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Trentin sprintet zu seinem dritten Vuelta-Sieg – Movistar verliert Führung in Mannschaftswertung
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01.09.2017

Trentin sprintet zu seinem dritten Vuelta-Sieg – Movistar verliert Führung in Mannschaftswertung

Info: VUELTA A ESPAÑA 2017 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Tomares, 01.09.2017 – Seine eigene Bilanz von jeweils fünf Tagessiegen bei Giro d’Italia (4x Gaviria, 1x Jungels) und Tour de France (5x Kittel) hat Quick-Step Floors bei der Vuelta a España schon auf der 13. Etappe eingestellt. Zum dritten Mal war es Matteo Trentin, der in Spanien für seine Mannschaft erfolgreich war, die auch schon Etappensiege von Yves Lampaert und Julian Alaphilippe auf ihrem Konto hat. Der zuvor bereits einmal im Massensprint und eimal als Ausreißer siegreiche Italiener gewann überlegen einen weiteren Sprint, nachdem das Peloton auf den hügeligen letzten Kilometern zerfallen war. Trentins Teamkollege David De La Cruz verlor dadurch ein paar Sekunden und seinen vierten Platz in der Gesamtwertung, während Movistar noch mehr Zeit und sogar die Führung in der Mannschaftswertung einbüßte.


Das Profil der 13. Vuelta-Etappe

Villellas kurze Flucht für drei Bergpunkte
Was manchem Zuschauer bei der Tour de France irgendwann zum Halse rausgehangen haben mag, ist bei der Vuelta a España eine wahre Rarität: Auf der 13. Etappe, einem 198,4 Kilometer langen Teilstück von Coín nach Tomares, durfte mit einem Massensprint gerechnet werden. Solche hatte es bei dieser Spanien-Rundfahrt zuvor nur auf den Etappen 2 und 4 gegeben. Die Mannschaft Quick-Step Floors hatte sich am vorangegangen Tag extra nicht an Fluchtaktivitäten beteiligt, um alle Kräfte für diese Flachetappe zu bündeln, auf der ihr Fahrer Matteo Trentin der klare Topfavorit war. Da die Chancen für Ausreißer angesichts dieser Voraussetzungen denkbar schlecht waren, dauerte es nur wenige Kilometer, bis sich eine Gruppe absetzte, die zudem mit nur fünf Fahrern wesentlich kleiner war als man es von vielen anderen Vuelta-Etappen gewohnt ist. Einer von ihnen ließ sich nach nicht einmal 30 Kilometern sogar schon wieder zurückfallen – Bergtrikot-Träger Davide Villella (Cannondale-Drapac) hatte es nämlich lediglich auf die einzige Bergwertung des Tages auf dem Alto de Ardales (3. Kategorie) abgesehen.

Fluchtgruppe trotz großer Namen chancenlos
Nachdem Villella eingeholt worden war, unterstützte dessen Mannschaft Cannondale-Drapac, wie auch LottoNL-Jumbo, Quick-Step Floors bei der Verfolgungsarbeit – denn LottoNL-Fahrer Juan José Lobato und Cannondales Tom Van Asbroeck waren im Massensprint der 4. Etappe Zweiter und Dritter hinter Trentin gewesen und daher scharf auf eine neue Chance, den Mann im Grünen Trikot zu schlagen. Die vier verbliebenen Ausreißer Alessandro De Marchi (BMC Racing), Alexis Gougeard (AG2R La Mondiale), Thomas De Gendt (Lotto Soudal) und Arnaud Courteille (FDJ) – allesamt bei dieser Rundfahrt schon mit Top10-Ergebnissen als Ausreißer! – hatten zwar wohlklingende Namen, aber keine Chance gegen das Feld. Nachdem sie die Bergwertung mit 4:50 Minuten Vorsprung passiert hatten, sank ihr Vorsprung kontinuierlich. Die beiden Franzosen Gougeard und Courteille fielen schon gut zwanzig Kilometer vor dem Ziel zurück, 14 Kilometer vor Schluss konnte auch De Gendt nicht mehr mithalten und De Marchi konnte als Solist auch nur noch bis sieben Kilometer vor dem Ziel Widerstand leisten. Bis hierhin war also alles ganz nach Plan verlaufen für Quick-Step Floors, doch es stand noch ein schwer zu kontrollierendes Finale bevor. Bei mehreren kurzen Steigungen auf den letzten 3500 Metern der Strecke war nicht einmal klar, dass die Etappe wirklich in einem Sprint enden würde.


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Trentins Teamkollegen verhindern Angriffe
Angriffsversuche blieben in der Schlussphase jedenfalls nicht aus, aber Trentins Teamkollege Bob Jungels sorgte 2,7 und 2,5 Kilometer vor dem Ziel dafür, dass die ersten Vorstöße von Adam Hansen (Lotto Soudal) respektive Søren Kragh Andersen (Sunweb) im Keim erstickt wurden. Als direkt hinter der Flamme Rouge Alexey Lutsenko (Astana) attackierte, musste Julian Alaphilippe einspringen. Trentins letzter Helfer konnte ihm noch bis etwa 500 Meter vor dem Ende bei der Kontrolle des Renngeschehens helfen. Alle noch verbliebenen Sprintgegner waren aber ebenfalls längst isoliert und hatten auf der Zielgeraden nicht den Hauch einer Chance gegen den nun dreifachen Vuelta-Etappensieger: Deutlich verwies Trentin Gianni Moscon (Sky) auf Platz zwei und dem im Finale wieder vorne mitmischenden Andersen auf Platz drei. Michael Schwarzmann (Bora-Hansgrohe) sorgte als Vierter für das bisher beste deutsche Resultat der Vuelta – zuvor war es sein sechster Platz auf Etappe 2 gewesen. Van Asbroeck wurde Fünfter, während Lobato weit zurückgefallen war. Der Sieg bringt Trentin auch wieder etwas mehr Vorsprung in der Punktewertung: 19 Zähler liegt er vor Chris Froome (Sky), der als Etappensiebter aber ebenfalls in die Punkteränge gefahren war.

Überraschender Rückschlag für Movistar
Der Gesamtführende Froome war nicht der einzige Fahrer von der Spitze der Gesamtwertung, der sich auf einer vorderen Position wiederfand, der Gesamtzweite Vincenzo Nibali (Bahrain Merida) wurde sogar Sechster. Der Gesamtdritte Esteban Chaves (Orica-Scott) war einer der Letzten, die ohne Rückstand das Ziel erreichten – nur 15 Fahrer waren am Ende zeitgleich! Trentins Teamkollege David De La Cruz büßte sieben Sekunden ein, wodurch er seinen vierten Rang im Gesamtklassement an Wilco Kelderman (Sunweb)5 verlor. Der Sechste Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) und der Zehnte Miguel Angel Lopez (Astana) verloren ebenfalls sieben Sekunden, behielten aber ihre Positionen. Noch härter traf es das Team Movistar, dessen beste Fahrer Daniel Moreno und Nelson Oliveira mit jeweils 56 Sekunden sowie Richard Carapaz mit 1:28 Minute Rückstand waren. In der Gesamtwertung spielten sie zwar ohnehin keine Rolle mehr, aber sie mussten die Führung in der Mannschaftswertung an Astana abgeben, deren drei beste Fahrer zusammengerechnet nur 14 Sekunden Rückstand kassiert hatten. So verwandelte sich aus Movistars Sicht ein Polster von 2:49 Minuten in ein Defizit von 17 Sekunden.

-> Zum Resultat

Nach der vorletzten Flachetappe dieser Vuelta – sicher gesprintet wird nur noch einmal am Schlusstag in Madrid! – folgt ein Wochenende mit zwei Bergankünften. Die morgige 14. Etappe endet mit einem Anstieg der Especial-Kategorie zur Sierra de la Pandera (12,0 km à 7,3%).

Video der Zielankunft






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