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Toon Aerts sehr überraschend und Thalita de Jong sehr souverän Europameister im Radcross
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30.10.2016

Toon Aerts sehr überraschend und Thalita de Jong sehr souverän Europameister im Radcross

Info: Radcross-Europameisterschaft 2016 in Pontchâteau
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Pontchâteau, 30.10.2016 – Am zweiten Tag der Radcross-EM in Pontchâteau (Westfrankreich) wurden bei unverändert milden Temperaturen das Juniorenrennen sowie die Titelkämpfe der Elite ausgetragen. Toon Aerts (Belgien) sicherte sich äußerst überraschend Gold bei den Männern, Thalita de Jong (Niederlande) fügte ihrem Weltmeister- den Europameisterschaftstitel hinzu und der Brite Thomas Pidcock münzte die gute Form der vergangenen Wochen in einen weiteren bedeutenden Sieg um.


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Ein untypisches Cross-Rennen
Es war ein sehr untypisches Schauspiel, das den Radcross-Fans während des Männer-Elite-Rennens geboten wurde. Dazu trugen allein der strahlende Sonnenschein und die hohen Temperaturen bei. Vor allem aber erwies sich der nur 2,65 Kilometer lange, staubtrockene Parcours als derart wenig technisch und unselektiv, dass praktisch die ganze Zeit über ein riesiges Teilnehmerfeld zusammenblieb. Es versuchten zwar immer wieder Fahrer zu entkommen – so etwas Laurens Sweeck (Belgien) und Mathieu Boulo (Frankreich) -, aber das zeitigte keine nennenswerten Folgen. Erst als Toon Aerts etwa vier Runden vor Schluss – wegen der Durchgangszeit von ca. 5:35 hatten weit über zehn Runden angesetzt werden müssen – sein Glück versuchte, fiel eine Vorentscheidung.

Aerts' Vorsprung wächst und wächst
Der seit Kurzem 23-jährige Belgier – 2014 Fünfter der U23-EM sowie -WM und in der vergangenen Saison sowohl in Bensheim wie in Leuven erfolgreich – riss innerhalb von wenigen Augenblicken eine beträchtliche Lücke auf. Weltmeister Wout van Aert, der den noch fehlenden Titel sicherlich gerne seiner Sammlung hinzugefügt hätte, konnte nichts tun, wollte er seinem Landsmann nicht in den Rücken fallen. Die Niederländer – vor allem Landesmeister Mathieu van der Poel und Titelverteidiger Lars van der Haar – wollten einander wohl nicht helfen. Und der Franzose Clément Venturini fand auch keine Mitstreiter. So geschah das Unglaubliche: Aerts' Vorsprung wuchs und wuchs, bis auf 51 Sekunden zu Beginn der letzten Runde.

Van Aert gegen Venturini um Bronze
Nun wollten Van Aert und Kevin Pauwels die Chance auf einen belgischen Sweep ergreifen und machten Jagd auf die beiden verbliebenen Medaillen. Mathieu van der Poel setzte jedoch nach und brachte einige weitere Fahrer mit. Am Ende entschied der Niederländer den Sprint um Platz zwei locker für sich, während Van Aert Venturini nur mit Mühe Bronze bei der Heim-EM abspenstig machen konnte. Jens Adams wurde Fünfter vor Landsmann Pauwels, Van der Haar und dem Schweizer Marcel Wildhaber, der die ganze Zeit über in der Meute mitgeschwommen war. Steve Chainel (Frankreich) und Corné van Kessel (Niederlande) komplettierten das Podium. 45 Sekunden vor seinen nächsten Verfolgern aber war Toon Aerts ins Ziel gefahren, sicherlich zur unbändigen Freude der Telenet Fidea Lions, die in diesem Herbst noch nicht vom Erfolg verwöhnt waren und sich zuletzt sogar fragen lassen mussten, ob Superstar Sven Nys als Teamchef ungeeignet sei.

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De Jong lehrt Cant das Fürchten
Sanne Cant hat ein Problem und das heißt Thalita de Jong. Nach Jahren, in denen die Belgierin praktisch unumschränkt über die europäische Radcross-Galaxis herrschen konnte, ist ihr eine Konkurrentin erwachsen, gegen die sie machtlos scheint. Natürlich ist De Jong in erster Linie immer noch Straßenradsportlerin, aber im Gegensatz zum letzten Jahr bestreitet sie schon zu Beginn der Wintersaison zahlreiche Rennen und überall, wo sie bislang antrat, ließ sie ihr Regenbogentrikot leuchten. Das trug die Niederländerin, die in wenigen Tagen 23 wird, heute in Pontchâteau natürlich nicht. Aber sie strahlte trotzdem eine bemerkenswerte Souveränität aus, erschien im Ziel nicht mal erschöpft.

Niederländischer Doppelerfolg
Nachdem die beiden Britinnen Helen Wyman und Nikki Brammeier ganz zu Beginn zu Fall gekommen waren und das Rennen sogar aufgeben mussten, bildete sich eine sechsköpfige Spitzengruppe, aus der De Jong, Teamkollegin Lucinda Brand und Sanne Cant sich drei Runden vor Schluss absetzen konnten. Die Weltmeisterin wartete jetzt nicht mehr lange, beschleunigte ein paarmal und entfernte sich von Cant und Brand, die natürlich nichts zur Verfolgung beitrug. Die Gruppe füllte sich mit weiteren Fahrerinnen auf und die Titelverteidigerin machte bald den schwächsten Eindruck von allen – sicherlich kam sie mit den Temperaturen nicht zurecht. Caroline Mani sorgte, angefeuert vom Heim-Publikum, fürs Tempo, musste diesen Einsatz aber am Ende büßen, als sie im Sprint um Silber gegen Brand unterlag. So sorgte die Straßenradspezialistin, die sich in diesem Winter erstmals mit Querfeldeinrennen fit hält, für einen niederländischen Doppelerfolg. Jolien Verschueren (Belgien) wurde Vierte, die junge Italienerin Alice Maria Arzuffi kam auf Platz fünf. Sanne Cant quälte sich als Sechste über die Ziellinie.

-> Zum Resultat Frauen Elite

Ein Brite mischt die Junioren-Szene auf
Zu Beginn des zweiten Wettkampftages hatten die Junioren das Sagen. Der Brite Thomas Pidcock – nach seinen Siegen in Derby, Kruibeke und vor allem Zonhoven längst kein Unbekannter mehr – schüttelte seine Konkurrenten in der dritten Runde ab. Drei Franzosen und ein Belgier bildeten die Verfolgergruppe, mussten die Hoffnung auf Gold aber bald aufgeben. Antoine Benoist und Namensvetter Raugel ließen abreißen, Timo Kielich und Nicolas Guillemin nahmen Kurs auf die Silbermedaille auf. In der vorletzten Runde zeigte auch Kielich Schwächen und verlor den Anschluss an Guillemin, welcher darum 14 Sekunden hinter Sieger Pidcock als Zweiter erreichte.

-> Zum Resultat Junioren

Medaillenspiegel: Belgien holt "nur" zweimal Gold
Der Medaillenspiegel weist wieder die Belgier als erfolgreichste Nation dieser EM aus, auch wenn sie diesmal "nur" zwei Goldmedaillen (Männer Elite, Männer U23) und zweimal Bronze auf sich vereinen konnten. Die Niederländer haben insgesamt die meisten Medaillen gesammelt – einmal Gold (Frauen Elite), dreimal Silber (!), einmal Bronze. Großbritannien (Junioren) und Italien (Frauen U23) waren mit je einer goldenen Medaille dabei. Die Gastgeber haben immerhin zweimal Silber und einmal Bronze davongetragen.

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