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Davide Cimolai verhindert erneuten Sieg von Bouhanni am ersten Tag der Katalonien-Rundfahrt
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20.03.2017

Davide Cimolai verhindert erneuten Sieg von Bouhanni am ersten Tag der Katalonien-Rundfahrt

Info: VOLTA CICLISTA A CATALUNYA 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Calella, 20.03.2017 – Wer auf dem durchaus sehr bergigen Profil der 1. Etappe der Vuelta Ciclista a Catalunya bereits einen Schlagabtausch der Anwärter auf den Gesamtsieg erwartet hatte, wurde bitter enttäuscht. Vor dem langen Mannschaftszeitfahren und der ersten Hochgebirgsprüfung am zweiten bzw. dritten Tag der Rundfahrt wollte keiner der Favoriten unnötig Kräfte vergeuden und es kam zu einem Massensprint, den beinahe wie vor einem Jahr Nacer Bouhanni gewonnen hätte. Doch beim Betrachten des Zielfotos wurde klar, dass er den Sieg und das weiß-grüne Leadertrikot diesmal dem Italiener Davide Cimolai überlassen musste.


Das Profil der 1. Etappe der Katalonien-Rundfahrt

Rolland auf der Flucht – wie 2015
Die 97. Katalonien-Rundfahrt begann wie schon die Austragungen der letzten Jahre mit einer Etappe rund um Calella und einer bewährten Streckenformel: ein sehr bergiger Mittelteil – nun zum dritten Mal in Folge mit dem wortwörtlichen Höhepunkt 55 Kilometer vor dem Ziel auf dem Coll Formic (1145 Meter) – danach eine lange Abfahrt, 18 Kilometer vor Schluss mit dem Alt de Collsacreu ein letztes Hindernis und dann eine flache Ankunft in Callela. Im vorigen Jahr hatte das zu einem Massensprint mit 129 zeitgleichen Fahrern geführt, welchen Nacer Bouhanni gewann, und 2015 war das Hauptfeld am Ende dieser Strecke mit 119 Fahrern ebenfalls sehr groß, allerdings kamen drei Ausreißer mit 2:40 Minuten Vorsprung durch. Zu jenem Trio hatte damals unter anderem Pierre Rolland (Cannondale-Drapac) gehört, der zwei Jahre danach einen weiteren Versuch unternahm, auf dieser Etappe aufzutrumpfen. Mit den Brasilianern Murilo Affonso und Magno Nazaret (beide Soul Brasil) und Vincenzo Nibalis kleinem Bruder Antonio Nibali (Bahrain Merida) setzte sich der Franzose nach gut 30 von 178,9 Kilometern im Anstieg zur ersten von insgesamt sechs Bergwertungen aus dem Hauptfeld ab.


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Brasilianer Affonso holt das Bergtrikot
Die Bergpreise gingen einer nach dem anderen auf das Konto von Affonso. Der 25-Jährige, der im vergangenen Jahr mit dem Gesamtsieg bei der Volta do Rio Grande do Sul einen großen Erfolg in seiner Heimat gefeiert hatte, war jeweils Erster auf Alt de Parpers (3. Kategorie), Alt dels Pinars de Badó (2. Kategorie), Alt de La Pullosa (3. Kategorie) und Alt El Muntanyà (1. Kategorie) und lag danach im Zwischenstand satte 17 Zähler vor Nibali und 20 vor Rolland. Dank dieses Polsters konnte Affonso es verkraften, am nächsten Berg, dem längsten und schwersten des Tages, nur Dritter zu werden, während Nibali auf dem Gipfel des Coll Formic (8,4 km à 4,7%, max. 12%) die Höchstpunktzahl einstrich. Letzenendes bringt es der Brasilianer auf 48 Punkte, Nibali auf 37 und Rolland auf 26. Die Spitzengruppe lag an diesem Anstieg nicht einmal mehr eine Minute vor dem Feld, was Rollands Teamkollege Brendan Canty, Axel Domont (AG2R La Mondiale) und Jetse Bol (Manzana Postobón) für einen Gegenangriff nutzten. Zügig hatten sie zu den Führenden aufgeschlossen, bevor sich die Wege in der folgenden Abfahrt wieder trennten. Domont und Bol zogen nun zu zweit durch, während die restlichen Ausreißer bald darauf eingeholt wurden.

Sprintduell zweier Etappensieger des Vorjahres
Das Duo konnte den Vorsprung im Verlauf der 30 Kilometer langen Abfahrt zwischenzeitlich zwar noch einmal auf gut eine Minute ausbauen, wurde unten im Tal, 25 Kilometer vor dem Ziel, aber trotzdem bereits eingeholt. Die letzte Steigung des Tages, den 18,2 Kilometer vor dem Ziel gelegenen Alt de Collsacreu (3. Kategorie) überquerte das Feld ganz ruhig, das – trotz gut 2000 Höhenmetern in den Beinen – noch größer war als in den letzten beiden Jahren und mehr als 150 Fahrer umfasste. Zwei von ihnen, erst Gautier (Ag2R La Mondiale) und danach Peter Kennaugh (Sky), attackierten fünf bzw. drei Kilometer vor Schluss, lösten aber keine Panik unter den Sprinterteams aus. Den Briten holte man kurz hinter der Flamme Rouge ein. Im Sprint auf einer ansteigenden Zielgeraden war Nacer Bouhanni (Cofidis) fünf Tage nach seinem ersten Saisonsieg bei Nokere Koerse siegessicher, unterlag aber knapp Davide Cimolai (FDJ), der dem Franzosen als Einziger die Stirn bieten konnte. Beide hatten bei der Katalonien-Rundfahrt 2016 zu den Etappensiegern gehört, Bouhanni gewann die ersten beiden Etappen, Cimolai die vorletzte. André Greipel (Lotto Soudal), neben Bouhanni der zweite ganz große Sprintername dieses Rennens, schaffte es lediglich auf den fünften Platz, landete noch hinter Kristian Sbaragli (Dimension Data) und Dion Smith (Wanty-Groupe Gobert).

-> Zum Resultat

Trotz zwei großen Bergankünften (3. und 5. Etappe) wird die Katalonien-Rundfahrt nicht allein durch Kletterstärke entschieden. Im 41,3(!) Kilometer langen Mannschaftszeitfahren auf der 2. Etappe darf ebenfalls mit deutlichen Zeitabständen gerechnet werden.







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