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Frank gewinnt Vuelta-Etappe auf dem Alto Mas de la Costa – Froome nur mit Mühe ohne Zeitverlust
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07.09.2016

Frank gewinnt Vuelta-Etappe auf dem Alto Mas de la Costa – Froome nur mit Mühe ohne Zeitverlust

Info: VUELTA A ESPAÑA 2016
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Llucena, 07.09.2016 – Das kann nicht reichen, dachte man sich, als Dario Cataldo und Mathias Frank mit einem Vorsprung von nur circa 20 Sekunden auf jene große Ausreißergruppe, aus welcher sie 30 Kilometer vor dem Ziel attackiert hatten, den im Schnitt über zwölf Prozent Schlussanstieg auf den Alto Mas de la Costa in Angriff nahmen. Für den Italiener war das tatschlich auch der Fall, aber der Schweizer widerstand seinen Verfolgern wie Robert Gesink und Leopold König und gewann die 17. Etappe der Vuelta a España. Für Frank war es bei seiner neunten Grand Tour der erste Sieg, für sein Team IAM Cycling nach dem Sprintsieg von Jonas Van Genechten schon der zweite bei dieser Vuelta. Die Top4 der Gesamtwertung waren auch heute wieder ganz klar die Stärksten unter den Favoriten und beendeten die Etappe gemeinsam, was für den zweimal zwischenzeitlich abgehängten Froome als kleiner Erfolg zu werten ist.


Das Profil der 17. Vuelta-Etappe

Fraile holt 5 Punkte gegenüber Elissonde auf
Die 17. Etappe von Castellón zum Alto Mas de la Costa – einem Berg, der bei der Spanien-Rundfahrt zum ersten Mal angesteuert wurde – führte schon früh über eine erste Bergwertung der 2. Kategorie. Nach 20 von 177,5 Kilometern siegte auf dem Alto del Desierto de las Palmas Omar Fraile (Dimension Data), der seinen Rückstand zum Bergtrikot-Träger Kenny Elissonde von acht auf drei Punkte verkleinerte. Bereits kurz vor dem Anstieg hatte Fraile gemeinsam mit Axel Domont (AG2R La Mondiale), Jaco Venter (Dimension Data) und Lilian Calmejane (Direct Energie) einen Ausreißversuch unternommen, Elissonde war da aber noch gemeinsam mit Pieter Serry (Etixx-Quick Step) herangefahren. Beim Kampf um die Punkte oben auf dem Berg war der Franzose dann aber leer ausgegangen. Die Ausreißergruppe des Tages mit ursprünglich 27 Fahrern (vollständige Liste siehe LiVE-Ticker, Eintrag von 14:13 Uhr) bildete sich erst nach etwa 40 Kilometern. Als einzige Mannschaft dreimal darin vertreten war IAM Cycling mit Mathias Frank, Clément Chevrier und Marcel Wyss, der mit 31:53 Minuten von allen den geringsten Rückstand in der Gesamtwertung aufwies. Nicht vorne dabei waren Giant-Alpecin, Cannondale-Drapac und Etixx-Quick Step – Letztere aber nur so lange, bis Maxime Bouet nach einer Weile als Verfolger Anschluss fand.

Cataldo und Frank treten Flucht aus Spitzengruppe an
Die Ergebnisse der nächsten Bergwertungen auf dem Alto de la Sarratella (Kat. 2) und Alto de Benasal (Kat. 3.) waren nicht von großer Bedeutung, da keiner der Ausreißer eine Gefahr für Elissonde darstellte. Während dieser Anstiege vergrößerte sich der Vorsprung der Gruppe auf gut siebeneinhalb Minuten. BMC Racing übernahm daraufhin die Führungsarbeit im Feld und verkleinerte den Abstand in relativ kurzer Zeit um zwei Minuten – dann stagnierte der Abstand jedoch wieder und statt einer Verfolgungsjagd wurde endgültig klar, dass die Etappe durch die Ausreißer entschieden würde. Bouet, der als Letzter dazugestoßen war, löste 31 Kilometer vor dem Ziel mit einer Tempoverschärfung eine Reihe von Attacken an der Spitze des Rennens aus, woraufhin sich Dario Cataldo (Astana) und Frank absetzen konnten. Einen besonders großen Vorsprung konnte das Duo nie herausfahren, maximal war es eine halbe Minute und am Fuß des Schlussanstiegs blieben nur noch ungefähr 20 Sekunden. Nicht viel für den bis zu 21% steilen Alto Mas de la Costa, der auf 3,8 Kilometer Länge eine mittlere Steigung von gewaltigen 12,5% aufweist. Zumal hinter ihnen Fahrer wie der Aubisque-Etappensieger Robert Gesink (LottoNL-Jumbo) und der bis zur 14. Etappe noch unter den Top5 der Gesamtwertung stehende Leopold König (Sky) ihre Chance ergreifen wollten.


Unsere Etappen-Vorschau zum Nachlesen:
Premiere für den extrem steilen Alto Mas de la Costa


Verfolger um Gesink und König können Frank nicht einholen
Gesink übernahm am Berg gleich das Tempodiktat in der Gruppe und behielt auch bei Angriffen von Kristian Sbaragli (Dimension Data) und Pello Bilbao (Caja Rural-Seguros RGA), die sowieso schnell verpufften, die Ruhe. Nach einem Drittel des Anstiegs verlor Cataldo den Kontakt zu Frank und etwas später zerfiel dann auch die Verfolgergruppe in ihre Einzelteile. Gesink wollte sich alleine auf die Jagd nach dem Führenden machen, aber König und auch José Herrada (Movistar) folgten ihm. Kurz vor der Flamme Rouge sammelte das Trio Cataldo ein, lag aber immer noch 20 Sekunden hinter Frank, der zwar auf dem letzten Kilometer etwas Zeit verlor, aber nicht komplett einbrach und nach dem Top10-Gesamtrang von der Tour de France 2015 sein zweites Top-Ergebnis bei einer Grand Tour einfuhr. König, der drei Tage zuvor auf der zweiten Pyrenäen-Etappe mit dem Gruppetto angekommen war und dadurch seine Chancen auf eine vordere Platzierung in der Gesamtwertung verloren hatte, wurde mit sechs Sekunden Rückstand Etappenzweiter, gefolgt von Gesink (+0:11), Bilbao (+0:14), Cataldo (+0:16) und Herrada (+0:29). Insgesamt 23 Ausreißer finishten, bevor 3:27 Minuten nach Frank Nairo Quintana (Movistar), Chris Froome (Sky), Johan Esteban Chaves (Orica-BikeExchange) und Alberto Contador (Tinkoff) das Ziel erreichten – die Top4 der Gesamtwertung.

Froome schwächelt, verliert aber keine Zeit im Kampf ums Podium
Kurz vor dem Schlussanstieg hatte im Feld Orica-BikeExchange das Tempo angezogen und gezeigt, dass man etwas im Schilde führte. Am Alto Mas de la Costa selbst übernahm dann allerdings Movistar das Kommando und demonstrierte seine mannschaftliche Stärke: als Froome schon isoliert war, hatte Leader Quintana noch vier Helfer bei sich. In der Mitte des Berges unternahm dann Chaves seinen Angriff und Contador setzte sofort nach. Quintana präsentierte sich als souveräner Träger des Roten Trikots und fuhr wieder zu diesen beiden hin, was Froome zwar auch gelang, den Briten aber deutlich mehr Zeit und Mühe kostete. Als Chaves ab der Flamme Rouge noch einmal beschleunigte, geriet Froome erneut einige Meter in Rückstand, konnte sich aber noch ein zweites Mal an seine Rivalen herankämpfen und zeitgleich mit ihnen die Etappe beenden. So behält Froome seinen zweiten Gesamtrang mit 20 bzw. 25 Sekunden Vorsprung auf Chaves und Contador – der deutliche Rückstand von 3:37 Minuten auf Quintana bleibt ebenfalls bestehen. Dahinter gab es in den Top10 aber auch noch Platzierungswechsel: Andrew Talansky (Cannondale-Drapac) verdrängte Samuel Sanchez (BMC Racing) von Platz sechs, Michele Scarponi (Astana) David De La Cruz (Etixx-Quick Step) von Rang neun. Simon Yates (Orica-BikeExchange) und Davide Formolo (Cannondale-Drapac) bleiben Fünfter respektive Achter.

-> Zum Resultat

Die morgige 200 Kilometer lange 18. Etappe ist wieder eindeutig für die Sprinter gemacht. Die einzige Bergwertung (2. Kategorie) gibt es bereits nach 70 Kilometern, das letzte Streckendrittel zeichnet sich vor allem durch sehr lange leicht abschüssige Passagen aus.





Mathias Frank fährt den 2. Vuelta-Etappensieg für IAM ein
Mathias Frank fährt den 2. Vuelta-Etappensieg für IAM ein
Foto: Sabine Jacob

Mathias Frank erreicht das Ziel auf dem Alto Mas de la Costa
Mathias Frank erreicht das Ziel auf dem Alto Mas de la Costa
Foto: Sabine Jacob

Mathias Frank bei der Siegerehrung nach seinem Vuelta-Etappensieg
Mathias Frank bei der Siegerehrung nach seinem Vuelta-Etappensieg
Foto: Sabine Jacob

Die Ausreißergruppe um Mathias Frank auf der 17. Etappe der Vuelta
Die Ausreißergruppe um Mathias Frank auf der 17. Etappe der Vuelta
Foto: Sabine Jacob

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