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Alaphilippe darf sich nach erster Bergetappe der Tour als Tagessieger und im Bergtrikot feiern lassen
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17.07.2018

Alaphilippe darf sich nach erster Bergetappe der Tour als Tagessieger und im Bergtrikot feiern lassen

Info: TOUR DE FRANCE 2018 (2.UWT)
Autor: Felix Griep (Werfel)



Le Grand-Bornand, 17.07.2018 – Wahrscheinlich weil es das einzige der drei aufeinanderfolgenden Alpenteilstücke war, welches nicht mit einer Bergankunft endete, erlebte man auf der ersten Bergetappe der 105. Frankreich-Rundfahrt noch sehr zurückhaltende Favoriten, die wohlwollend Ausreißern den Vortritt ließen, unter denen sich auch Greg Van Avermaet befand, der seinen Vorsprung in der Gesamtwertung nochmals ausbauen konnte und sich die Auszeichnung zum kämpferischsten Fahrer verdiente. Der Etappensieg und überdies das Bergtrikot gingen aber an Julian Alaphilippe, dessen Erfolg der 1. dieser Tour für einen Franzosen und der 50. des Jahres für seine Mannschaft Quick-Step Floors war.


Bericht zu La Course:
Nicht aufzuhalten: Giro-Gesamtsiegerin Van Vleuten schlägt Van der Breggen



Das Profil der 10. Etappe der Tour de France

Führende zweier Wertungen in der Fluchtgruppe
Bei den Bergankünften in La Rosière auf der 11. und Alpe d'Huez auf der 12. Etappe wird sich definitiv niemand mehr verstecken können, wohingegen auf der 10. Etappe trotz vier Anstiegen der beiden höchsten Kategorien die Favoriten der Tour de France noch einen weitestgehend ruhigen Tag verlebten. Julian Alaphilippe (Quick-Step Floors), der in der Anfangsphase des 158,5 Kilometer langen Teilstücks nur so vor Energie und Tatendrang sprühte, hatte das offenbar kommen sehen und wollte es unbedingt in die „Gruppe des Tages“ schaffen. Diese entstand letztlich bei der Überquerung des Col de Bluffy – einem Anstieg der 4. Kategorie, auf dem der 26-jährige Franzose das Rennen anführte – und zählte 21 Fahrer, von denen zwei in Sondertrikots unterwegs waren. Greg Van Avermaet (BMC Racing) sah die Gelegenheit, an seinem siebten Tag im Maillot Jaune die Führung in der Gesamtwertung nicht nur zu verteidigen, sondern gar auszubauen. Der „grüne“ Peter Sagan (Bora-Hansgrohe) hatte es natürlich auf den Zwischensprint bei Kilometer 29 abgesehen, wo er 20 Zähler einsackte und seinen Vorsprung auf Fernando Gaviria (Quick-Step Floors) auf 101 Punkte ausbaute.

Alle 21 Ausreißer im Überblick
- Tony Gallopin (AG2R La Mondiale)
- Elie Gesbert + Amaël Moinard (Fortuneo-Samsic)
- Ion Izagirre (Bahrain Merida)
- Jack Bauer + Daryl Impey (Mitchelton-Scott)
- Greg Van Avermaet (BMC Racing)
- Julian Alaphilippe + Philippe Gilbert (Quick-Step Floors)
- Peter Sagan + Lukas Pöstlberger (Bora-Hansgrohe)
- Serge Pauwels + Tom-Jelte Slagter (Dimension Data)
- David Gaudu + Rudy Molard + Arthur Vichot (Groupama-FDJ)
- Robert Gesink (LottoNL-Jumbo)
- Lilian Calmejane + Rein Taaramäe (Direct Energie)
- Guillaume Martin + Thomas Degand (Wanty-Groupe Gobert)


Etappenvorschau zum Nachlesen:
Ausreißerspektakel auf erster Bergetappe?


Alaphilippes Erinnerungen an seine U23-Zeit
Im ersten schweren Anstieg der Etappe zum Col de la Croix Fry (11,3 km à 7,0%) setzten sich Rudy Molard (Groupama-FDJ) und Rein Taaramäe (Direct Energie) aus der Spitzengruppe ab und kamen oben mit rund einer halben Minute Vorsprung an. Van Avermaet und einige andere Fahrer kamen schon in der Abfahrt wieder an das Duo heran und im nächsten Anstieg noch ein paar weitere, so dass 13 Fahrer gemeinsam die Montée du plateau des Glières (6,0 km à 11,2%) absolvierten. Im Sprint um die Punkte auf dem ersten HC-Gipfel der Rundfahrt hatte David Gaudu (Groupama-FDJ) das Nachsehen gegen Alaphilippe, der 2013 bei der Tour de l'Avenir auf diesem für die Tour de France neuen Berg eine Etappe gewonnen hatte. Auf den nächsten zwei Kilometern, die über eine Schotterstraße führten, erlebte Alaphilippe schon einmal eine Kostprobe wie es sich anfühlt, als alleiniger Spitzenreiter von den Fans angefeuert zu werden; erst in der Abfahrt schlossen die anderen Ausreißer wieder zu ihm auf. Nach und nach fanden wieder 18 Fahrer zusammen – nur Jack Bauer (Mitchelton-Scott) sowie Sagan und sein Teamkollege Lukas Pöstlberger fielen ins Feld zurück

Vorentscheidung schon am vorletzten Berg
Der Vorsprung der Ausreißer erreichte kurz nach Halbzeit der Etappe sein Maximum von etwas mehr als acht Minuten, und auch wenn er danach langsam wieder kleiner wurde, war längst klar, dass einer von ihnen die Etappe gewinnen würde. Nach einem längeren flachen Streckenabschnitt begann erst 37 Kilometer vor dem Ziel der nächsten Anstieg zum Col de Romme (8,8 km à 8,9%), wo bereits die Vorentscheidung fiel. Nachdem zuerst Lilian Calmejane (Direct Energie) vergeblich attackierte hatte, setzte sich dessen Teamkollege Rein Taaramäe relativ deutlich ab. Doch Alaphilippe konnte zwei Kilometer vor der Bergwertung zum Esten aufschließen und sich schließlich erneut die Höchstpunktzahl sichern. Serge Pauwels (Dimension Data) war mit 30 Sekunden Rückstand ihr erster Verfolger, nochmal 20 Sekunden weiter zurück lagen Van Avermaet mit Calmejane, Ion Izagirre (Bahrain Merida) und Robert Gesink (LottoNL-Jumbo). In der Abfahrt schüttelte Alaphilippe Taaramäe locker ab und vergrößerte seine Vorsprung danach im Anstieg zum Col de la Colombière (7,5 km à 8,5%). Diese letzte Bergwertung des Tages 14,5 Kilometer vor dem Ziel erreichte er 1:25 Minute vor Izagirre, 2:00 Minuten vor Taaramäe und 2:15 Minuten vor Van Avermaet und Pauwels – das Bergtrikot war ihm mit 41 zu 28 Punkten gegenüber Taaramäe nun endgültig sicher.


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Favoritengruppe teilt sich kurz vor Schluss
Den Etappensieg – seinen zweiten bei einer Grand Tour nach Xorret de Catí bei der Vuelta 2017 – ließ Alaphilippe sich auch nicht mehr nehmen. Das Ziel in Le Grand-Bornand erreichte er letztlich 1:34 Minute vor Izagirre und noch ein paar Sekunden mehr vor Taaramäe, Van Avermaet und Pauwels. Calmejane schaffte es als sechster Ausreißer, nicht mehr von der Hauptgruppe der Favoriten eingeholt zu werden, die 3:23 Minuten nach dem Sieger ankam und nicht mehr ganz vollzählig war. Ein Angriff Daniel Martins (UAE Emirates) kurz vor dem Gipfel des Col de la Colombière hatte einigen Fahrern, die bis dahin am seidenen Faden hingen, den K.O. versetzt. Bob Jungels (Quick-Step Floors), Bauke Mollema (Trek-Segafredo), Ilnur Zakarin (Katusha Alpecin) und Rafal Majka (Bora-Hansgrohe) verloren alle 51 Sekunden auf die Konkurrenten – der durch die Verletzungen seines Sturzes auf der Kopfsteinpflaster-Etappe gehandicapte Rigoberto Uran (Education-First) sogar 2:36 Minuten. Apropos: Mit Alexis Vuillermoz (AG2R La Mondiale), der sich auf der 9. Etappe das rechte Schulterblatt gebrochen hatte, und Jens Keukeleire (Lotto Soudal), der sich einen Bruch im Wadenbein und Verletzungen am Knie zugezogen hatte, gab es zwei Fahrer, die nach dem Ruhetag nicht mehr weiterfahren konnten.

Führungswechsel in Mannschafts- und Nachwuchswertung
Alle anderen noch 165 im Rennen verbliebenen Fahrer überstanden die erste Alpenetappe – einige von ihnen allerdings sehr knapp. Die letzte Gruppe um die Sprinter Dylan Groenewegen (LottoNL-Jumbo), Marcel Kittel (Katusha Alpecin) und Mark Cavendish (Dimension Data) finishte nur eine knappe halbe Minute vor dem Ablauf der Karenzzeit. An der Spitze der Gesamtwertung steht weiterhin Van Avermaet, der seinen Vorsprung zum Zweitplatzierten Geraint Thomas von 43 Sekunden auf 2:22 Minuten ausgebaut hat. Das Team Sky um Thomas und den Gesamtsechsten Chris Froome (+3:21) hatte den ganzen Tag über das Tempo im Hauptfeld diktiert. Neuer Gesamtdritter ist Alejandro Valverde (+3:10), vom jetzt in der Mannschaftswertung führenden Movistar Team, der gemeinsam mit seinen Teamkollegen Nairo Quintana und Mikel Landa bis zum Schluss in der Gruppe der Favoriten fuhr, ohne irgendwie in Erscheinung zu treten. Der Einzige, der neben Daniel Martin eine Attacke aus dem Feld gewagt hatte, war Warren Barguil (Fortuneo-Samsic), der es am vorletzten Berg erfolglos versuchte und schlussendlich mehr als sieben Minuten auf Thomas und Co. verlor. Für Søren Kragh Andersen (Sunweb) endete bei einer Viertelstunde Rückstand auf den Tagessieger die Zeit im Weißen Trikot. Neuer bester Nachwuchsfahrer ist Pierre Latour (AG2R La Mondiale) 1:54 Minute vor Guillaume Martin.

-> Zum Resultat

Zwei Berge der Kategorie HC und einen der 2. gibt es auf der morgige 11. Etappe, bevor noch ein Schlussanstieg der 1. Kategorie ansteht. Auf dem Weg nach La Rosière (17,6 km à 5,8%) darf man das erste richtige Kräftemessen der Favoriten erwarten.

Video der Zielankunft






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