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Von Mailand bis Lüttich: Ein Ausblick auf 9 WorldTour-Klassiker innerhalb von 37 Tagen
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16.03.2017

Von Mailand bis Lüttich: Ein Ausblick auf 9 WorldTour-Klassiker innerhalb von 37 Tagen

Info: Bildergalerie
Autor: Felix Griep (Werfel)



16.03.2017 – Nachdem mit Paris-Nizza und Tirreno-Adriatico die ersten beiden WorldTour-Rundfahrten in Europa stattgefunden haben, stehen in den nächsten Wochen vermehrt Eintagesrennen im Fokus. Innerhalb von 37 Tagen stehen 9 im Rahmen der WorldTour ausgetragene Klassiker auf dem Programm, von Mailand-Sanremo an diesem Samstag über die belgischen Kopfsteinpflaster-Rennen und Paris-Roubaix bis hinein in die Ardennen. LiVE-Radsport gibt einen Überblick über diese Rennen und ihre Strecken sowie am Ende dieses Beitrags über die Wildcard-Einladungen.



Die Termine der Frühjahrs-Klassiker

Omloop het Nieuwsblad (25.02.) und Strade Bianche (04.03.) hatten vor Kurzem bereits einen kleinen Vorgeschmack auf die Klassiker-Saison gegeben, die nun mit Mailand-Sanremo richtig in Fahrt kommt und gut fünf Wochen später mit Lüttich-Bastogne-Lüttich ihren Abschluss findet. Mit E3 Harelbeke und La Flèche Wallonne feiern zwei dieser Rennen ein rundes Jubiläum, werden zum 60. respektive zum 80. Mal ausgetragen.

Sa., 18.03.  Milano - Sanremo        
Mi., 22.03.  Dwars door Vlaanderen   
Fr., 24.03.  E3 Harelbeke            
So., 26.03.  Gent - Wevelgem         
So., 02.04.  Ronde van Vlaanderen    
So., 09.04.  Paris - Roubaix         
So., 16.04.  Amstel Gold Race        
Mi., 19.04.  La Flèche Wallonne      
So., 23.04.  Liège - Bastogne - Liège




Samstag, 18. März
108. Milano - Sanremo
Sieger 2016: Arnaud Démare

Die „Classicissima“ hält an ihrem bewährten Konzept mit zwei Anstiegen im Finale fest. An Cipressa (5,65 km à 4,1%, max. 9%) und Poggio (3,7 km à 3,7%, max. 8%) wird sich entscheiden, wie viele Fahrer am Ende auf der Via Roma in Sanremo um den Sieg kämpfen können. Die Kulminationspunkte der beiden Steigungen befinden sich 21,5 und 5,4 km vor dem Ziel. Insgesamt ist Mailand-Sanremo mit 291 km wie gehabt der längste aller Frühjahrsklassiker. Die vor wenigen Jahren noch geplante, aber letztlich durch einen Erdrutsch verhinderte Eingliederung des Pompeiana als dritten Anstieg im Finale war zuletzt offenbar kein Thema mehr.


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Mittwoch, 22. März
72. Dwars door Vlaanderen
Sieger 2016: Jens Debusschere

Dwars door Vlaanderen hat in den letzten Jahren massiv an Bedeutung gewonnen, wurde 2013 in die Kategorie 1.HC und 2017 nun sogar in die WorldTour aufgenommen und ist der erste von drei belgischen Klassikern, die innerhalb von nur fünf Tagen ausgetragen werden. Auf den 203,4 km von Roeselare nach Waregem stehen den Fahrern 12 Hellingen im Weg. Schlüsselstellen können vor allem die als Paare auftretenden Hellingen 6 und 7 sowie 8 und 9 sein: 59,0 und 53,3 km vor dem Ziel trifft man auf Eikenberg (1250 m à 5,8%) und Taaienberg (530 m à 6,6%), eine Weile danach folgen 35,3 und 32,0 km vor Schluss Oude Kwaremont (1500 m à 4,0%) und Paterberg (365 m à 12,9%). Auf den letzten 30 km warten noch 3 weitere Hellingen, die letzte 9,4 km vor dem Ende, und 2 zusätzliche Kopfsteinpflaster-Abschnitte. Während in den Jahren zuvor stets Solisten oder kleine Gruppen durchkamen, gab es 2016 eine Sprint von gut 30 Fahrern.


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Freitag, 24. März
60. E3 Harelbeke
Sieger 2016: Michal Kwiatkowski

Die vier wichtigsten Hellingen von Dwars door Vlaanderen stehen auch bei E3 Harelbeke auf dem Programm. Taaienberg (650 m à 9,5%) und Eikenberg (1200 m à 5,5%) sind diesmal die Hellingen Nummer 7 und 9 von insgesamt 15, befinden sich 72,8 und 62,0 km vor dem Ziel. Paterberg (700 m à 12,0%) und Oude Kwaremont (2200 m à 4,2%), die als Hellingen Nummer 12 und 13 ebenfalls in umgekehrter Richtung zur Dwars-door-Strecke gefahren werden, dürften 41,7 und 38,9 km vor dem Ziel großen Einfluss auf den Ausgang des Rennens haben. Im vorigen Jahr fiel die endgültige Entscheidung allerdings erst an der ca. 31 km vor dem Ziel gelegenen vorletzten Helling Karnemelkbeekstraat (1530 m à 4,9%), wo sich Michal Kwiatkowski und Peter Sagan absetzten. Die letzte Helling, der Tiegemberg (1000 m à 6,5%), wird bereits 20 km vor dem Ende des Rennens überquert, das danach bis zum Schluss flach bleibt.


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Sonntag, 26. März
79. Gent - Wevelgem
Sieger 2016: Peter Sagan

Von allen belgischen Frühjahrsklassikern ist aber wie gewohnt Gent-Wevelgem derjenige, bei dem die letzte Helling am weitesten vom Ziel entfernt liegt, man überquert sie 34,3 km vor dem Ende der total 249,2 km. Den ersten guten Zeitpunkt für Angriffe stellen die zwischen 82,7 und 70,7 km vor dem Ziel dicht aufeinanderfolgenden Hellingen Baneberg, Kemmelberg und Monteberg dar, die Nummern 7 bis 9 von insgesamt 11 Anstiegen. Nach rund 30 relativ flachen km geht es dann 38,9 und 34,3 km vor Schluss nochmals über Baneberg (300 m à 10%) und Kemmelberg (785 m à 9%), wo sich erfahrungsgemäß bereits eine vorentscheidende Selektion ereignen kann, die trotz des danach noch recht weiten Weges bis nach Wevelgem nicht mehr rückgängig zu machen ist.


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Sonntag, 02. April
101. Ronde van Vlaanderen
Sieger 2016: Peter Sagan

Oude Kwaremont und Paterberg spielten schon bei Dwars door Vlaanderen und E3 Harelbeke eine große Rolle – bei der Flandern-Rundfahrt sind sie aber noch weitaus wichtiger, denn sie stehen gleich drei- bzw. zweimal auf der Liste der bei diesem Rennen zu bewältigenden 18 Hellingen. Zum ersten Mal treten Oude Kwaremont (2200 m à 4,0%) und Paterberg (360 m à 12,9%) 54,6 und 51,2 km vor dem Ziel als Hellingen 11 und 12 im Doppelpack auf und dürften als Startschuss für den Kampf der Favoriten gelten. Kurz darauf, 44,6 km vor dem Ende, folgt zudem der gefürchtete Koppenberg (600 m à 11,6%). Nach zwei weiteren Anstiegen, Taaienberg und Kruisberg/Hotond, stehen 16,7 und 13,2 km vor dem Ende als letzte Hellingen noch einmal Oude Kwaremont und Paterberg an. Wer danach den Anschluss an die Spitze verloren hat, wird das Rennen kaum noch gewinnen können.


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Sonntag, 09. April
115. Paris - Roubaix
Sieger 2016: Mathew Hayman

Bei den belgischen Klassikern gab es neben den Hellingen natürlich auch viel Kopfsteinpflaster – der KSP-Klassiker schlechthin ist und bleibt aber selbstverständlich Paris-Roubaix. Die Streckenführung wurde nur minimal verändert, im Vergleich zum letzten Jahr ist das Rennen mit 257 km Gesamtlänge 500 Meter kürzer, der Pavé-Anteil erhöht sich leicht von 52,8 auf 55 km. Die größte Neuerung betrifft die zuletzt vor 30 Jahren befahrenen KSP-Abschnitte in Briastre und Solesmes, die man gegen Ende der ersten Rennhälfte erreicht. Die letzten rund 120 km sind aber identisch mit denen des Vorjahres. Die wichtigsten Fixpunkte bleiben somit die 5-Sterne-Sektoren Wald von Arenberg (95,5 km vor dem Ziel), Mons-en-Pévèle (48,5 km vor dem Ziel) und Le Carrefour de l'Arbre (17,0 km vor dem Ziel).


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Sonntag, 16. April
52. Amstel Gold Race
Sieger 2016: Enrico Gasparotto

Die größte Streckenänderung aller Frühjahrsklassiker gibt es beim Amstel Gold Race, das jetzt nicht mehr kurz hinter dem Cauberg endet, auch wenn der berühmte Berg in Valkenburg weiterhin fester Bestandteil des wichtigsten Rennens der Niederlande ist. Im Laufe der 261 km (12,3 km mehr als im letzten Jahr) wird er nur noch drei- statt viermal befahren, zum ersten Mal nach gut 50 km. Die weiteren Cauberg-Passagen folgen 86,3 und 18,8 km vor dem Ende. Jeweils 2,6 km nach dem Cauberg wird in Berg en Terblijt die Ziellinie überquert, genauso wie früher auch. Doch diesmal schließt sich noch eine 16,2 km lange Zusatzrunde an, auf welcher mit Geulhemmerberg (14,2 km vor dem Ziel) und Bemelerberg (7,3 km vor dem Ziel) die letzten beiden von insgesamt 35(!) Anstiegen warten.


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Mittwoch, 19. April
80. La Flèche Wallonne
Sieger 2016: Alejandro Valverde

Der Wallonische Pfeil hat, je nach Betrachtungsweise, weniger und mehr Berge zu bieten als die Version von 2016. Waren es damals noch 12 ausgewiesene Anstiege, sind es diesmal trotz minimal längerer Distanz von 200,5 km drei weniger. Allerdings befinden sich diese 9 Anstiege alle auf den letzten 73 km – im letzten Jahr waren es nur 7 in diesem Bereich. Die erste von drei Passagen an der Mur de Huy (1300 m à 9,6%), wo auch das Ziel liegt, erfolgt erst 58 km (2016: 95 km), die zweite unverändert 29 km vor dem Ende. Die 29 km lange Schlussrunde mit den beiden Anstiegen Côte d’Ereffe (2100 m à 5,0%) und Côte de Cherave (1300 m à 8,1%), die 16,0 bzw. 5,5 km vom Ziel entfernt liegen, wird nämlich anders als bei den letzten Austragungen nicht nur ein-, sondern zweimal absolviert.


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Sonntag, 23. April
103. Liège - Bastogne - Liège
Sieger 2016: Wouter Poels

Beim letzten großen Frühjahrs-Klassiker Lüttich-Bastogne-Lüttich gibt es zwar genau wie im Vorjahr 10 Anstiege plus die Schlusssteigung in Ans, allerdings gibt es doch nennenswerte Änderungen an der Strecke, die sich von 253 auf 258 km verlängert hat. Zum einen wurden im Bereich ca. 90 bis 70 km vor dem Ziel die Anstiege Côte de Wanne und Côte de la Haute-Levée durch Côte de Pont, Côte de Bellevaux und Côte de la Ferme Libert ersetzt. Einen deutlich größeren Einfluss auf das Rennen dürfte allerdings die ersatzlose Streichung der Côte de la Rue Naniot haben, die 2016 neu eingeführt und nur 2,5 km vor dem Ziel überquert worden war. Dadurch rücken die letzten 5 Anstiege vor der Ankunft in Ans rund 1 km näher an das Ziel, beginnend mit dem nun 60 km vor dem Ende gelegenen Col du Rosier (4400 m à 5,9%). Es folgen 47,0 km, 35,5 km und 19,0 km vor dem Ziel Col du Maquisard (2500 m à 5,0%), Côte de La Redoute (2000 m à 8,9%) und Côte de la Roche-aux-Faucons (1300 m à 11,0%) sowie dann nur noch 5,5 statt 6,5 km vor Schluss die Côte de Saint-Nicolas (1200 m à 8,6%).


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Wildcards für die Frühjahrs-Klassiker

Mit Ausnahme von Dwars door Vlaanderen sind bei allen 9 vorgestellten WorldTour-Klassikern alle 18 WorldTour-Mannschaften am Start. Weil Dwars door Vlaanderen neu in die WorldTour aufgenommen wurde, besteht für die Topteams keine Startpflicht – dennoch haben sich mit Ausnahme von lediglich Dimension Data und Sky alle WT-Teams dort angemeldet (siehe Übersicht zur Teilnahme an WT-Rennen).

Da bis zu 25 Mannschaften an WorldTour-Eintagesrennen teilnehmen dürften, konnten die Rennen noch jeweils 7 Wildcards (Dwars Door Vlaanderen entsprechend sogar 9) an Professional Teams vergeben. Einzig das Amstel Gold Race hat das Kontingent nicht komplett ausgeschöpft und nur 6 Wildcards vergeben, insgesamt also nur 24 Teams eingeladen. In der folgenden Übersicht ist zu sehen, welche Professional Teams wie oft eine Wildcard erhielten und an welchen Rennen sie teilnehmen.
8x  Sport Vlaanderen – Baloise         -  DDV E3H G-W RVV P-R AGR FLW LBL
8x  Wanty – Groupe Gobert              -  DDV E3H G-W RVV P-R AGR FLW LBL
7x  Cofidis, Solutions Crédits        MSR DDV  -  G-W RVV P-R  -  FLW LBL
7x  Direct Energie                     -  DDV E3H  -  RVV P-R AGR FLW LBL
7x  Roompot – Nederlandse Loterij      -  DDV E3H G-W RVV P-R AGR  -  LBL
5x  WB Veranclassic Aquality Protect   -  DDV E3H G-W  -   -   -  FLW LBL
4x  Véranda's Willems – Crelan         -  DDV E3H G-W RVV  -   -   -   - 
3x  Gazprom – RusVelo                 MSR DDV E3H  -   -   -   -   -   - 
2x  Aqua Blue Sport                    -   -   -   -   -   -   -  FLW LBL
2x  Bardiani CSF                      MSR  -   -   -   -   -  AGR  -   - 
2x  Fortuneo – Vital Concept           -   -   -   -   -  P-R  -  FLW  - 
2x  Israel Cycling Academy             -  DDV  -  G-W  -   -   -   -   - 
2x  Wilier Triestina – Selle Italia   MSR  -   -   -  RVV  -   -   -   - 
1x  Androni Giocattoli                MSR  -   -   -   -   -   -   -   - 
1x  CCC Sprandi Polkowice              -   -   -   -   -   -  AGR  -   - 
1x  Delko Marseille Provence KTM       -   -   -   -   -  P-R  -   -   - 
1x  Nippo – Vini Fantini              MSR  -   -   -   -   -   -   -   - 
1x  Team Novo Nordisk                 MSR  -   -   -   -   -   -   -   - 
0x  Caja Rural – Seguros RGA           -   -   -   -   -   -   -   -   - 
0x  Manzana Postobón Team              -   -   -   -   -   -   -   -   - 
0x  Soul Brasil Pro Cycling Team       -   -   -   -   -   -   -   -   - 
0x  Unitedhealthcare Prof. Cycling     -   -   -   -   -   -   -   -   - 

MSR = Milano - Sanremo        
DDV = Dwars door Vlaanderen   
E3H = E3 Harelbeke            
G-W = Gent - Wevelgem         
RVV = Ronde van Vlaanderen    
P-R = Paris - Roubaix         
AGR = Amstel Gold Race        
FLW = La Flèche Wallonne      
LBL = Liège - Bastogne - Liège





Kopfsteinpflaster bei Paris-Roubaix
Kopfsteinpflaster bei Paris-Roubaix (Foto von Cofitines Besuch in der Hölle des Nordens 2010)

18.03.2017: Milano - Sanremo
18.03.2017: Milano - Sanremo

22.03.2017: Dwars door Vlaanderen
22.03.2017: Dwars door Vlaanderen

24.03.2017: E3 Harelbeke
24.03.2017: E3 Harelbeke


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