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Maciej Bodnar sorgt für Spannung auf der 11. Tour-Etappe, doch am Ende siegt natürlich wieder Kittel
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12.07.2017

Maciej Bodnar sorgt für Spannung auf der 11. Tour-Etappe, doch am Ende siegt natürlich wieder Kittel

Info: TOUR DE FRANCE 2017 (2.UWT)
LiVE-Ticker zum Nachlesen: Flash | Text
Autor: Felix Griep (Werfel)



Pau, 12.07.2017 – Es blieb ihm am Ende leider nicht mehr als die Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer und viel Anerkennung für seine Leistung, doch beides hatte er sich redlich verdient. Maciej Bodnar drückte als Ausreißer dem Finale der 11. Etappe seinen Stempel auf und konnte mit viel Mühe erst 250 Meter vor dem Ziel vom Hauptfeld eingefangen werden. Bei der Sprintankunft konnte einmal mehr niemand das Level von Marcel Kittel erreichen, der wie am Vortag locker siegte und nun bei fünf Tour-Erfolgen in diesem Jahr und 14 insgesamt in seiner Karriere steht und die Punktewertung mit 133 Zählern Vorsprung anführt.


Das Profil der 11. Etappe der Tour de France

Letzte Chance für Sprinter in der zweiten Woche
Zwischen Eymet und Pau stand am 11. Renntag der Tour de France ein weiteres flaches Teilstück auf dem Programm – das zweite hintereinander nach dem ersten Ruhetag, aber zugleich auch die letzte Etappe in der zweiten Woche, die voll und ganz auf die Sprinter zugeschnitten ist. Dass hieß, dass die Flucht des Tages eigentlich wieder einmal von vornherein zum Scheitern verurteilt war. Dennoch nahmen gleich drei Fahrer bei Kilometer null Reißaus: Es waren der Italiener Marco Marcato (UAE Team Emirates), der Pole Maciej Bodnar (Bora-Hansgrohe) und Frederik Backaert (Wanty-Groupe Gobert), für den es nach der 3. und der 6. Etappe schon die dritte Flucht bei dieser Frankreich-Rundfahrt war. Ihren Vorsprung konnten sie während der ersten Rennstunde auf bis zu 4:45 Minuten ausbauen, bevor Quick-Step Floors, Lotto Soudal und Katusha Alpecin den Abstand in den Bereich zwischen zwei und drei Minuten senkten und lange Zeit dort hielten. Am Zwischensprint 61 Kilometer vor dem Ende der 203,5 Kilometer langen Etappe bemühten sich nur Alexander Kristoff (Katusha Alpecin) und Michael Matthews (Sunweb) ernsthaft um die Punkte, selbst den Ausreißern schienen die Prämien dort ziemlich egal zu sein.


Tines Tour Talk zur 11. Etappe:
Ein Tag im Leben eines Medienvertreters bei einem Radrennen


Bodnar stellt Zeitfahrtalent als Ausreißer unter Beweis
Marcato hatte die Wertungslinie beim Zwischensprint als Erster überquert, Backaert lag drei Kilometer später an der einzigen Bergwertung (4. Kategorie) vorn. Der Vorsprung des Ausreißertrios sank danach konstant weiter und fiel schon mehr als 40 Kilometer vor dem Ziel unter eine Minute. Gerade einmal noch 25 Sekunden waren es, als Bodnar 28 Kilometer vor dem Ziel einen Alleingang der drohenden Einholung durch das Peloton vorzog. Der Pole, dessen eindrücklichste Leistung bei einer Tour de France bisher die starke Hilfeleistung für den Sagan-Sieg auf der Montpellier-Etappe 2016 war, vergrößerte seinen Vorsprung noch einmal auf ein Maximum von 50 Sekunden 16 Kilometer vor dem Ziel, was dem starken Zeitfahrer eine durchaus realistische Chance auf den Etappensieg gab. Der WM-Vierte von 2016, dem damals in Doha nur sechs Sekunden zu einer Medaille gefehlt hatten, wies an der Zehn-Kilometer-Marke noch 39 Sekunden Vorsprung auf, fünf Kilometer vor Schluss blieben ihm 18 Sekunden. Quick-Step Floors und Lotto Soudal hatten ihre liebe Mühe, das Feld wieder näher an den Solisten heranzubringen, andere Mannschaften halfen erst sehr spät bei der Jagd auf Bodnar, der dann an der Flamme Rouge nur noch wenige Meter Vorsprung aufwies.

Sabatini holt den Ausreißer ein, Kittel seinen nächsten Sieg
Durch einen Kreisverkehr und eine weitere Kurve zu Beginn des Schlusskilometers konnte sich Bodnar noch weiter gegen das Feld wehren und startete als Erster auf die 600 Meter lange Zielgerade. Dort konnte Marcel Kittels letzter Helfer Fabio Sabatini (Quick-Step Floors) mit großem Einsatz dafür sorgen, dass die größte Gefahr für den fünften Etappensieg seines Kapitäns 250 Meter vor dem Ende beseitigt wurde. Denn von den anderen Sprintern war wieder keiner in der Lage, es mit dem Mann in Grün aufzunehmen. Während sich Edvald Boasson Hagen (Dimension Data) und Matthews auf der rechten Straßenseite ein Duell lieferten, das der Norweger klar für sich entschied, zog in der Mitte Kittel locker an beiden vorbei und konnte wie bei seinem Sieg am Vortag schon einige Meter vor der Ziellinie den Arm zum Siegesjubel empor reißen. Der Niederländer Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo) hatte sich sehr gut an Kittels Hinterrad positioniert und gar versucht, den dominierenden Sprinter dieser Tour im Endspurt anzugreifen, was ihm letztlich noch vor Boasson Hagen den zweiten Platz einbrachte. Eher enttäuschend war einmal mehr das Abschneiden von André Greipel (Lotto Soudal), Nacer Bouhanni (Cofidis) und Kristoff als Siebter, Achter und Zwölfter.

-> Zum Resultat

Auf der morgigen 12. Etappe bekommen es die Fahrer in den Pyrenäen mit sechs Bergwertungen zu tun. Spätestens im Anstieg zur 30,5 km vor dem Ziel gelegenen HC-Wertung auf dem Port de Balès (11,7 km à 7,7%) darf mit Angriffen der Favoriten gerechnet werden, auch wenn danach noch Col de Peyresourde (9,7 km à 7,8%) und der kurze Schlussanstieg nach Peyragudes (2,4 km à 8,4%) zu überstehen sind.

Video der Zielankunft






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