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Adventskalender am 20. Dezember: In Memoriam – Gedenken an die 2016 verstorbenen Radsportler
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20.12.2016

Adventskalender am 20. Dezember: In Memoriam – Gedenken an die 2016 verstorbenen Radsportler

Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



  20.12.  
Es hat schon Tradition, auch wenn es uns jedes Mal traurig stimmt: Das „In Memoriam“-Adventskalendertürchen ist jenen Radsportlern und Radsportlerinnen gewidmet, die uns in den vergangenen 12 Monaten für immer verlassen haben.


Der LiVE-Radsport.com Adventskalender 2016
Bis Weihnachten präsentieren wir euch täglich einen besonderen Beitrag, um in der an Radrennen ärmeren Adventszeit keine Langeweile aufkommen zu lassen.


Robert Sassone, * 23.11.1978 † 21.01.2016
Im Januar starb der frühere Bahn- und Straßenradprofi Robert Sassone im Alter von erst 37 Jahren – die Todesursache wurde nicht publik gemacht. Der auf Neukaledonien geborene Franzose gehörte von 2000 bis 2003 dem skandalumwitterten Cofidis-Team an, ebenso wie Frank Vandenbroucke und Philippe Gaumont, die bereits 2009 bzw. 2013 verstarben. Er belegte bei den Olympischen Spielen in Sidney Platz zehn im Madison, ein Jahr später holte er WM-Gold in eben dieser Disziplin (zusammen mit Jérôme Neuville). Ein zweiter Platz bei der Scratch-WM 2003 folgte. Seine größten Erfolge auf der Straße waren ein Etappensieg bei der Tour de Limousin 2002 und ein Etappensieg bei der Tour du Poitou-Charentes 2003. Seine Karriere endete, als er 2004 zu einer zweijährigen Dopingsperre verurteilt wurde – wegen eines positiven Doping-Tests während des Sechstagerennens in seiner Heimat. Später wurde gegen ihn im Zuge der Cofidis-Affäre eine sechsmonatigen Gefängnisstrafe auf Bewährung ausgesprochen.

Dave Mirra, * 04.04.1974 † 04.02.2016
Anfang Februar trauerten BMX-Fans weltweit um Dave Mirra. Der 41-jährige US-Amerikaner aus Greenville, North Carolina wurde in seinem Auto tot aufgefunden – offensichtlich hatte er sich mit einer Schusswaffe selbst das Leben genommen. Mirra war ein Pionier und eine lebende Legende des "Bicycle Motocross" – er gewann ab 1995 insgesamt 24 Medaillen bei den X-Games – den "Olympischen Spielen" für die Fun- und Extremsportarten -, darunter 14 goldene. In dieser Zeit moderierte er eine eigene Sendung bei MTV. Außerdem wurde ein Playstation-Spiel nach ihm benannt. Seit 2014 verlegte er sich auf den Triathlon-Sport. Dave Mirra hinterließ eine Frau und zwei Kinder.

Romain Guyot, * 09.12.1992 † 03.03.2016
Eine traurige Nachricht erreichte uns Anfang März aus Frankreich. Der 23-jährige Radsportler Romain Guyot war bei einem Trainingsunfall ums Leben gekommen. Nahe Roche-Sur-Yon wurde er an einer Straßenkreuzung von einem Lastwagen erfasst und war auf der Stelle tot. Guyot gehörte dem Amateurteam Vendée U an, das als Nachwuchsschmiede für Direct Energie gilt. Für die Vorgängerformation Europcar fuhr Guyot in den letzten Monaten des Jahres 2015 als Stagiaire, bestritt u. a. die Tour du Doubs und Paris-Tours. 2010 gewann er eine Etappe der Friedensfahrt für Junioren, 2013 war er bei der Ronde de l'Isard erfolgreich. Letztes Jahr wurde er u. a. Gesamtsiebter beim Triptyque des Monts et Châteaux, belegte auf der fünften Etappe der Flèche du Sud Platz drei und gewann die Nachwuchswertung der Trofeu Joaquim Agostinho.

Antoine Demoitié, 16.10.1990 † 28.03.2016
Gent Wevelgem 2016 wird als Unglücksrennen in Erinnerung bleiben. Antoine Demoitié (Wanty-Gobert) kam nach ca. 150 Kilometern zu Fall, genauso wie vier andere Fahrer, wurde aber, noch halb am Boden liegend, auch noch von einem Motorrad angefahren. Der 25-jährige Belgier wurde auf die Intensivstation des Universitätsklinikums Rijsel eingewiesen und ins künstliche Koma versetzt. In der darauffolgenden Nacht erlag er seinen Verletzungen. Demoitié war seit 2010 im Radsport bei Continental-Teams aktiv, bevor er zur Saison 2016 einen Vertrag beim Professional-Team Wanty erhielt. Sein größter Erfolg war der Gewinn der Tour du Finistère im Jahr 2014. LiVE-Radsport.com widmete ihm einen Nachruf.

Daan Myngheer, 13.04.1993 † 28.03.2016
Als sei Demoitiés tödlicher Unfall noch nicht genug gewesen, ereilte die Radsport-Welt fast zeitgleich eine weitere Hiobsbotschaft. Auch sein belgischer Landsmann Daan Myngheer war gestorben. Der 22-Jährige von Roubaix-Lille Métropole hatte beim Critérium International einen Herzstillstand erlitten. Die Ärzte hatten Myngheer daraufhin in ein künstliches Koma versetzt, aus dem er aber nicht mehr erwachte. Myngheer wurde 2015 bei Vérandas Willems Profi. Im Jahr 2011 war er belgischer Juniorenmeister im Straßenrennen und gewann das Rennen Omloop Mandel-Leie-Schelde. Auch über ihn schrieb LiVE-Radsport.com einen Nachruf.

Klaus Ampler, * 15.11.1940 † 06.05.2016
Im Mai starb Klaus Ampler, im Alter von 75 Jahren. Der DDR-Radsport-Star litt seit 2005 an der Alzheimerschen Krankheit. Ampler gewann 1963 die Friedensfahrt, die "Tour de France des Ostens", entschied zweimal die DDR-Rundfahrt für sich und war mehrfach DDR-Meister. Ab 1970 betätigte er sich erfolgreich als Straßen- und Bahnrad-Trainer, führte u. a. seinen Sohn Uwe zum Amateur-WM-Titel.

Gijs Verdick, * 23.06.1994 † 09.05.2016
Kurze Zeit später trauerte die Radsportwelt schon wieder um einen Nachwuchsfahrer. Ebenso wie im März Daan Myngheer war der 21-jährige Niederländer Gijs Verdick (Cyclingteam Jo Piels) an einem Herzleiden gestorben. Verdick hatte in der Woche davor zwei Herzstillstände erlitten, musste wiederbelebt und ins künstliche Koma versetzt werden. Er befand sich zunächst in Polen, wo er mit seiner Mannschaft das Carpathian Couriers Race bestritten hatte, wurde dann in ein Krankenhaus in Zwolle verlegt, wo er verstarb. 2014 fuhr Verdick für das Amateurteam Kanjers voor Kanjers und seit diesem Jahr für Jo Piels auf Continental-Ebene. 2015 war er Vierter in der Nachwuchswertung der Ägypten-Rundfahrt. In diesem Jahr bestritt er u. a. die Volta Limburg Classic, Lüttich-Bastogne-Lüttich U23 und die Ronde van Drenthe. Seine Familie soll seine Organe zur Organspende freigegeben haben.

Steve Smith, * 25.11.1989 † 10.05.2016
Ebenfalls im Mai dann eine Schocknachricht für alle Mountainbike-Fans: Der Downhill-Profi Steve "Stevie" Smith war an den Folgen eines Enduro-Motocross-Unfalls gestorben. Der 26-jährige Kanadier verunglückte nahe seines Heimatorts Nanaimo und zog sich dabei so schwere Gehirnverletzungen zu, dass sein Leben nicht mehr zu retten war. Steve Smith war Vize-Downhill-Weltmeister 2010 und WM-Dritter 2012. Im selben Jahr gewann er den Weltcup in Hafjell – praktisch der Auftakt zu seiner Erfolgsserie 2013, als er Mont-Sainte-Anne, Hafjell und Leogang für sich entschied und den Gesamtweltcup holte. Für diese Leistung wurde er zu Kanadas Radsportler des Jahres gewählt. 2014 und 2015 waren überschattet von Verletzungen und längeren Zwangspausen, doch kurz vor seinem Tod hatte Smith sich in Lourdes mit einem zweiten Platz zurückgemeldet.

David Cañada, * 11.03.1975 † 28.05.2016
Ende Mai kam der ehemalige Radprofi David Cañada Gracia ist bei einem Fahrradunfall ums Leben. Der 41-Jährige nahm an einem Jedermannrennen in Huesca teil, als er mit einem anderen Radsportler zusammenstieß. Er schlug mit dem Kopf auf dem Boden auf und erlag seinen Verletzungen. Cañada, gebürtig aus Zaragoza, war Berufsradfahrer von 1996 bis 2008 und fuhr u. a. für ONCE, Mapei und Saunier-Duval. Für 2009 hatte er auch noch einen Vertrag bei Fuji Servetto, er beendete aber seine Karriere, nachdem Hautkrebs bei ihm diagnostiziert worden war. Seine größten Erfolge waren der Gesamtsieg bei der Ronde van Murcia und dem Circuit Sarthe 2000 sowie vor allem bei der Katalonien-Rundfahrt 2006. 2005 wurde er Dritter bei Rund um Köln. Er nahm mehrfach an allen Grands Tours teil.

Rudi Altig, * 18.03.1937 † 11.06.2016
Im Juni wurde der Tod einer deutschen Radsport-Legende gemeldet. Rudi Altig starb im Alter von 79 Jahren; er erlag einer kurzen, schweren Krebserkrankung. Altigs Karriere begann auf der Bahn, wo er, häufig zusammen mit seinem älteren Bruder Willi, bereits viele Erfolge feierte und einen Amateur-Weltmeistertitel holte. 1960 und 1961 gewann er, jetzt als Profi, erneut Gold in der Einzelverfolgung. Seinerzeit verlagerte er seinen Schwerpunkt auf die Straße und feierte 1962 seinen Durchbruch, als er die Vuelta a Espana für sich entschied und als erster Deutscher das Grüne Trikot bei der Tour errang. Im Laufe seiner Karriere gelangen Altig acht Tour-Etappensiege und auch das Gelbe Trikot war insgesamt 18 Tage in seinem Besitz.
Sein Händchen für Eintagesrennen demonstrierte er 1964 bei der Flandern-Rundfahrt, 1968 bei Mailand-Sanremo und natürlich 1966, als seine Karriere mit Gold bei der Straßenrad-WM ihren Höhepunkt erreichte. 1970 gewann Altig Rund um den Henninger Turm – jenes Rennen, dessen Leitung er nach seiner aktiven Zeit übernahm. Auch in anderen Ämtern blieb er dem Radsport stets verbunden und erhielt 1997 das Bundesverdienstkreuz. An der Stätte seines Weltmeisterschaftstriumphes, dem Nürburgring, wurde heuer erstmals wieder ein Profirennen ausgetragen, das den Namen "Rudi Altig Race" erhalten hat.
Dennoch war der 23-fache Sechstage-Sieger und zweifache Straßen-Landesmeister, zumindest nach heutigen Maßstäben, nicht nur eine Lichtgestalt. Seinen Spitznahmen "Die rollende Apotheke" trug er nicht von ungefähr, u. a. gehörten Steroide und das Aufputschmittel Pervitin zu den Substanzen, deren Einnahme er eingestand.

Dominique Arnaud, * 19.09.1955 † 20.07.2016
Im Juli starb Dominique Arnaud, Radprofi von 1980 bis 1991 und Teamkollege von Bernard Hinault, Greg Lemond, Pedro Delgado und Miguel Indurain bei La Vie Claire bzw. Banesto, in seiner südfranzösischen Heimat. Er wurde 60 Jahre alt. Arnaud nahm 11 Mal an der Tour de France teil. 1985 gewann er mit seiner damaligen Mannschaft ein Teamzeitfahren in Fougères, bevor Hinault den Gesamtsieg davontrug. Seine größten persönlichen Erfolge sind drei Etappensiege an der Vuelta a Espana (1980, 1982, 1987), der Gesamtsieg bei der Tour de Limousin 1983 sowie eine Etappe an der Katalonien-Rundfahrt 1986.

Zarja Černilogar, * 18.12.1989 † 21.08.2016
Im August kam die slowenische Mountainbikerin Zarja Cernilogar bei einem Unfall ums Leben. Sie stürzte bei Kamnik einen Abgrund hinunter und verletzte sich tödlich. Näheres wurde nicht bekannt; mit dem Enduro-Rennen, das sie dort zuvor bestritten hatte, soll der Vorfall aber nichts zu tun gehabt haben. Die 26-Jährige war in der europäischen Downhill-Szene sehr erfolgreich gewesen, gewann u. a. 2013 und 2014 die Gesamtwertung des IXS European Cups. Sie war mehrfache und zum Zeitpunkt ihres Todes amtierende DH-Meisterin ihres Landes. Im Weltcup kam sie sowohl in Val di Sole 2013 wie in Méribel 2014 unter die Top10.

Daniel Willems, * 16.08.1956 † 02.09.2016
Anfang September starb, im Alter von erst 60 Jahren, der frühere Radprofi Daniel Willems. Er fuhr von 1978 bis 1985 u. a. für IJsboerke, Capri Sonne und Boule d'Or. Der Belgier gewann vier Tour-de-France-Etappen – zwei im Jahr 1981 und zwei 1982, als er die Rundfahrt auch als Gesamtsiebter beendete. Außerdem stehen Rund um den Henninger Turm 1979, Scheldeprijs 1979, Brabanter Pfeil 1979, Paris-Tours 1980, Flèche Wallonne 1981, ein Gesamtsieg bei den Vierdaagse Duinkerken und der Ruta del Sol sowie Etappensiege bei der Tour de Suisse und der Belgien-Rundfahrt (dort auch Gesamtsieg) in seinen Palmarès, um nur einige seiner vielen Erfolge aufzuzählen. Bei der Flandern-Rundfahrt 1979 wurde er Dritter, ebenso wie bei Lüttich-Bastogne-Lüttich.

Bahman Golbarnezhad, * 12.06.1968 † 17.09.2016
Die Paralympischen Spiele in Rio de Janeiro wurden von einem schrecklichen Unglücksfall überschattet. Der 48-jährige iranische Paracyclist Bahman Golbarnezhad kam während des C4/C5-Straßenrennens auf dem von den Olympischen Spielen her bekannten Grumari Circuit zu Fall, wurde noch vor Ort behandelt und dann ins Athletenhospital gebracht. Dort erlitt er einen Herzstillstand, wurde wiederbelebt und ins Unimed Rio Hospital verlegt, wo er unmittelbar nach seiner Ankunft aber verstarb.

Edgard Sorgeloos, * 14.12.1930 † 12.09.2016
Mitte November starb der frühere Radprofi Edgard Sorgeloos in einem Krankenhaus in Oudenaarde. Er wurde 85 Jahre und 11 Monate alt. Sorgeloos fuhr von 1951 bis 1966 für verschiedenste Teams, u. a. für Faema, Flandria, GBC und Solo-Superia, wo er als Mann an der Seite von Rik van Steenbergen eingesetzt wurde. Auch Rik van Looy schätzte seine Helferdienste. Seinen größten persönlichen Erfolg feierte der Belgier 1965 mit dem Gewinn der vierten Etappe der Tour de France. Außerdem erzielte er je einen Etappensieg bei der Tour de Suisse 1955 und 1957 und gewann 1962 ein Teilstück von Paris-Nizza, abgesehen von mehreren Spitzenresultaten bei Eintagesrennen. Nach seiner Profikarriere arbeitete Sorgeloos für die niederländische Medienanstalt NOS.

Etienne Fabre, * 05.08.1996 † 10.12.2016
Vor wenigen Tagen kam der französische Nachwuchsfahrer Etienne Fabre bei einem Wanderunfall ums Leben. Der 20-Jährige war im Bauges-Massiv in Savoyen unterwegs, wo er auf einem Schneefeld ausrutschte und unglücklich stürzte. Fabre entstammte dem VC Rodez Club und fuhr dann für Chambéry CF. Seit dem 15.8. war er als Stagiaire für Ag2r-La Mondiale im Einsatz, u. a. bei der Tour du Poitou Charentes, Tour de Vendée und bei Paris-Tours. Bei der U23-Landesmeisterschaft in diesem Jahr hatte er Platz fünf belegt. Als Junior konnte er 2013 eine Etappe der Trophée Centre Morbihan für sich entscheiden. 2015 gewann er das nationale Event Circuit de Saône-et-Loire. Medienberichten zufolge hatte Etienne Fabres Vater erst einen Monat zuvor einen Fahrradunfall erlitten und ist seitdem gelähmt.



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