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Als Ausreißer auf einer Bergetappe: Trentin holt 2. Vuelta-Etappensieg – Roche macht Zeit auf Froome gut
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29.08.2017

Als Ausreißer auf einer Bergetappe: Trentin holt 2. Vuelta-Etappensieg – Roche macht Zeit auf Froome gut

Info: VUELTA A ESPAÑA 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Alhama de Murcia, 29.08.2017 – Auch nach dem ersten Ruhetag geht das Warten auf den ersten spanischen Erfolg bei der 72. Vuelta a España weiter. José Joaquin Rojas war knapp dran, musste sich aber auf der 10. Etappe dem Italiener Matteo Trentin geschlagen. Der wiederum zeigte als Ausreißer, dass er nicht nur in Massensprints erfolgreich sein kann, sondern sich selbst von Bergen der 1. Kategorie nicht abschrecken lässt. Ein solcher war heute nämlich zu überqueren, bevor eine Abfahrt ins Ziel führte. Bergab attackierte fast schon erwartungsgemäß Vincenzo Nibali, aber es war Nicolas Roche, der sich letztlich aus dem Kreis der Favoriten absetzen und fast eine halbe Minute Vorsprung auf die Konkurrenten herausfahren konnte.


Das Profil der 10. Vuelta-Etappe

Besonders langes Warten auf die Fluchtgruppe
Für mehr als die Hälfte der 164,8 Kilometer, die nach dem ersten Ruhetag der Spanien-Rundfahrt auf der 10. Etappe zwischen Caravaca de la Cruz und Alhama de Murcia zurückzulegen waren, gab es keine Ausreißergruppe. Die ohnehin bei dieser Vuelta oftmals sehr lange Phase der glücklosen Angriffe dauerte diesmal besonders lange und erst nach 90 Kilometern, die auf weitgehend leicht abschüssiger Strecke mit einem Schnitt von gut 52 km/h absolviert worden waren, setzten sich 18 Fahrer vom Hauptfeld ab, von denen elf später nicht mehr eingeholt werden sollten. Quick-Step Floors (Terpstra, Trentin), Movistar (Rojas, Soler), AG2R La Mondiale (Denz, Geniez), LottoNL-Jumbo (Lindeman, Lobato), Bahrain Merida (Agnoli, Novak) und Caja Rural-Seguros RGA (Reis, Roson) hatten jeweils zwei Fahrer in der entscheidenden Gruppe platzieren können, zudem waren Trek-Segafredo (Bernard), BMC Racing (De Marchi), Katusha Alpecin (Mørkøv), Astana (Sanchez), FDJ (Courteille) und Dimension Data (Janse Van Rensburg) jeweils einmal vertreten. Die Verfolgung nahm keine Mannschaft in die Hand und das Team Sky stoppte das Ansteigen des Vorsprungs der für die Gesamtwertung nicht besonders gefährlichen Ausreißer erst bei gut fünf Minuten.

Nach langer Kletterei liegt ein Quartett vorn
Der schwerste Teil der Etappe lag zwischen 60 und 22 Kilometer vor dem Ziel, denn hier ging es durgängig bergauf. Es begann mit einem Anstieg der 3. Kategorie zum Alto del Morrón de Totana (5,7 km à 5,7%), wo sich Jacques Willem Janse Van Rensburg (Dimension Data) zunächst alleine absetzte. An der Bergwertung wies der Südafrikaner 30 Sekunden Abstand zu seinen ersten Verfolgern Bert-Jan Lindeman (LottoNL-Jumbo), Rafael Reis (Caja Rural-Seguros RGA) und Matteo Trentin (Quick-Step Floors) auf. Es deutete sich also hier bereits an, dass Trentin mehr würde erreichen können, als den 14. Platz, welchen er nach Gewinn des Zwischensprints benötigt hätte, um die Führung in der Punktewertung von Chris Froome (Sky) zurückzuerobern. Nach einem kurzen leichter ansteigenden Zwischenstück schloss sich der Anstieg Collado Bermejo (7,7 km à 6,5%) an. Dort schaffte es Trentin, gemeinsam mit Jaime Roson (Caja Rural-Seguros RGA) und José Joaquín Rojas (Movistar) zu Janse Van Rensburg aufzuschließen. Roson versuchte daraufhin einmal, sich alleine abzusetzen, das Quartett blieb aber bis zum 1200 Meter hohen Gipfel der 1. Kategorie zusammen. Dort folgten mit nur 20 Sekunden Rückstand Marco Soler (Movistar) und Alexandre Geniez (AG2R La Mondiale).

Nicht nur die Spitze teilt sich in der Abfahrt
Nachdem man rund eintausend Höhenmeter geklettert war, ging es auf den letzten gut 20 Kilometer noch einmal genauso weit hinab ins Tal, wobei die Abfahrt vor allem zu Beginn äußerst kurvenreich war. An der Spitze des Rennens war Janse Van Rensburg der Erste, der damit kleine Schwierigkeiten zu haben schien und aus der führenden Gruppe zurückfiel. Zwar lag er lange höchstens zehn Sekunden zurück, fand aber nie wieder Anschluss nach vorne. Einige Zeit später verlor auch Roson den Kontakt zu Trentin und Rojas. Derweil hatte aus der Hauptgruppe der Klassementfahrer Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) angegriffen, dessen Vorliebe für Abfahrten hinlänglich bekannt ist. Seinen Gegnern konnte der Vierte der Gesamtwertung letztlich aber nicht entkommen und schon knapp 15 Kilometer vor dem Ziel holten ihn der Träger des Roten Trikots und die meisten anderen Favoriten wieder ein. Einen vollständigen Zusammenschluss aller Topfahrer gab es jedoch noch lange nicht – mit David De La Cruz (Quick-Step Floors) und Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) drohte der Tag für zwei Fahrer aus den Top10 mit einer kleinen Niederlage zu enden.

Roche stiehlt sich aus Favoritengruppe davon
Die Entscheidung um den Etappensieg fiel letztlich in einem Sprintduell zwischen dem Gewinner des Massensprints auf der 4. Etappe Trentin und dem bei dieser Vuelta schon einmal als Ausreißer auf der 7. Etappe auf Platz drei gefahrenen Rojas. Es war ein sehr ungleiches Duell, das der Italiener locker für sich entscheiden konnte, was Quick-Step Floors den vierten Etappensieg bei dieser Rundfahrt einbrachte. Roson und Janse Van Rensburg folgten mit einem Rückstand von etwa zwanzig Sekunden und Geniez und Soler nach knapp einer Minute. Bis zur Ankunft der Gruppe um den Gesamtführenden Froome vergingen 4:32 Minuten. Sie bestand am Ende aus 27 Fahrern – darunter auch De La Cruz und Zakarin, die kurz vor dem Ziel doch wieder aufgeschlossen hatten. Ein besonderer Coup gelang dem Iren Nicolas Roche (BMC Racing), der sich relativ unbemerkt hatte absetzen können und 29 Sekunden Vorsprung herausfuhr. Für eine Verbesserung seiner Platzierung in der Gesamtwertung reichte das knapp nicht, als Dritter ist er jetzt aber zeitgleich mit dem Zweiten Esteban Chaves (Orica-Scott). Sie liegen 36 Sekunden hinter Froome, der seinerseits in der Punktewertung jetzt 23 Zähler hinter Trentin nur noch an Position zwei rangiert.

-> Zum Resultat

Die morgige 11. Etappe wird vielleicht die bisher schwerste dieser Vuelta, denn sie hält im Finale zwei lange Anstiege der 1. Kategorie bereit. 30 Kilometer vor Schluss erreicht man den Gipfel des Alto de Velefique (13,2 km à 8,6%) und danach gibt es noch die Bergankunft am Observatorio Astronómico de Calar Alto (15,5 km à 5,9%).

Video der Zielankunft






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