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Dumoulin nach überlegenem Sieg im ersten Giro-Zeitfahren mit mehr als 2 Minuten Vorsprung im Rosa Trikot
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16.05.2017

Dumoulin nach überlegenem Sieg im ersten Giro-Zeitfahren mit mehr als 2 Minuten Vorsprung im Rosa Trikot

Info: GIRO D’ITALIA 2017 (2.UWT)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Montefalco, 16.05.2017 – Vier verschiedene Fahrer hatten beim 100. Giro d’Italia bereits das Rosa Trikot getragen, auf der 10. Etappe kam ein fünfter hinzu: Im ersten Einzelzeitfahren untermauerte Tom Dumoulin seinen Favoritenstatus mit einer einwandfreien Leistung, verwies Geraint Thomas und Bob Jungels um fast eine Minute auf die Plätze zwei und drei. Noch deutlich mehr Zeit nahm der Niederländer Nairo Quintana und Thibaut Pinot ab, auf die er in der Gesamtwertung nun einen Vorsprung von rund zweieinhalb Minuten genießt.


Das Profil der 10. Etappe des Giro d‘Italia

Campenaerts auf romantischer Mission
Sonnenschein und Temperaturen von über 20 Grad – auch nach dem zweiten Ruhetag herrschten bei der Italien-Rundfahrt weiterhin beste Wetterbedingungen. Nach zwei Bergankünften in der vorigen Woche kamen heute die Zeitfahrspezialisten zum ersten Mal auf ihre Kosten. Die 39,8 Kilometer von Foligno nach Montefalco waren technisch nicht sehr anspruchsvoll, beinhalteten aber auch ansteigende Passagen zwischen Kilometer 12 und 22 und auf den letzten sechs Kilometern. Eine erste starke Richtzeit stellte Starter Nummer 59 auf: Vasil Kiryienka (Sky). Nachdem zuvor Marcin Bialoblocki (CCC Polsat Polkowice/53:51), Jan Barta (Bora-Hansgrohe/53:13) und für einen kleinen Augenblick auch Jan Tratnik (CCC Polsat Polkowice/52:50) die Führung innehatten, übernahm der Zeitfahr-Weltmeister des Jahres 2015 mit 52:37 Platz eins. Keine Konkurrent für Kiryienka war der belgische Zeitfahrmeister Victor Campenaerts (LottoNL-Jumbo), der seine Ankündigung, das Zeitfahren sei „ein zweiter Ruhetag für mich“, wahrmachte. Die Aufmerksamkeit zog der Vize-Europameister dennoch auf sich, weil er beim Start und auch der Zielankunft sein Trikot aufzog und den Fernsehkameras eine auf seine Brust geschrieben Botschaft „CARLIEN DATEN?“ offenbarte, mittels derer offenbar eine Frau zu einer Verabredung einladen wollte.

Enges Duell zwischen Thomas und Jungels
Eine gute Stunde – in welcher Tratnik den zweiten Platz behielt und sich dahinter Jos van Emden (LottoNL-Jumbo) und Michael Hepburn (Orica-Scott) einreihten – verging, bis Kiryienka die Führung an Luis Leon Sanchez (Astana) verlor. Bei den Zwischenzeiten nach 8,9 und 28,2 Kilometern hatte der Spanier noch 13 bzw. 20 Sekunden zurückgelegen, doch die kräftezehrende Schlusssteigung bei Gegenwind und ein Malheur des Weißrussen führten die späte Wende herbei. Kiryienka hatte auf dem letzten Kilometer in einer Kurve die Kontrolle über sein Rad verloren und durch einen Sturz Zeit eingebüßt – am Ende war Sanchez 20 Sekunden schneller. Kein weiterer Starter von außerhalb der Top20 der Gesamtwertung konnte die neue Bestmarke gefährden, erst Geraint Thomas (Sky) und Bob Jungels (Quick-Step Floors), die auf den Plätzen 17 und 12 gelegen hatten, waren stärker und lieferten sich einen spannenden Zweikampf: An der ersten Zwischenzeit war Jungels zwei Sekunden, an der zweiten Zwischenzeit Thomas drei Sekunden schneller. Im Ziel unterbot der zuerst gestartete Thomas die Zeit von Sanchez deutlich um 51 Sekunden, Jungels kam wenig später mit einem Defizit von sieben Sekunden an.

Dumoulins 6. GT-Etappensieg seit der Vuelta 2015
40 Minuten nach Thomas hatte Dumoulin den Kampf gegen die Uhr aufgenommen erreichte die erste Zwischenzeit praktisch im selben Moment wie der Brite das Ziel. So durfte sich der Sky-Fahrer, der nach seinem Sturz auf der Blockhaus-Etappe fünf Minuten Rückstand kassiert hatte, zwar über die Führung freuen, aber nicht in Euphorie verfallen – denn Dumoulin hatte einen Traumstart hingelegt und für erste Viertel der Strecke 20 Sekunden weniger benötigt. Der Vorsprung des Niederländers wuchs bis zur zweiten Zwischenzeit auf 36 Sekunden an betrug im Ziel letztlich eindeutige 49 Sekunden. Jungels (+0:56) blieb bis zum Schluss Dritter, Sanchez (+1:40) Vierter und Kiryienka (+2:00) Fünfter. Dumoulin feierte den nun bereits sechsten Etappensieg bei seinen letzten vier Grand Tours: Eine Bergankunft und ein Zeitfahren hatte er bei der Vuelta 2015 gewonnen, die er auf Gesamtrang sechs beendete, beim Giro 2016 trug er als Bester des Auftaktzeitfahrens sechs Tage lang das Rosa Trikot, und bei der Tour 2016 gingen wiederum eine Bergankunft und ein Zeitfahren auf sein Konto. Rosa darf der 26-Jährige beim Giro nun erneut überstreifen!

Quintana erwartbar, Pinot überraschend schwach
Nachdem sich Dumoulin als Dritter am Blockhaus sehr gut geschlagen hatte, machte Nairo Quintana (Movistar) keinen Hehl daraus, dass er erwartete, die Maglia Rosa im Zeitfahren gleich wieder zu verlieren. Zu klein war sein Polster gegenüber Dumoulin, der nur 30 Sekunden hätte aufholen müssen, aber schon bei der ersten Zwischenzeit 48 Sekunden vor dem Kolumbianer lag. Der schaffte es im Ziel nur auf Platz 23 und verlor 2:53 Minuten. Ein Ergebnis, das durchaus im Rahmen der Erwartungen lag, wohingegen für den vorherigen Gesamtzweiten Thibaut Pinot (FDJ) Platz 19 eine Enttäuschung bedeutete; er war nur 11 Sekunden schneller als Quintana. In der Gesamtwertung ergibt sich daraus ein für den Moment eindeutiges Bild zu Gunsten Dumoulins: Quintana hat 2:23 Minuten, Pinot 2:40 Minuten Rückstand auf den neuen Giro-Leader; sie sind Zweiter und Vierter. Zwischen ihnen liegt Bauke Mollema (Trek-Segafredo/+2:38) und knapp dahinter Vincenzo Nibali (Bahrain Merida/+2:47). Jungels und Thomas verbesserten sich um jeweils sechs Plätze, sind jetzt Sechster (+3:56) bzw. Elfter (+5:33). Jungels ist zudem, 2:23 Minuten vor Davide Formolo (Cannondale-Drapac), wieder bester Nachwuchsfahrer.

-> Zum Resultat

Vor den letzten beiden Flachetappen des Giro steht morgen mit der 11. Etappe erst einmal noch ein bergiges Teilstück an. Vier Anstiege der 2. und 3. Kategorie von jeweils mehr als zehn Kilometern Länge mit einer Zielankunft im Tal lassen viel Raum für Überraschungen.

Video der Zielankunft von Dumoulin





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