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Meisen sensationeller Zweiter in Fiuggi – Van Aert macht Weltcup-Gesamtsieg perfekt
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15.01.2017

Meisen sensationeller Zweiter in Fiuggi – Van Aert macht Weltcup-Gesamtsieg perfekt

Info: Radcross: WELTCUP FIUGGI 2017
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Fiuggi, 15.01.2017 – Wout van Aert (Crelan-Charles) hat den Radcross-Weltcup im italienischen Fiuggi gewonnen und damit nicht nur seinen 15. Saisonerfolg gefeiert, sondern auch den Weltcup-Gesamtsieg vorzeitig unter Dach und Fach gebracht. Angesichts der Abwesenheit seines Dauerrivalen Mathieu van der Poel war diese Schlagzeile aber nicht die eigentliche Sensation des Tages. Für eine solche sorgte vielmehr der frischgebackene Deutsche Meister Marcel Meisen (Steylards-Verona), der es 18 Sekunden hinter Van Aert als Zweiter ins Ziel schaffte. Eine podiumsreife Leistung lieferte auch Tom Meeusen (Telenet-Fidea) ab (+0:27). Dessen Teamkollege Toon Aerts sorgte mit einem schlimmen Sturz für die weniger schönen Momente des Wettkampfs.


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Vom Herausforderer zum Sturzopfer
Mathieu van der Poel anstatt in Fiuggi im Trainingslager – wer also sollte Wout van Aert beim vorletzten Weltcup der Saison schlagen? Vielleicht am ehesten noch Toon Aerts, der in dieser Saison schon das eine oder andere Mal überrascht hatte. Und man kann nicht sagen, dass der amtierende Europameister sich nicht bemüht hätte. Gleich nach dem Startschuss nahm er das Heft des Handelns in die Hand und lag nach einer Runde allein in Führung. Als Van Aert zu ihm nach vorne gefahren war, ließ er sich zunächst nicht abschütteln, fuhr zwei weitere Runden mit dem Weltmeister mit. Durch einen Ausrutscher geriet er dann aber ins Hintertreffen und fiel zu den Verfolgern, darunter Michael Vanthourenhout (Marlux), zurück. Aerts fuhr weiterhin ein engagiertes Rennen, aber er wurde dafür nicht belohnt. In einer steilen Bergab-Passage kam er zu Fall und prallte mit der Schulter gegen einen Baum – unter großen Schmerzen und mit dem dringenden Verdacht auf Schlüsselbeinbruch musste er aufgeben.

Meisen und Meeusen jubeln
Für sein Engagement angemessen belohnt wurde heute Marcel Meisen. Der 28-Jährige bestreitet schon seit September eine klasse Saison, die ihm sechs Siege eingebracht hat. Man kann also nicht unbedingt sagen, der Triumph bei den deutschen Meisterschaften vor einer Woche habe ihn beflügelt. Aber vielleicht war das Trikot mit den schwarz-rot-goldenen Streifen doch etwas wie ein Turbobooster. Jedenfalls konnte Meisen sich nicht nur bei den Verfolgern halten, er schaffte es gegen Ende des Wettkampfs, sich von ihnen abzusetzen und auf der zweiten Position zu etablieren. Ihm gelang so eine sensationelle Spitzenplatzierung, wie sie zuletzt Philipp Walsleben beim Weltcup in Tabor im Oktober 2013 innehatte. Mindestens genauso wie Meisen freute sich aber Tom Meeusen über den dritten Platz: Denn seit seinem Sieg in Nommay vor fast genau drei Jahren war er nicht mehr auf dem Weltcup-Podium gestanden.

Van Aert holt zweiten Weltcup-Gesamtsieg in Folge
Der UCI Cyclocross World Cup machte erstmals seit Rom 2014 wieder Station in Italien. Fiuggi kennt man als Austragungsort des inzwischen eingestellten Giro d'Italia Cross, aber der Parcours wurde von einigen Fahrern eher kritisch eingestuft. Nur Telenet-Fidea-Manager Sven Nys jubelte: Endlich wieder ein Kurs für fahrtechnisch Begabte, auf dem keine dicken Reifen mit viel Grip helfen. Tatsächlich waren die Steilstücke so rutschig, dass selbst die Besten immer wieder absteigen und bergab laufen mussten. Am besten zurecht mit den Bedingungen kam wie erwartet Wout van Aert, der mit seinem 15. Saisonsieg (den belgischen Meistertitel mitgerechnet) auch die Weltcup-Titelverteidigung realisierte. Gewaltige 111 Punkte trennen ihn von Kevin Pauwels (Marlux), heute Vierter, und beim letzten Rennen in Hoogerheide können nur maximal 80 verdient werden.

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Frauen: Auch De Boer steht schon als Gesamtsiegerin fest
Bei den Frauen setzte die frischgebackene niederländische Meisterin Marianne Vos ihre sensationelle Comeback-Siegesserie fort. Sie dominierte das Rennen und hatte von der Konkurrenz praktisch nichts zu befürchten, zumal die belgische Meisterin Sanne Cant ein Trainingslager vorzog und in Fiuggi fehlte. Lokalmatadorin Eva Lechner nahm Kurs auf den zweiten Platz auf, musste dann aber Federn lassen. 40 Sekunden hinter Vos finishte die Tschechin Katerina Nash; ebenfalls aufs Podium kam Sophie de Boer, die so den Gesamtweltcupsieg vorzeitig sichern konnte. Mit 93 Punkten Vorsprung auf Nash ist sie nicht mehr von der Spitze zu verdrängen. Bemerkenswert stark auf Platz vier: Annemarie Worst, eine Mountainbikerin, ebenfalls aus den Niederlanden.

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U23: Lokalmatador Bertolini Zweiter hinter Iserbyt
Bei den Männern U23 feierte Weltmeister Eli Iserbyt seinen siebten Saisonerfolg, womit er Quinten Hermans in der Statistik einholte. Der Europameister musste heute mit Platz drei vorliebnehmen (+0:50), weil der italienische Elite-Meister Gioele Bertolini – am Anfang durch einen Massensturz behindert – in der zweiten Rennhälfte stark aufkam und sich den Platz hinter Iserbyt sicherte (+0:18). Der Niederländer Joris Nieuwenhuis wurde nur Zehnter, behauptete aber die Weltcup-Führung. 45 Punkte trennen ihn von Quinten Hermans.

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Junioren: Französische Doppelspitze Benoist/Bonsergent
Das Juniorenrennen endete mit einem Doppelsieg für Frankreich. Coupe-de-France-Gewinner Antoine Benoist setzte sich frühzeitig als Solist ab und erreichte 22 Sekunden vor Landesmeister Maxime Bonsergent das Ziel. Zwar lag Lokalmatador Filippo Fontana längere Zeit auf Position zwei, ein Sturz machte jedoch seine Hoffnungen aufs Podium zunichte. So kam Toon Vandebosch auf den dritten Platz (+0:44) und verteidigte die Gesamtführung um 20 Punkte vor Benoist.

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