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Tim Wellens feiert auf Sizilien in einem Bergsprint den zweiten Giro-Etappensieg seiner Karriere
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08.05.2018

Tim Wellens feiert auf Sizilien in einem Bergsprint den zweiten Giro-Etappensieg seiner Karriere

Info: GIRO D’ITALIA 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Caltagirone, 08.05.2018 – Vor zwei Jahren bei der Bergankunft in Roccarasco hatte Tim Wellens als Ausreißer reüssiert, nun feierte der 26-jährige Belgier in einem Bergsprint auf Sizilien seinen zweiten Etappenerfolg bei der Italien-Rundfahrt. Der ansteigende letzte Kilometer ließ das kleine Hauptfeld in viele noch kleinere Grüppchen zerfallen und versetzte vor allem Chris Froome und Miguel Angel Lopez einen weiteren Rückschlag, während sich Giro-Leader Rohan Dennis und Titelverteidiger Tom Dumoulin keine Blöße gaben und Seite an Seite nur wenige Plätze hinter den endschnellsten Kletterern finishten.


Das Profil der 4. Etappe des Giro d‘Italia

Barbin, Frapporti und das Bergtrikot
Nach dem Auftaktzeitfahren und den beiden Massensprints in Israel und einem Ruhe- bzw. Reisetag hat der 101. Giro d’Italia seine Heimat erreicht. Doch ging es mit der 4. Etappe noch nicht auf dem italienischen Festland, sondern auf der Insel Sizilien weiter, wo beim ersten von drei sehr diffizilen Teilstücken zwischen Catania und Caltagirone 198 Kilometer und fast 2000 Höhenmeter auf dem Programm standen. Etwas mehr als 20 Kilometer und ein paar gescheiterte Fluchtversuche dauerte es, bis sich fünf Fahrer vom Feld absetzen konnten, deren Vorsprung die Marke von knapp vier Minuten aber nie überschritt. Zur Spitzengruppe gehörten unter anderem Enrico Barbin (Bardiani CSF) und Marco Frapporti (Androni Giocattoli Sidermec), die ihren Kampf um das Bergtrikot fortsetzen. Zur Erinnerung: Barbin hatte es sich durch den Gewinn der einzigen Bergwertung auf Etappe 2 geholt und tags darauf an der erneut einzigen Bergwertung mit einem zweiten Platz hinter Frapporti verteidigt. Diesmal gab es nach 82,4 und 150,5 Kilometern gleich zwei Bergpreise der 4. Kategorie – und an beiden konnte Barbin das Duell mit Frapporti für sich entscheiden, seine Führung damit auf 11 zu 7 Punkte ausbauen.

UAE Team Emirates sorgt für Trubel
Frapporti war nicht nur an den Bergwertungen, sondern auch bei den Zwischensprints bei Kilometer 112,3 und 133,7 aktiv, wo im Zweikampf mit Jacopo Mosca (Wilier Triestina-Selle Italia) jeder der beiden einmal die Nase vorne hatte. Frapporti eroberte damit die zwar nicht mit einem Sondertrikot bedachte, aber trotzdem heiß begehrte Führung in der Sprintwertung von Guillaume Boivin (Israel Cycling Academy), der nach seinen beiden Fluchten in Israel heute, wie alle seine Teamkollegen, vollkommen unauffällig blieb. Stattdessen befanden sich neben Barbin, Frapporti und Mosca noch Quentin Jauregui (AG2R La Mondiale) und Maxim Belkov (Katusha Alpecin) in der Spitzengruppe, deren Zeit gut einhundert Kilometer vor dem Ende schon einmal abgelaufen schien. Innerhalb kürzester Zeit stürzte ihr Vorsprung auf 20 Sekunden ab – Schuld war eine massive Tempoverschärfung der Mannschaft UAE Emirates um den zweimaligen Giro-Podiumsfinisher Fabio Aru und den sechsmaligen Etappensieger Diego Ulissi. Die Verpflegungszone wirkte jedoch beruhigend auf das Renngeschehen ein, so dass das geteilte Feld sich wieder zusammenfügte und der Abstand zu den Ausreißer erneut deutlich anwuchs.

Conti virtuell in Weiß und fast in Rosa
Bis auf fast drei Minuten an der zweiten Bergwertung 47,5 Kilometer vor dem Ziel stieg der Vorsprung der Ausreißer an, bevor das Einsteigen von Mitchelton-Scott an der Spitze des Feldes den Beginn einer Aufholjagd markierte, die geordneter und kontinuierlicher vonstattenging, bis schließlich 13,5 Kilometer vor dem Ziel die letzten Ausreißer – Frapporti, Belkov und Mosca – eingeholt wurden. Jauregui und Barbin waren schon zwanzig Kilometer eher zurückgefallen. Der Zusammenschluss ereignete sich in einer insgesamt 8,9 Kilometer langen Steigung (3,4% im Schnitt), die wenig später Schauplatz eines Angriffs von Edoardo Zardini (Wilier Triestina-Selle Italia) und Valerio Conti (UAE Emirates) wurde. Conti löste sich daraufhin schnell von Zardini und fuhr bis zu 25 Sekunden Vorsprung auf das Feld heraus – als Elfter der Gesamtwertung (+0:30) und Zweiter der Nachwuchswertung (+0:08) stellte der Vuelta-Etappensieger von 2016 eine große Gefahr dar, welcher sich mehrere Teams, u.a. Lotto-Fix All, Bora-Hansgrohe und Bahran Merida, gemeinsam annahmen. So wurde Conti vier Kilometer nach dem Ende der Steigung und 3300 Meter vor dem Ziel gestellt.


Nie-Verschlechterer: Aus für Sunweb, Wilier Triestina und Froome

Wellens im Finale stets Herr der Lage
Die von Beginn bis Ende hügelige Strecke hatte das Hauptfeld bereits stark ausgedünnt, vor allem die reinen Sprinter waren längst nicht mehr dabei. Der in Israel zweimal siegreiche Elia Viviani (Quick-Step Floors) hatte just im Moment des Angriffs von Zardini und Conti den Kontakt verloren, bleibt dessen ungeachtet aber weiterhin unangefochtener Erster in der Punktewertung. Kurz vor Beginn des tausend Meter langen und im Schnitt 8,5% steilen Schlussanstiegs lancierte Jack Haig (Mitchelton-Scott) einen Angriff, der eine kleine Gruppe vom restlichen Feld abspaltete: zu dieser gehörte neben Tim Wellens (Lotto Soudal) und Patrick Konrad (Bora-Hansgrohe) auch Haigs Teamkollege Simon Yates. Unter Führung von Enrico Battaglin (LottoNL-Jumbo) kam etwa 300 Meter vor dem Ziel eine Gruppe von circa 20 Fahrern aber wieder an sie heran. Battaglin trat auf der Zielgeraden noch einmal an, blieb aber nicht lange in der ersten Position und wurde letztlich Dritter. Der Belgier Wellens hatte sich sofort ans Hinterrad des Italieners gesetzt, zog vorbei und holte sich vor dem Kanadier Michael Woods (Education First-Drapac) einen beeindruckend ungefährdeten Sieg.

Weiterer Zeitverlust für Lopez und Froome
Es war nicht nur Wellens‘ zweiter Sieg beim Giro d’Italia, sondern bereits sein fünfter in dieser Saison, das Bergtrikot von Paris-Nizza nicht mitgezählt. Neben Woods und Battaglin waren am Ende nur Yates und Davide Formolo (Mitchelton-Scott) zeitgleich mit ihm. Acht weitere Fahrer folgten mit vier Sekunden Rückstand, darunter Tom Dumoulin (Sunweb) und Rohan Dennis (BMC Racing), die als Etappenelfter und -zwölfter die Plätze eins und zwei der Gesamtwertung verteidigten, unverändert getrennt durch nur eine Sekunde. Yates und Wellens machten derweil Sprünge von Rang sechs auf drei respektive von vierzehn auf vier und liegen noch 17 bzw. 19 Sekunden zurück. Eine dritte Gruppe um Fabio Aru und Diego Ulissi als beste Fahrer von UAE Emirates sowie Maximilian Schachmann (Quick-Step Floors), der bester Nachwuchsfahrer bleibt, finishte mit zehn Sekunden Rückstand auf den Sieger. In der nächsten, die 21 Sekunden Rückstand aufwies, also 17 gegenüber Dennis und Dumoulin verlor, befanden sich mit Miguel Angel Lopez (Astana) und Chris Froome (Sky) zwei Mitfavoriten auf den Gesamtsieg, die schon im Zeitfahren nicht gut abgeschnitten hatten.

-> Zum Resultat

Die 5. Etappe ist deutlich kürzer, aber ebenfalls wieder sehr hügelig mit sogar drei Bergwertungen auf den letzten gut 60 Kilometern. Im Finale gibt es dann eine steile Steigung auf dem vorletzten Kilometer.

Video der Zielankunft






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