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Porte gewinnt Bergankunft am Col de la Couillole, aber Henao ist der neue Mann in Gelb bei Paris-Nizza
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11.03.2017

Porte gewinnt Bergankunft am Col de la Couillole, aber Henao ist der neue Mann in Gelb bei Paris-Nizza

Info: PARIS - NICE 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Col de la Couillole, 11.03.2017 – Wäre der Wind an den ersten Tagen von Paris-Nizza nicht so stark gewesen, hätte Richie Porte wohl gute Chancen auf seinen dritten Gesamtsieg nach 2013 und 2015 gehabt. Sein Sieg bei der höchsten Bergankunft in der Geschichte dieser Rundfahrt lässt erahnen, was ohne den Verlust von beinahe einer Viertelstunde auf jener verhängnisvollen 2. Etappe für ihn möglich gewesen wäre. Dafür sieht es nun stark nach einem dritten Gesamtsieg in Serie für das Team Sky aus, denn Sergio Henao hat das Gelbe Trikot übernommen und weist eine halbe Minute Vorsprung auf seine beiden größten Konkurrenten Daniel Martin und Alberto Contador auf. Julian Alaphilippe konnte den Traum vom ersten französischen Gesamtsieg seit 1997 nicht aufrechterhalten.


Das Profil der 7. Etappe von Paris-Nizza

Duell ums Bergtrikot: Calmejane fordert Domont heraus
Die letzten drei Teilstücke von Paris-Nizza haben alle ihre ganz eigene Charakteristik, doch allein schon wegen drei Bergen der 1. Kategorie, darunter der Ankunft auf dem Col de la Couillole, durfte die 7. Etappe als Königsetappe der Rundfahrt gelten. Ein Anstieg der 2. Kategorie war auch noch mit im Mix und wurde bereits nach zehn Kilometern erreicht. Dort formierte sich eine Ausreißergruppe um zwei Fahrer, deren klares Ziel das Bergtrikot war: Axel Domont (AG2R La Mondiale) trug es bereits und Lilian Calmejane (Direct Energie) lag nur vier Punkte hinter ihm. Auf zwei Punkte schmolz die Differenz, nachdem sich Calmejane auf der Côte de Gattières durchsetzte und nachdem er Domont auch bei Kilometer 29,5 auf dem Col de Vence Domont hinter sich ließ, war Gleichstand erreicht. Danach wurde das Duell um das gepunktete Leibchen erst einmal auf Eis gelegt, weil ein längerer Abschnitt ohne nennenswerte Steigungen folgte. Domont, Calmejane und ihre Begleiter Jan Polanc (UAE Team Emirates), Omar Fraile (Dimension Data), Delio Fernandez (Delko Marseille Provence KTM) und Pierre-Luc Périchon (Fortuneo-Vital Concept) hielten einen konstanten Vorsprung von rund dreieinhalb Minuten auf das Hauptfeld, welches von den Mannschaften Sky und BMC Racing angeführt wurde, die sich den Etappensieg als Ziel gesetzt hatten.


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Ein Solo über den letzten Berg bringt Calmejane in Führung
Der Rennverlauf nahm eine unterwartete Wendung, als nach 110 Kilometern in einer nur leicht ansteigenden Passage Calmejane der Spitzengruppe „Adieu!“ sagte und alle anderen Ausreißer inklusive Domont zurückließ. Sein Solo führte den Gesamtsieger des Etoile de Bessèges nach 140 Kilometern zum Gewinn der dritten Bergwertung der Etappe auf dem Col Saint-Martin. Auf diesem noch 37 Kilometer vom Ziel entfernten Gipfel konnte Domont gar nicht punkten, weil er und alle Anderen aus der ehemaligen Gruppe eingeholt worden waren. Das Feld lag nur noch etwas über eine Minute hinter dem Führenden, der in der Abfahrt zwar nur wenig Zeit verlor, aber am 15,7 Kilometer langen Schlussanstieg dennoch keine große Rolle mehr spielte. Trotzdem kann der Franzose mit seiner Ausbeute zufrieden sein, liegt im Gesamtstand der Bergwertung mit 42 zu 32 Punkten nun vor Domont; zu Rang drei beträgt der Vorsprung gar 23 Punkte. Ein Maximum von 41 Punkten ist auf der einzigen verbleibenden Etappe theoretisch noch zu holen. Zuerst schlossen zu Beginn des Col de la Couillole Diego Ulissi (UAE Team Emirates), Cyril Gautier (AG2R La Mondiale) und Quentin Pacher (Delko-Marseille Provence KTM) zu Calmejane auf – ein Trio, dass sich in der Abfahrt vom Feld abgesetzt hatte.


Das Profil des Schlussanstiegs

Pantano mit hervorragenden Helferdiensten für Contador
Während erst Calmejane, dann Gautier und schließlich Pacher zurückfielen und Ulissi das Rennen eine Weile alleine anführte, trat Jarlinson Pantano (Trek-Segafredo) zwölf Kilometer vor dem Ende den Dienst für seinen Kapitän Alberto Contador an. Der Kolumbianer, der im letzten Jahr für IAM eine Tour-Etappe gewonnen hatte, brachte mit einer Tempoverschärfung, die er lange aufrecht erhielt, nicht nur Simon Yates (Orica-Scott), den Gewinner der Etappe nach Fayence vom Vortag, ans Limit. Auch Tony Gallopin (Loto Soudal), der Zweite der Gesamtwertung, und Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors), der Träger des Gelben Trikots, mussten abreißen lassen und sahen ihre Hoffnungen auf den Gesamtsieg oder zumindest das Rundfahrt-Podium schwinden. Im Bereich der Zehn-Kilometer-Marke wurde dann auch Ulissi von der nur noch 14 Fahrer umfassenden Hauptgruppe überholt, deren Umfang sich weiter reduzierte, als Pantano sechs Kilometer vor dem Ziel noch einmal massiv den Takt erhöhte. Opfer waren diesmal unter anderem Pierre Roger Latour (AG2R La Mondiale), der letzte Franzose, der noch vorne hatte mithalten können, und Victor De La Parte, Marc Soler und Gorka Izagirre – alle drei verbliebenen Movistar-Fahrer. Dank Pantanos Einsatz hatte Contador es nur noch mit fünf Gegnern zu tun: Richie Porte (BMC Racing), Ion Izagirre (Bahrain Merida), Daniel Martin (Quick-Step Floors), Sergio Henao (Sky) und Jakob Fuglsang (Astana).

Komfortabler Vorsprung für den neuen Leader Henao
Als Pantanos Kräfte erschöpft waren, testeten erst Fuglsang, dann Porte einmal leicht die Gegner an, bevor Contador seinen Angriff lancierte. Dieser war aber nicht stark genug und er wurde zumindest Henao und Porte nicht los. Letzterer führte dann 3300 Meter vor dem Ziel die Entscheidung um den Etappensieg herbei. Bis zur Flamme Rouge baute Porte seinen Vorsprung gegenüber Contador und Henao auf fast eine halbe Minute aus, so dass ihm der Sieg auf 1678 Metern über dem Meer nicht mehr zu nehmen war. Contador kam noch einmal auf 21 Sekunden heran, wohingegen Henao auf den letzten Metern schwächelte und nicht nur 32 Sekunden auf den Sieger verlor – sondern auch noch von Martin überholt wurde, der ihm die Zeitgutschrift für Platz drei wegnahm. Ob sich das letztlich auf die Frage nach dem Gesamtsieg auswirken wird, muss sich zeigen, vorerst kostete es Henao aber nicht die Übernahme des Gelben Trikots. 30 bzw. 31 Sekunden liegt der Kolumbianer in der neuen Gesamtwertung vor Martin und Contador auf Platz eins. Der Vierte Gorka Izagirre hat genau eine Minute Rückstand. Alaphilippe ist mit 1:22 Minute Rückstand jetzt noch Fünfter, nachdem er die Etappe als 14. (+2:40) beendete. Ihm bleiben die Führung sowohl in der Nachwuchs- als auch in der Punktwertung.

-> Zum Resultat

Am letzten Tag der Rundfahrt führt die 8. Etappe rund um Nizza über drei Bergwertungen der 2. und zwei der 1. Kategorie. Das letzte Hindernis stellte der Col d'Èze (7,7 km à 5,7%) dar, den man 15 Kilometer vor dem Ziel überquert.







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