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Havik/Stroetinga behaupten ihre Führung am Berliner Sonntag – der U23-Sieg geht an Hayter/Walls
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22.01.2017

Havik/Stroetinga behaupten ihre Führung am Berliner Sonntag – der U23-Sieg geht an Hayter/Walls

Info: Sixdays: Berliner Sechstagerennen 2017
Autor: Felix Griep (Werfel)



Berlin, 22.01.2017 – Sechs Mannschaften hatten am Ende der 3. Nacht des Berliner Sechstagerennens eine Runde hinter den Spitzenreitern Yoeri Havik/Wim Stroetinga gelegen, doch einen Tag später sind davon nur noch Kenny De Ketele/Moreno De Pauw und Jens Mouris/Pim Ligthart übrig geblieben. Der Rest verlor entweder eine Runde in der Großen Jagd oder erreichte im Gegensatz zu den Konkurrenten am 4. Tag dieser Sixdays keine neue Bonusrunde. Die U23-Fahrer trugen bereits die Final-Jagd ihres Wettkampfes aus, der mit einem einem britischen Doppelsieg und den deutschen Bremen-Siegern auf dem dritten Platz endete. Während bei den Sprintern Maximilian Levy seinen komfortablen Vorsprung verteidigte, verlor Stefan Schäfer die Steher-Führung an Thomas Steger. Im nun auch gestarteten Omnium der Frauen zeichnet sich ein offener Dreikampf zwischen Katie Archibald, Amalie Dideriksen und Anna Knauer ab.


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Großer Auftritt von Marguet/Imhof in der Kleinen Jagd
Am Sonntag stand für die Profis bei den Berliner Sixdays zunächst eine ungewohnte Jagd-Form auf dem Programm, denn anders als sonst zählte – abgesehen natürlich von Rundengewinnen – nicht die Reihenfolge bei der Zielankunft. Stattdessen gab es in dem 100 Runden langen Rennen alle zehn Runden einen Sprint um Punkte. Die zweite und die dritte Wertung gewannen die Schweizer Tristan Marguet/Claudio Imhof im Zuge eines Angriffes, der dann sogar in einem Rundengewinn gipfelte. Als eine Weile später die Briten Andrew Tennant/Christopher Latham zumindest nach Punkten gleichziehen konnten, gingen Marguet/Imhof erneut in die Offensive und verschafften sich an den nächsten Wertungen wieder einen klaren Vorteil. Ihr Rundengewinn sollte ohnehin der einzige bleiben, womit die am Samstag vom Pech verfolgten Eidgenossen ihren ersten Jagd-Sieg in Berlin feierten. Da hatte Imhof in der Großen Jagd mehrmals wegen Defekten anhalten müssen, was ihnen einen Rundenverlust auf alle Gegner eingebrockt hatte. Die leichte Verbesserung ihrer Situation in der Gesamtwertung sollte jedoch nicht von Dauer sein, denn in der Großen Jagd ging während den 45 Minuten keiner der insgesamt acht Rundengewinne auf ihr Konto, so dass sie als nun Achtplatzierte weiterhin drei Runden hinter den Spitzenreitern liegen.

Bleibt nur noch ein Dreikampf um den Gesamtsieg?
Nach 40 von 45 Minuten wurde der letzte der acht Rundengewinne in der Großen Jagd von der Jury für perfekt erklärt – er ging auf das Konto von Yoeri Havik/Wim Stroetinga, die ohne ihn ihre Führung verloren hätten. Doch so bleiben die Niederländer weiterhin das einzige Team in der Nullrunde und können den Sonntag sogar als Erfolg verbuchen, weil von vormals sechs Teams mit nur einer Runde Rückstand lediglich zwei verblieben sind. Bei diesen Hauptkonkurrenten um den Gesamtsieg handelt es sich auf der einen Seite um die Belgier Kenny De Ketele/Moreno De Pauw, die mit 338 Punkten jetzt drei Zähler mehr haben als Havik/Stroetinga, auf der anderen um das zweite niederländische Paar Jens Mouris/Pim Ligthart, das mit 277 Punkten deutlich schlechter dasteht. Zwei Runden Rückstand weisen u.a. Tennant/Latham (339 Punkte) und Morgan Kneisky/Benjamin Thomas (318) auf, die in der Großen Jagd wie Marguet/Imhof ohne Rundengewinn geblieben waren. Jesper Mørkøv/Marc Hester (271) und Andreas Graf/Andreas Müller (198) stehen dagegen nun eine Runde schlechter da als noch am Samstag, weil sie am Sonntag anders als alle vor ihnen platzierten Teams keine weitere Bonusrunde einfahren konnten.

Interims-Team Lampater/Beyer gewinnt die Große Jagd
Während Niederländer und Belgier um den Gesamtsieg kämpfen und Briten, Franzosen, Dänen und Österreicher mindestens noch in Reichweite von Rang drei liegen, ist für die Deutschen bei den Sixdays in ihrer Hauptstadt der Zug schon lange abgefahren. Dass am Ende erstmals seit 2012 kein einziger heimischer Fahrer auf dem Podium stehen wird, ist praktisch schon nicht mehr abzuwenden, da Nico Heßlich/Achim Burkart, Leif Lampater/Maximilian Beyer und Henning Bommel/Sebastian Schmiedel als beste Deutsche allesamt schon drei Runden Rückstand angehäuft haben und gerade einmal die Plätze neun bis elf belegen. Einer der Hauptgründe hierfür sind allerdings Verletzungen und Krankheiten. So musste Christian Grasmann diesmal komplett passen und Marcel Kalz konnte nur einen Teil der Wettbewerbe absolvieren, bevor sich dann notgedrungen ihre Partner Beyer und Lampater zusammenschließen mussten. Diese neue Kombination hatte aber auch etwas Gutes, denn in der Großen Jagd, die durch drei Sprintwertungen in der Schlussphase entschieden wurde, setzten sie sich in einem sehenswerten Duell gegen De Ketele/De Pauw durch, so dass es doch noch einen Lichtblick für die heimischen Akteure gab.

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U23: Punktbestes Team Hayter/Walls holt am Ende doch den Gesamtsieg
Während die Profis noch zwei Nächte vor sich haben, ist für die U23-Fahrer das Berliner Sechstagerennen am Sonntag bereits zu Ende gegangen. Am vierten Wettkampftag stand für sie eine Jagd über 50 Minuten auf dem Programm – das mit Abstand längste Rennen für den Nachwuchs bei diesen Sixdays. Ziemlich genau nach der Hälfte der Fahrzeit ereignete sich eine entscheidende Wendung, als Ethan Hayter/Matt Walls und Moritz Augenstein/Moritz Malcharek gemeinsam einen Rundengewinn herausfuhren. Die Briten Hayter/Walls glichen damit den Rundengewinn ihrer Landsleute Joe Holt/Matt Bostock vom Samstag aus und übernahmen dank der mit Abstand höchsten Punktzahl wieder die Führung. Für die Deutschen Augenstein/Malcharek bedeutete der Rundengewinn, dass sie in der Gesamtwertung an Marcel Franz/Manuel Porzner und Jules Hester/Bryan Boussaer vorbeizogen und Rang drei übernahmen. Alle Versuche der ins Hintertreffen geratenen Teams, noch einmal zurückzuschlagen, nützten nichts, in der zweiten Hälfte der Final-Jagd gab es keine weiteren Rundengewinne mehr, so dass am Ende drei Teams in der Nullrunde stehen: Auf Rang eins Hayter/Walls (155 Punkte) vor den Siegern von Amsterdam Holt/Bostock (75) und den Gewinnern aus Bremen Augenstein/Malcharek (61). Franz, im Vorjahr Gesamtzweiter in Berlin und Porzner, damals Sieger, wären rein nach Punkten (62) Dritte geworden, mit einer Runde Rückstand reichte es für sie als zweitbestes deutsches Paar aber letztlich nicht für den Sprung aufs Podium.

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Sprinter: Levy steckt einen blöden Sturz gut weg und bleibt klar in Führung
Den Sprintern merkte man am 4. Tag allmählich die Strapazen dieser Sixdays an, was besonders im Zeitfahren deutlich wurde, wo erstmals alle sieben Fahrer über der 13-Sekunden-Marke blieben. René Enders reichten sogar 13,210 Sekunden für den Sieg – eine Zeit, mit welcher er in jeder Nacht zuvor höchsten Vierter geworden wäre. Zweitschnellster Mann war Maximilian Levy, der deshalb ins Sprintduell mit Enders gehen durfte, das für ihn schmerzhaft begann und doch erfreulich endete. Beim obligatorischen Stehversuch berührte Enders mit seinem Hinterrad das Vorderrad von Levy, woraufhin dieser unsanft auf der Bahn landete. Das zwei Wochen zuvor gebrochene Schlüsselbein hatte aber zum Glück nichts abgekommen und nach einem Neustart konnte Levy den Sprintsieg erringen. Robert Förstemann ließ auf seine dritten Plätze in Zeitfahren und Sprint einen Sieg im Keirin folgen und weil Levy hier nur Vierter wurde, bleibt es zwischen ihnen in der Gesamtwertung bei einer Differenz von sechs Punkten. Eilers, der den Tschechen Tomas Babek von Rang drei verdrängte, liegt bereits 16 Punkte hinter dem Führenden Levy.

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Steher: Steger und Schiewer schieben sich um 1 Punkt an Schäfer vorbei
Im Weltpokal der Steher hat sich die Lage auf den ersten Plätzen der Gesamtwertung am Sonntag stark verdichtet, was für die letzten beiden Nächte höchste Spannung verspricht. Dabei sah es zwischenzeitlich so aus, als würde Stefan Schäfer seine Führung verteidigen und möglicherweise sogar ausbauen können, als er nach etwa zwei Dritteln der Renndistanz von 80 Runden die Führung übernahm. Am Ende landete er jedoch nur auf Etappenrang fünf, während drei andere Gespanne bis in die letzte Runde hinein gegeneinander um den Tagessieg kämpften. Letztendlich setzte sich Thomas Steger mit seinem Schrittmacher Thomas Ruder gegen Reinier Honig und Franz Schiewer durch. Steger ist zugleich der neue Führende, bring es wie Schiewer nach vier Rennen auf zehn Rangpunkte, nur einen weniger als Schäfer, der trotz des heutigen Rückschlages noch immer hervorragende Chancen hat, seinen Vorjahressieg zu wiederholen. Der Niederländer Honig könnte mit seinem Rückstand von aktuell drei Punkten ein rein deutsches Podium durchaus noch verhindern.

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Frauen: Archibald, Dideriksen, Knauer – ein Dreikampf auf hohem Niveau
Am Sonntag begann im Rahmen des Berliner Sechstagerennens ein weiterer hochkarätig besetzter Wettbewerb: das Omnium der Frauen. So wie es auch in der 5. und 6. Nacht sein wird, standen für sie am Sonntag Scratch, Ausscheidungsfahren und Punkterennen auf dem Programm. Die Siege in diesen Disizplinen gingen an die Britin Katie Archibald, die Dänin Amalie Dideriksen respektive die Deutsche Anna Knauer. Diese Drei waren nicht nur jeweils in einem Rennen top, sonder insgesamt die Besten, was sich am Zwischenstand der Gesamtwertung deutlich ablesen lässt. Die Mannschaftsverfolungs-Olympiasiegerin Archibald steht mit sechs Punkten auf dem ersten Platz, die Straßen-Weltmeisterin Dideriksen folgt mit sieben und Knauer, die neulich erst das Omnium in Bremen gewonnen hatte, mit acht Zählern. Die auf den Plätzen vier und fünf liegenden Lisa Klein und Giorgia Bronzini dürften mit ihren 17 bzw. 18 Punkten etwaige Gesamtsieg-Ambitionen bereits abschreiben können.

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