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Franzosen dominieren beim Auftakt der Bahn-EM in Berlin – zweimal Silber für deutsche Teamsprinter
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19.10.2017

Franzosen dominieren beim Auftakt der Bahn-EM in Berlin – zweimal Silber für deutsche Teamsprinter

Info: BAHNRADSPORT-EUROPAMEISTERSCHAFT 2017 IN BERLIN
Autor: Felix Griep (Werfel)



Berlin, 19.10.2017 – Am ersten Tag der Bahnradsport-Europameisterschaft in Berlin fanden beide Teamsprint-Finals mit deutscher Beteiligung statt – doch mit einem Heimsieg klappte es nicht. Kristina Vogel und Miriam Welte mussten sich den Weltmeisterinnen aus Russland geschlagen geben und Robert Förstemann, Maxmilian Levy und Joachim Eilers unterlagen in einem wahren Krimi dem Trio aus Frankreich um weniger als eine Zehntelsekunde. Für Frankreich war es an diesem Donnerstagabend das dritte Gold, nachdem zuvor auch Adrien Garel im Scratch und die Mannschaftsferfolger Titel errungen hatten.

Ausscheidungsfahren Frauen:
Kirsten Wild verteidigt EM-Titel auf überaus souveräne Art

23 Entscheidungen an vier Tagen fallen bei der Bahn-Europameisterschaft in Berlin – drei mehr als bei Weltmeisterschaften! Neben dem Steher-Wettkampf gibt es bei den kontinentalen Titelkämpfen seit dem Jahr 2015 auch Ausscheidungsfahren. Die erste Goldmedaille dieser EM holte sich Kirsten Wild, die in dieser Disziplin schon im Vorjahr den Titelgewinn gefeiert hatte. Den neuerlichen Triumph sicherte sich die Niederländerin durch eine stets aufmerksame Fahrweise und im finalen Duell mit der Russin Evgenia Augustinas durch einen unwiderstehlichen Angriff eine Runde vor Schluss. Die Bronzemedaille war an die Italienerin Maria Giulia Confalonieri gegangen. Die deutsche Starterin Romy Kasper schied als zwölfte Fahrerin aus, was am Ende den siebten Gesamtrang bedeutete.

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Scratch Männer:
Adrien Garel bester Sprinter unter sechs rundengleichen Fahrern

Nach dem Ausscheidungsfahren der Frauen folgte das Scratch-Rennen als erste Medaillenentscheidung bei den Männern. Im mittleren Drittel des 60 Runden dauernden Wettkampfes konnten verschiedene Ausreißergrüppchen Rundengewinne erzielen, wonach am Ende sechs Fahrer eine Runde vor dem Rest des Feldes lagen. Einer von ihnen war der Ukrainer Roman Gladysh, der zehn Runden vor Schluss gemeinsam mit dem Russen Maksim Piskunov, der seinerseits noch keinen Rundengewinn verzeichnete, angriff und nicht weit davon entfernt schien, die Vorentscheidung zu erzwingen. Doch nachdem der Vorsprung des Duos eine halbe Bahnlänge erreicht hatte, kam das Feld wieder Meter um Meter näher, bis es die beiden zweieinhalb Runden vor Schluss einholte. Auf der letzten Runde ließ dann der 21 Jahre junge Franzose Adrien Garel seinen Gegnern keine Chance und holte sich nach einem langen Sprint vor dem Ungarn Krisztian Lovassy die Goldmedaille; Gladysh schaffte es noch auf den Bronzerang. Der deutsche Vize-Weltmeister Lucas Liß und der letztjährige Scratch-Europameister Gaël Suter aus der Schweiz fanden sich nur auf den Plätzen 15 und 16 wieder.

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Mannschaftsverfolgung Frauen:
Italienerinnen verteidigen Titel – Rekord und Sturz für Deutschland

In der Qualifikation zur Mannschaftsverfolgung hatten
am Mittwoch Charlotte Becker, Lisa Brennauer, Lisa Klein und Gudrun Stock den deutschen Rekord vom November 2014 um mehr als vier Sekunden auf 4:25,355 Minuten verbessert. Am Donnerstag im Erstrunden-Duell mit Großbritannien passierte ihnen dann aber ein Missgeschick: Brennauer, die nach vier Jahren, in denen sie sich auf den Straßenradsport konzentrierte hatte, wieder auf die Bahn zurückgekehrt ist, touchierte das Hinterrad von Becker und brachte damit sich selbst sowie Klein und Stock zu Fall, was das Ende jeglicher Medaillenträume bedeutete. Elisa Balsamo, Tatiana Guderzo, Letizia Paternoster und Silvia Valsecchi sorgten dafür, dass Gold wie 2016 an Italien ging. In allen drei Runden waren sie die Schnellsten und setzten sich im Finale letztlich deutlich mit mehr als drei Sekunden Abstand gegen Katie Archibald, Elinor Barker, Manon Lloyd und Emily Kay durch, nachdem die Britinnen ihnen in der ersten Rennhälfte noch die Stirn geboten und nach zwei Kilometern sogar um eine Zehntelsekunde in Führung gelegen hatten. Das kleine Finale, welches die Deutschen angestrebt hatten, gewann Polen gegen Frankreich.

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Mannschaftsverfolgung Männer:
Frankreich schlägt erneut Italien, Deutschland verpasst Bronze knapp

Auch in der Mannschaftsverfolgung der Männer hoffte Deutschland auf eine Medaille, nachdem Felix Groß, Theo Reinhardt, Kersten Thiele und Domenic Weinstein in der Qualifikation den vierten Platz erreicht hatten. In der 1. Runde war dann zwar gegen Frankreich kein Kraut gewachsen und der Einzug ins Rennen um Gold nicht erreichbar, doch mit der diesmal drittbesten Zeit aller Teams gelang der Einzug in den Bronze-Lauf. Dort unterlag das BDR-Quartett, in dem Nils Schomber Thiele ersetzte, allerdings Russland nach schwachem Start um eine knappe Sekunde. Einen Durchmarsch vom Quali-Sieg bis zur Titelverteidigung legte Frankreich hin, für das Corentin Ermenault, Florian Maitre und Benjamin Thomas alle drei Durchgänge bestritten, während Thomas Denis nach den beiden Vorläufen im Finale durch Louis Pijourlet ersetzt wurde. Der französische Final-Gegner war wie vor einem Jahr Italien. Liam Bertazzo, Filippo Ganna, Francesco Lamon und Simone Consonni verpassten die Revanche trotz starken Finish um nur 0,206 Sekunden, nachdem sie bei Kilometer zwei noch fast eine Sekunde in Rückstand gelegen hatten. Für die Schweiz waren Claudio Imhof, Frank Pasche Loïc Perizzolo und Cyrille Thièry angetreten – in der Qualifikation gelang ihnen die sechst-, in der 1. Runde die siebtbeste Zeit. Großes Pech beklagten die Briten, die in der Qualifikation nach zwei Kilometern auf Bestzeit-Kurs gelegen hatten, dann aber durch einen Sturz von Andrew Tennant aufgeben mussten.

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Teamsprint Frauen:
Vogel/Welte einmal mehr nur von Voinova/Shmeleva geschlagen

Nach den zwar guten, aber nicht mit Medaillen belohnten deutschen Vorstellungen in den Mannschaftsverfolgungen, konnten sich die heimischen Fans im Berliner Velodrom über zweifaches Teamsprint-Edelmetall freuen – sowohl Frauen als auch Männer hatten es ins Finale geschafft. Kristina Vogel hatte gemeinsam mit der jungen Pauline Grabosch zunächst die Qualifikation gewonnen, bevor sie mit ihrer angestammten Partnerin Miriam Welte gegen Großbritannien souverän den Einzug ins Finale klarmachte. Dort trafen Welte und Vogel auf Anastasiia Voinova und Daria Shmeleva – die Europameisterinnen von 2015 und 2016 und Weltmeisterinnen von 2016 und 2017. Und die Medaillensammlung der Russinnen wurde um ein weiteres Gold reicher. Nach einem von Vogel verursachten Frühstart kamen die Deutschen im zweiten Anlauf nicht gut ins Rennen und wiesen schon nach einer halbe Runde einen Rückstand von knapp drei Zehntelsekunden auf, den sie nicht wieder wettmachen konnten. Am Ende der 500 Meter waren Voinova und Shmeleva 0,247 Sekunden schneller. Platz drei sicherten sich die Niederländerinnen Kyra Lamberink und Shanne Braspennincx im Duell mit den Französinnen Sandie Claire und Mathilde Gros.

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Teamsprint Männer:
Frankreich gewinnt äußerst enges Final-Duell mit Deutschland

Nach der Final-Niederlage von Vogel/Welte blieb dank Robert Förstemann, Maximilian Levy und Joachim Eilers noch immer Hoffnung auf eine deutsche Goldmedaille zum EM-Auftakt. Nachdem sie in der Qualifikation nur die drittbeste Zeit erreicht hatten, war in der 1. Runde nur Frankreich schneller, sodass der Finaleinzug geglückt war. Der Kampf um Gold gegen die WM-Dritten Benjamin Edelin, Sébastien Vigier und Quentin Lafargue geriet zu einem höchst spannenden Abschluss des ersten Tages der Bahn-Europameisterschaft. Förstemann, Levy und Eilers erwischten einen leicht besseren Start und lagen nach der ersten Runde zwei Zehntel in Führung, doch nach 500 von 750 Metern hatte sich das Blatt gewendet und die Franzosen waren elf Tausendstel vorn. Am Ende waren es 0,083 Sekunden, die dem deutschen Teamsprint-Trio zum ersten internationalen Titel seit der EM 2014 fehlten – wobei Platz zwei und die Silbermedaille immerhin das beste Resultat seit jenem Sieg waren. Bronze ging wie bei den Frauen an die Niederlande: Jeffrey Hoogland, Harrie Lavreysen und Matthijs Buchli konnten sich im kleinen Finale gegen die Russen behaupten.

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