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Nino Schurter triumphiert erneut in Albstadt – Jolanda Neff eine Klasse für sich
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20.05.2018

Nino Schurter triumphiert erneut in Albstadt – Jolanda Neff eine Klasse für sich

Info: MTB: WELTCUP ALBSTADT 2018
Autor: Heike Oberfeuchtner (H.O.)



Albstadt, 20.05.2018 – Nino Schurter (Scott-SRAM) hat zum dritten Mal in Folge den Cross-Country-Weltcup im schwäbischen Albstadt gewonnen. Der amtierende Weltmeister aus der Schweiz verwies den Franzosen Stéphane Tempier (Bianchi Countervail) um 16 Sekunden auf Platz zwei. Bei den Frauen siegte Schurters Landsfrau Jolanda Neff (Kross Racing), auch sie im Regenbogentrikot unterwegs. Es war ihr 10. Spitzenresultat im Weltcup.

Schwierige Bedingungen für Fahrerinnen und Material
Anders als während des U23-Rennens am Samstag regnete es heute zwar nicht mehr, aber vor allem die Frauen hatten es mit einem stellenweise sehr rutschigen und in den Abfahrten und Wurzelpassagen gefährlichen Parcours zu tun. Zäher brauner Schlamm legte sich bleischwer auf die Bikes und zwang so manche Schaltung in die Knie. Außerdem war die Reifenwahl entscheidend. Das bekam auch Sabine Spitz (Wiawis Bikes) zu spüren, die schon kurz nach dem Start die Reifen wechseln musste und später, da dies viel zu lange gedauert hatte, ohne Aussicht auf eine vordere Platzierung aufgab. Jolanda Neff hingegen hatte von Anfang an auf Schlammreifen gesetzt. Diese waren aber sicher nicht der einzige Grund, warum es für die 25-Jährige so gut lief. Sie war anscheinend in ihrem Element, was nicht heißen soll, dass sie nicht auch an ihre Grenzen gehen musste. Aber auf dem anspruchsvollen Untergrund kamen ihre herausragenden technischen Fähigkeiten sehr gut zum Ausdruck. Und Neff kämpfte sich so ziemlich als Einzige sturzfrei durchs Rennen.

Keller stürzt zweimal an derselben Stelle
Neff konnte sich bereits in der Start Loop, der fünf vollwertige Runden folgten, absetzen. Ihren Vorsprung baute sie stetig aus, 1:20 Minuten waren es bei der dritten Zielpassage und 2:16 Minuten am Ende des Wettkampfs. Auf der zweiten Position lag längere Zeit ihre Landsfrau Alessandra Keller (Thömus-RN), und das obwohl die frühere U19-Weltmeisterin an einem fast vertikalen Drop zweimal spektakulär stürzte. In der letzten Runde wurde sie dann in einen Dreikampf mit Anne Tauber (CST Sandd American Eagle) und deren Teamkollegin Yana Belomoina verwickelt. Für die Europameisterin, letztjährige Albstadt-Gewinnerin und Weltcup-Gesamtsiegerin war es der erste Weltcup der Saison, da sie Stellenbosch nach einer Verletzung noch hatte auslassen müssen. Dennoch erwies sie sich gegenüber Keller und der niederländischen Meisterin als die Stärkere und sicherte sich den zweiten Platz. Tauber wurde Dritte (+2:25) und die Schweizerin Vierte (+2:32).

Brandau erstmals auf dem Podium
Die Ehre der Deutschen rettete Elisabeth Brandau, welche mit Platz fünf ihr erstes Weltcup-Podium einfuhr. Mit Linda Indergand (Focus XC) kam zudem eine weitere Schweizerin unter die Top6. Nur am Anfang des Rennens auf einem Top3-Platz gelegen war US-Meisterin Kate Courtney (Specialized), die schlussendlich auf den zehnten Rang zurückfiel. Teamkollegin Annika Langvad, die in Stellenbosch unter freilich vollkommen anderen Bedingungen triumphiert hatte, kam mit dem Parcours in Albstadt überhaupt nicht zurecht. Die Gewinnerin des Short Track Race vom Freitag wurde 29te und musste die Weltcup-Gesamtführung an Jolanda Neff abgeben. Die Schweizerin liegt jetzt mit 57 Punkten vorn.

-> Zum Resultat Frauen Elite

O-Töne der Fahrerinnen (Quelle: Pressedienst Skyder Sportpromotion)
Jolanda Neff: Ich freue mich riesig über diesen Sieg. Das sind meine Lieblingsbedingungen. Ich war immer informiert über meinen Vorsprung und so konnte ich ohne Stress vorne fahren. Die Stimmung an der Strecke war gewaltig, die Leute waren voll dabei.
Elisabeth Brandau: Ich habe versucht, meine Krämpfe wegzuatmen, die vielen Zuschauer waren da eine gute Unterstützung. Es macht schon Spaß hier vorne mitzufahren.
Sabine Spitz: Ich bin einfach nicht gut ins Rennen und mit den rutschigen Bedingungen nicht zurechtgekommen. Es war einfach nicht mein Tag.

Stellenbosch-Sieger Gaze raus
Als die Elite-Männer an den Start gingen, war der Parcours etwas abgetrocknet und auch neuer Regen sowie das befürchtete Gewitter blieben aus. Aufgrund seiner Nullnummer im Short Track musste Nino Schurter aus der dritten Reihe heraus starten – völlig ungewohnt für den Weltmeister. Dennoch fand der Schweizer, der vor einer Woche 32 wurde, schnell ins Rennen. Auf der Start Loop fuhr er erst einmal allen davon, aber Sam Gaze, der Gewinner von Stellenbosch, führte sich selbst und ein paar andere Fahrer wieder heran. Nach einer von 6 Runden lagen vier Mann vorne: Schurter, Maxime Marotte (Cannondale Factory), Mathias Flückiger (Thömus-RN) und der letztjährige Zweitplatzierte Mathieu van der Poel (Corendon-Circus). Gaze hingegen hatte abreißen lassen müssen. Tatsächlich sollte er das Rennen nicht zu Ende fahren und damit den Katastrophen-Tag für Specialized perfekt machen. Auch Olympiasieger Jaroslav Kulhavy stieg nämlich vorzeitig vom Rad.

Tempier heftet sich an Schurters Fersen
In der zweiten Runde ereilte Mathias Flückiger ein Defekt, sodass er seine gute Ausgangsposition einbüßte. Stattdessen schoben sich der Franzose Jordan Sarrou (KMC-Ekoi-SR Suntour) und sein Landsmann Stéphane Tempier auf die Plätze vier und fünf vor. In der vierten Runde drehte Mathieu van der Poel auf und stürmte davon. Die anderen jagten ihn, Schurter holte ihn ein und setzte sich nun seinerseits ab. Tempier, 2017 Weltcup-Gesamtzweiter, überraschte in diesen Momenten mit der besten Rundenzeit und heftete sich bald an die Fersen des Schweizers. Van der Poel bildete zusammen mit Marotte das Verfolgerduo dahinter. Schurter versuchte alles, um Tempier zurückzulassen, denn dass ein Zielsprint für ihn ins Auge gehen kann, hatte er in Stellenbosch gesehen. Tatsächlich kam er mit 4 Sekunden Vorsprung in die Schlussrunde und konnte diesen leichten Vorteil noch ausbauen. Am Ende quittierte er seinen 27. Weltcupsieg mit unbändiger Freude.

Albstadt ohne Absalon? Nicht ganz
Mathieu van der Poel schüttelte Maxime Marotte in der letzten Runde ab und sicherte sich so den dritten Platz. Mit "Daumen hoch" zeigte der Niederländer seine Zufriedenheit an. Hinter dem Landesmeister wurde Jordan Sarrou Fünfter, sodass die Franzosen tatsächlich 3 Fahrer auf dem Podium hatten. Und das obwohl Julien Absalon, Albstadt-Sieger von 2015, gar nicht am Start war. Der 33-fache Weltcupgewinner hat letzte Woche seine lange Karriere überraschend beendet. Auf die Schwäbische Alb kam er heute trotzdem, als Teamleiter und als Begleiterin seiner Lebensgefährtin Pauline Ferrand-Prévot (Neunte bei den Frauen). Schurter übernahm von Gaze die Weltcup-Führung und liegt nun 15 Punkten vor Van der Poel, der am Freitag das Short Track gewonnen hatte. Bester Deutscher in Albstadt war wie erwartet Manuel Fumic (Cannondale), welcher Platz neun belegte und sich beim Zieleinlauf vom Heimpublikum kräftig feiern ließ.

-> Zum Resultat Männer Elite

O-Töne der Fahrer (Quelle: Pressedienst Skyder Sportpromotion)
Nino Schurter: Ich wollte nicht zu früh die Karten auf den Tisch legen, aber ich habe dann gemerkt, dass Mathieu nicht mehr folgen konnte und auch Maxime Mühe hatte. Deshalb habe ich attackiert. Allerdings war ich überrascht, dass dann Tempier zurückkam. Ich denke, heute hat die Wahl des Materials eine wichtige Rolle gespielt. Und vermutlich habe ich durch meine Aufgabe am Freitag auch ein wenig Körner gespart. Es ist schön hier zum dritten Mal zu gewinnen. 2020 ist hier die WM, das gibt mir ein gutes Gefühl. Die Kulisse hier war wie immer toll.
Stéphane Tempier: Nach dem Short Track war ich schon ein bisschen müde, aber ich bin mit dem zweiten Platz heute zufrieden. Zum Sieg hat etwas gefehlt, aber ich bin zuversichtlich für Nove Mesto.
Mathieu van der Poel: Ich bin ein bisschen enttäuscht, dass ich das Leaderjersey um ein paar Punkte verpasst habe, aber ich war heute sicher nicht der Stärkste im Rennen. Ich konnte nur ein Tempo gehen und nicht reagieren, als Nino angegriffen hat. Ich hoffe, dass es nächste Woche [Nove Mesto] schon etwas besser geht.
Maxime Marotte: Am Ende haben ein paar Sekunden gefehlt, um am Hinterrad bleiben zu können. Bei der Attacke hatte ich nicht genug Körner, um folgen zu können. Ich mag die Strecke und auch das nasse Wetter. Die Atmosphäre war heute wirklich toll. Wie im Stadion, sehr laut. Die WM 2020 wird bestimmt cool.
Manuel Fumic: Wir haben uns das Damen-Rennen angeschaut und wussten, dass man gleich vorne dabei sein muss. Als dann vorne attackiert wurde, hatte ich gleich 30 Sekunden Rückstand, aber das war okay. Als David Valero attackierte, konnte ich nicht mehr mitgehen und habe versucht meinen neunten Platz abzusichern. Das ist mir gelungen. Ich habe mein Ziel erreicht, eine gute Leistung abgeliefert und wir haben mit Cannondale die Team-Wertung gewonnen. Vielleicht wird es nächste Woche noch besser. Trotz der kühlen Temperaturen war es im Bullentäle richtig heiß. Das wird sich bei der WM 2020 sicher noch steigern.





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