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Sky dominiert den Tour-Auftakt im Düsseldorfer Regen – Küng und Martin 2. und 4. des Zeitfahrens
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01.07.2017

Sky dominiert den Tour-Auftakt im Düsseldorfer Regen – Küng und Martin 2. und 4. des Zeitfahrens

Info: TOUR DE FRANCE 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Düsseldorf, 01.07.2017 – Dauerregen macht den Auftakt der 104. Tour de France zu einer schwierigen und teils gefährlichen Angelegenheit, die mit Alejandro Valverde und Ion Izagirre bereits ihre ersten Opfer forderte. Ein voller Erfolg war das Zeitfahren auf der 1. Etappe hingegen für das Team Sky, das vier seiner Fahrer unter den ersten Acht platzierte, mit Geraint Thomas den Tagessieger stellte und sich darüber freuen konnte, dass Chris Froome seinen größten Konkurrenten um den Gesamtsieg mehr als eine halbe Minute abnahm. Die Deutschen konnten sich bei ihrem „Heimspiel“ teuer verkaufen, aber Tony Martin verpasste den angestrebten Etappensieg als Vierter um acht Sekunden. Etappenzweiter wurde der Schweizer Stefan Küng, der sich das Weiße Trikot unter den Nagel riss.


Das Profil der 1. Etappe der Tour de France

Deutsche Führung durch Nikias Arndt
Aus deutscher Sicht hätte man das Einzelzeitfahren beim Grand Départ in der nordrhein-westfälischen Landeshauptstadt Düsseldorf am besten nach rund eineinhalb Stunden abbrechen sollen, denn es befanden sich gleich vier heimische Fahrer unter den Top11 des vorübergehenden Klassements – und einer sogar an dessen Spitze. Nachdem der Italiener Sonny Colbrelli (Bahrain Merida) früh eine erste gute Zeit vorgelegt hatte, die wenig später vom Ukrainer Andrey Grivko (Astana) unterboten worden war, hatte nämlich Nikias Arndt (Sunweb) dessen Bestmarke um eine Sekunde geschlagen. Zudem belegten Emanuel Buchmann (Bora-Hansgrohe), Paul Martens und Robert Wagner (beide LottonL-Jumbo) die Plätze sieben, acht und elf. In diesem Moment sah es auch für die Schweizer mit Reto Hollenstein (Katusha Alpecin), Michael Albasini (Orica-Scott) und Michael Schär (BMC Racing) auf den Plätzen fünf, neun und zehn recht gut aus. Doch das war natürlich nur eine Momentaufnahme. Bis auf Arndt und Grivko lag am Ende des Wettkampfes keiner der genannten Fahrer mehr unter den Top20 – diese beiden wurden Elfter und Dreizehnter.

Thomas erringt seinen ersten GT-Etappensieg
Eine gute Dreiviertelstunde konnte Arndt die Führung beim wichtigsten Radrennen der Welt genießen, bis ihn Matteo Trentin (Quick-Step Floors) um sechs Sekunden unterbot. Der Italiener verlor die Spitzenposition viel schneller wieder an Vasil Kiryienka (Sky), der schon als 88. der 198 Starter ins Rennen gegangen – viel früher als alle anderen Zeitfahrer von Weltklasse-Format, die an dieser Frankreich-Rundfahrt teilnehmen. So blieb der Ex-Weltmeister aus Weißrussland lange Zeit unangefochten. Erste Gefahr ging von seinem Teamkollegen Michal Kwiatkowski aus, der an der Zwischenzeit nach 8,1 Kilometern einige Zehntel schneller war, im Ziel nach 14 Kilometern dann aber acht Sekunden zurücklag. Auch der spanische und Europameister Jonathan Castroviejo (Movistar) konnte Kiryienka nicht schlagen, er verlor gar 13 Sekunden. Ein anderer Teamkollege sorgte dann nach über einer Stunde schließlich dafür, dass Kiryienka doch entthront wurde. Geraint Thomas, an der Zwischenzeit noch mit einem Defizit von drei Sekunden, war am Ende sieben Sekunden schneller und fuhr mit 16:04 Minuten (52,282 km/h) die Siegerzeit auf dieser 1. Etappe. Es ist der erste Grand Tour-Etappensieg des 31-jährigen Briten.


Bildergalerie:
Die Teampräsentation in Düsseldorf zwei Tage vor dem Zeitfahren


Tony Martin nur an der Zwischenzeit auf Platz eins
Die deutschen Hoffnungen auf einen Heimerfolg in diesem Zeitfahren hatten natürlich nicht auf Nikias Arndt geruht, sondern auf dem vierfachen Weltmeister Tony Martin (Katusha Alpecin), der als viertletzter Fahrer von der Startrampe rollte. Das Rennen begann verheißungsvoll für den 32-Jährigen mit einer Bestzeit bei Kilometer 8,1 – doch die vier Sekunden Vorsprung gegenüber Thomas waren kein beruhigendes Polster, da man bereits anhand vieler Zeiten anderer Fahrer gemerkt hatte, dass der im Ziel Führende vor allem im letzten Streckenteil enorm stark gefahren war. Und so kam es auch, dass Martin das Ziel mit acht Sekunden Rückstand nur auf dem zwischenzeitlichen dritten Platz erreichte. Schlussendlich wurde es für ihn der vierte, weil sich ein Eidgenosse noch vor ihn und zwischen Thomas und Kiryienka auf Rang zwei schob: Gut eine Woche, nachdem er zum ersten Mal das Schweizer Meistertrikot im Zeitfahren errungen hatte, verpasste Stefan Küng (BMC Racing) die ganz große Sensation nur um 5,19 Sekunden. Auch wenn er das Gelbe Trikot knapp verpasste, als bester Nachwuchsfahrer bekam er das Weiße übergestreift.

Froomes perfekter Auftakt – ein Desaster für Valverde
Mit Platz vier für Martin, elf für Arndt und neun für Marcel Kittel (Quick-Step Floors) kann Deutschland im Großen und Ganzen mit der Leistung seiner Fahrer in Düsseldorf zufrieden sein. Absolut nicht zu toppen war die Bilanz von Sky: Sieg durch Thomas, Platz drei für Kiryienka, acht für Kwiatkowski und sechs für Chris Froome. Der dreimalige Gesamtsieger lag zwölf Sekunden hinter Thomas, nahm aber den anderen Topfavoriten auf den Tour-Triumph viel Zeit ab: Richie Porte (BMC Racing) verlor 35 Sekunden auf Froome, Nairo Quintana (Movistar) 36, Fabio Aru (Astana) 40 und Alberto Contador (Trek-Segafredo) 42. Noch viel schlimmer erwischte es aber Alejandro Valverde (Movistar). Der Spanier gehörte zu einer ganzen Reihe Fahrer, die auf den regennassen Straßen stürzten, rauschte in eine Streckenabsperrung und brach sich die Kniescheibe. Somit war die Tour de France 2017 für Valverde ebenso schon nach wenigen Kilometern beendet wie für Ion Izagirre (Bahrain Merida), der nach einem Sturz in derselben Kurve ebenfalls nicht weiterfahren konnte. Auch der zu den Topfavoriten auf den Tagessieg gezählte Primoz Roglic (LottoNL-Jumbo) war gestürzt und kam nur auf den für ihn enttäuschenden 65. Platz.

-> Zum Resultat

Auf der morgigen 2. Etappe wird der erste von zahlreichen Massensprints bei dieser Tour de France erwartet. Der Tagessieger wird aber höchstwahrscheinlich nicht das Gelbe Trikot übernehmen können, denn als bester Sprinter verlor Marcel Kittel im Zeitfahren bereits 16 Sekunden – und es gibt nur zehn Sekunden Gutschrift im Ziel und keine Boni am Zwischensprint.

Video des Etappensiegers





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