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Adventskalender am 4. Dezember: Die abgesagten und die neuen Rennen des Jahres 2017
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04.12.2017

Adventskalender am 4. Dezember: Die abgesagten und die neuen Rennen des Jahres 2017

Info: Bildergalerie
Autor: Felix Griep (Werfel)



  04.12.  
Viele kleine und große Änderungen gibt es Jahr für Jahr am Rennkalender des Straßenradsports. Nachdem wir im Adventskalender gestern bereits die Auswirkungen der Aufwertung von 10 Rennen in die WorldTour betrachtet haben, schauen wir heute auf eine Auswahl von Rennen, welche 2017 leider nicht mehr ausgetragen wurden, aber auch auf solche, die neu ins Leben gerufen wurden.


Der LiVE-Radsport.com Adventskalender 2017
Bis Weihnachten präsentieren wir euch täglich einen besonderen Beitrag, um in der an Radrennen ärmeren Adventszeit keine Langeweile aufkommen zu lassen.


2017 nicht mehr ausgetragene Rennen

und

2017 erstmals ausgetragene Rennen




Tour of Qatar

Letzte Austragung: 08.-12.02.2016
Letzter Sieger: Mark Cavendish

Ein herber Verlust für die Vielfalt des Radsports war die relativ kurzfristige Absage der Katar-Rundfahrt, die mit ihren flachen Etappen und den immer wieder starken Wüstenwinden für spannende Rennverläufe sorgte und Sprintern und Klassikerspezialisten gleichermaßen als erster Leistungstest in einer neuen Saison diente. Nur gut einen Monat vor dem geplanten Termin im Februar 2017, bei dem sie erstmals zur WorldTour-Serie hätte gehören sollen, wurde die Rundfahrt, die es seit 2009 als auch Version für die Frauen gegeben hatte, wegen finanzieller Probleme abgesagt. Eine Neuauflage wird es zumindest auch im Jahr 2018 nicht geben. 2002 war die Tour of Qatar in dem Emirat am Persischen Golf erstmals ausgetragen worden – Sieger war der Deutsche Thorsten Wilhelms – und avancierte schnell zu einem beliebten Vorbereitungsrennen für viele Teams und Fahrer. Besonders für Tom Boonen, der insgesamt 22 Etappen und viermal die Gesamtwertung für sich entschied. Letzter Gewinner des Goldenen Trikots war Mark Cavendish, der im bei diesem Rennen stets sehr wichtigen Kampf um Zeitgutschriften Alexander Kristoff auf Abstand halten konnte.





Tour of Guangxi

Erste Austragung: 19.-24.10.2017
Erster Sieger: Tim Wellens

Während mit der Tour of Qatar ein (geplantes) WorldTour-Rennen entfiel, wurde mit der Tour of Guangxi ein komplett neues aus dem Boden gestampft. Es ist bereits der dritte Versuch der UCI, eine Rundfahrt in China zu etablieren, nachdem sich die von 2011 bis 2014 ausgetragene Tour of Beijing nicht hatte durchsetzen können und im selben Zeitraum die Tour of Hangzhou nicht einmal über die Planungsphase hinausgekommen war. Wie einst die Peking-Rundfahrt, war auch das fünftägige Rennen in dem südchinesischen Gebiet Guangxi alles andere als schlecht besetzt, aber leider doch relativ eintönig. Fünf Etappen endeten in Massensprints, von denen Fernando Gaviria vier gewann. Die Gesamtwertung war am Ende praktisch identisch mit dem Ergebnis der einzigen hügeligen Etappe, welche Tim Wellens vor Bauke Mollema und Nicolas Roche gewonnen hatte. Die zweite Austragung der Tour of Guangxi findet 2018 Mitte Oktober ebenfalls wieder als letztes WorldTour-Rennen der Saison statt. Aus diesem Anlass wird direkt im Anschluss dort auch wieder die UCI Cycling Gala abgehalten, bei der die WorldTour-Gesamtsieger geehrt werden.





Critérium International

Letzte Austragung: 26.-27.03.2016
Letzter Sieger: Thibaut Pinot

Eine Rundfahrt ungewöhnlichen Formats aber mit einer langen Geschichte voller namhafter Sieger war das Critérium International, welches erstmals im Jahre 1932 stattgefunden hatte. Bis 1980 hieß es allerdings noch „Critérium National“ und wurde erst danach auf den Rennkalender der UCI aufgenommen. Das zweitägige Event, bestehend aus je einer Flach-, Zeitfahr- und Bergetappe, wurde seit 2010 auf Korsika ausgetragen, davor viele Jahre lang im Ardennen-Ort Charleville-Mézières. Als letzter Sieger dieses Rennens durfte sich Thibaut Pinot feiern lassen, der im März vorigen Jahres sowohl den Kampf gegen die Uhr als auch die Bergankunft am Col de l’Ospedale gewonnen hatte. Nach dieser Austragung war der Vertrag des Veranstalters ASO mit Gastgeber Korsika ausgelaufen, als Hauptgrund für die Absetzung wurde aber die große Konkurrenz durch andere Rennen und die damit einhergehende qualitative Verschlechterung des Teilnehmerfeldes kommuniziert. So bleibt es bei 85 Austragungen des Critérium International, von denen Raymond Poulidor, Émile Idée und Jens Voigt jeweils fünf und damit die meisten aller Fahrer gewinnen konnten.





Pro Ötztaler 5.500

Erste Austragung: 25.08.2017
Erster Sieger: Roman Kreuziger

Die Bergetappe des Critérium International war stets ein kleines Highlight des Radsport-Frühjahres. Dafür tauchte im Sommer 2017 ein neues Bergrennen auf der Bildfläche auf, das sich schnell zu einem Klassiker mausern könnte. Die Zahl in „Pro Ötztaler 5.500“ steht für die Anzahl der Höhenmeter, die beim Ötztaler Radmarathon, der seit 35 Jahren zu den größten Radveranstaltungen Österreichs zählt, bewältigt werden müssen. Das erste Profi-Rennen im Rahmen dieses Events wurde von Roman Kreuziger gewonnen, der nach der Fahrt über Kühtai, Brenner, Jaufenpass und Timmelsjoch das Ziel in Sölden 43 Sekunden vor Simon Spilak erreichte. Der beste Österreicher Riccardo Zoidl finishte nach einer wahren Bergschlacht mit dreieinhalb Minuten Rückstand auf dem fünften Platz. Die Premiere war jedenfalls ein voller Erfolg und am 31. August 2018 wird es eine Wiederholung geben.





Tour de San Luis

Letzte Austragung: 18.-24.01.2016
Letzter Sieger: Dayer Quintana

Bei ihren ersten beiden Austragungen in den Jahren 2007 und 2008 war die Tour de San Luis noch eine nationale Angelegenheit, doch mit einer Aufwertung in die UCI-Kategorie 2.1 fanden ab 2009 immer mehr europäische Profi-Teams Gefallen an der argentinischen Rundfahrt, deren Termin in der zweiten Januar-Hälfte ihnen perfekt in die Saisonvorbereitung passte. Mit Vincenzo Nibali verewigte sich 2010 der erste große Star in der Siegerliste. 2014 wurde die einwöchige Rundfahrt, die ihren Teilnehmern mit einem Zeitfahren und zwei bis drei Bergankünften sowie oftmals großer Hitze viel abverlangte, auch von Nairo Quintana gewonnen, dessen Bruder Dayer Quintana zwei Jahre danach die letzte Austragung für sich entschied. Nach zehn Austragungen, von denen der zuvor unbekannte Argentinier Daniel Díaz trotz namhafter internationaler Konkurrenz zwei gewinnen konnte (2013 und 2015), erklärte die Provinz San Luis wegen finanzieller Schwierigkeiten die Streichung des Rennens.





Vuelta a San Juan

Erste Austragung: 23.-29.01.2017
Erster Sieger: Bauke Mollema

Trotz der kurzfristigen Absage der Tour de San Luis fand im Januar 2017 erneut eine Rundfahrt der Kategorie 2.1 in Argentinien statt – die Vuelta a San Juan nahm den vakanten Platz ein und übernahm damit quasi die direkte Nachfolge. Dabei hat die Vuelta a San Juan selbst eine viel längere Geschichte, existiert bereits seit 1982. Doch erst mit ihrer 35. Austragung rückte sie vom nationalen in den internationalen Rennkalender. Dank der jahrelagen guten Erfahrungen in der Nachbarprovinz San Luis kamen auch sofort einige Topteams nach San Juan. Nach einem Einzelzeitfahren, einer Bergankunft und fünf Massensprints feierte Bauke Mollema den Gesamtsieg vor Oscar Sevilla und Rodolfo Torres. Für die nächste Austragung, die am 21. Januar 2018 beginnt, haben sieben WorldTour-Mannschaften gemeldet: Bahrain, Quick-Step, Trek, UAE, Movistar, Bora und Lotto Soudal.





Philadelphia Cycling Classic

Letzte Austragung: 05.06.2016
Letzter Sieger: Eduard Prades

Die goldenen Jahre des Philadelphia Cycling Classic lagen schon eine Weile zurück, als das Rennen in der größten Stadt des US-Bundestaates Pennsylvania, das seinen Stammplatz im Rennkalender Anfang Juni hatte, aus finanziellen Gründen abgesagt wurde. 1985 erstmals ausgetragen, trug das Rennen bis 2005 den Namen „USPRO Championship“ – galt also als nationale Meisterschaft. Wenn, was in etwa der Hälfte der Fälle vorkam, ein Ausländer das Rennen gewann, wurde der bestplatzierte US-Amerikaner zum Landesmeister ernannt. Obwohl ab 2006 separate US-Meisterschaften ausgetragen wurden, erlebte das Philadelphia Cycling Classic in den folgenden Jahren dank einer Aufwertung in die Kategorie 1.HC die Phase seiner größten internationalen Bedeutung. Bis 2011 gewannen zweimal Fahrer des Teams CSC und dreimal Fahrer von Columbia/HTC, darunter auch André Greipel. 2013 wurde das Rennen dann bereits einmal abgesagt, bevor doch noch ein neuer Organisator einsprang. Durch eine Abwertung in die Kategorie 1.2 blieben internationale Topstars der Veranstaltung jedoch fortan fern. Dafür wurde die seit 1994 ausgetragene Rennversion für Frauen 2015 in den Weltcup aufgenommen und war 2016 auch Teil der neu gegründeten Women’s WorldTour.





Colorado Classic

Erste Austragung: 10.-13.08.2017
Erster Sieger: Manuel Senni

Dem Verlust des wichtigsten Eintagesrennens stand in den USA 2017 der Gewinn einer dritten hochklassigen Rundfahrt neben der in die WorldTour aufgestiegenen Tour of California und der Tour of Utah gegenüber. Eine solche hatte es schon bis einschließlich 2015 mit der insgesamt nur fünfmal ausgetragenen USA Pro Cycling Challenge gegeben. Obwohl diese Rundfahrt ebenfalls im Bundesstaat Colorado stattgefunden hatte, besteht keine direkte Verbindung zu der neuen Colorado Classic, für deren Entstehung ein ganz anderer Veranstalter verantwortlich zeichnet. Das viertägige Rennen fand erstmals im August statt, nur wenige Tage nach dem Ende der Tour of Utah. Die Rundfahrt bestand aus einer Bergetappe mit Start und Ziel in Colorados Hauptstadt Denver und drei zumindest auf dem Papier einfacheren Teilstücken, von denen eines aber ebenfalls für große Zeitabstände sorgte. Manuel Senni war an jenem Tag und auch auf der Denver-Etappe weit vorne dabei, so dass er am Ende dem BMC Racing Team den Gesamtsieg sichern konnte. Vom 16 bis 19. August findet 2018 die zweite Auflage dieser Rundfahrt statt.





Weitere Rennen in Frankreich

Das Critérium International war nicht das einzige Traditions-Rennen in Frankreich, das im Jahr 2017 nicht mehr ausgetragen wurde. So wurde auch die Tour de Picardie abgesagt, deren 70. und letzte Austragung im Mai 2016 von Nacer Bouhanni gewonnen worden war. Bei der dreitägigen Rundfahrt konnten dank flacher Strecken in der nordfranzösischen Region oftmals Sprinter den Gesamtsieg erringen, so wie John Degenkolb und Marcel Kittel 2012 und 2013. Für den Grand Prix Cholet-Pays de la Loire kam das Aus nach 39 Austragungen, weil es Streitigkeiten zwischen dem Veranstalter und der Stadt Cholet gab. Somit ist der im März 2016 erfolgreiche Rudy Barbier der letzte Gewinner dieses Eintagesrennens, das von 1992 bis 2005 der Coupe de France angehört hatte. Überdies verlor Frankreich zum zweiten Mal innerhalb weniger Jahre eine „Mittelmeer-Rundfahrt“. Die 2014 letztmals ausgetragene Tour Méditerranéen hatte mit La Méditerranéenne eine Nachfolgerin gefunden, die aber nur zwei ihrer vier Etappen in Frankreich austrug und auch in Spanien und Italien zu Gast war. Die im Februar 2016 von Andriy Grivko gewonnen erste Auflage bleibt allerdings zugleich die letzte dieses Rennens. Grund für die Absage war der Mangel an verfügbarem Sicherheitspersonal. Zu erwähnen ist außerdem die mit Terminüberschneidungen begründete Absage der Route de France – wobei die Frankreich-Rundfahrt der Frauen im Juli 2018 eine Neuauflage erleben soll!





Eintagesrennen in Belgien

Etwas besser als in Frankreich fällt die belgische Bilanz des Jahres 2017 aus. Zwar wurden die Driedaagse van West-Vlaanderen von einer dreitägigen Rundfahrt zu einem Eintagesrennen komprimiert, dafür wurden aber auch gleich drei weitere Rennen der Kategorie 1.1 ins Leben gerufen bzw. wieder zum Leben erweckt. Am 18. Juni gewann Cross-Weltmeister Wout Van Aert die Neuauflage der Elfstedenronde, eines Rennens rund um Brüssel, das bereits von 1943 bis 1989 existiert hatte. Laurens Sweeck, ein weiterer Cross-Spezialist, gewann am 8. Juli die erste Austragung des Grote prijs Jean-Pierre Monseré, der von Ieper nach Roeselare führte. Am 11. Oktober folgte dann noch die Premiere der Famenne Ardenne Classic, die in Marche-en-Famenne von Moreno Hofland gewonnen wurde.





Hammer Series

Erste Austragung: 02.-04.06.2017
Erster Sieger: Team Sky

In einem Artikel über neue Rennen im Jahr 2017 darf natürlich auch die als große Revolution promotete Hammer Series nicht fehlen, die realistisch betrachtet aber wohl kaum die Zukunft des Radsports und damit das Ende „traditioneller“ Rennen bedeuten dürfte. Von anfangs drei geplanten Events – es waren bei der UCI auch Termine für Rennen in der Schweiz (August) und in Südafrika (Oktober) registriert – fand letztlich nur ein einziges statt: Anfang Juni in der niederländische Provinz Limburg. Das ungewohnte und nicht ganz leicht verständliche Konzept übertrug zahlreiche Elemente aus dem Bahnradsport auf die Straße. So gab es an den ersten beiden Tagen Rennen auf einem hügeligen und einem flachen Rundkurs, wobei die Fahrer bei den Zielpassagen Punkte für ihre Mannschaften sammeln konnten. Diese Punkte wurden anschließend in Zeitabstände konvertiert, mit denen die Teams am dritten und letzten Tag in einem Verfolgungsrennen gegeneinander antraten. In einem wahren Herzschlagfinale holte sich das Team Sky vor Sunweb den Gesamtsieg. 2018 expandiert die Hammer Series dann doch: neben Limburg (1.-3. Juni) wird es auch ein Event im norwegischen Stavanger (25.-27. Mai) geben, das direkt im Anschluss an die Tour des Fjords stattfindet. Zudem ist eine Hammer-Series-Station in der kroatischen Hauptstadt Zagreb (20.-22. September) geplant.







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Tour of Qatar
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Tour of Guangxi
Tour of Guangxi

Critérium International
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