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Marcel Kittel sprintet in Lüttich überlegen zu Tour-Etappensieg Nummer 10 und ins Grüne Trikot
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02.07.2017

Marcel Kittel sprintet in Lüttich überlegen zu Tour-Etappensieg Nummer 10 und ins Grüne Trikot

Info: TOUR DE FRANCE 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Lüttich, 02.07.2017 – In Düsseldorf hatte es nicht ganz zum erhofften Heimsieg gereicht, doch einen Tag später gab es in Belgien einen deutschen Erfolg. Beim ersten von sehr vielen Massensprints bei dieser Tour de France konnte Marcel Kittel sich gegen alle Konkurrenten durchsetzen, obwohl der Sprintplan seines Quick-Step-Teams überhaupt nicht aufgegangen war. Während Arnaud Démare, André Greipel und Mark Cavendish die Plätze hinter Kittel belegten, wurde Peter Sagan nur Zehnter und erlebte damit einen schlechten Start für den Kampf um einen sechsten Gewinn des Grünen Trikots. Beinahe wäre es erst gar nicht zu einer Sprintankunft gewonnen, weil zwei von vier Ausreißern sich für das Peloton als überaus hartnäckige Gegner herausstellten.


Das Profil der 2. Etappe der Tour de France

Vier Tour-Neulinge in der Fluchtgruppe
Nach einer fast halbstündigen zeremoniellen Parade durch Düsseldorf verließ die Tour de France die Rheimetropole, in der am Vortag das Auftaktzeitfahren stattgefunden hatte. Sofort mit dem scharfen Start attackierten Laurent Pichon (Fortuneo-Oscaro) und Thomas Boudat (Direct Energie), denen sich Taylor Phinney (Cannondale Drapac) anschloss, bevor auch noch Yoann Offredo (Wanty-Groupe Gobert) hinzukam. Vier Fahrer, die erstmals überhaupt eine Frankreich-Rundfahrt bestreiten, bildeten also die Ausreißergruppe auf der 203,5 Kilometer langen 2. Etappe, die nach Belgien führte. Auf den 155 Kilometern, die noch auf deutschem Boden stattfanden, gab es zwei Sonderwertungen, und die erste davon schon nach 6,5 Kilometern. Auf der Côte de Grafenberg gingen die drei Franzosen in der Spitzengruppe leer aus und der US-Amerikaner Phinney schnappte sich den einzigen Punkt, der an der Bergwertung der 4. Kategorie zu holen war. Später am Zwischensprint, der nach 82,5 Kilometern in Mönchengladbach ausgetragen wurde, musste Phinney sich dann knapp Boudat geschlagen geben. Eine weitere Bergwertung der 4. Kategorie wartete 20,5 Kilometer vor dem Ziel in Belgien, doch dazu später mehr.

Schreckmoment für Froome und Bardet
Während der ersten Rennstunde hielten Julien Vermote (Quick-Step Floors) und Thomas De Gendt (Lotto Soudal), die als erste Sprinter-Helfer mit der Führungsarbeit im Peloton begannen, den Rückstand zu den Ausreißern bei rund dreieinhalb Minuten; später pendelte er lange zwischen zwei und drei Minuten hin und her. Auch Dimension Data und Katusha Alpecin beteiligten sich über weite Strecken an der Nachführarbeit. Rund eineinhalb Stunden hatte das Wetter gehalten, doch dann regnete es wie schon auf der 1. Etappe fast ununterbrochen bis ins Ziel. 31 Kilometer vor dem Ziel kam es durch eine Pfütze in einer Kurve zu einem Massensturz an der Spitze des Feldes, in welchen unter anderem Chris Froome (Sky) und Romain Bardet (AG2R La Mondiale) verwickelt wurden. Sowohl für den Titelverteidiger als auch die französische Gesamtwertungs-Hoffnung ging letztendlich alles gut aus und sie konnten wieder zum Feld aufschließen, das sein Tempo extra verringert hatte, um den zahlreichen Gestürzten die Chance zu geben, zurückzukommen. Mit Luke Durbridge (Orica-Scott) gab es nur einen Fahrer, der das Ziel nicht erreichte, und der hatte schon frühzeitig wegen Sturzverletzungen vom Zeitfahren aufgegeben.

Großer Fight von Phinney und Offredo
Der Sturz kam den Ausreißern natürlich sehr gelegen, denn durch die Verlangsamung des Pelotons verzögerte sich das vermeintlich unausweichliche vorzeitige Ende ihrer Flucht. So kam das Quartett noch mit 40 Sekunden Vorsprung zur Côte d'Olne, jener bereits erwähnten zweiten Bergwertung. Phinney gewann auch diese und sicherte sich damit endgültig das Bergtrikot. Die Abfahrt nutzte der 27-Jährige für einen Angriff, dem nur Offredo folgen konnte. Gemeinsam bauten sie ihren Vorsprung bis zur Zehn-Kilometer-Marke leicht auf 50 Sekunden aus und wehrten sich auch danach beachtlich gegen die Verfolgung. Fünf Kilometer vor Schluss hatten sie noch 30 Sekunden Vorsprung, doch dann brachten Quick-Step Floors und Bora-Hansgrohe neuen Schwung ins Feld, bis schließlich unter der Führung von Lotto Soudal die letzten beiden Ausreißer 1100 Meter vor dem Ziel eingeholt wurden. Auf dem Schlusskilometer schienen Cofidis und Bora-Hansgrohe die Oberhand zu haben, doch für deren Sprinter Nacer Bouuhanni und Peter Sagan sprangen lediglich die Plätze acht und zehn heraus. Den Sieg holte sich stattdessen Marcel Kittel (Quick-Step Floors), obwohl dessen Sprintzug sich schon 500 Meter vor dem Ende aufgelöst hatte.

Kittel mit 49 Punkten Vorsprung auf Sagan
Von seinem Anfahrer Matteo Trentin getrennt, bewies Kittel gutes Gespür und hatte die Kraft, sich alleine nach vorne zu arbeiten, bis er das Hinterrad von Sonny Colbrelli (Bahrain Merida) erreichte, der ihm unfreiwillig den Sprint anzog. Auf den letzten Metern waren die Konkurrenten dann machtlos gegen den nunmehr zehnmaligen Tour-Etappensieger, der 2013 und 2014 jeweils vier Etappen und 2016 „nur“ ein Teilstück gewonnen hatte. Mit Arnaud Démare (FDJ), André Greipel (Lotto Soudal) und Mark Cavendish (Dimension Data) belegten weitere Hochkaräter die Plätze hinter Kittel. Am Zwischensprint hatten übrigens nur Alexander Kristoff (Katusha Alpecin) und Colbrelli, die im Ziel Fünfzehnter und Sechster wurden, voll reingehalten, während Kittel und die anderen Topsprinter mit möglichst wenig Aufwand ein paar Punkte für den Kampf um das Grüne Trikot mitgenommen hatten. Mit insgesamt 63 Zählern sowie 25 Vorsprung auf den Zweitplatzierten Démare und gar 49 auf Sagan ist Kittel für den Moment unangefochtener Leader der Punktewertung. Im Gesamtklassement hat ihn die Zeitgutschrift auf Rang drei vorgebracht – unverändert führt Geraint Thomas (Sky) vor Stefan Küng (BMC Racing), die weiterhin Gelb respektive Weiß tragen.

-> Zum Resultat

Die morgige 3. Etappe wird keinen klassischen Massensprint mit sich bringen, denn das etwas hügeligere Teilstück endet mit einer Mini-Bergankunft an der Côte des Religieuses (1,6 km à 5,8%).

Video der Zielankunft






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