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Der beste Wout van Aert seit Langem – Weltmeister feiert triumphalen Weltcup-Sieg in Namur
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17.12.2017

Der beste Wout van Aert seit Langem – Weltmeister feiert triumphalen Weltcup-Sieg in Namur

Info: Ranglisten Radcross-Weltcup 2017/18
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Namur, 17.12.2017 – Das vorweihnachtliche Trainingslager hat Wout van Aert (Crelan-Charles) offenbar gut getan. Hatte er sich gestern beim Scheldecross nur ganz knapp geschlagen geben müssen, so feierte er heute in Namur einen triumphalen Weltcupsieg. Er nutzte die Startschwierigkeiten seines Dauerrivalen Mathieu van der Poel (Beobank-Corendon), um sich früh als Solist abzusetzen. Der Weltcup-Führende sollte es am Ende mit Müh und Not auf Platz drei schaffen, Zweiter wurde Toon Aerts (Telenet Fidea Lions, +1:04).


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Spektakel an der Zitadelle
Neben Koksijde ist Namur vielleicht das spektakulärste Rennen, das der UCI Radcross-Weltcup jedes Jahr zu bieten hat. Es findet bei garantiert unwirtlichen Bedingungen statt und der bewaldete, von verrottetem Herbstlaub gezeichnete Parcours an der berühmten Zitadelle ist für so manche Schlammpackung gut, ganz abgesehen von den knackigen Anstiegen und rasanten Abfahrten. Auf der kopfsteingepflasterten Startgeraden, die ungewöhnlicherweise nicht identisch war mit dem umgestalteten Zieleinlauf, schmiss es gleich leider die Hälfte des Felds. Hauptleidtragender war Klaas Vantournout (Marlux-Napoleon Games), der, kurz vor seinem Karriereende stehend, dieses Rennen eigentlich ein letztes Mal bestreiten wollte, nun aber mit Verdacht Handgelenksbruch von dannen zog.

Van Aert fliegt davon
Vantornouts junger Teamkollege Michael Vanthourenhout ging erst einmal in Führung, aber schon bald holte Weltmeister Wout van Aert ihn ein und setzte sich selbst alleine an die Spitze. Mathieu van der Poel beobachtete das und wollte auch einen Gang hochschalten, kam aber (nicht zum letzten Mal an diesem Tag) ins Straucheln. Während Van Aert, man kann es nicht anders sagen, davonflog, sah der Europameister und Weltcup-Führende sich somit in die Verfolgerrolle gedrängt. Er spannte zusammen mit Toon Aerts, fuhr mal vor und mal hinter diesem. Weiterhin offenbarte er ungewohnte Zeichen von Schwäche, kam an der gefürchteten "schuine kant" (etwa "schiefer Hang") sogar zu Fall. Derweil baute der Mann im Regenbogentrikot, der sich Van der Poel sowohl 2015 wie 2016 in Namur hatte geschlagen geben müssen, seinen Vorsprung immer mehr aus. Nach zwei von neun Runden waren es 30 Sekunden, nach drei Runden 40 und nach vier Runden schon gut eine Minute.

Schwarzer Tag für Van der Poel
Im Prinzip ereignete sich auf den letzten fünf Runden nichts Rennentscheidendes mehr – mal davon abgesehen, dass Mathieu van der Poel kurz vor Schluss in einer besonders tückischen Abfahrt hinter die Absperrung kippte. Er musste Toon Aerts somit ziehen lassen, bäumte sich aber noch einmal auf und jagte dem Belgier auf die Zielgerade hinterher, nur um dann doch mit Platz drei vorliebnehmen zu müssen. Für Aerts war es das bislang beste Weltcup-Resultat und für Wout van Aert der zweite Weltcup-Sieg in Folge, aber ein unvergleichlich viel strahlenderer als in Zeven. Er war eindeutig der stärkste Fahrer des Tages gewesen und feierte sich praktisch selbst mit Standing Ovations, als freihändig er im Stehen, den Sattel zwischen den Oberschenkeln eingeklemmt, über die Ziellinie fuhr. Kevin Pauwels, der Sieger von 2014, wurde Vierter vor Teamkollege Vanthourenhout, Corné van Kessel (Telenet) und dem deutschen Meister Marcel Meisen (Steylaerts), dem ein hervorragender siebter Platz gelang. In der Weltcup-Gesamtwertung hat Mathieu van der Poel jetzt noch beruhigende 75 Punkte Vorsprung auf Van Aert.

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Frauen: Richards stiehlt den Arrivierten die Schau
Bei den Frauen setzte sich zunächst Eva Lechner an die Spitze, die in Namur 2016 Zweite, 2015 Dritte und 2013 schon einmal Vierte gewesen war. Später erhielt die italienische Meisterin Gesellschaft von US-Meisterin Katie Compton und von der britischen Meisterin Nikki Brammeier. Doch es war eine andere Britin, die allen arrivierten Fahrerinnen die Schau stahl: Auf der vorletzten von nur vier Runden setzte sich Evie Richards, U23-Weltmeisterin von 2016 und sonst vor allem mit dem Mountainbike unterwegs, mit einem kraftvollen Antritt alleine ab.
Die 20-Jährige finishte 15 Sekunden vor Brammeier und feierte einen Sieg, mit dem sicherlich keiner, sie selbst am wenigsten, gerechnet hatte. Lechner komplettierte das Podium, Compton wurde Vierte. Weltmeisterin Sanne Cant (Beobank-Corendon) kann den Weltcup in Namur bekanntlich überhaupt nicht leiden und erzielte einen ziemlich schlechten 12. Platz; dennoch bleibt sie in der Gesamtwertung klar vorne.

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U23: Pidcock meldet sich mit Sieg zurück
Bei den Männern U23 meldete Tom Pidcock (Telenet Fidea Lions) sich nach mehrwöchigem Trainingslager mit einem Sieg zurück und sorgte so für den ersten britischen Erfolg an diesem Tag. Zunächst setzte sich der Franzose Lucas Dubau ab, dann fuhren Pidcock, Eli Iserbyt (Marlux-Napoleon Games) und Sieben Wouters (Pauwels Sauzen-Vastgoedservice) zu ihm hin. Iserbyt versuchte das Kommando an sich zu reißen, doch Pidcock blieb dran am Europameister und ging seinerseits in Führung, als der das Rad wechseln musste. Der Sieger von Koksijde und Bogense ließ sich nicht mehr einholen und verwies Iserbyt mit 16 Sekunden Vorsprung auf den zweiten Platz. Dennoch verteidigte der Belgier die Weltcup-Führung um 25 Punkte. Tagesdritter wurde Dubau vor Wouters. Timon Rüegg aus der Schweiz durfte sich zu Platz sieben beglückwünschen.

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Junioren: Rouiller gewinnt "schönstes Rennen des Jahres"
Und noch einem Schweizer gelang heute eine klasse Leistung: Europameister Loris Rouiller gewann das Juniorenrennen nach einer langen Solo-Fahrt und sicherte sich seinen ersten Weltcup-Sieg überhaupt. "Das ist ein Parcours, der mir liegt. Mehr noch: das ist der schönste und schwerste Parcours des ganzen Jahres", gab der 17-Jährige hinterher zu Protokoll. Der Niederländer Ryan Kamp wurde 21 Sekunden zurück Zweiter, der Brite Ben Tulett stach den Belgier Ryan Cortjens im Kampf um Platz drei aus. Die Weltcup-Gesamtführung bleibt beim Niederländer Pim Ronhaar, obwohl der heute nur Achter wurde. Er hat auch nur noch 8 Punkte Vorsprung auf Tomas Kopecky, heute Siebter. Rouiller liegt an Rang drei, 33 Punkte zurück.

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