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Dumoulin triumphiert beim 100. Giro vor Quintana und Nibali – Van Emden gewinnt das Zeitfahren in Mailand
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28.05.2017

Dumoulin triumphiert beim 100. Giro vor Quintana und Nibali – Van Emden gewinnt das Zeitfahren in Mailand

Info: GIRO D’ITALIA 2017 (2.UWT)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Asiago, 28.05.2017 – Mit einem „Tag der Niederländer“ ging am Sonntag vor dem Mailänder Dom der 100. Giro d’Italia zu Ende. Den Tagessieg im abschließenden Zeitfahren schnappte ihm zwar sein Landsmann Jos van Emden weg, doch sein Hauptziel erreichte Tom Dumoulin: der 26-Jährige geht als erster Giro-Gesamtsieger seines Landes in die Geschichtsbücher ein. Im Kampf gegen die Uhr waren die drei Konkurrenten, die im Klassement vor ihm gelegen hatten, chancenlos und mussten Dumoulin vorbeiziehen lassen. Nairo Quintana verteidigte sich zumindest knapp gegen Vincenzo Nibali und beendet die Rundfahrt als Zweiter. Bob Jungels überholte Adam Yates und ist zum zweiten Mal in Folge Gewinner des Weißen Trikots.


Das Profil der 21. Etappe des Giro d‘Italia

Quintana kann Rosa nicht verteidigen
Nichts wurde es mit einem dritten Etappensieg für Tom Dumoulin (Sunweb), der beim 100. Giro d’Italia das erste Zeitfahren in Montefalco und die Bergankunft in Oropa gewonnen hatte. Doch diese Niederlage darf ihm herzlich egal sein, denn im 29,4 Kilometer langen Einzelzeitfahren auf der 21. und letzten Etappe kletterte er – erwartungsgemäß – in der Gesamtwertung von Rang vier auf eins. Zu gering war der Vorsprung, den die vermeintlich besten Kletterer des Giro in den Bergen herausgeholt hatten. Nairo Quintana (Movistar), der Giro-Champion des Jahres 2014, war mit einem Polster von 53 Sekunden ins Rennen gegangen, wovon er bereits an der ersten Zwischenzeit nach 8,8 Kilometern 31 Sekunden verloren hatte. Am zweiten Messpunkt bei Kilometer 17,4 war sein Verlust auf exakt eine Minute angestiegen und im Ziel lag schließlich 1:24 Minute zwischen dem Mann, der heute in Rosa fuhr, und dem, der es bei der Siegerehrung tragen durfte. 31 Sekunden liegt Dumoulin letztendlich vor Quintana.

Pinot verpasst das Podium deutlich
Quintana hatte vor dem Zeitfahren sogar fürchten müssen, komplett vom Podium zu fallen, weil noch zwei weitere Fahrer weniger als eine Minute hinter ihm lagen. Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) war mit einem Defizit von 39 Sekunden ins Zeitfahren gegangen, konnte ihm aber nur eine halbe Minute abnehmen. So schaffte es der beste Italiener bei der Jubiläums-Ausgabe seiner Landesrundfahrt mit 9 Sekunden Rückstand auf Quintana und 40 auf Dumoulin nur zu Platz drei. Thibaut Pinot (FDJ) hatte nach seinem Sieg auf der 20. Etappe nur noch 43 Sekunden hinter Quintana gelegen, doch der Franzose war bei diesem Giro nicht in der Lage, seine in den letzten Jahren verbesserten Zeitfahr-Fähigkeiten zu zeigen. Er war heute sogar drei Sekunden langsamer als Quintana, so dass für ihn mit einem finalen Rückstand von 1:17 Minute kein Platz mehr auf dem Podest der Top3 war. Glück für Pinot, dass Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) auch keinen Sahnetag erwischte und sieben Sekunden auf ihn verlor, sich somit von Gesamtrang fünf (+1:56) nicht mehr verbessern konnte.

Van Emden schneller als Dumoulin
Der zweite Starter und der erste Finisher der Etappe war der Pole Marcin Bialoblocki (CCC Sprandi Polkowice), der eine Zeit von 34:12 Minuten vorlegte, die der Däne Mads Pedersen (Trek-Segafredo) wenig später egalisierte. Am Ende des Tages reichte ihnen diese Zeit für die Plätze elf und zwölf. Unterboten wurden sie zuerst vom italienischen Zeitfahr-Meister Manuel Quinziato (BMC Racing), der sich nach dem schwachen 44. Platz im ersten Zeitfahren auf der 10. Etappe diesmal in Topform zeigte und die Bestmarke um 37 Sekunden auf 33:35 Minuten senkte. Aber dass es auf dem komplett flachen, teils sogar leicht abschüssigen Kurs noch schneller ging, bewies der Niederländer Jos van Emden (LottoNL-Jumbo), der nur 33:08 Minuten für die 29,3 Kilometer benötigte. Lange blieb die Zeit des Niederländers unangetastet, auch Ex-Weltmeister Vasil Kiryienka (Sky) biss sich daran die Zähne aus, war 31 Sekunden zu langsam. Van Emdens Landsmann Dumoulin war seine größte Gefahr – doch an den Zwischenzeiten wurden für ihn erst zwei, dann sechs Sekunden Rückstand gemessen und im Ziel lag er 15 Sekunden zurück.

Jungels nimmt Yates noch Weiß ab
Neben dem Gesamtsieg für Dumoulin gab es also auch noch einen niederländischen Etappensieg durch Van Emden – ja sogar einen Doppelsieg, weil Dumoulin (+0:15) Zweiter wurde. Quinziato (+0:27) und Kiryienka (+0:31) wurden Dritter und Vierter, gefolgt von Joey Rosskopf (BMC Racing/+0:35), Jan Barta (Bora-Hansgrohe/+0:39) und dem Österreicher Georg Preidler (Sunweb/0:51). Auf Platz acht findet man dann mit einem Rückstand von 54 Sekunden Bob Jungels (Quick-Step Floors). Wichtiger als seine Platzierung war dem Luxemburger aber der Zeitgewinn gegenüber Adam Yates (Orica-Scott). Dem Australier konnte er mit 1:34 Minute weit mehr Zeit abnehmen, als nötig war, um ihn vom siebten Gesamtrang zu verdrängen und das Weiße Trikot als bester Nachwuchsfahrer des Giro zu gewinnen. Jungels‘ Teamkollege, der vierfache Etappensieger Fernando Gaviria, überstand die letzte Prüfung seine ersten Grand Tour problemlos und nimmt das Ciclamino-Trikot für den Gewinn der Punktewertung mit nach Hause.

-> Zum Resultat und allen Endständen

Schon am nächsten Sonntag beginnt mit dem Critérium du Dauphiné (04.-11.06.) die nächste WorldTour-Rundfahrt. Im Juni findet zudem die Tour de Suisse (10.-18.06.) statt. Anfang Juli beginnt dann mit der Tour de France (01.-23.07.) die zweite Grand Tour des Jahres.

Interview mit Gesamtsieger Dumoulin





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