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Vorschau Tour de France 2018, Etappen 1-9: Viele Massensprints, aber auch MZF und Kopfsteinpflaster
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04.07.2018

Vorschau Tour de France 2018, Etappen 1-9: Viele Massensprints, aber auch MZF und Kopfsteinpflaster

Info: TOUR DE FRANCE 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



04.07.2017 – Die höchste Erhebung auf den ersten neun Etappen der 105. Tour de France beträgt gerade einmal 340 Meter, doch ist die Zeit bis zum ersten Ruhetag keineswegs ausschließlich den Sprintern vorbehalten, die dennoch immerhin auf fünf Etappen zum Zug kommen dürften. Für Abwechslung sorgen das wieder ins Programm aufgenommenen Mannschaftszeitfahren, zwei hügelige Teilstücke mit Chancen für Fahrer aus der Kategorie Klassikertyp und natürlich die von manchen Spezialisten herbeigesehnte, aber wohl von noch viel mehr Fahrern gefürchtete Pavé-Etappe.


Vorschau auf die Tour de France 2018:
Strecke: Übersicht | Etappen 1-9 | Etappen 10-15 | Etappen 16-21
Favoriten: Sonderwertungen | Gesamtwertung
Weitere Infos und Übersichten:
Startliste | Reglement | Profile | Karten | Berge | Marschtabellen


Etappenübersicht Etappen 1-9

07.07. Etappe 1: Noirmoutier-en-l'Île - Fontenay-le-Comte (201,0 km)
08.07. Etappe 2: Mouilleron-Saint-Germain - La Roche-sur-Yon (182,5 km)
09.07. Etappe 3 (MZF): Cholet - Cholet (35,5 km)
10.07. Etappe 4: La Baule - Sarzeau (195,0 km)
11.07. Etappe 5: Lorient - Quimper (204,5 km)
12.07. Etappe 6: Brest - Mûr-de-Bretagne (181,0 km / 165,0 km + 16,0 km)
13.07. Etappe 7: Fougères - Chartres (231,0 km)
14.07. Etappe 8: Dreux - Amiens (181,0 km)
15.07. Etappe 9: Arras - Roubaix (156,5 km)
16.07. Ruhetag

Flach | Mittelgebirge | Hochgebirge | EZF | MZF | ! Bergankunft


Farbcodes für die Etappen-Vorschau:
leichtmittelschwerZeitfahrenRuhetag



Etappe 1: Noirmoutier-en-l'Île - Fontenay-le-Comte (201,0 km)

Während es im letzten Jahr zum Auftakt ein Zeitfahren gegeben hatte, bildet im Rahmen des Grand Départ im Département Vendée eine Etappe „en ligne“ den Auftakt zur Frankreich-Rundfahrt 2018. Der Kurs ist praktisch topfeben und lässt die Herzen der Sprinter höher schlagen, da sie mit einem Sieg auch gleich das Leadertrikot bekommen würden. Die Zielgerade ist offiziell 750 Meter lang, die letzte richtige Kurve befindet sich allerdings sogar vor der Flamme Rouge. 13,5 km vor dem Ziel wird am neu eingeführten Bonussprint um Zeitgutschriften gekämpft und 28 km vor dem Ende sogar das Bergtrikot vergeben. Die 700 Meter lange, im Schnitt 4,2% steile Côte de Vix wurde zu einer Bergwertung der 4. Kategorie erhoben.

Besonderheiten: Die Etappe wird auf der Île de Noirmoutier gestartet, einer Insel im Atlantik, die über zwei Wege mit dem Festland verbunden ist. Eigentlich hätten die Fahrer die Route über die Passage du Gois nehmen sollen, eine Straße, die nur bei Ebbe befahrbar ist und bei Flut im Meer versinkt. Im Jahr 1999 hatte sie traurige Berühmtheit erlangt, als sich auf dem nassen, rutschigen Untergrund ein folgenschwerer Massensturz ereignete; 2011 wurde sie neutralisiert befahren. Doch weil der Austragungszeitraum der Tour de France wegen der Fußball-Weltmeisterschaft um eine Woche nach hinten verschoben wurde, ist die Passage du Gois auf Grund der sich von Tag zu Tag verschiebenden Gezeiten während der 1. Etappe nur in den Morgen- und Abendstunden frei, so dass das Rennen auf die Brücke Pont de Normandie ausweichen muss.


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Etappe 2: Mouilleron-Saint-Germain - La Roche-sur-Yon (182,5 km)

Die zweite Etappe ist wie die erste so flach, dass sich kaum ein Anstieg schwer genug für eine Bergwertung finden ließ. Doch mit der Côte de Pouzauges (1,0 km à 3,9%) bei km 28 hat Der Veranstalter auch hier einen Hügel zum Punktlieferanten auserkoren. Auf die Sprinter wartet im Zielort La Roche-sur-Yon eine 900 Meter lange Zielgerade, davor aber auch eine sehr komplizierte Anfahrt mit mehr als einer Handvoll Kurven und Wegbiegungen auf den letzten fünf Kilometern.

Besonderheiten: Da am nächsten Tag das Mannschaftszeitfahren folgt, ist dies die letzte Möglichkeit für wohl so gut wie alle Sprinter, sich durch Zeitgutschriften im Ziel und/oder am Bonussprint 14 km vor dem Ende, das Gelbe Trikot zu holen. Von den Sprintern, die diesmal am Start stehen, haben drei das Maillot Jaune schon tragen dürfen: Marcel Kittel, der 2013 und 2014 jeweils die 1. Etappe gewonnen hatte, Mark Cavendish, dem dies 2016 gelang, und Peter Sagan, der einen Tag später mit dem Sieg auf der 2. Etappe die Führung übernahm und diese im Gegensatz zu Cavendish und Kittel sogar zwei weitere Etappen verteidigen konnte.


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Etappe 3 (MZF): Cholet - Cholet (35,5 km)

Vorausgesetzt, dass es am Startwochenende keine unerwarteten Dramen durch Windkanten oder Stürze gibt, ist die 3. Etappe jene, auf welcher für die Anwärter auf den Gesamtsieg die Tour erst richtig startet. Bei den 35,5 km rund um Cholet handelt es sich nämlich um ein Mannschaftszeitfahren, in dem zwischen den besten und schwächsten Teams Abstände von mehreren Minuten zu erwarten sind. Das relativ hügelige Profil wird einige Rhythmuswechsel erzwingen und erhöht die technischen und taktischen Herausforderungen an die Teams und Fahrer nur noch mehr.

Besonderheiten: Anlässlich des ersten Mannschaftszeitfahrens bei der Tour de France seit 2015 hatten die beiden wichtigsten Vorbereitungsrennen diese Prüfung ebenfalls in ihr Programm aufgenommen. Aus dem bei der Tour de Suisse siegreichen BMC Racing Team sind sechs Fahrer (Gerrans, Küng, Porte, Schär, Van Avermaet, Van Garderen) bei der Tour dabei – aus dem bei der Dauphiné erfolgreichen Team Sky sind es fünf (Castroviejo, Kwiatkowski, Moscon, Rowe, Thomas).


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Etappe 4: La Baule - Sarzeau (195,0 km)

Die Tour de France lässt die Vendée hinter sich und führt nun für drei Tage durch die Bretagne. Auch in dieser Region ist zunächst mit einem weiteren Massensprint zu rechnen, denn das Profil ist ähnlich flach wie auf den Etappen 1 und 2, wobei sich mit der Côte de Saint-Jean-la-Poterie (0,8 km à 7,8%) abermals ein Hügel für eine Bergwertung gefunden hat, die 60 km vor dem Ziel aber keine Auswirkungen auf den Rennausgang haben wird. In Sarzeau erwartet die Sprinter die längste Zielgerade der Rundfahrt: nach einem letzten Kreisverkehr 4000 Meter vor dem Ende ist die Straße nur noch ganz leicht geschwungen und ab der 2-km-Marke dann sogar schnurgerade.


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Etappe 5: Lorient - Quimper (204,5 km)

Auf der zweiten Etappe in der Bretagne dürfte den meisten Sprintern die Strecke erstmals zu schwer sein, um realistische Chancen darauf zu haben, um den Sieg kämpfen zu können. Mit seinen vielen Zacken ähnelt das Profil denen der Ardennenklassiker. Insgesamt fünf Bergwertungen der 3. und 4. Kategorie gibt es zwischen 98,5 und 23,5 km vor dem Ziel, weshalb die Erfolgsaussichten für eine Ausreißergruppe und wahrscheinlich noch mehr für Angreifer, die erst im Finale in Erscheinung treten, an diesem Tag höher sind als an den meisten anderen. Nicht zu vergessen ist der kleine Schlussanstieg auf die Côte de Stang Bihan, denn der letzte Kilometer im Zielort Quimper weist 4,8% mittlere Steigung auf.


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Etappe 6: Brest - Mûr-de-Bretagne (181,0 km)

Auf der letzten Bretagne-Etappe geht es im Stile des Vortages recht hügelig weiter, wobei es zwischendurch zwar einige längere flache Abschnitte gibt, dafür aber das Finale nochmals deutlich anspruchsvoller ist. Dafür sorgt eine 2 km lange und im Schnitt 6,9% steile Steigung in den Ort Mûr-de-Bretagne, die in die 3. Kategorie eingeordnet wird. Diese passiert man nicht nur einmal 16 km vor dem Etappenende, sondern muss sie ganz zum Schluss als erste kleine Bergankunft dieser Tour de France noch ein weiteres Mal bewältigen. Der 13 km vor dem Ziel ebenfalls auf einer Steigung (1,3 km à 6,4%) liegende Bonussprint erhöht den Schwierigkeitsgrad weiter.

Besonderheiten: Zweimal gab es bei der Tour schon Ankünfte im Ort Mûr-de-Bretagne, dem bereits der Spitzname „Alpe d’Huez der Bretagne“ verliehen wurde. 2011 hatte dort der spätere Gesamtsieger Cadel Evans im Sprint einer zehnköpfigen Spitzengruppe ein Ausrufzeichen gesetzt und bei seinem Sieg vielen Konkurrenten einige Sekunden abgenommen. 2015 wurde die großen Favoriten dagegen durch einen Angriff von Alexis Vuillermoz überrascht, der das Ziel alleine erreichte.


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Etappe 7: Fougères - Chartres (231,0 km)

Nach zwei Tagen ohne Massensprint sollte es nun wieder eine Gelegenheit für die Anwärter auf das Grüne Trikot geben, im Ziel die ganz hohen Punktzahlen einzufahren. Ihren Teamkollegen, die auf der mit 231 Kilometern längsten Etappe der Tour, die Ausreißer kontrollieren müssen, steht allerdings viel Arbeit bevor. In der Etappenmitte wurde mit der Côte du Buisson de Perseigne (1,5 km à 3,9%) auch auf dieser flachen Strecke eine Erhebung gut genug für eine Bergwertung befunden, das Finale ist aber wahrlich topfeben. Die Zielgerade ist mit 600 Metern eher kurz, die letzte richtig scharfe Kurve befindet sich aber, in einem Kreisverkehr, zwei Kilometer vor dem Ende.

Besonderheiten: Ein Massensprint war auch erwartet worden, als im Jahr 2004 erstmals eine Tour-Etappe in Chartres zu Ende gegangen war. Doch auf der damaligen 5. Etappe fuhr am Tag nach einem Mannschaftszeitfahren eine fünfköpfige Ausreißergruppe mehr als zwölf Minuten Vorsprung heraus. Stuart O’Grady holte sich den Etappensieg und Thomas Voeckler das Gelbe Trikot. Der Franzose stieg damals zum Volkshelden auf, da er seine Führung später sogar noch auf einigen Bergetappen verteidigen konnte und erst nach zehn Tagen von der Spitze der Gesamtwertung verdrängt wurde.


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Etappe 8: Dreux - Amiens (181,0 km)

Es gilt noch einmal für die Sprinter, denn die nächste Chance auf einen klassischen Massensprint bietet sich erst auf der 13. Etappe. Das leicht wellige Profil weist nicht die für die vorherigen Sprinteretappen typische eine obligatorische Bergwertung auf, sondern gleich zwei kategorisierte Anstiege. Da sich Côte de Pacy-sur-Eure (2,0 km à 4,3%) und Côte de Feuquerolles (2,3 km à 4,3%) in der ersten Streckenhälfte befinden, hätte man sie an dieser Stelle aber eigentlich auch unerwähnt lassen können. In Amiens muss man auf den letzten 6 km mehrere Kurven und Kreisverkehre durchsteuern, bevor man auf die 600 Meter lange Zielgerade kommt.


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Etappe 9: Arras - Roubaix (156,5 km)

Die „Paris-Roubaix-Etappe“ ist das unbestrittene Highlight des ersten Teils der Tour de France. Schon nach 47,5 der 156,5 km gibt es das erste Kopfsteinpflaster und insgesamt es 15 Sektoren mit zusammen 21,7 km Pavé. Die Sektoren 12 bis 1 (gezählt wird in absteigender Reihenfolge) waren sogar tatsächlich Teil der Strecke von Paris-Roubaix 2018. Die Sektoren 9 und 2, Auchy à Bersée (2700 m) und Camphin-en-Pévèle (1800 m), waren dort mit vier Sternen bewertet, gehören also zur zweitschwersten Kategorie. Mit Mons-en-Pévèle (Sektor 8) steht sogar ein Fünf-Sterne-Sektor auf dem Programm, allerdings hat die Tour von den eigentlich drei Kilometern nur 900 Meter im Programm. Der letzte Sektor, Willems à Hem (1400 m), wird acht Kilometer vor dem Ziel erreicht, welches sich am Ende einer 400 m langen Geraden in unmittelbarer Nähe des Velodroms von Roubaix befindet.

Besonderheiten: In den letzten beiden Jahren hatte es bei der Tour de France keine Etappen mit größerem Kopfsteinpflaster-Anteil gegeben. Den letzten größeren Pavé-Fight gab es auf der 4. Etappe 2015, als Tony Martin sich nach sieben Sektoren mit total 13,3 km Länge als Solist drei Sekunden vor einem 34 Fahrer großen Hauptfeld durchsetzte. Eine viel größere Selektion hatten die auf neun Sektoren verteilten 15,4 km Kopfsteinpflaster auf der 5. Etappe 2014 herbeigeführt: Lars Boom siegte als Solist vor Vincenzo Nibali, der mit Hilfe seines Teamkollegen Jakob Fuglsang seine Konkurrenten teils mehrere Minuten hinter sich ließ.


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Ruhetag






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