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Vorentscheidung in der 5. Nacht? – Cavendish/Wiggins nehmen De Ketele/De Pauw eine Runde ab
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30.10.2016

Vorentscheidung in der 5. Nacht? – Cavendish/Wiggins nehmen De Ketele/De Pauw eine Runde ab

Info: Sixdays: Six Day London 2016
Autor: Felix Griep (Werfel)



London, 29.10.2016 – Die Jagd der 5. Nacht markierte einen Wendepunkt beim Londoner Sechstagerennen, ja vielleicht sogar schon einen Moment der Vorentscheidung. Mark Cavendish/Bradley Wiggins erkämpften sich am Samstag nämlich einen Rundengewinn mehr als alle anderen Teams und übernahmen erstmals die Führung dieser Sixdays. Die Vorjahressieger Kenny De Ketele/Moreno De Pauw liegen jetzt nicht nur eine Runde hinter den Briten, auch ihr einst so großer Punktevorteil ist auf ein Mehr von lediglich zehn Zählern geschrumpft. Sprinter Joachim Eilers kann die Finalnacht bei zehn Punkten Vorsprung relativ entspannt angehen und auch an Katie Archibalds Erfolg im Omnium der Frauen dürfte es nach drei Siegen in vier weiteren Wettbewerben kaum noch Zweifel geben.


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Offensiver Jagdstil von Cavendish/Wiggins bringt Erfolg
Dass Mark Cavendish/Bradley Wiggins in der 5. Nacht des Londoner Sechstagerennens keinesfalls darauf aus waren, Kräfte für das Finale am folgenden Tag zu sparen, merkte man dem britischen Favoritenpaar in der 45-minütigen Jagd am Samstag vom Start weg an. Schon nach wenigen Minuten lancierten sie die erste große Attacke, welcher sich vier weitere Teams anschlossen, darunter mit Callum Scotson/Cameron Meyer und Albert Torres/Sebastian Mora die Dritten und Fünften der Gesamtwertung – aber nicht die Führenden Kenny De Ketele/Moreno De Pauw. Die reagierten erst nach erfolgtem Rundengewinn der Cavendish/Wiggins-Gruppe und zogen gemeinsam mit den um das Podium kämpfenden Yoeri Havik/Wim Stroetinga und Leif Lampater/Marcel Kalz nach. Cavendish/Wiggins behielten ihren aggressiven Fahrstil bei und testeten mehrfach mit kleinen Tempoverschärfungen die Verfassung ihrer Gegner, bis sie sich einmal mehr losreißen konnten und den nächsten Rundengewinn herausfuhren. Hinter ihnen zerfiel das Feld förmlich und mit einiger Verzögerung schaffte der Rest der Top6-Teams wieder den Rundenausgleich. Kurz bevor die letzten 50 Runden anbrachen, versuchten Scotson/Meyer zweimal erfolglos, sich aus dem mittlerweile wieder neun rundengleiche Teams umfassenden Feld absetzen zu können. Doch die nötige Power für einen solchen Coup steckte nur noch in den Beinen von Cavendish/Wiggins, denen tatsächlich als erstem Team bei diesen Sixdays in einer Jagd ein dritter Rundengewinn gelang.

De Ketele/De Pauw verlieren auch noch viele Punkte
Zwischen 33 und 15 Runden vor dem Ende der Jagd schafften Cavendish/Wiggins trotz heftigen Widerstandes von De Ketele/De Pauw die Umrundung des Feldes und übernahmen mit einer Runde Vorsprung Rang eins des Gesamtklassements. Zudem erhielten die Briten für den Jagdsieg 30 Punkte – 16 mehr als De Ketele/De Pauw für deren siebten Platz. Die Belgier waren von den Angriffen ihrer Gegner so ausgelaugt, dass sie am Ende im Sprint um die Plätze völlig untergingen. In der vor der Jagd ausgetragenen Mannschaftsausscheidung nach dem Modus „Win & Out“, bei dem De Ketele/De Pauw in der 2. Nacht den Sieg davongetragen hatten, waren sie nur Zwölfte geworden, Cavendish/Wiggins hatten aber auch gerade einmal zwei Plätze besser abgeschnitten. Der Sieg war an zwei andere Briten gegangen, nämlich Oliver Wood/Jonathan Dibben. Nach der Jagd klaubten De Ketele und De Pauw als Siebter und Achter auf der Longest Lap ein paar wenige Pünktchen zusammen, den Sieg holte sich aber Christopher Latham vor Morgan Kneisky und Scotson – drei Fahrer, die zu den Spezialisten dieser Disziplin gehören und hier oft vorne dabei waren. Latham hatte in der 2. Nacht schon einmal einen Longest Lap-Sieg gefeiert. Zum Abschluss der 5. Nacht fand noch das erste der beiden 60 statt 40 Runden langen Derny-Finals des Wochenendes statt, in denen nicht immer nur ein Fahrer eines Teams antritt, sondern sich beide Partner nach der Hälfte der Distanz ablösen.

Scotson/Meyer und Lampater/Kalz winkt noch ein Bonus
Der Derny-Sieg ging klar an Lampater/Kalz hinter dem belgischen Schrittmacher Michel Vaarten. Cavendish/Wiggins und De Ketele/De Pauw waren an diesem Rennen nicht beteiligt, hatten also schon etwas eher Feierabend. Den Briten dürfte tatsächlich zum Feiern zumute gewesen sein, den eine Runde in Rückstand geratenen De Ketele/De Pauw wohl eher nicht, denn deren Aussichten auf den Gesamtsieg stehen nun sehr schlecht. Die nach noch der 3. Nacht gar nicht unrealistische Hoffnung, über die Punkte vielleicht einen zusätzlichen Rundengewinn erzielen können, wird sich nicht mehr erfüllen. Von einst 41 Punkten Vorsprung gegenüber Cavendish/Wiggins sind nur noch zehn übriggeblieben. Und mit den derzeitigen 327 bzw. 317 Punkten werden weder die Zweiten, noch die Erstplatzierten vor der Finaljagd die 400-Punkte-Marke erreichen. Aber zwei anderen Teams winken noch Bonusrunden, die großen Einfluss auf den Kampf um die Podiumsplätze nehmen könnten. Scotson/Meyer (269) würden nach dem Erreichen von 300 Punkten rundengleich mit De Ketele/De Pauw sein und Lampater/Kalz (284) werden wohl ziemlich sicher die zwei Runden zurückliegenden Havik/Stroetinga (228) von Rang vier verdrängen. Die Deutschen müssten dann in der Jagd noch eine Runde gutmachen, um auch an Scotson/Meyer auf Rang drei vorbeiziehen zu können. Für die Europameister Torres/Mora (252) scheint das Podium dagegen bei drei Runden Rückstand kaum mehr in Reichweite zu liegen.

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Sprinter: Wiedererstarkter Matthew Rotherham festigt dritten Platz
Die 5. Nacht begann bei den Sprintern wie jede andere davor: Joachim Eilers gewann das Zeitfahren über 200 Meter mit fliegendem Start. Dieser Sieg war aber der knappste überhaupt bei diesem Sechstagerennen, denn Matthew Rotherham war lediglich drei Tausendstelsekunden langsamer. Als Drittschnellster zog auch Maximilian Levy ins Sprint-Finale dieses Abends ein, dass der deutsche Meister dann in einem Drei-Mann-Fotofinish haarscharf vor Eilers und Rotherham für sich entschied. Im Keirin konnte der Brite die Deutschen dann aber doch auch einmal schlagen, da setzte sich Rotherham knapp vor Eilers durch und Levy wurde Dritter. Rotherhams Platzierungen addierten sich an diesem Samstag zu nur sechs Punkten, womit er seine Schwächephase vom Freitag, als er sich 15 Punkte auf sein Konto buchen lassen musste, eindeutig überwunden hat. So konnte er seinen dritten Gesamtrang verteidigen und den Vorsprung zum Viertplatzierten Njisane Phillip von zwei auf acht Punkte vergrößern. Auf den Zweiten Levy fehlen Matthew Rotherham acht und zum Führenden Eilers, der nicht mehr von Rang eins zu verdrängen sein dürfte, 18 Punkte.

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Frauen: Britische Dominanz wird nur im Punkterennen durchbrochen
Der zweite Abend im Omnium der Frauen fand ohne die Niederländerin Marit Raaijmakers statt, die sich in der 4. Nacht bei einem Sturz im Scratch einen Schlüsselbeinbruch zugezogen hatte. Die mit Abstand stärksten Fahrerinnen blieben die Britinnen Katie Archibald und Neah Evans, die in drei von vier Disizplinen erneut Erste und Zweite wurden. So war es im 250 Meter Zeitfahren, das verteilt über zwei Nächte ausgetragen worden war und ebenfalls im Ausscheidungsfahren und Scratch, wo es mit der Italienerin Laura Basso wieder einen Sturz gab. Ein Archibald-Evans-Doppelsieg war nur im Punkterennen ganz zu Beginn des Samstags ausgeblieben, wo sie Vierte respektive Dritte wurden, weil zwei andere Fahrerinnen einen Rundengewinn erzielten. Den Sieg holte sich die Tschechin Jarmila Machacova vor der Deutschen Charlotte Becker, weil sie an den Sprintwertungen noch zwei Punkte mehr mitnahm. In der Gesamtwertung thronen Archibald mit 10 und Evans mit 15 Punkten weit über allen anderen: auf den Plätzen drei und vier folgen die Slowakin Alzbeta Pavlendova und die Dänin Amalie Dideriksen mit jeweils 35 Punkten.

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