieser Vuelta. Louis Vervaeke (Lotto Soudal) fuhr die erste Attacke aus der Spitzengruppe, wurde jedoch bald wieder von einigen seiner Mitausreißer eingeholt, woraufhin Rolland einen Versuch unternahm, alleine davonzukommen. Gesink konnte noch einmal zum Franzosen aufschließen und ebenso Egor Silin (Katusha), der dann aber als Erster aus diesem Trio zurückfiel. Nach etwa der Hälfte des Anstiegs hängte Gesink auch Rolland ab und blieb ab da alleine. Alle anderen Ausreißer waren fortan keine Gegner mehr für Gesink, nun kämpfte der fünffache Top10-Finisher von Grand Tours (2x Tour, 3x Vuelta) gegen die kontinuierlich näherkommenden Topfavoriten um seinen ersten Etappensieg bei einer dreiwöchigen Rundfahrt.


Unsere Etappen-Vorschau zum Nachlesen:
Wundertüte Lagos de Covadonga, die erste Especial-Ankunft


Froome nach anfänglicher Schwäche mit starker Aufholjagd
Bei den Favoriten hatte als Erster Alberto Contador (Tinkoff) die Initiative ergriffen und schon sieben Kilometer vor dem Ziel attackiert. Nairo Quintana (Movistar) hatte absolut keine Probleme, den Vorstoß des Spaniers mitzugehen und das Tempo sogar gleich noch einmal selbst zu erhöhen. Auf den Dritten im Bunde der Topfavoriten hatten sie zu diesem Zeitpunkt bereits circa 45 Sekunden Vorsprung, denn Chris Froome (Sky) war schon einige Zeit eher zurückgefallen, ließ sich zunächst von seinen Teamkollegen David Lopez und Peter Kennaugh den Berg hinaufziehen. Während Quintana und Contador einen Ausreißer nach dem anderen einholten, begann Froome dann auch, sich allmählich wieder nach vorne zu arbeiten. Zunächst fuhr er zu einer etwas größeren Gruppe mit seinem Teamkollege Leopold König auf, aus welcher bald nur noch Froome sowie Johan Esteban Chaves und Simon Yates (Orica-BikeExchange) übrigblieben. Nachdem er auch diese beiden abgeschüttelt hatte, holte Froome als nächsten Alejandro Valverde (Movistar) ein. Quintana und Contador befanden sich derweil in Begleitung der Ausreißer Rolland, Silin und Fraile sowie von Michele Scarponi (Astana), der mit Geduld und Ausdauer wieder an die beiden herangefahren war. Vier Kilometer vor dem Ziel sprengte Quintana diese Gruppe mit dem entscheidenden Antritt des Tages.

Komfortabler Vorsprung für Quintana, Fraile nun im Bergtrikot
Zweieinhalb Kilometer vor dem Ziel überholte Quintana schließlich Gesink, so dass bei der fünften Bergankunft dieser Vuelta erstmals nicht ein Ausreißer den Sieg davontragen konnte. Froome schloss bald schon zur Gruppe der vormaligen Quintana-Begleiter auf und zog dort zwei Kilometer vor Schluss das Tempo derart an, das anfangs einzig Fraile folgen konnte und Contador komplett erledigt war. Am Ende formierte sich noch einmal eine Fünfergruppe hinter Quintana, aus der Gesink vor Froome, Fraile, Valverde und Scarponi zu Platz zwei sprintete. Dieses Quintett kassierte Rückstände von 24 bis 28 Sekunden, wohingegen die nächsten Finisher Chaves, Contador und Yates mehr als eine Minute verloren. In der Gesamtwertung ergibt sich dadurch ein eindeutiges Bild: Neben seinem Teamkollegen Valverde (+0:57) liegt einzig Froome (+0:58) weniger als eine Minute hinter Quintana. Chaves (+2:09) und erst Recht Contador (+2:54) sind schon verhältnismäßig weit ins Hintertreffen geraten. David De La Cruz (Etixx-Quick Step), der am Vortag die Führung von Quintana übernommen hatte, fiel auf Rang sieben zurück und sein Teamkollege Meersman musste das Grüne Trikot ebenfalls abgeben, weil Valverde nun die Punktewertung anführt. Als Etappenvierter schnappte sich Fraile mit einem Punkt Vorsprung das Bergtrikot von Thomas De Gendt (Lotto Soudal).

-> Zum Resultat

Nach drei Bergankünften hintereinander folgt nun erst einmal ein Ruhetag und danach auf der 11. Etappe – schon wieder eine Bergankunft! Der sehr steile Anstieg nach Peña Cabarga (5,6 km à 9,8%) könnte richtungsweisend sein und zeigen, ob Quintana schlagbar ist oder die Vuelta fest im Griff hat.





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